Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 13)

Tag 13: Sonntag 29.03.2020Teichpflege

Im Ökosystem Teich sind Algen grundsätzlich ein natürlicher Bestandteil. Mit steigender Temperatur im Frühjahr erwacht die Natur und mit ihr auch der Teich und seine Pflanzen. Doch nach den Wintermonaten stehen den Algen vor allem im Biotop des Landschaftsparks Pluto V zu viele Nährstoffe zur Verfügung, was zu einer rasanten Vermehrung führt und Folgeprobleme mit sich bringt. Das Ausmaß der Algenblüte ist ein Indiz für den Nährstoffüberschuss und damit für das aktuelle biologische Ungleichgewicht im Teich.


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Kurioses aus der Landschaft – Pottstein No. 2

Auf der heutigen Laufrunde habe ich auf dem Rückweg, der mich über die kleine Berghalde in Röhlinghausen führte, meinen zweiten Pottstein gefunden. Ich nehme zumindest an, dass es sich hierbei um einen solchen handelt, da die Farbe auf der Rückseite dermaßen verblichen war, dass nix mehr zu erkennen war. Möglicherweise hängt der aktuelle Zustand auch damit zusammen, dass ich ihn vom matschigen Weg aufgehoben habe. Zudem scheint ein Stückchen des herzförmigen Steins, der einen Flamingo zeigt, abgebrochen zu sein?!

Aber unabhängig davon hält sich der künstlerische Mehrwert auch bei diesem Exemplar in Grenzen, wobei Kunst bekanntlich im Auge des Betrachters liegt. Aber die vielen Steine, die man regelmäßig in der digitalen Welt zu Gesicht bekommt, sind irgendwie von anderer Qualität, da würde ich mir zweimal überlegen, ob ich ihn nicht behalte. Ich habe mich natürlich trotzdem gefreut und ihn direkt wieder in die Wildnis entlassen.


Landschaftliche Impressionen in Zeiten der Corona-Pandemie

Holger’s Erzbahnbude ist bei Radfahrern ein beliebter Treffpunkt, um sich mit einem Kaltgetränk zu stärken. Wobei die Bude aufgrund der Corona-Beschränkungen in NRW schon längst seit mehreren Tagen geschlossen hatte, was viele Radfahrer aber dennoch nicht davon abhielt, am angestammten Rastplatz eine kleine Verschnaufpause einzulegen. Als ich in der letzten Woche an der Stelle vorbeigelaufen war, hätte man bei Betrachtung der Szenerie durchaus vermuten können, dass die coronabedingte Kontaktsperre außer Kraft gesetzt worden wären. Dicht an dicht mit minimalem Abstand zum Nebenmann tummelten sich Jung und Alt auf engem Raum. Schätzungsweise bis zu 30 Leute sorgten dafür, dass sämtliche Sitzgelegenheiten in diesem Bereich belegt waren.

POLIZEIABSPERRUNG an Holger’s Erzbahntrassenbude (Foto vom 29.03.2020).

In Anbetracht der Tatsache, dass zur selben Zeit schon alle Spielplätze in der Umgebung geschlossen waren, stellte sich mir die Frage, inwieweit sich die Leute, die darüber hinaus in der Mehrheit im gediegenen Alter waren und somit der Corona-Risikogruppe angehörten, der Virusgefahr nicht bewusst waren oder diese schlichtweg ignorierten. Für mich war sofort klar, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis der bei Radfahrern beliebte Treffpunkt auf der Erzbahntrasse behördlich gesperrt wird. Gestern hat sich meine Annahme bestätigt. Der Spielplatz für ausgepowerte und verantwortungsbefreite Radfahrer ist mit Sicherheitsband der Polizei abgeriegelt.


GE-meldet: Wilde Müllkippe 2020-5

Auf der gestrigen Laufrunde bin ich mal wieder an einer Müllhalden-Szenerie vorbeigelaufen. Eine komplette Ladung Sperrmüll verschandelt die Gegend am Aufgang zur Erzbahntrasse. Allerdings bezweifle ich, dass dieses Müllvolumen mit einem handelsüblichen PKW angeliefert werden konnte, außer man ist die Ablagestelle mehrmals angefahren. Die Stelle ist nahezu ideal, um seinen Schrot unbehelligt in die Landschaft zustellen. Denn sobald es dunkel ist, gibt es so gut wie keinen Verkehr und Radfahrer, die zur Erzbahntrasse wollen, sind auch keine mehr unterwegs. Aus meiner Sicht besteht Handlungsbedarf, da sich dieses Bild fast wöchentlich wiederholt. Es bleibt abzuwarten, wie lange sich die Stadt Gelsenkirchen diese Sauerei angucken wird. Eine Möglichkeit könnte eine Schranke oder Poller sein, um das Befahren des Bereiches ab einer bestimmten Uhrzeit zu unterbinden.

Da sich die Ablegestelle auf Gelsenkirchener Stadtgebiet befunden hat, ging die Benachrichtigung nicht via Online-Melde-App der Stadt Herne sondern über die App GE-meldet der Stadt Gelsenkirchen. Im Prinzip führen beide Apps zum selben Ergebnis. Sie informieren die städtischen Entsorger und veranlassen zeitnah die Müllbeseitigung. Obwohl beide Apps funktional betrachtet ihre Aufgabe erfüllen, finde ich die GE-meldet-App kundenfreundlicher und interaktiver, da man in der Folge über den Fortschritt der Bearbeitung bis zur Beseitigung des Mangels via Email informiert bleibt. Ich bin begeistert. Daumen hoch GE!


Kurioses aus der Landschaft – Safety first

Bei der morgendlichen Zaunkontrolle sind mir am Parkplatz des ökologischen Kleingartenvereins Kraut und Rüben in Bochum-Günnigfeld MASSIVE Sicherheitsvorkehrungen aufgefallen. Nachdem es in den vergangenen Wochen vermehrt zu Verschmutzungen in diesem Bereich gekommen ist, scheint es so, als würde der Parkplatz in der Nacht zukünftig mit einer Kunststoffkette gesichert werden. Scherz oder Ernst?! Naja, es bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahme einen potentiellen Müllsünder abhalten wird, aber ein Versuch ist es allemal wert.

Guerilla Gardening XXL: Blumige Aussichten – Herne wird bunter

Guerilla Gardening meets Upcycling. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Stadt ihre Aktion „HERNE BLÜHT AUF“ trotz Einschränkungen durch die Corona-Pandemie vollumfänglich umsetzen kann, aber in meinem Beet tut sich mittlerweile was.

Ein zartes Grün erblickt die Welt

Drei Wochen nachdem das Blühbeet parallel zum Aufbau des Amphibienschutzzauns angelegt und bestellt wurde…

Aussaat der Samen auf der aufgelockerten Boden. (01. März 2020).

„Die Blume Geduld wächst nicht in jedermanns Garten

… strecken die ersten Sämlinge ihr zartes Grün in Richtung Sonne. In den zurückliegenden Tagen habe ich immer mal wieder Unkraut gejätet, das sich auf dem abgesteckten Areal breitmachen wollte. Lange Zeit ist nichts passiert, zwischenzeitlich hatte ich schon die Keimfähigkeit der gesammelten Samen in Frage gestellt. Gestern war ich nach knapp einer Woche mal wieder zur Stippvisite an der Blühwiese in spe und habe die ersten Erfolge beobachten können.

Die ersten Sämlinge auf der bald bunten Blühwiese sprießen. (Stand: 25.03.2020)

Allen Unwegsamkeiten zum Trotz

Zumindest ein Teil der Saat hat gekeimt und die ersten Sämlinge sind zu erspähen. Selbst den Nachtfrost der zurückliegenden Tage scheinen die zarten Pflänzchen unbeschadet überstanden zu haben. Allerdings ist die Erde auf dem Beet nach der regenfreien Zeit in Kombination mit dem Dauersonnenschein ein wenig trocken und verkrustet. Zum Wochenende hin ist laut Wetterdienst erstmals wieder mit minimalem Niederschlag zu rechnen.

„Das Beste am Gärtnern ist das Gießen.“ (Stand: 27.03.2020).

Nicht lange schnacken – machen !!!

Da meteorologische Prognosen aber grundsätzlich mit einem Rest Unsicherheit verbunden sind, habe ich heute selbst für Feuchtigkeit gesorgt, was aufgrund der Nähe zum Teich ohne großen Aufwand zu realisieren war. Ich werde die weitere Entwicklung der Blühwiese natürlich im Auge behalten und bei Bedarf eingreifen. Sobald die Entwicklung der Pflanzen weiter fortgeschritten ist, spätestens aber wenn es die erste Blühte zu bestaunen gibt, werde ich davon berichten.

Eine Blühwiese in ihrer farbenprächtigen Vollendung im Sommer 2019.

Optimistisch in die Zukunft

Und bis die Blühwiese so farbenprächtig aussieht, wie auf dem Foto aus dem Vorjahr, wird es mindestens noch ein paar Wochen dauern. Dennoch bin ich frohen Mutes, dass dieses Projekt zur Steigerung der Biodiversität ein bunter Erfolg werden wird.


Guerilla Gardening meets Upcycling. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Stadt ihre Aktion „HERNE BLÜHT AUF“ trotz Einschränkungen durch Corona-Pandemie vollumfänglich umsetzen kann. Hier erfährst Du wie das Blühbeet angelegt wurde…

Der Teich im LSG PLUTO V – Frühlingserwachen

Wasserschwund und Algenexplosion am Feuchtbiotop im Landschaftsschutzgebiet Pluto V

Die letzte Woche mit bis zu 12 Stunden Sonne bei gleichzeitig ausbleibendem Niederschlag haben den Wasserstand des großen Teiches im LSG Pluto V deutlich absinken lassen. Zudem ist das Algenwachstum nahezu explodiert. Ein Drittel der Teichoberfläche liegt verschlossen unter einem grünen Teppich. Bleibt zu hoffen, dass sich der Wasserschwund in den nächsten Wochen wieder verlangsamt, sonst ist die Entwicklung der Kaulquappen in diesem Jahr recht früh gefährdet.


Ausmaß des Wasserverlustes

Definiert man die Position der Algen an den aus dem Wasser herausragenden Stängeln als den maximalen Wasserstand, der noch vor einer Woche erreicht wurde, dann liegen diese Algen um bis zu 20 Zentimeter über dem aktuellen Wasserstand, was einem Rückgang des Wasserspiegels von 15-20 cm entspricht. Der Teich hat innerhalb von wenigen Tagen eine Wasserhöhe von bis zu 20 Zentimetern verloren. Dass der Teich an Wasser verloren hat, lässt sich auch an den im Trockenen liegenden massiven Algenflächen deutlich erkennen.

Inwieweit dieser Rückgang ausschließlich mit dem trockenen Wetter und der Maximalanzahl von bis zu 12 Sonnenstunden am Tag zusammenhängt oder ob der eingesetzte Vegetationsschub der Algenblüte dafür mitverantwortlich ist, lässt sich schwer sagen. Unabhängig von der aktuellen Problemlage der Algenblüte steht die Teich-Baum-Undichtigkeits-Relation weiterhin ungeklärt im Raum.


Explosionsartiger Algenwachstum

Das massive Algenwachstum ist in jedem Fall ein Anzeichen dafür, dass sich die Nährstoffbilanz im Teich aktuell im Ungleichgewicht befindet. Wobei dieser Zustand im Frühjahr häufig auftritt und für die Jahreszeit mit steigender Temperatur und zunehmenden Sonnenstunden durchaus normal ist.

Quellen der Nährstoffanreicherung

Als potentielle Nährstoffquellen fallen mir einige ein. Eine Quelle für die Nährstoffanreicherung des Teichs ist sicherlich der Baum im direkten Uferbereich, da sein im Herbst abgeworfenes Laub definitiv im Teich landet und somit für den Nachschub von organischem Material sorgt. Auch die blütenreiche Wiese oberhalb des Teichs kann als organische Nährstoffquelle betrachtet werden, da Blütenpollen von Wind und Regen ungehindert in den Teich eingebracht werden.

