Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 19) – Auswärtsspiel in Bochum

Tag 19: Sonntag 26.04.2020 – Wilderei im Ruhrgebiet…

Gefahr im Verzug oder offizielles Monitoring?!

Heute führte mich meine Laufrunde zum Feuchtbiotop im NSG Blumenkamp. Das kleine Gewässer im Naturschutzgebiet Blumenkamp zwischen den beiden Bochumer Stadtteilen Hordel und Günnigfeld ist der Ort, zu dem die Amphibien gebracht werden, die sich in den Fangeimern am Amphibienschutzzaun an der Hordeler Heide befinden.

Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 18)

Tag 18: (18.04.2020) – Alarm im Haldenbiotop

Amphibien retten im NSG Berghalde Pluto-Wilhelm

Die heutige Laufrunde führte mich seit Langem mal wieder in das NSG Berghalde Pluto-Wilhelm – genauer gesagt zum kleinen Feuchtbiotop auf der dortigen Plutohalde. Da es seit Wochen keinen ergiebigen Niederschlag mehr gegeben hatte, wurde es zwingend erforderlich, sich ein Bild von der aktuellen Situation im Feuchtbiotop zu machen. Das auf der Halde gelegene Biotop ist relativ klein und weist selbst nach den Phasen im Frühjahr mit hohem Niederschlagaufkommen einen maximalen Wasserstand von 20-30 Zentimeter auf. Zudem ist es komplett mit Wasserpflanzen bewachsen und von „durstigen“ Bäumen umgeben, weshalb es noch eher dazu neigt, relativ früh im Jahresverlauf auszutrocknen.

Das Feuchtbiotop auf dem älteren Haldenteil im NSG Berghalde Pluto-Wilhelm.

Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 17)

Tag 17: Mo. 13.4.2020 – Rettung mit Eigennutzen…

Umquartierung von Regenwürmern

Beim diesjährigen Abbau des Amphibienschutzzauns kam es zu einer ungeplanten Rettungsaktion, die durch Steigerung der Humus-Produktion im heimischen Komposthaufen und einer damit einhergehenden Verbesserung der Bodenqualität einen positiven Nebeneffekt mit sich bringen sollte. In den zwei Monaten, während der Krötenzaun in der Botanik an der Berliner Straße im LSG Pluto V steht, sind im Bereich am Zaun und in der Erde, die zum Abdichten des Zauns angeschleppt und auf den Zaunsaum verteilt wurde, allerlei Pflanzen gewachsen. Neben Massen von Knoblauchsrauke findet sich eine Vielzahl weiterer Ackerkräuter.

Rechts im Bild die wuchernde Knoblauchsrauke.
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Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 16)

Demontage des Amphibienschutzzauns im LSG Pluto V

Tag 16: Sonntag 14.04.2020 – Schicht am Schacht

Der Amphibienzaun steht seit dem 15.02.2020 auf der Böschungskante an der Berliner Straße im LSG Pluto V. Der zurückliegende Monat war ernüchternd, denn seit dem 12.03.2020 hat es nicht einen weiteren Eimerfunde gegeben, womit sich die Befürchtungen dahingehend bewahrheitet haben, dass sich das diesjährige Amphibienaufkommen im Vergleich zum Vorjahr dramatisch reduziert hat.

Abbau – umgefahrene Leitpfosten zweckentfremdet als Zaunersatz zum Schutz der Amphibien.

Da laut Wetterprognose auch in den nächsten Tagen der sehnlichst erwartete Niederschlag ausbleibt, ist die Zeit gekommen, das Amphibienschutzprojekt 2020 für beendet zu erklären und den Schutzzaun alsbald abzubauen. Der zeitige Abbau ist auch deshalb erforderlich, um den zurückwandernden Amphibien den Weg ins Sommer- und Winterquartier barrierefrei zu ermöglichen.