Neben dem Laub von Bäumen und den Blütenpollen tragen abgestorbene Schilfpflanzen ebenfalls zur Anreicherung mit Nährstoffen im Teich bei. Und auch die Algen selbst begünstigen das zukünftige Algenwachstum, da sie irgendwann absterben und auf den Grund des Teiches absinken. Dort werden sie im Laufe der Zeit zersetzt, was zu einer verminderten Sauerstoff-Konzentration im Wasser führen kann und im Worst Case die Konzentration soweit absinken lässt, dass Tiere ersticken und der Teich umkippt, wenn statt der aeroben Zersetzung vermehrt die anaerobe Zersetzung stattfindet. Spätestens im nächsten Frühjahr sorgen Algen, Blüten und Pollen aber in jedem Fall dafür, dass sich das Szenario vom explodierenden Algengrün wiederholen wird.

Inwieweit der Baum oder die polleneichen Pflanzen im direkten Umfeld des Biotops zu beseitigen sind, bzw. der Eintrag reduziert werden kann, um den Lebensraum Feuchtbiotop im LSG Pluto V zu schützen, will ich nicht beurteilen.


Maßnahmen zum Ausgleich der Nährstoffbilanz im Teich

1.) Ursachen für den erhöhten Nährstoffeintrag (Überdüngung) beseitigen. Pflanzenreste entfernen, Laub entfernen, Schutzwall anlegen, damit der Polleneintrag erschwert ist.

2.) Die vorhandene Algen abkeschern, um auf diesem Wege dem Wasser die in den Algen gebundenen Nährstoffe zu entziehen. (Mechanische Entnahme)

3.) Da Wärme und Licht wichtige Einflussfaktoren auf das Algenwachstum sind, sollte auch mehr Schatten hilfreich sein, was allerdings wieder den Nährstoffeintrag im Herbst erhöht.

4.) Möglicherweise lässt sich der Nitrat- und Phosphatgehalt im Teich durch ein Bindemittel senken, wobei die Algen an sich ja schon ein solches Mittel darstellen.


Auswirkungen auf die Amphibien?

Inwieweit sich der erhöhte Sauerstoffverbrauch durch das vermehrte Algenwachstum und der damit einhergehende reduzierte Sauerstoffgehalt des Wassers negativ auf die Amphibien auswirken, kann ich nicht beurteilen. Ob die Algen sogar eine Gefahr für Laich oder Kaulquappen darstellen, weiß ich auch nicht. Denkbar ist aber, dass die Entwicklungsgeschwindigkeit dahingehend beeinflusst wird, dass sie sich verlängert, was insofern kritisch ist, da die Austrocknung des Teichs sowieso spätestens Ende Juni erfolgt und die Entwicklung zum Jungamphibium allerspätestens dann beendet sein muss, weil es sich mit Kiemen schlecht ohne Wasser atmet.


Plogging im LSG PLUTO V

Steter Tropfen höhlt den Stein. Die heutige Laufrunde führte mich mal wieder ins Landschaftsschutzgebiet PLUTO V. Meine zwischen eine Astgabel geklemmte Plastiktüte lag glücklicherweise direkt bereit. Es ging erneut in den angrenzenden Birkenhain. Heute mit im Plogging-Allerlei ein Teller aus Porzellan, ein Kissenbezug mit Besteck – nein das Besteck war leider nicht aus Silber, dafür eine Plüschdecke, einen kaputten Kinderspaten und ein paar Pfandflaschen, die ich natürlich nicht in Müll geworfen habe, sondern auf den Mülleimer gestellt habe, damit sie eingesammelt werden können. Der Mülleimer war heute Morgen trotz der städtischen Einschränkungen durch Corona leer.


Ausbeute eines Ploggings im LSG Pluto V

Man glaubt gar nicht, was man alles findet, wenn man durch die Natur geht. Bei der heutigen Plogging-Runde im Landschaftspark Pluto V hat es keine fünf Minuten gedauert und die versteckte Plastiktüte war voll mit Allerlei Elektroschrott. Es scheint so, als hätte Jemand in der Vergangenheit Mitten in der Botanik und ohne Strom versucht, sein Mahl zuzubereitet. In unmittelbarer Nähe zu einer Elektro-Herdplatte lag eine Pfanne und ein Sandwichmaker. Der Birkenhain lichtet sich zunhemend, aber bis er rein sein wird, sind noch einige Runden nötig. Aktuell ist der Mülleimer, zu dem ich meinen eingesammelten Müll bisher gebracht habe, bis zur Oberkante maximal voll. Inwieweit der Bereich Stadtgrün seine Arbeiten wegen Corona einstellen musste, kann ich gar nicht sagen, aber die Mülleimersituation wird bei der nächsten Laufrunde kontrolliert.

Geploggter Elektroschrott im Landschaftsschutzgebiet PLUTO V.

Wilde Mülkippe 2020-4

Trotz oder gerade wegen Corona ich kann es nicht sagen, aber das asoziale Abladen von privatem Müll geht ungeniert weiter. Direkt am Amphibienschutzzaun an der Hofstraße im LSG Röhlingshausen liegen mal wieder mehrere Blaue Säcke mit Müll. Die Beobachtung ist via Melde-App an die Stadt Herne weitergleitet. Sobald Kapazitäten frei sind, sollen die Müllkippe bereinigt werden. Es ist eh nur eine Frage der Zeit, wann der nächste Vorfall gemeldet werden will. Vielleicht sollte man einfach auf die Entsorgungsgebühr am Wertstoffhof verzichten, um dadurch den Kostenposten der Beseitigung aus dem Stadtgebiet einsparen?! Diese Rechnung würde mich ja schon interessieren…


Amphibienschutz in Herne 2020 (Zwischenbilanz)

Zwischenfazit zum Amphibienschutz in Herne 2020

Der Schutzzaun steht mittlerweile seit dem 15. Februar an der Berliner Straße und wurde bisher verhalten besucht, zur Zeit macht es außerdem den Anschein, als sei die Messe für dieses Frühjahr so gut wie gelesen. Der Großteil der wanderfreudigen Amphibien ist im Laichgewässer oder sogar schon auf dem Rückweg. Da sich das Amphibienaufkommen an den Standorten aktuell aufgrund des zurückgekehrten Nachtfrosts in beide Richtungen auf null reduziert hat, nutze ich die Zeit, ein kurzes Zwischenfazit zur Amphibiensaison 2020 zu ziehen.

1. Persönlicher Steno-Rückblick

In den zurückliegenden fünf Wochen ist rund um das Thema Amphibienschutz eine ganze Menge passiert und ich konnte viel Interessantes erfahren. Das diesjährige Krötenjahr begann mit dem verschwundenen Zaunmaterial und als der Zaun Mitte Februar trotz reduzierten Materials fertig aufgebaut war, dauerte es gerade einmal zwei Tage, bis die erste Amphibienwelle auf den Schutzzaun traf. Einen Tag danach folgte das erste von insgesamt drei Sturmtiefs innerhalb von drei Wochen. Zwischenzeitlich hatten wir die Molche vermisst, die dann zum Glück in einem Gully im Eickeler Park wieder auftauchten.

Mit der dortigen Gully-Problematik ist mir eine weitere tödliche Gefahr bewusst geworden. Starkregenereignisse mit bis zu 28 Liter pro Quadratmeter Niederschlag suchten den Zaun heim und veranlassten uns die Fangeimer zum Schutz der Regenwürmer zu modifizieren. Nebenbei wurde eine Blühwiese angelegt und ich habe dafür gesorgt, dass der Revisionsschacht an der kleinen Berghalde versiegelt wurde. Wir haben eine Fehlpaarung zwischen einem Grasfrosch mit einer Erdkröte sowie ein „Todesrad“ aus zwei Erdkrötenmännchen mit einem Erdkrötenweibchen getrennt. Und trockengelegenes Grasfroschlaich zurück ins Wasser befördert.

Ich habe einen Massenwandertag bei Idealbedingungen mit beeindruckend hohem Aufkommen von bis zu 50 Tieren in Günnigfeld live miterlebt. Darüber hinaus Dutzende Passanten aufgeklärt und teilweise vom Thema Amphibienschutz begeistert und darüber hinaus viel Zeit an der frischen Luft und mit viel Himmel über dem Kopf verbringen dürfen, dabei das Frühlingserwachen in der Natur von Tag zu Tag hautnah miterleben dürfen. Und als sich alle mit dem überaus feuchten Frühling angefreundet hatten, wurde es kurzzeitig sommerlich, dann schattig und in den letzten Tagen ist sogar der Nachtfrost wieder zurückgekehrt.


Stand der Dinge bei den Erdkröten

Wettertechnisch war es in dieser Saison ein wenig chaotisch, ohne erkennbaren Trend ging es vergleichbar dem Kursverlauf an der Börse rauf und runter, weshalb Prognosen zum tatsächlichen Stand der Laichwanderung schwer vorherzusagen sind. Fakt ist, das aktuell 60% der Erdkröten im Vergleich zum Vorjahr in einem der Fangeimer im LSG Pluto V registriert wurden. Die aktuellen Zahlen was Teich- und Bergmolch betreffen haben dahingegen die Vorjahreszahlen schon jetzt erreicht.

Die Grafik zeigt das Krötenaufkommen sowie die Verläufe von Temperatur & Niederschlag.

Ob noch ein paar „Langschläfer“ beziehungsweise  Weitwanderer nach dem aktuellen Nachtfrost in den nächsten Tagen nachkommen werden oder ob wir in dieser Saison bei den Erdkröten am Zaun einen Rückgang von rund 40% zu verzeichnen haben, wird sich bis Mitte April zeigen. Die Ursachen für kein weiteres Amphibienaufkommen am Schutzzaun müssen aber nicht zwangsläufig mit einer Populationsdezimierung zusammenhängen, da im Bereich jenseits der Straße ideale Bedingungen für ein Winterquartier gegeben sind und der etwaige „Umzug“ den Vorteil hätte, dass die Amphibien das todbringende Kreuzen der L639 (Berliner Straße) zukünftig vermeiden könnten.


2. Trockene Fakten zum Zaun

2.1. Wichtige Fakten

  • Aktionsstart: 15.02.2020
  • Wanderstart: 17.02.2020 (evtl. auch früher, aber ab dem WE stand der Schutzzaun) nach einem ungewöhnlich frühen Sommertag mit Temperaturen um die 17°C
  • Massenwandertag: Zeitraum 09.-12.03 – nach vier regenreichen Tagen mit relativ soliden Nachttemperaturen (> 5°C) und Tagestemperaturen um die 10°C
  • Aktuell: ab 13.03.2020 keine Funde am Amphibienschutzzaun, ohne Niederschlag und Nachttemperatur knapp über Gefrierpunkt, meist mondklare Nächte
  • Sonstiges: auffallend hoher Anteil an Krötenweibchen von 46,25 %

2.2 Zählbares

I. Schutzzaun Berliner Straße:

  • (1,4) Teichmolche, (1,1) Bergmolche, (25,24) Erdkröten
  • Roadkills 2 Molche und 9 Erdkörten

II. Gullys Eickeler Park:

  • (2,0) Teichmolche, (1,1) Bergmolche, (18,13) Erdkröten, (0,1) Grasfrösche

Insgesamt (Zaun + Gullys)

  • (3,4) Teichmolche
  • (2,2) Bergmolche
  • (43,37) Erdkröten
  • (0,1) Grasfrosch
  • Roadkills 2 Molche und 9 Erdkröten

D.h. bis heute bei 11 Verlusten 102 Amphibien gerettet !!!


3. Gedanken – Utilitarismus im Artenschutz unangebracht

Bei den aktuellen Zahlen zum Amphibienaufkommen am Schutzzaun an der Berliner Straße stellt sich mir irgendwie trotz Überzeugung, das Richtige zu tun, die Frage der Sinnhaftigkeit einer solchen arbeitszeitintensiven Maßnahme. Wenn man bedenkt, dass zwei Personen mit dem Aufbau rund 20h beschäftigt sind. Dazu die täglichen Kontrollgänge morgens und abends – Zaun abgehen, Tier einsammeln, ins Biotop rüberbringen, d.h. mindestens 1h/ Tag – hinzurechnet, dann wären das in der Summe 50h, die aktuell für 50 Erdkröten und paar Molche investiert werden mussten?!

Rein utilitaristisch und unter ökonomischen Aspekten betrachtet, ist die Aktion Amphibienschutzzaun sicherlich fragwürdig. Allerdings ist unbedingt zu beachten, dass die L639 eine stark frequentierte Umgehungsstraße ist, auf der ständig schneller gefahren wird, als es die 50 km/h erlauben. Und wenn man zudem bedenkt, dass die Gefahr für die Amphibien mit steigender Fahrtgeschwindigkeit zum Quadrat zunimmt, würde eine Einstellung der Schutzmaßnahmen zu erheblich höheren Opferzahlen führen und somit die Population im Habitat weiter dezimieren. Dieser Standort an der Berliner Straße darf deshalb auch nicht alleine anhand des Aufkommens bewertet werden sondern anhand der vermiedenen Opferzahlen, was diese Schutzmaßnahme an dem Standort unbedingt legitimiert.


Fazit:

Unter dem Strich habe ich auch in diesem Jahr wieder eine sinnstiftende Aufgabe im Bereich Artenschutz praktisch erleben dürfen. Und die aktuelle Saison ist noch lange nicht vorbei, schauen wir mal, was noch alles passiert.


Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 11)

Tag 11: Sonntag 15.03.2020 – Tragödie am Biotop

Nachdem die 25 Fangeimer des Amphibienschutzzauns an der Berliner Straße kontrolliert sind, bringen wir die Eimerfunde rüber zum Teich im Landschaftsschutzgebiet PLUTO V. Als der Teich erreicht ist, machen wir im Uferbereich eine unschöne Entdeckung. Zwei Meter neben dem Teich liegen insgesamt sieben Erdkröten, von denen drei augenscheinlich schwerer verletzt und möglicherweise auch schon tot sind, was damit zu begründen ist, dass sie massive Verletzungen aufweisen. Die anderen vier Erdkröten setzen wir vorsichtig am nahen Teichufer ins Wasser, worauf alle bis auf eine Erdkröte wieder munter werden. Die eine Erdkröte bewegt sich zwar auch, ist aber augenscheinlich nicht mehr in der Lage abzutauchen.

Wie die Tiere in die Nähe des Teichs gekommen sind und auch wer sie so zugerichtet hat, lässt sich abschließend nicht mehr klären und bleibt reine Spekulation.

Spekulative Ursachenfindung

a) Fressfeind: Bussard, Graureiher, Fuchs oder Mader?!

Entweder ein Beutegreifer, der die am Land relativ behäbigen Kröten als leichte Beute angesehen hat und im Rauschzustand erst einmal alles eingesammelt hat, was sich in der Nähe befunden hat. Und bevor es mit dem Fressen anfangen konnte, von einem Hundebesitzer beim Gassi gehen gestört wurde. Als mögliche Beutetiere kommen im LSG Pluto maximal drei bis vier Verdächtige in Betracht. Aus meiner Sicht vorstellbar wären ein Graureiher, ein Bussard, ein Fuchs oder vielleicht noch ein Mader. Wobei von den Vieren nur die Säugetiere dazu neigen sollten, auf Vorrat zu jagen. Gegen die Beutetier-These spricht wiederum die Tatsache, dass vor allem die Krötenhaut einige Bufotoxine enthält, was einen möglichen Fressfeind  aufgrund der ungenießbaren Beute unmittelbar vom Weitersammeln hätte abgehalten sollen. Außerdem sind die Verletzungen zu unspezifisch und nicht als Bissspuren einzustufen.

b) Amphibienhassender Tierquäler

Relativ abwegig ist zugegebenermaßen die Vermutung, die Ursache im Zusammenhang mit den jugendlichen Vandalen zu suchen, die im Landschaftsschutzgebiet definitiv ihr Unwesen treiben. Aber Feuermachen, Grillen oder Graffitis sprayen sind im Vergleich zur Tierquälerei  dann doch ein ganz anderes Kaliber und deshalb eher auszuschließen.

c) Straßenverkehr-Helfer-These

Die plausibelste Erklärung lieferte Didi selbst. Er geht davon aus, dass die Tiere heute Morgen von einem engagierten Unbekannten von der Straße aufgesammelt und an den Teich gebracht wurden. Die Amphibien weisen seiner Meinung nach zudem die typischen Verletzungen auf, die durch den Straßenverkehr verursacht würden. Während ein Lurch nach Direktkontakt mit dem Autoreifen zumeist zerquetscht am Asphalt klebt, sprechen in unserem Fall viele Indizien dafür, dass es sich hierbei um Opfer der hohen Fahrtgeschwindigkeit der Fahrzeuge handelt.


Im Fall der Erdkröte, die nicht mehr abtauchen konnte, geht er davon aus, dass möglicherweise eine Verletzung der Schwimmblase vorliegt. Inwieweit Frösche oder Kröten als Landlebewesen überhaupt über eine Schwimmblase verfügen, halte ich eher für fragwürdig. Doch welche Hohlorgane es durch die auftretenden Durchveränderungen eines vorbeifahrenden Fahrzeugs tatsächlich zerreißt, ob Lunge, Magen, oder doch die Wirbelsäule kann ich auch nicht sagen, weil dafür meine anatomischen Kenntnisse nicht ausreichend sind.

Strömungsmechanik

Aber wie es zu den tödlichen Turbulenzen kommt, kann ich mir wohl noch zusammenreimen. In Abhängigkeit von der Bauweise der Fahrzeugfront und der Höhe der Fahrtgeschwindigkeit werden vom Fahrzeug Luftmassen verdrängt, die vom Fahrzeug in alle Richtungen abströmen. Konstruktionsbedingt kommt es beim Übergang von Stoßstange und Unterboden zu einem Strömungsabbruch, der erhebliche Verwirbelungen verursacht und das zunächst kontaktlos überfahrene Tier auf dem Asphalt herumwirbelt und teilweise auch an Unterbodenbauteile prallen lässt. Tiere, die dieses Schicksal erleiden, weisen zumeist innerliche Verletzungen auf, sind aber morphologisch betrachtet relativ intakt und auch noch als Kröte oder Frosch identifizierbar. Und dieser Fakt trifft auf die Kröten im Uferbereich genau zu.


Doppelt Pech gehabt

Teilweise wird ein und derselbe Lurch auch erst von einem Fahrzeug kontaktlos Überfahren und später von einem anderen Fahrzeug plattgefahren. Abgetrennte Gliedmaßen sind ebenfalls keine Seltenheit, aber in der Regel kleben die todgefahrenen Kadaver von Molch, Kröte oder Frosch platt auf dem Asphalt und sind am Morgen bei den Kontrollen nur noch schwer auseinanderzuhalten.


Appell an alle: Tempo runter!!!

Die größte Gefahr auf der Straße für Amphibien geht also nicht vom Autoreifen sondern vom erzeugten „Windstoß“ aus, wovon ein und dasselbe Tier auch mehrmals getroffen werden kann. Die Stärke dieses „Windstoßes“ und der damit einhergehende Druck hängen direkt mit der Geschwindigkeit und der Luftverdrängung des Fahrzeuges zusammen. So erzeugt ein LKW wesentlich größere Kräfte als die Kräfte, die ein Personen-KFZ erzeugen könnte. Allerdings ist die Art des Fahrzeugs egal, wenn die Fahrtgeschwindigkeit auf unter 30 Kilometer pro Stunden reduziert werden würde, dann ginge die alleinige Gefahr für die Lurche von den Reifen aus. Doch bedauerlicherweise beachten nur die allerwenigsten die Warnschilder, die die Straße als Krötenwanderweg ausweisen, und reduzieren ihre Geschwindigkeit nicht dementsprechend.

Unmittelbar verworfene Idee

Vielleicht sollte man das rote Warndreieck mit der Kröte drauf zusätzlich mit der Info ergänzen, dass die Intensität des Strömungsdruckes mit steigender Geschwindigkeit  zum Quadrat zunimmt, wobei die meisten Ignoranten mit Physik mit Sicherheit noch weniger anfangen können, als mit dem Bild einer Kröte im roten Dreieck und dem damit zusammenhängenden Artenschutz.

Aas macht auch satt

Der einzig positive Aspekt am tragischen Schicksal des verkehrsbedingten Amphibientods ist die Tatsache, dass die Amphibienüberreste Rabenkrähen und Elstern als Zwischensnack dienen. Auf der Straße hockende Krähen dienen zumeist als ein guter Bioindikator dafür, dass es an dieser Stelle etwas Amphibisches zu holen gibt, was den Straßenverkehr nicht überlebt hat.


Tag 1: alle Jahre wieder…
Tag 2: weiter geht es…
Tag 3: Aufbau letzter Akt…
Tag 4: de Zoch kütt früh…
Tag 5: Gullys entschärfen…
Tag 6: Tödlicher Liebesrausch…
Tag 7: Ende gut, alles gut…
Tag 8: Zaunkontrolle statt TV-Koma…
Tag 9: Laich überall Laich…
Tag 10: Nachkontrolle Gullys…

Ausbeute eines Ploggings im LSG Pluto V in Bickern

Nächste Plogging-Runde im Birkenhain vom Landschaftsschutzgebiet PLUTO V erfolgreich beendet. Das Birkenwäldchen leert sich zunehmend vom oberflächlichen Zivilisationsmüll. Während ich in der Vergangenheit immer per Zufall aktiv geworden war, habe ich mich heute Mal bewusst dazu entschieden. Das Wetter ist ideal zum Fahrradfahren und da ich mir die Plastiktüte vom letzten Mal schon vorsorglich in eine Astgabel geklemmt hatte, konnte ich direkt loslegen. Innerhalb weniger Minuten war die Tüte voll mit Allerlei, was nicht hierher ins LSG PLUTO V gehört. Von PET-Flaschen bis hin zu einer Haar-Färbe-Sprayflasche war mal wieder alles dabei. Noch gibt es genug Müll, das geploggt werden will, von daher ist es nur eine Frage der Zeit, wann die nächste Plogging-Runde im LSG Pluto V in Bickern gestartet wird. Interessenten können sich gerne über das Kontakformular melden, denn gemeinsames Ploggen – natürlich unter Beachtung eines Zwei-Meter-Corona-Sicherheitsabstandes – macht doppelt Spaß.


Kurioses aus der Landschaft – Hinweisschild

Die Gefahr kommt lautlos und von hinten…

Auf einer meiner Laufrunden der letzten Tage begegnete ich einem Hinweisschild, das ich in der Form zuvor noch nicht gesehen hatte. In einigen Artikeln von Laufmagazinen wurde zwar immer mal wieder berichtet, dass Jogger aus dem Hinterhalt von Greifvögeln angegriffen wurden, aber dass diese potentielle Gefahr auch im direkten Erzbahntrassen-Umfeld an der Stadtgrenze zwischen Gelsenkirchen und Wanne Bickern der Fall sein kann, da hätte ich nicht mit gerechnet. Doch das Schild weist unmissverständlich daruf hin, dass brütende Greifvögel ihren Brutbereich in diesem Bereich auch gegen Menschen verteidigen. Glücklicherweise konnte ich eine schmerzhafte Begegnung mit den rabiaten Vogeleltern vermeiden.