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Faszination Lepidoptera 2020/1 – Chronologie eines Live-Experiments

Gut Ding braucht Weile – Warten auf den Brennnesselfalter

Heute war mal wieder einer dieser Tage, an dem ich eine Beobachtung im Reich der Schmetterlinge machen durfte, die ich bis dato nicht live miterlebt hatte. Warum das Tagpfauenauge (Aglais io) zu den Brennnesselfaltern gezählt wird, sollte Jedem spätestens nach diesem Beitrag klar sein.

Im Laufe eines herrlichen Frühlingstages mit reichlich Sonne und wenig Wind kreuzten diverse Schmetterlinge meinen Weg. Neben Kohlweißling, Rapsfalter, Aurorafalter gehörten auch C-Falter und sogar ein Distelfalter dazu. Auf Höhe des ökologischen Kleingartens Kraut und Rüben bemerkte ich im Augenwinkel eine bis zu dem Zeitpunkt noch nicht wahrgenommene Falterfarbe, doch der Blick war für eine Bestimmung zu flüchtig.

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Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 14)

Bürokratischer Irrsinn an der Krötenfront (1/2)

Tag 14: Mittwoch 01.04.2020 – behördliche Rüge…

Routinemäßig checke ich auch an diesem Tag meinen Email-Account und werde fündig. Zwischen zahlreichen Spam-Mails entdecke ich eine Benachrichtigung mit dem Betreff DRINGENDE Bitte um Rückruf. Hm, vielleicht ein April-Scherz? Was mir bei Betrachtung des städtischen Absenders aber unmittelbar unwahrscheinlich erscheint. Der Inhalt der Mail ist sparsam an Informationen und wenig aufschlussreich, wiederholt lediglich die Aufforderung der Betreffzeile. Ich soll doch DRINGEND bezüglich der Kröten anrufen. Nachdem ein April-Scherz aufgrund der seriösen Absenderadresse nicht in Frage kommt, schießen mir allerhand weiterer Vermutungen durch den Kopf. Möglicherweise ist auch irgendwas mit unserem Amphibienschutzzaun?

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Beobachtungen aus der Landschaft – gesperrte Brücke

Der Zahn der Zeit nagt

Die Brücke, die über den Hüller Bach führt und das LSG Röhlinghausen mit  dem Röhlinghauser Volkspark verbindet, ist Mal wieder gesperrt. Während ich nach Sturmtief Sabine noch eine gelöste Planke gemeldet hatte, die zeitnah wieder angebracht wurde, scheint es aktuell so, als seien die Schäden an der Brücke so massiv, dass das Betreten eine Gefahr darstellt. Was mit der Holzbrücke passiert, inwieweit sie reparabel ist oder nicht, bleibt abzuwarten. In der näheren Umgebung gibt es ähnliche Holzbrücken über den Hüller Bach, die schon seit Jahren gesperrt sind.

Die defekte Brücke untermauert aber meine Beobachtung, dass die Glanzzeiten des Parks schon einige Tage in der Vergangenheit liegen und somit auch die Erkenntnis, dass der Röhlinghauser Park spätestens nach Abschluss der Baumaßnahmen, die im Moment in Teilen des Parks im Zuge der EMSCHER-Renaturierung durchgeführt werden, generalüberholt werden müsste. Ein defektes Wegesystem, eine defekte Brücke und Lücken im Baumbestand sprechen in jedem Fall dafür.


Wilde Müllkippe 2020-6

Dass es kurz vor den Feiertagen nicht nur in diesem Bereich in meinem Revier vermehrt zu illegalen Entsorgungen von Müll am Straßenrand kommt, ist nichts Neues. Doch der heutige Fall ist doppelt asozial, da er in Tateinheit mit der Defunktionalisierung eines Amphibienschutzzaunes einhergeht. Außerdem frage ich mich, warum man seinen Müll nicht einfach an den Straßenrand abstellt, wenn man ihn doch sowieso schon auf diese höchst unsoziale Weise entsorgt. Warum muss man ihn noch ins Gebüsch und auf den Zaun werfen. Rücksichtnahme auf Andere schließt sich wohl aus.