ACHTUNG! Brütende Greifvögel. Durchgang auf eigene Gefahr.

In einem Artikel des NABUs habe ich zu diesem Thema gelesen, dass die Laufgeschwindigkeit des Läufers letztendlich die Interpretation der Situation als Bedrohunglage der Vögel triggert. Was bedeuten würde, dass man lieber langsamer laufen sollte, als besonders flott den Bereich zu passieren. Oder man meidet ihn im Zeitraum der Brutaufzucht aus Rücksicht auf die Vögel und ist auf der sicheren Seite. Wenn es dann doch mal passieren sollte, muss man wissen, dass die „Attacken stets auf die höchste Stelle“ des Läufers erfolgten. Weshalb man in dieser Situation mit Hilfe eines Stockes versuchen sollte, den Greifvogel von seinem Kopf abzulenken. Allerdings frage ich mich, wie man auf einen solchen Angriff reagieren kann, wenn er doch von hinten-oben und dazu lautlos erfolgt.


Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 10)

Die letzten beiden Tage am Amphibienschutzzaun in Günnigfeld waren vor allem nass aber interessant zugleich. Dank der idealen Wetterbedingungen für die amphibischen Klienten war deren Aufkommen nicht nur an den Standorten mit Amphibienschutzzäunen hoch. Auch im Eickeler Park werden die Amphibien zahlreich in Richtung des einzigen Feuchtbiotops gewandert sein und auf ihrem Weg hatten sie einige Gully-Hindernisse zu überwinden. Deshalb steht heute die Nachkontrolle der am 21.02.2020 gesicherten Gullys im Eickeler Volksgarten auf dem Programm. Zu diesem Anlass treffen wir uns vor dem Park Restaurant im Eickeler Park um 12.00 Uhr.

Schon wieder Gullys checken?!

Den Großteil der sicherheitsrelevanten Gullys hatten wir vor rund drei Wochen mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln provisorisch gesichert. Fliegengitter und grüne Gitterfolie sind damals behelfsmäßig zum Einsatz gekommen. Aufgrund der begrenzten Menge an hochwertigem Material war es allerdings nicht möglich, die gesamten Gullys optimal zu entschärfen. Nach den „heißen Tagen mit idealfeuchten Bedingungen“, in denen knapp 50-70% des gesamten Amphibienjahresaufkommens an vielen Zaunstandorten erfasst wurden, ist eine Nachkontrolle ungesicherter Bereiche im Herner Stadtgebiet, wie hier im Eickeler Park, unumgänglich. Deshalb gilt unsere heutige Nachkontrolle genau diesen Entwässerungsschächten und im Laufe des Tages sollte sich zeigen, dass diese Maßnahme zwingend erforderlich ist. Neben der Nachkontrolle war außerdem die systematische Erfassung der Gullysituation ein Nebenziel, das es Heute zu erreichen galt.

Einfahrt zu den Besucherparkplätzen

Kein Handlungsbedarf besteht bei den Gullys an der Einfahrtsstraße in den Eickeler Park. Die ersten Gullys rund um das Park Restaurant sind entweder optimal abgesichert oder mit Laub und Dreck dermaßen verstopft, dass sie keine Gefahrenquelle für die gewanderten Amphibien darstellen konnten. Deshalb belassen wir es in diesem Bereich bei einer visuellen Inspektion, indem wir mit der Taschenlampe hineinleuchten und gucken, ob sich etwas Amphibisches darin bewegt. Danach geht es weiter in Richtung Gewässerbiotop. Je näher wir zum Zielort der Wandernden kommen, desto höher ist logischerweise die Anzahl an Amphibien, die diese Stellen auf ihrem Weg zum Zielort Teich passieren mussten. Diese Logik impliziert auch, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, in ungesicherten oder suboptimal gesicherten Gullys hilfebedürftige Amphibien anzutreffen.

Die Einfahrt in den Park, von der Reichsstraße kommend.

Staubig, aber gerettet…

Im ersten Gully, den wir im direkten Bereich des Gewässerbiotops kontrollieren, zeigt sich die Notwendigkeit der heutigen Maßnahme. An dem kleinen Gully unter dem Rhododendronbusch hatte sich das schwarze Kunststoffgitter auf einer Seite des Gullys gelöst, was dazu führte, dass die Streben des Gullydeckels nicht abgedeckt waren. Nachdem der Gully geöffnet war, guckten uns gleich vier Edkröten an, die in den letzten Tagen in den Gullyschacht hingefallen sind und seitdem darin gefangen waren. Manche Gullys, erzählt mir DD, werden auch von Parkbesuchern unwissend wieder freigeräumt, da diese der Meinung sind, dass der Gully mutwillig verstopft wurde, um eine Überschwemmung zu provozieren. Ein Schild, das auf diese Maßnahme zum Schutz der Amphibien hinweist, wäre möglicherweise ein probates Mittel, um diese Missverständnisse zu vermeiden.

Mit der Nähe zum Biotop steigen die Gullyfunde. Hier sind es vier gerettete Erdkröten.

Jackpot – Full house

Direkt im nächsten Gully unmittelbar am Parkteich befindet sich mit zehn Erdkröten und einem Bergmolch die höchste Anzahl von Amphibien an diesem Nachkontrolltag. Die Erdkröten sitzen zusammengekauert an der Schachtwand. Auch an dieser Stelle hatte sich das umfunktionierte Fliegengitter aus nicht ersichtlichen Gründen gelöst. Es zeigt sich aber wiederholt, dass die Hilfskonstruktion aus Fliegengittern nicht die Ideallösung sein kann. Hier muss in Zukunft unbedingt mit dem Ziel nachgebessert werden, eine langfristige und nachhaltige Lösung zu finden.

Zusammengekauert an der Wand eines Entwässerungsschachts im Eickeler Volksgarten.

Gute Tat zum Quadrat

Meine gute Tat des Tages, einem Anderen die Chance gegeben zu haben, etwas Gutes zu tun. Nachdem sich zwei Parkbesucher interessiert die Szenerie angeguckt hatten, wie wir an den Gullys auf dem Wegesystem im Eickeler Park herumhantierten, hatte ich die Beiden spontan in ein Smalltalk verwickelt, denn Aufklärung und Sensibilisierung gehören ja unter anderem auch zu den offiziellen Aufgaben eines Landschaftswächters.

Das Bergmolch Männchen in seiner farbenfrohen Wassertracht (allerdings auf meiner Hand!)

„Wollen Sie etwas für ihr Kama tun und einem Bergmolch die Freiheit schenken? Das haben wir da eben aus den Gullys geholt“. „Ja klar!“, antwortete sie ein wenig überrumpelt. „Wenn möglich nur nicht aus zu großer Höhe fallen lassen. Am besten wäre es, wenn Sie es ans Ufer absetzen“, erwiedere ich, was Sie darauf dann auch tut, nachdem ich ihr den kleinen Molch in die geöffnete Handfläche gelegt hatte.

Zwischendurch Missionierung

Kurz darauf kommt sie dann nochmal zu uns zurück, um sich zu erkundigen, ob wir das regelmäßig machen und an wen sie sich wenden könnte, um selber auch aktiv zu werden. Nachdem die Infos ausgetauscht sind und eindeutig zu spüren war, dass am Thema ein Interesse bestanden hat, habe ich den Beiden noch die Unmengen an Laichballen im Uferbereich gezeigt, die sie, wie sie sagten, bis dahin noch überhaupt nicht bemerkt hatten.

Fazit: Bürger für den Artenschutz begeistert, mit Parkbesuchern ins Gespräch gekommen, für das Thema sensibilisiert und bei ihnen für einen Aha-Effekt gesorgt – im Sinne Pestalozzis – ganzheitliches Lernen mit Herz, Hand und Verstand. Lernen mit allen Sinnen lässt sich doch eigentlich leicht umsetzen.


Seitenstraße am Altenheim – Zur-Nieden-Straße

Hier gab es ja vor drei Wochen die Unstimmigkeiten mit einer Anwohnerin, die uns untersagt hatte, die Gullys zu vergittern, da dies im letzten Jahr im Straßenbereich nach ihrer Aussage zu Überschwemmungen geführt haben soll. Doch die Gullys an dieser Stelle waren sowieso mit Laub und Dreck übervoll, sodass ohne eingreifen zu müssen, die Möglichkeit gegeben war, dass hineingefallene Amphibien eigenständig herausklettern hätten können.

Sackgasse an der Zur-Nieden-Straße. Die Gullys sind zwar voll, aber Kontrolle ist besser.

Bei den Gullys im vorderen Bereich der Seitenstraßen war uns vor drei Wochen unser Material ausgegangen, sodass sie ungesichert bleiben mussten. Was im Bereich dieser Seitenstraße besonders kritisch ist, denn für wandernde Amphibien besteht eine doppelte Gefährdung, die sich aus den Gullys mit weiten Streben und der hohen Bordsteinkante ergibt. Zudem liegt zwischen dem Ende der Straße und dem Teich im Park lediglich ein Gebüsch und die Entfernung beträgt keine 10 Meter Luftlinie.

Fehlpaarung Grasfrosch mit Kröte

Waren die ersten Gullys noch amphibienlos, verharrte in einem der Nächsten gleich eine ganze Gruppe von Amphibien. Am Boden des Schlitzeimers saß ein Lurch neben dem anderen. Neben den drei Krötendoppeldeckern war auch eine Fehlpaarung dabei. Als Fehlpaarungen bezeichnet man die Paarungsumklammerung zwischen unterschiedlichen Arten. In unserem Fall handelte es sich um ein Erdkrötenmännchen, das ein Grasfroschweibchen umklammerte. Wobei das Erdkrötenmännchen das Froschweibchen mit seinen Hornschwielen der Fingerinnenseiten dermaßen heftig umklammerte, dass sich nach dem Lösen des ungleichen Paars an den Ansätzen der Vorderbeine des Froschweibchens blutunterlaufene Stellen gebildet hatten.

Tragödie unter der Straße. Gleich eine ganze Gruppe kauert am Boden des Schiltzeimers

Die saisonalen Paarungsschwielen die nicht nur bei männlichen Kröten sondern auch bei anderen Froschlurchen zu beobachtet sind, ermöglichen den festen Griff bei der Paarungsumklammerung (Amplexus). Was beim Konkurrenzkampf zur Verteidigung der Pole Position auf dem Weibchen erhebliche Vorteile mit sich bringt, unsere Intervention aber verkompliziert.

Das ungleiche Erdkröten-Grasfrosch-Paar.

So wie beim Todesrad, dass wir am Tag 6 (28.02.2020) im Teich im Landschaftspark Pluto V in Bickern an der Berliner Straße entdeckt hatten, sollte auch im Fall der Fehlbildung „dazwischen gegangen“ werden, da die Paarung von Frosch mit Kröte keinen evolutionären Mehrwert hat und die Chance auf befruchteten Laich ansonsten verloren ist. Doch das Männchen wehrt sich mit all seinen Kräften und es dauert eine Weile bis die Umklammerung mit viel Fingerspitzengefühl gelöst werden kann.

Der perfekte Griff zum Halten von Froschlurchen

Amphibienschutz ist Schwerstarbeit

* Ergänzung für Frau K.: An dieser Stelle sei ausdrücklich auf die Gefahr hingewiesen, die mit einer solchen Aktion verbunden ist. In einen Entwässerungsschacht kopfüber hineinzuklettern, um etwas herauszuholen, sei es ein Schlüssel, ein Handy oder ein Lebewesen ist lebensgefährlich und sollte nur im äußersten Notfall getan werden. Und auch nur dann, wenn mindestens 2 Personen vor Ort sind, sodass eine dieser Personen in einem Notfall Hilfe holen kann. Sollte es im Umfeld des Schachtes massiv nach faulen Eiern riechen, besteht die Gefahr einer Schwefelwasserstoffvergiftung und die Aktion muss unbedingt abgebrochen werden. Besser wäre es natürlich die Profis von der Feuerwehr zu rufen. Auch wenn die oftmals Wichtigeres zu tun hat und euch die Aktion im Anschluss wohlmöglich in Rechnung stellen wird.

Im Gully Nummer 3 auf der Zur-Nieden-Straße war die Situation ein wenig verzwickter. Der Schlitzeimer in  dem Gullyschacht war dermaßen mit Laub und Dreck gefüllt, dass das Krötenweibchen, welches hineingefallen war, über die oberen Schlitze, die konstruktionsbedingt größer sind als die seitlichen Schlitze, in den offenen Kanalisationsschacht gelangt war.

* Riskante Rettungsaktion. Nicht nachmachen! Es besteht Lebensgefahr!

Bei einer Schachttiefe von über einem Meter und einem Schachtdurchmesser von 40 Zentimetern war zur Rettung voller Körpereinsatz gefragt. Jedes Leben zählt. Ohne groß nachzudenken zieht sich DD die Jacke aus und klettert selbstlos kopfüber in den Entwässerungsschacht und schafft es schließlich die Krötendame zu bergen. Vor lauter Schrecken dankt die Gerettete es uns mit dem Absondern einer Ladung Urin. Möglicherweise ein Abwehrmechanismus um potentielle Fressfeinde mit einem giftigen Sekret in die Flucht zu schlagen. So sind im Giftcocktail der Erdkröten unter anderem Bufotoxine enthalten, von denen einige Vertreter dem Gift des Fingerhuts (Digitalis) sehr ähnlich sind.

Die Krötenurinlache hat in etwa die Größe einer 2-Euro-Münze.

Inwieweit die ölig-schimmernden Bereiche auf der Flüssigkeitsoberfläche unlösliche Bestandteile des Krötensekrets sind oder irgendwelche Verunreinigungen vom Straßenverkehr kann ich nicht beurteilen. Die Flüssigkeitsmenge auf dem Bild entspricht in etwa der Größe eines 2€-Stücks.

Gullys an der Reichsstraße

Nachdem alle Gullys an der Zur-Nieden-Straße gecheckt waren, ging es ein paar Hundert Meter rüber zur Reichsstraße. Auch hier befinden sich einige Gullys, die in Kombination mit einem viel zu hohen Bordstein für Amphibien besonders gefährlich sind. Wobei die Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde ganz im Sinne des Amphibienschutzes ist. Trotz der Gegebenheiten mit erhöhtem Gefährdungspotential bleiben die Kontrollen der Gullys entlang der Reichsstraße ergebnislos. Es befinden sich glücklicherweise weder in den Fangkörben noch in den Schächten Amphibien. Auch totgefahren Amphibien sind auf dem ersten Blick nicht zu sehen.

Die Kreuzung Emdund-Weber und Reichsstrasse, der Eickeler Park befindet sich links.

Kellerschächt der Grundschule am Eickeler Park

Die drei Schächte vor der Grundschule am Eickeler Park hatten wir bei unserem Gully-Check vor drei Wochen nicht weiter gesichert. An der Situation in den Schächten hat sich seit dem nichts geändert, sie sind weiterhin voll mit Herbstlaub. Entweder hat der Hausmeister hier an der Schule verdammt viel zu tun, oder er kommt seinen Pflichten nur schleppend nach.

Amphibien mögens feucht

DD stochert mit seiner mitgebrachten Stange im Laub herum und sucht dabei nach Amphibien. Besondere Aufmerksamkeit ist in den feuchten Bereichen gefordert, da Lurche sind hygrophile Lebewesen (Feuchtlufttiere) sind. Als Feuchtlufttiere bezeichnet man Tiere, die nur bei hoher Luftfeuchtigkeit existieren können. Hierzu gehören neben Amphibien auch Schnecken und viele Bodenorganismen. Da sie keinen Schutz vor Verdunstung haben, sind sie auf eine hohe Feuchtigkeit der Umgebungsluft angewiesen. Es dauert nicht lange und DD wird fündig. Genauso wie er erzählt hatte, sitzt ein Doppeldecker eingebuddelt im feuchten Bereich des Laubs. In den beiden anderen Schächten, die nicht unmittelbar am Abflussrohr liegen, befindet sich ausschließlich trockenes Laub, weshalb er die Suche nach einmaligem Durchstöbern zeitnah abbricht, da nicht davon auszugehen ist, dass sich potentiell hingefallene Amphibien eingebuddelt haben.

Ein Erdkrötenpaar aus dem Herbstlaub der Kellerschächte der Grundschule befreit.

Nachkontrolle letzter Akt

Und dann ist es fast geschafft. Nach rund 2,5 Stunden hatte ich auch so langsam irgendwie kein Bock mehr, irgendwelche Entwässerungsschächte zu kontrollieren. Deshalb war ich mehr als froh, als wir zum letzten Standort des Tages gekommen waren. Zu guter Letzt wurden einige Gullys inspiziert, die wir beim ersten Mal vor drei Wochen noch gar nicht kontrolliert hatten. Sie befinden sich direkt vor dem Evangelischen Friedhof Wanne-Süd und sind vom Biotop relativ weit entfernt. DD meint, dass die Molche, die er hier in den Jahren zuvor gefunden haben will, wohlmöglich aus einem Vorgarten mit Teich kommen könnten. Denkbar wäre es auch, dass einige der Amphibien ihr Winterquartier auch im angrenzenden Friedhof haben. Glücklicherweise finden wir in den Gullys in diesem Bereich nichts Amphibisches, womit die heutige Gully-Odyssee endet.


Fazit.

In den letzten drei Wochen nach unseren provisorischen Sicherungsmaßnahmen und vor allem trotz dieser Maßnahmen haben sich heute sage und schreibe 31 Erdkröten, 1 Grasfrosch und 1 Bergmolch in den Entwässerungsschächten rund um das Feuchtbiotop im Eickeler Park befunden. Mit den 4 Erdkröten und dem einen Teichmolch, die bei der Erstkontrolle vor drei Wochen gerettet wurden, haben wir in diesem Amphibienjahr 35 Erdkröten, 1 Grasfrosch, 1 Teichmolch und 1 Bergmolch im Eickeler Volksgarten vor einem qualvollen Gully-Tod bewahren können.

Da die Saison noch lange nicht vorbei ist, müssen wir in diesem Frühjahr mindestens noch ein weiteres Mal zum Gully-Check in den Eickeler Park ausrücken. Einerseits war der heutige Tag ein voller Erfolg, andrerseits hat er aber auch die prekäre Situation für Amphibien an diesem Standort offenbart. Im der städtischen Parkanlage bedarf es unbedingt alsbald einiger Anpassungen der Parkinfrastruktur, die nur in Absprache mit Stadt und NABU realisiert werden können.

Wie und ob in nächster Zeit gehandelt wird, nachdem die Probleme mitgeteilt wurden, wie die Reaktion von Stadt und NABU auf die Problemlage ausfällt, wird sich zeigen. Sobald mir neue Informationen vorliegen, werde ich davon berichten. Allerdings kann das noch ein Weilchen dauern, da wir unsere Forderungen erst nach der diesjährigen Schutzaktion in konzentrierter Form vortragen wollen.


Wildwachsender Bärlauch im westlichen Ruhrgebiet

Auf einer meiner Laufrunden der letzten Tage habe ich urplötzlich einen intensiven Knoblauchgeruch wahrgenommen. Erst konnte ich nicht zuordnen, woher dieser Geruch gekommen ist und auch eine Erklärung für die Sinneswahrnehmung fehlte mir. Bei näherem Hingucken offenbarte sich mir die Quelle des Geruchs dann doch. Am Wegesrand befand sich eine kleine Fläche mit frischen Bärlauchpflanzen. Die Fläche war zwar nicht mit den Dimensionen zu vergleichen, wie sie im Wald vielerorts anzutreffen ist, aber für den urbanen Teil NRWs war sie trotzdem beachtlich. Darüber hinaus liegt sie fast vor der eigenen Haustür.

Nachdem ich mich durch Geruchsprobe vergewissert hatte, dass ich keinem giftigen Doppelgänger auf dem Leim gegangen war, hatte ich mir kurzerhand ein paar Blätter mit den Fingernägeln abgezwickt und für zu Hause in den Laufrucksack gepackt. In Kombination mit Quark könnte Bärlauch als Brotaufstrich durchaus eine geschmackliche Alternative zu Quark mit Schnittlauch werden, den ich vor einiger Zeit schon wildwachsend entdeckt hatte.


Heureka! Die Baum-Teich-Undichtigkeits-Relation

Ende Februar kontaktierte mich X. via Email zwecks Erfahrungsaustauschs. Er engagiert sich schon seit langer Zeit als Landschaftswächter. Sein Spezialgebiet ist die Flora und Fauna auf Mikrobasis, weshalb er am hiesigen Feuchtbiotop im LSG Pluto V regelmäßig Gewässerproben nimmt, bei denen im Labor unter anderem die Konzentrationen von Protozoen (Urtierchen), Daphnia (Wasserflöhe) oder Saprobien (Fäulnisbewohner) ermittelt werden. Über diese Bioindikatoren lassen sich Aussagen zum Zustand eines Gewässers treffen.

Von den meisten der Begrifflichkeiten hatte ich zugegebenermaßen zuvor noch nicht einmal etwas gehört. Besonders spannend war für mich aber die Tatsache, dass man anhand der Daten ohne Kenntnis unserer Amphibienstatistiken, die Hypothese aufstellen konnte, dass vom Sommer 2015 zum Sommer 2016 die Zahlen massiv zurückgegangen sein müssen, was sich nach Abgleich mit unseren Aufzeichnungen bestätigen ließ.

Probleme am Teich im LSG PLTUO V

Die Kommunikation mit X. ergab außerdem, dass es in den letzten Jahren im und am Teich einige Probleme gegeben hat. Neben seiner Tätigkeit als Landschaftswächter ist er gleichzeitig Teichpate des Gewässers im LSG Pluto V, zu dem wir unsere Amphibien vom Schutzzaun bringen. Neben des Monitorings der Wasserqualität, die durch die Bestimmung der Konzentration an Kleinstlebewesen ermittelt wird, kümmert er sich auch um die Teichpflege. Im Rahmen dieser Teichpflege, die vor allem aus dem Grund erfolgt, den Sauerstoffverbrauch im Teich zu reduzieren, ist für Ende April ein Teilrückschnitt des Schilfs geplant gewesen.

Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm

Auf meine Nachfrage hin, warum man den Termin nicht in die Trockenzeit Anfang Juni verschiebt und die Pflanzen dann samt Wurzeln entfernt, statt sie bei hohem Wasserstand zurückzuschneiden, erklärt er mir, dass dies nicht so einfach möglich sei, da durch das Rausreißen der Wurzeln die sensible Sperrschicht, die aus einer dünnen Lage Lehm besteht, weiter zerstört werden könnte. Zudem ist die Sperrschicht bei Trockenheit rissig und besonders anfällig, weshalb ein Hantieren mit Spaten unbedingt zu vermeiden ist.

Vermutung: Undichte Sperrschicht

Eine Undichtigkeit des Teichs vermutet er unabhängig von der Schilfteilbeseitigung sowieso. Diese Vermutung begründet er mit der Beobachtung, dass die Bereiche auf der hangabwärts gelegenen Teichseite regelmäßig unter Wasser stehen, was daran liegen kann, dass der Wasserdruck aufgrund der topografischen Gegebenheit des Geländes in diese Richtung drückt. Dieser Defekt könnt nach dieser Theorie neben dem aktuellen Klima eine weitere Ursache für das relativ frühe Austrockenen des Teichs im Jahresverlauf der letzten drei Jahre sein.

Der Baum im Uferberich des Feuchtbiotops an der Berliner Straße im LSG Pluto V.