Wann: 12. April 2020 Wo: Amphibienschutzzaun an der Hofstraße in Herne. Was: Deko-Pferdegeschirr aus Leder, Styropor, Verpackungen und Gartenabfall.

Die TV-Bilder der letzten Tage mit langen Warteschlangen vor Wertstoffhöfen und Bauhäusern mögen den einen oder anderen dieser Kategorie Mensch vielleicht in Panik versetzt haben, seinen Müll vor Ostern nicht mehr los werden zu können. Man könnte fast Mitleid mit diesem asozialen Pack haben. Doch während sich die Kategorie Sozialverträglich trotzdem in die Schlange stellt, um seinen Müll regulär loszuwerden, fährt Kategorie Asozial in einer Nacht- und Nebelaktion in die Botanik und verkappt seinen persönlichen Unrat einfach dort. Was wäre es doch für ein Vergnügen einmal Jemanden der Kategorie Umweltsau in flagranti zu erwischen, belastend zu fotografieren und dafür zu sorgen, dass eine saftige Geldbuße fällig wird.


Kurioses aus der Landschaft – Geocache No. 2

Mittlerweile liegt es auf der Hand, dass wenn ich in der Botanik etwas Merkwürdiges entdecke, was absolut nicht dorthin gehört, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich entweder um ein Pottstein oder ein Geocache handelt. Während Geocacher durch Koordinaten gezielt zu diesen Punkten im Gelände gelotst werden, finde ich diese versteckten Caches beim Laufen nebenbei. Es ist mittlerweile mein zweiter, kurios ist vor allem, dass beide auf der kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen versteckt sind. Nach dem bunten Vogelhaus hängt dieses Mal zwischen zwei gefällten Bäumen ein Futtersilo mit bunten Perlen. Es zeigt sich wie im wahren Leben, man sollte nicht nur ausgetrampelte Pfade begehen, die Pfade fernab des Hauptweges warten zumeist mit freudigen Überraschungen.

Nach dem bunten Vogelhaus auf Ecstasy – nun ein Futtersilo mit vielen bunten Perlen drin.

Was aussieht wie ein Futtersilo für Vögel ist ein Behältnis mit bunten Perlen und das obligatorische Logbuch, in dem sich ein jeder Geocacher eintragen kann, befindet sich wie beim bunten Vogelparadies, in einem zum Schutz vor Regen verschließbaren Röhrchen. Wenn in nächster Zeit Langweile aufkommen sollte, vielleicht weil auch in der zweiten Jahreshälfte alle Laufwettkämpfe Corona-bedingt ausfallen, werde ich mich mal in die Materie des Geocachings einlesen und mich einer neuen Challenge stellen. Das Geocaching scheint viele Eigenschaften zu vereinen, die mehr oder weniger meinen aktuellen Hobbys entsprechen. Natur, Laufen und mit offenen Augen durch die Landschaft laufen – das könnte passen – fehlt nur noch ein GPS-Gerät, was schnell besorgt ist.


Beobachtung am Krötenzaun – Losung eines Beutegreifers

WANTED! Wer kann helfen?

Auf der heutigen Kontrollrunde entlang des Zauns im LSG PLUTO V ist mir eine Losung aufgefallen, die sich unmittelbar an Eimer 4 des Amphibienschutzzauns in exponierter Lage befindet. Ein Hund ist aufgrund der Lage des Zauns auf einer Böschungskante eher unwahrscheinlich. Meine Vermutung wäre ein Mader oder Fuchs, aber ich lass mich auch gerne eines Besseren belehren. Wenn dem tatsächlich so sein sollte, dann wäre eine weitere Ursache gefunden, warum die Amphibien-Population in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 40% zurückgegangen sind.

WANTED! Welches Tier scheisst dreist am Krötenzaun? Möglicherweise nachdem es sich den Bauch mit etwas Amphibischen aus den Fangeimern vollgeschlagen hat?!