Heureka!

Bei einer Ortsbegehung in den letzten Tagen bemerkte ich dann, dass sich im direkten Uferbereich seit einigen Jahren ein Baum befindet, was natürlich nur vor dem Hintergrund unserer Konversation relevant ist, weil Bäume gibt es einige im LSG Pluto V. Zudem war der Baum dort schon seit 4-5 Jahren, ist in den letzten Jahren aber ordentlich gewachsen. Und da bei Baumarten grundsätzlich zwischen Flach- und Tiefwurzler unterschieden wird, rückte er in den Fokus meiner Wahrnehmung.

Da ich die Baumart nicht eindeutig bestimmen kann, ist es aktuell nicht möglich zu sagen, ob es sich tatsächlich um einen Tiefwurzler handelt. Sollte das aber der Fall sein, könnte das Wurzelwachstum eine potentielle Erklärung für seine Undichtigkeits-These darstellen, da die Wurzeln die Sperrschicht perforiert haben könnten.

Lösung aller Probleme?!

Inwieweit der Baum zukünftig entfernt werden muss, falls es sich tatsächlich um einen Tiefwurzler handelt oder ob die Hypothese des leckenden Teichs grundlegend falsch war, wird sich zeigen. Ich werde auf jeden Fall an dem Thema dranbleiben, wäre doch genial, wenn man den Baum entfernen und die Sperrschicht mit Lehm wieder schließen könnte, dann wären auch keine Evakuierungsmaßnahmen mehr erforderlich. Naja, schauen wir mal. Sobald sich Neuigkeiten ergeben sollten, werde ich davon berichten.


Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 9)

Tag 1: alle Jahre wieder…
Tag 2: weiter geht es…
Tag 3: Aufbau letzter Akt…
Tag 4: de Zoch kütt früh…
Tag 5: Gullys entschärfen…
Tag 6: Tödlicher Liebesrausch…
Tag 7: Ende gut, alles gut…
Tag 8: Zaunkontrolle statt TV-Koma…
Tag 9: Laich überall Laich…
Tag 10: Nachkontrolle Gullys…

Tag 9: Samstag 14.03.2020 – Laich überall Laich…

Nach den regenreichen Tagen der vergangenen zwei Wochen und dem damit einhergehenden erhöhten Amphibienaufkommen, sind viele Gewässer im Stadtgebiet aktuell voll mit Laich. Vor allem der über große Flächen verteilte Laich der Grasfrösche, der von den Weibchen als Ballen abgelaicht wurde, ist an der Wasseroberfläche an vielen Stellen flächendeckend zu erkennen. Der Amphibienlaich hat eine gallertartige Konsistenz, vergleichbar der Konsistenz von Wackelpudding oder einer Qualle. Bei näherer Inspektion lässt sich erkennen, dass die meisten Eier einen schwarzen Kern haben, einige aber auch kernlos sind. Die schwarzen Punkte sind die Larven, bei den kernlosen Eiern handelt es sich um unbefruchtete Eier.

Mehrere Laichballen des Grasfrosches schwimmen gallertartig an der Wasseroberfläche.

Durch den Kontakt mit Wasser quellen die Eier nach dem Ablaichen auf und erreichen ihr Endvolumen, wobei die aufquellende Gallerthülle den kiemenatmenden Larven in der Anfangsphase ihrer Entwicklung als isolierte Kinderstube dient. Bei den Grasfröschen besteht ein Laichballen aus 700 bis 3000 Eiern. Die Anzahl der Laichballen im Teich indiziert indirekt die Anzahl an Grasfroschpärchen in diesem Teich, da jedes Weibchen nur einen Laichballen pro Saison ablaicht. Die langen Laichschnüre der Erdkröten, die in der Regel zwischen den Stängeln der Wasserpflanzen gespannt sind, lassen sich aufgrund des aktuell hohen Wasserstandes dahingegen nur nach intensiver Suche erahnen.

Der Grasfroschlaich ragt teilweise sogar aus dem Wasser heraus.

Im Gegensatz zu den Erdkröten, die ihre Eier unterhalb der Wasseroberfläche befestigt, legt der Grasfrosch seine Eier bevorzugt in flache Bereiche eines Gewässers, da sich diese stärker erwärmen und die Entwicklungsgeschwindigkeit von der Wassertemperatur beeinflusst wird. Allerdings birgt diese Taktik auch Gefahren, nimmt der Wasserspiegel ab, liegt der Laich im Trockenen und stirbt ab. Und genau dies war an einer Stelle am Teich des Eickeler Parks passiert. In den letzten zwei Wochen gab es Tage mit einem Niederschlagvolumen von über 30 Litern pro Quadratmeter, die den Wasserstand im Teich über den Normalfüllstand hinaus anwachsen ließen. Nachdem sich die Regenmengen in den letzten Tagen wieder normalisiert haben, hat der Wasserstand auch aufgrund des anziehenden Vegetationsschubs deutlich abgenommen, was dazu geführt hatte, dass ein kleiner Teil des Laichs trocken lag.

Grasfroschlaich aus der Nähe – die deutlich zu sehen die schwarzen Larven.

Man kann sicherlich verschiedener Meinung sein, inwieweit es bei der Masse an Abertausenden von Laicheiern zwingend erforderlich ist, dass auch geringe Mengen von Laich gerettet werden müssen, indem sie zurück ins Wasser geworfen werden, falls diese im Trockenen liegen. Wenn ich ehrlich bin, dann nehme ich diesen Umstand als evolutionsgewolltes und naturgegebenes Schicksal hin. Denn genau aus diesem Grund produzieren Amphibien übermäßig viel Laich, weil sowieso nicht jedes Ei befruchtet wird und sich auch nicht jedes befruchtete Ei zu einer Kaulquappe weiterbildet. Das ist eben die evolutionäre Strategie der Amphibien im Gegensatz zu die der Säugetiere. Hier zählt Masse statt Klasse.

Didi schaufelt mit den Händen Grasfroschlaich vom trockenen Uferrand ins tiefere Wasser.

Didi sieht das Ganze natürlich etwas anders. Was Kröten betrifft, kennt er keine Kompromisse. Didi ist Kategorie Hardcore Amphibienschützer. Während ich eher rational-sachlich an die Sache herangehe und Lösungen mit langfristiger Wirkung versuche zu finden, betreibt Didi den Amphibienschutz fast schon zwanghaft-spleenig. Und das zeigt sich auch an dieser Situation mehr als deutlich. Während ich den Laich eher Widerwillens mit dem Fuß zurück ins Wasser schiebe und mit dem Resultat mehr als zufrieden bin. Guckt sich Didi kurz darauf die Situation nochmal an, zieht sich die Handschuhe aus und befördert nahezu jedes einzelne Amphibienei akribisch in den Teichbereich mit tieferem Wasser.

Mir ist natürlich auch bewusst, dass die Austrocknungsgefahr nicht die alleinige Gefahrenquelle darstellt, die der Laich auf seiner langen und beschwerlichen Metamorphose bis zum Frosch zu überstehen hat, aber die Amphibien haben es seit mehreren Millionen Jahren genau Dank dieser Strategie geschafft, um zu überleben, dann werden sie es auch trotz des Verlustes von einer Handvoll Laich schaffen. Und sollte es doch eng werden, ist Didi in der Not ja auch noch zur Stelle. Zum Thema Gefahren im und am Teich für Amphibien, wird es demnächst noch einen eigenen Beitrag geben, allerdings befindet sich dieser noch in der Bearbeitung…


Tag 1: alle Jahre wieder…
Tag 2: weiter geht es…
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Tag 9: Laich überall Laich…
Tag 10: Nachkontrolle Gullys…

Fast toter Karpfen im Dorneburger Parkteich

Bei der Ortsbegehung des Dorneburger Parks ist mir im Uferbereich ein fast toter Karpfen aufgefallen. Fast tod war er, weil er zwischendurch trotz seiner Seitenlagen und seines extremen Pilzbefalls immer mal wieder versuchte abzutauchen. Ich habe den Fund an die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Herne weitergeleitet. Inwiewiet gehandelt werden muss, kann ich nicht beurteilen. Ob eine Ansteckungsgefahr auch für die weiteren Fische im Teich besteht, kann ich auch nicht sagen. Corona wird es aber wohl eher nicht sein.

(Fast) Toter Karpfen im Parkteich im Dorneburger Park in Wanne-Eickel.

Der erfolglose Versuch abzutauchen und die atypische Seitenlage sprechen für mich dafür, dass irgendetwas mit der Schwimmblase nicht in Ordnung sein wird. Als mögliche Ursache kommt für mich als Laien eigentlich jeglicher Krankheitserreger in Betracht. Vom Pilzbefall, über Parasiten, Viren oder Bakterien ist alles denkbar. Das Energiemangelsyndrom (EMS) als klassische Frühjahrskrankheit hört sich vielversprechend an oder ist es doch eine Schwimmblasenentzündung?


Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 8)

Tag 8: Dienstag 10.03.2020 – Zaunkontrolle statt TV-Koma…

Das für gestern Abend (10.03.2020) prognostizierte Wetter hatte Didi und mich aufhorchen lassen. Vorausgesagt waren für den Abend Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt und dazu ein leichter Nieselregen, was so ziemlich genau den Idealbedingungen für ein hohes Amphibienaufkommen am Schutzzaun entsprechen würde. Und da in der Glotze sowieso nichts Sehenswertes zu erwarten war, stand schnell fest, dass es raus zum Zaun geht. Allerdings ging es nicht zum Schutzzaun an die Berliner Straße sondern zum Zaun an der Hordeler Heide in Bochum Günnigfeld. In Günnigfeld ist das zahlenmäßige Amphibienaufkommen in etwa um den Faktor 10 höher, als es an der Berliner Straße der Fall ist. Zudem kann der Bereich unterhalb der Tassenbrücken mit dem aufgebauten Zaun nicht optimal gesichert werden, weshalb es nach Didis Meinung erforderlicher war, den dortigen Straßenbereich zu sichern. Also hatten wir uns um 19.00 Uhr dort verabredet.

Auch und vor allem Regen müssen die Fangeimer kontrolliert werden.

Des einen Freud, des anderen Leid

Als ich den ersten Fuß vor die Tür gesetzt hatte, war zugegebenermaßen etwas Überwindung gefordert, um mich trotz Regens auch aufs Rad zu schwingen und loszufahren. Das Wetter entsprach zu 100% den vorherigen Vorhersagen. Keine 10 Minuten später stand ich am Trassenaufgang in Günnigfeld und es konnte losgehen. Während Didi die angrenzenden kleineren Straßen mit seinem Fahrrad abfuhr und die Amphibien von der Straße aufsammelte, lief ich mit der Taschenlampe in der Hand und der Stirnlampe auf dem Kopf den Zaun ab und achtete dabei zudem darauf, dass kein Lurch auf der recht starkbefahrenen Hordeler Heide unterwegs war. Unsere Erwartungen an das Amphibienaufkommen sollten sich im Laufe des Abends erfüllen. Für brauchbare Fotos war wenig Zeit und zudem war es durchgehend am Nieseln, obendrein auch einfach zu dunkel.

Grasfrösche, Erdkröten und Teichmolche wandern in Richtung Laichgewässer.

Zählbares

Am Ende des Kontrollabends hatten wir insgesamt  27 Erdkröten, 12 Grasfrösche, 6 Bergmolche und 5 Teichmolche zusammengesammelt. Und als die Rushhour überstanden war, kam ich doch noch überraschend zu einem Foto, als eine kleine Maus zu Besuch an den Zaun kam. Unerwartet war die Situation vor allem, weil sie seelenruhig im Licht meiner Lampe sitzen blieb und sich irgendeine Larve wegknabberte, aber überhaupt keinen Grund sah, sich panisch aus dem Staub zu machen.

Unerwarteter Besuch am Amphibienschutzzaun.

Erkenntnis des Tages

Grasfrösche sind wesentlich agiler und flinker als es Erdkröten sind. Während Erdkröten ihr Schicksal der temporären Gefangenschaft unmittelbar annehmen, versuchen Grasfrösche alles, um irgendwie doch noch zu entwischen. Und Grasfrösche können bei Regen ganz schön flutschig sein, wenn man nur eine Hand zum Fangen frei hat und sie nicht beim ersten Griff sicher festhält.


Tag 1: alle Jahre wieder…
Tag 2: weiter geht es…
Tag 3: Aufbau letzter Akt…
Tag 4: de Zoch kütt früh…
Tag 5: Gullys entschärfen…
Tag 6: Tödlicher Liebesrausch…
Tag 7: Ende gut, alles gut…
Tag 8: Zaunkontrolle statt TV-Koma…
Tag 9: Laich überall Laich…
Tag 10: Nachkontrolle Gullys…

Lichtverschmutzung und Energieverschwendung beendet

Schon am 22.02.2020 war mir aufgefallen, dass die Außenbeleuchtung des Stauwehrs im LSG Röhlinghausen Tag und Nacht angeschaltet war. Die Weiterleitung an die städtische Umweltbehörde blieb erfolglos. Man teilte mir lediglich mit, dass kein Ansprechpartner kontaktiert werden konnte. Nach einer weiteren Woche Dauerleuchtens habe ich dann am 05.03.2020 die Emschergenossenschaften direkt per Email kontaktiert. Hierfür gibt es online die Möglichkeit eine Beschwerde mitzuteilen. Die Dame vom Beschwerdemanagement hatte sich unmittelbar auf meine Beschwerde zurückgemeldet und per Antwortmail mitgeteilt, dass man sich „kurzfristig darum kümmern würde.“

Mitteilung des Beschwerdemanagements der EGLV (05.03.2020).

Heute (10.03.2020) fünf Tage später ist dann endlich etwas passiert, das Licht ist aus. Inwieweit die Lampe aber tatsächlich ausgeschaltet wurde oder ob einfach nur die Birne durchgebrannt ist, kann ich nicht nicht sagen. Fakt ist, dass die über Wochen anhaltende Lichtverschmutzung und Energieverschwendung im LSG Röhlinghausen endlich ein Ende gefunden hat.

Kurioses aus der Landschaft – blutender Fluss in Wanne-Eickel

Seltenes Naturschauspiel am Hüller Bach?

Vor einem Monat erst berichteten verschiedene Medien vom sich rotfärbenden Schnee in der Arktis. Auch in Seen rund um die Welt – im Allgäu, den Schweizer Alpen oder in Bolivien – konnte dieses farbenfrohe Naturschauspiel in der Vergangenheit schon beobachtet werden – und jetzt auch in Röhlinghausen Mitten im Ruhrgebiet?!


In der Regel sind die Gründe für dieses Farbspektakel natürlichen Ursprungs. Entweder wird die Rotfärbung durch eine Schwemme roter Algen, durch eingeleitete Farbstoffe oder eine Kombination aus Beidem verursacht. Die negativen Auswirkungen für die Umwelt sind überschaubar. Im Fall des rotgefärbten Schnees in der Arktis führt der Effekt zwar zu einer beschleunigten Schneeschmelze, weil die Farbe Rot im Vergleich zur weißen Farbe des sauberen Schnees weniger reflektierend wirkt. Der rote Schnee im Umkehrschluss einen größeren Teil des Lichtspektrums absorbiert und sich somit schneller aufheizt. Da sich dieses Phänomen aber auf eine relativ kleine Fläche begrenzt, sind die Negativwirkungen nicht von großer Relevanz.


Algenschwemme oder Farbstoff?

Eine Schwemme von roten Algen ist als Grund für die Rotfärbung des Hüller Bachs auszuschließen. Denn der Hüller Bach ist mit etwa 8,5 Kilometern der längste Nebenfluss der Emscher und durchfließt die Ruhrgebietsstädte Gelsenkirchen, Bochum und Herne. Im Gegensatz zu den Seen ist der Hüller Bach kein Stillgewässer, weshalb Algen nicht ursächlich sein sollten. Hier in der Nähe vom Mittelpunkt des Ruhrgebiets ist der Grund für die Rotfärbung wesentlich profaner.

Ein eisenhaltiger Proteinkomplex: Hämoglobin

Die zeitweise Rotfärbung des Hüller Bachs wird durch einen farbigen Stoff verursacht, der über das Abwasser in das Fließgewässer gelangt. Bei dem Farbstoff, der den Hüller Bach an manchen Tagen rötlich-braun färbt, handelt es sich um Hämoglobin. Der eisenhaltige Proteinkomplex ist nicht nur wesentlicher Bestandteil des Blutes und für den Transport des Sauerstoffs zuständig, sondern auch für die rote Farbe verantwortlich. Bei dem eingeleiteten Blut handelt es sich natürlich nicht um menschliches Blut, sondern um Tierblut, das von einem Schachthof offiziell und legal in den Bach eingeleitet wird.

Wie kann das legal sein?!

Dass dieser Vorgang offiziell und legal ist, hängt mit dem Kuriosum zusammen, dass der Hüller Bach noch immer als oberirdisch verlaufende Kloake genutzt wird. Der Hüller Bach dient als offener Abwasserkanal, durch den nicht nur Regen- und Oberflächenwasser, sondern auch ungeklärtes Schwarzwasser sowohl aus Haushalten als auch von Unternehmen hindurchfließt. Und zu den Unternehmen, die ihr Abwasser in den Hüller Bach einleiten, gehört eben auch ein Schlachthof in Bochum.


Keine Gefahren für Mensch und Umwelt

Die eingeleiteten Blutabfälle sind aus ökologischer Perspektive unbedenklich, da sich Tierblut genauso wie menschliches Blut lediglich aus Proteinen, Salzen und niedermolekularen Stoffen zusammensetzt. Und wenn man bedenkt, dass neben dem Tierblut aus dem Schlachthof auch fäkalienbelastetes Abwasser aus den angrenzenden Haushalten ungeklärt in den Bach landen, dann ist die Gefahr, die von dem Tierblut ausgeht überschaubar. In Abhängigkeit von der Wetterlage und der damit zusammenhängenden Menge an Regen- und Oberflächenwasser kann es je nach eingeleiteten Abfällen zu Geruchsbelästigungen im direkten Umfeld kommen.

Relikt aus dem Mittelalter

Der Umstand, dass im Jahre 2020 Mitten in Deutschland überhaupt noch ein natürlicher Bach als offener Abwasserkanal genutzt wird, ist mehr als unverständlich. Solche präzivilisatorischen Zustände bringt man vielleicht mit unterentwickelten Ländern der Dritten Welt in Verbindung, aber sicherlich nicht mit einer Gegend im Westen der Bundesrepublik Deutschland.

Renaturierung der Emscher schreitet voran

Aber ein Ende dieses Umweltfrevels ist zum Glück in Sicht. Denn im Zuge der fortschreitenden Maßnahmen zur Renaturierung der Emscher wird der Hüller Bach zukünftig durch einen unterirdisch verlaufenden Abwasserkanal vom Schwarzwasser befreit sein. Schon Ende 2021 soll der Hüller Bach auf der gesamten Länge von 8 km frei von Abwässern sein. Beim letzten Bauabschnitt im Rahmen des ökologischen Umbaus der Emscher ist ab 2022 dann die eigentliche Renaturierung des Nebenflusses geplant, bei der unter anderem das künstliche Flussbett aus Beton entfernt werden soll.


Ausbeute eines spontan-Ploggings im LSG Pluto V

Auf zur nächsten Runde „Spontan-Plogging“ im Bereich des Birkenhains im LSG Pluto V. Auslöser war mal wieder eine herumliegende Platiktüte gewesen. Innerhalb kürzester Zeit ist die Tüte mit Allerlei gefüllt, das definitiv nicht in die Natur gehört, aber augenscheinlich schon seit längerer Zeit hier rumliegt. Denn einige der PET-Flaschen kann ich weder einer Marke noch dem vorherigen Inhalt zuordnen, was gleichbedeutend damit ist, dass sie schon lange dort gelegen haben werden.

Noch ein paar Plogging-Runden mehr und der Birkenhain ist zumindest oberflächlich betrachtet befreit von achtlos weggeschmissenem Verpackungsmüll. Was tief unten im Erdreich aufgrund der früheren Nutzung als Schlacke-Halde schlummert, läßt sich nur erahnen. Von Vorteil für die spontanen Aktionen ist auch die Tatsache, dass es im Landschaftspark Pluto V an jeder Sitzbank einen Mülleimer gibt und die Mülleimer auch regelmäßig geleert werden. Ich muss mir keine Gedanken machen, wo ich den aufgesammelten Müll entsorge. Deshalb muss ich ihn auch nicht weit durch die Gegend schleppen, da es im direkten Umfeld eine Vielzahl an potentiellen Mülleimern gibt.

Angespannte Mülleimer-Situation

Die Mülleimer-Situation im LSG Pluto V kann als vorbildlich bewertet werden. Es gibt in meinem Revier aber auch andere Bereiche, in denen die Mülleimerdicht zu gering ist.

  • Berghalde Röhlinghausen – Bank ohne Mülleimer
  • Erzbahntrasse 1 von 5 Sitzgelegneheiten mit Mülleimer
  • EG-Bereich in Röhlinghausen komplett ohne Mülleimer
  • Mülleimer Situation im NSG Berghalde (in der Ecke), meistens übervoll

Vielleicht sollte ich diese Problemlage mal an die Untere Umweltbehörde weiterleiten. Möglicherweise könnte das Grünflächenamt Abhilfe schaffen, indem die Mülleimerdichte überdacht und erhöht wird.


Wilde Müllkippe 2020-3

Der Gartenschutt liegt unmittelbar in der Nähe am Trassenaufgang zu Holger’s Büdchen auf der Erzbahntrasse. Der Müll befindet sich somit nicht auf Herner Stadtgebiet sondern auf Gelsenkirchener Stadtgebiet. Auf Grund der Verantwortlichkeit erfolgt die Meldung erstmals via der App GE-meldet der Stadt Gelsenkirchen, was aber vergleichbar problemlos funktioniert, wie das Melden einer illegalen Müllkippe über das Online-Portal der Stadt Herne.

Dem Müll nach zu urteilen, sieht es so aus, als hätte jemand seinen Garten für den nahenden Sommer auf Vordermann gebracht. Warum man deshalb allerdings so assozial handeln muss, indem der persönliche Dreck in die Umgebung gekippt wird, bleibt mir ein Rätsel.


Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 7)

Tag 1: alle Jahre wieder…
Tag 2: weiter geht es…
Tag 3: Aufbau letzter Akt…
Tag 4: de Zoch kütt früh…
Tag 5: Gullys entschärfen…
Tag 6: Tödlicher Liebesrausch…
Tag 7: Ende gut, alles gut…
Tag 8: Zaunkontrolle statt TV-Koma…
Tag 9: Laich überall Laich…
Tag 10: Nachkontrolle Gullys…

Tag 7: Samstag 29.02.2020 – Ende gut, alles gut…

Wie in den vorherigen Beiträgen zu erfahren war, mussten wir während des diesjährigen Aufbaus feststellen, dass knapp 30 Meter Schutzzaun und 5 Fangeimer fehlten und es uns so nicht möglich war, den kompletten Straßenbereich an der Berliner Straße abzuzäunen. Nach Anfrage bei der Unteren Umweltbehörde stand auch fest, dass es in diesem Jahr keine Möglichkeit geben wird, neues Material zu erhalten, da das Materiallager leer ist. Zudem soll es dem BUND nach Aussage von Herrn P. als Verein erst nächstes Jahr wieder möglich sein, über die Verbandsebene neues Amphibienschutz-Material beantragen zu können. Und erst nachdem das geschehen ist, könnten wir unser Equipment mit dem neuen Material ergänzen. Hilft uns in diesem Jahr nicht weiter. Aufgrund der Problemlage galt es, sich wegen des unmittelbar bevorstehenden und teilweise schon erfolgten Wanderstartes zeitnah eine alternative Lösung einfallen zu lassen.

Zaunschaden beim Amphibienschutz-Projekt 2020 nach dem Sturmtief Sabine.
„Zaunschaden“ beim Amphibienschutz-Projekt 2020 nach dem Sturmtief Sabine.

Sturmtiefs wirbeln Zeitplan durcheinander

Aus diesem Grund treffe ich mich erneut mit Didi an der Brücke der Berliner Straße im LSG Pluto V. In den letzten Tagen hat es sich von den Temperaturen her wieder deutlich abgekühlt, weshalb die Amphibienzahlen am Zaun aktuell wieder stagnieren. Dennoch soll heute endlich das Zaun-Provisorium errichtet werden. Nachdem sich in den vergangenen Wochen wiederholt irgendwelche Sturmtiefs über NRW ausgetobt haben, soll es an diesem Wochenende zwar auch nicht wirklich windstill bleiben, doch die angegebenen Windgeschwindigkeiten von 45-60 km/h sind kein Grund, sich erneut von diesem Vorhaben abhalten zu lassen. Neben dem Aufbau des provisorischen Zauns steht ein weiteres Tagesziel auf unserer heutigen Aufgabenliste, das sich aufgrund einiger Beobachtungen der letzten Tage ergeben hat, und zwar sollen Löcher in die Böden der Fangeimer gemacht werden. 

1.) Modifizierung der Fangeimer

Deshalb beginnen wir direkt an der L639-Brücke damit, die Löcher in die Eimer zu bohren. Aufgrund der kühlen Nachttemperatur um den Gefrierpunkt herum hatten wir heute Morgen auf die morgendliche Eimerkontrolle verzichtet, da mit wandernden Amphibien erfahrungsgemäß nicht zu rechnen war. Beim Ausleeren der Eimer zeigt sich, warum die geplante Maßnahme zwingend erforderlich ist. Die Eimer sind gut mit Regenwasser gefüllt. Schon in der Vergangenheit fiel des Öfteren auf, dass der Füllstand in den Fangeimer vor allem nach stärkeren Regennächten bedenklich angestiegen war. Diese Erkenntnis ist für Amphibien eigentlich irrelevant, bringt für andere Tiere dennoch einige Risiken mit sich.

a) zum Schutz von Regenwürmern & Insekten

Denn mit dem Regen kommen auch vermehrt Regenwürmer an die Oberfläche, da ihre unterirdischen Gänge mit Wasser zulaufen. An der Oberfläche angekommen, kriechen die Würmer entlang des umgeschlagenen Kunststoffzauns und landen zwangsläufig in einen der Fangeimer. An manchen Tagen mit nächtlichem Starkregen lassen sich morgens bei der Kontrolle bis zu einer Handvoll Regenwürmer aus den Eimern kippen. Löcher im Eimerboden, die ein Ablaufen ermöglichen, könnte ein probates Mittel sein, um hierbei Abhilfe schaffen.

Regenwürmer, die den Fangeimer nach einer regenreichen Nacht verlassen durften.

Bodenbeschaffenheit als Ausrede

Bisher hatten wir auf diese Maßnahme zur Risikominimierung verzichtet, da der Untergrund auf der Böschungskante am Standort des Zauns aus verdichtetem Schotter besteht, der das Regenwasser nur bedingt abfließen lässt. Die Bodenproblematik besteht deshalb, weil die Böschung im Rahmen der Straßenbaumaßnahme (L639) künstlich angelegt wurde. Die gestiegene Anzahl an Regenwürmern veranlasste uns aber jetzt trotz bekannter Problematik die Lösung mit den Löchern als Ablaufhilfe auszuprobieren. Beim Durchlöchern der Eimerböden ist unbedingt darauf zu achten, dass der Lochdurchmesser nicht zu groß gewählt wird, da die schmalen Molche sonst entwischen könnten. Der Bohrer mit der Stärke 8 erscheint uns hierfür ideal zu sein.

Einsatz schwerer Maschinen bei der Modifikation der Fangeimer.

b) Zum Schutz von Mäuse

Neben den Ablauflöchern haben wir die Eimer zusätzlich mit abgesägten Baumkeilen aus dem Birkenhain bestückt, die ich am Tag zuvor bei meiner Laufrunde durch das LSG Pluto V entdeckt hatte, denn es landen nicht nur Insekten und Würmer unbeabsichtigt in den Eimern. Es kommt auch vor, dass sich Mäuse darin verirren. Die Holzkeile sollen helfen Spitz- und Wühlmäuse, die bisher als „Beifang“ im Eimer beobachtet wurden, vor allem wenn es mal wirklich stark regnen sollte, vor dem Ertrinken zu bewahren. Glücklicherweise sind solche Starkregenereignisse eher selten, aber die letzten Tage haben gezeigt, dass sie durchaus vorkommen. Sonntag war einer dieser Tage an dem im Tagesverlauf nach dem Online-Wetterdienst Wetter.com stolze 38 Liter zusammengekommen sein sollen.

Das halbe Zaunprovisorium steht, ein Ende ist in Sicht.

Die Gefahr von oben – Sintflutartiger Starkregen

Am Morgen nach dieser regenreichen Nacht hatte Didi bei der Zaunkontrolle die traurige Beobachtung machen müssen, dass sich gleich 2 Spitzmäuse und eine Wühlmaus, „die mit dem kürzeren Schwanz“, tot in den Eimern befunden hatten. Was für uns ein Grund war, auch für dieses Problem zeitnah eine Lösung herbeizuführen. Da es an dem Tag gleichzeitig auch recht kühl war, lässt sich drüber diskutieren, ob die Nager im Eimer aufgrund des Wassers ertrunken sind oder weil sie unterkühlt und verhungert waren. Denkbar wäre auch die Erklärung einer erhöhten Stoffwechselrate aufgrund des akuten Stresses, möglicherweise Herzversagen aufgrund des plötzlichen Sturzes in das kalte Wasser.

Die Lösung – ein dreistufiger Notfallplan

Bisher hatten wir lediglich Stöcke als Kletterhilfen in die Eimer gelegt. Da sich in den Eimern mit den Totfunden die Stöcke befunden hatten, würde das die Vermutung des Ertrinkens eigentlich entkräften. Da wir aber weder das eine noch das andere wirklich auszuschließen können, versuchen wir das Risiko mit verschiedenen Lösungsansätzen zu minimieren. Heißt also zur Risikominimierung des Ertrinkens machen wir (1.) Ablauflöcher in die Eimerböden, (2.) bieten Kletterhilfen in Form von Stöcken für Mäuse an und (3.) packen in die Eimer als Backup schwimmende Rettungsinseln aus Holz, wenn der Wasserstand aufgrund der Bodenproblematik des Standortes doch übermäßig ansteigen sollte.

Kletterhilfe, Schwimminsel und im Bild nicht zu erkennen, sind die Löcher im Eimerboden.

Bodenanker enttarnt sich als ideales Werkzeug

Das Bohren der Bodenlöcher an sich wäre eigentlich eine recht entspannte Aufgabe, da ich aber den Akku vorher nicht am Netzteil angeschlossen hatte, kommen wir nur bis Eimer 12, die restlichen 13 Eimer müssen vorerst warten. Zum Glück fällt mir relativ zeitnah ein, dass wir auch die Bodenanker zum Löchern der Plastikeimer verwenden könnten. Die Bodenanker für den Zaunbau haben eine massive Spitze und weisen einen vergleichbar großen Stangendurchmesser auf. Im Nachhinein haben sich die Bodenanker als ideales Werkzeug erwiesen, um die Löcher in den Eimerboden zu bekommen. Den Akkubohrer hätte es heute nicht wirklich gebraucht. Naja, Versuch macht „kluch“…

Die Bodenanker kristallieren sich als ideales Stanzwerkzeug heraus.

2.) Aufbau Provisorium – was lange währt, wird…

Die gewebeverstärkte PVC-Plane hat etwa eine Größe von 2m x 5 m, was bedeuten würde, dass wenn wir sie in 4 längliche Streifen zerschneiden würden, wir 4 Zaunelemente mit einer Höhe von 50 cm und einer Länge von 5 Metern hätten, was einen zusätzlich abgezäunten Bereich von rund 20 Metern der insgesamt noch fehlenden 30 Meter bedeutet. Und aufgrund des Fehlens von weiterem geeigneten Material müssten die hintern zehn Meter ungesichert bleiben. Aber die letzten Jahre hatten sowieso gezeigt, dass der hintere Bereich eher geringer von Amphibien frequentiert wird, von daher ist diese Entscheidung vertretbar.

Die Plane ist zerschnitten, jetzt folgt der Aufbau nach bekanntem Schema.

Nicht lange schnacken, machen!

Nach den ganzen theoretischen Überlegungen wurde praktisch. Zunächst haben wir die Plane akkurat in etwa so wie beim Zusammenlegen eines Bettlakens zusammengefaltet und dann entlang der Kanten mit der Schere geschnitten. Blöderweise befinden sich danach nicht an allen zugeschnittenen Stücken der Plane auch Ösen und erst recht nicht an den richtigen Stelle, um sie an Bodenankern zu befestigen. Aber mit ein wenig Improvisationstalent gelingt es uns, auch mit den vorhandenen Mitteln eine vertretbare Lösung zu finden. Der Aufbau des Provisoriums ähnelt grundsätzlich dem Aufbau des Originalzauns. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass der Zaun keine Spannleine hat, um ihn abschließend in Position zu bringen, aber durch mit Hilfe von Steinen und Stöcken lässt sich schließlich auch dieses Problemchen lösen.

Das Zaunprovisorium steht auf der Böschungskante der L639 im LSG Pluto V.

Tagesfazit:

Wir konnten heute in gut 3 weiteren Stunden und mit unseren beschränkten materiellen Möglichkeiten rund 20 Meter der Böschungskante absichern. Der Zaun reicht bis hinter den Eingang in den Landschaftspark Pluto V. Die restlichen 10 Meter, die jetzt noch immer fehlen, um die Stelle auf der Böschungskante zu erreichen, bis zu der wir den Zaun in den Vorjahren aufgebaut hatten, sind und bleiben offen. „Mut zur Lücke“ wie Didi es nennt!

Die 20 Meter Zusatzzaun aus Plane + m Extrameter-Schutz durch einen Leitpfosten.

Unsere Erfahrungswerte der zurückliegenden Jahre haben aber auch gezeigt, dass im hinteren Bereich des Zauns die Anzahl an gefundenen Exemplaren deutlich abnimmt. Während der Zaunabschnitt mit der höchsten Amphibiendicht in unmittelbarer Nähe zur Eisenbahnbrücke über die L639 liegt. Die Aufschüttung aus weicher Erde links und rechts direkt an der Brücke sowie ein mit groben Steinen geschotterter Gleisbett sowie der obere Schienendamm scheinen ideale Winterquartiere für die Amphibien zu sein.

Das ist der Bahndamm in direkter Umgebung zum Amphibienschutzzaun – ideale Bedingungen zum Winterquartier. Lockerer Boden und aufgrund des Totholzes viele Höhlräume.

Tag 1: alle Jahre wieder…
Tag 2: weiter geht es…
Tag 3: Aufbau letzter Akt…
Tag 4: de Zoch kütt früh…
Tag 5: Gullys entschärfen…
Tag 6: Tödlicher Liebesrausch…
Tag 7: Ende gut, alles gut…
Tag 8: Zaunkontrolle statt TV-Koma…
Tag 9: Laich überall Laich…
Tag 10: Nachkontrolle Gullys…