Beobachtungen aus der Landschaft – Zufahrtssperre Kleine Berghalde

Kriminelle Handwerker treiben kommunale Entsorgungskosten in die Höhe

Zur rechtswidrigen Entsorgung von Renovierungsabfällen ist es in den vergangenen Wochen an der kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen gleich mehrmals gekommen. Bretter, Bauschutt oder säckeweise noch einwandfreier Baumaterialien wie Zement oder Kalk wurden ungeniert in die Botanik gekippt. Für die entstehenden Mehrkosten kommt die Allgemeinheit auf. Das Ausmaß des zu beobachtenden Müllaufkommens bestärkt darüber hinaus die Annahme, dass der Müll bewusst und planmäßig mit LKWs oder ähnlich großen Transportfahrzeugen herangekarrt wurde und die Abgeschiedenheit am Haldenplateau ausgenutzt wird.


Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – aber sie mahlen…

Hatte ich in der Vergangenheit die städtische Inaktivität bei Maßnahmen zur Bekämpfung dieser illegalen Praktiken regelmäßig bemängelt, ist heuer Zeit für ein Lob. Denn auf der heutigen Laufrunde durch die landschaftliche Hood wartete auf mich eine Überraschung. Mit eigenen Augen konnte ich beobachten, wie der Bautrupp der Stadt Herne dabei gewesen ist, mechanische Zufahrtssperren vor der kleinen Berghalde an der Hofstraße im LSG Röhlinghausen zu errichten.

Die Mitarbeiter beim Errichten der massiven Zugangssperre vor der kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße im Grenzgebiet zwischen Herne und Gelsenkirchen.

Abschreckung, aber keine absolute Sicherheit

Mit schwerem Gerät wurden drei massive Steinblöcke angekarrt und so arrangiert, dass die Zufahrt des Haldengeländes – zumindest von der Hofstraße aus kommend, erheblich erschwert worden ist. Neben den drei Felsblöcken  wurde zudem ein Absperrpfosten in den Boden eingelassen, um ein berechtigtes Befahren auch zukünftig zu gewähren. Da der Absperrpfosten mit einem im Internet leicht zu beschaffenden Dreikantschlüssel außer Kraft gesetzt werden kann, und sich dieser Schlüssel ohne großen Aufwand im Internet besorgt werden kann, bleibt abzuwarten, inwieweit diese Maßnahme auch von Erfolg gekrönt sein wird. Fakt ist aber in jedem Fall, dass ein unberechtigter Zugang zum Haldenbereich nunmehr nur mit Mehraufwand zu erreichen ist und zudem ein noch dreisteres Vorgehen voraussetzt.

Abschreckung ist die beste Methode gegen kriminelle Müllsünder – Dank der massiven Zufahrtssperre hat dieser Tatort kleine Berghalde im LSG Röhlinghausen in Herne an Attraktivität verloren.

Attraktive Orte für Müllsünder gibt es wie Sand am Meer

Es ist davon auszugehen, dass der Ablageplatz der kleinen Berghalde durch die neuinstallierte Zugangsbeschränkung für potentielle Müllsünder unattraktiv geworden ist und dazu führen wird, dass zukünftig auf einen alternativen Ablageplatz ausgewichen wird. Aus Sicht der Stadt Herne bleibt zu hoffen, dass dieser Alternativplatz außerhalb des Stadtgebietes und somit außerhalb der Zuständigkeit liegt. Ansonsten werden weitere Vergräm-Aktionen nötig. Wünschenswert wäre es, dass potentielle Müllsünder auf Stellen ausweichen, die weniger abgeschieden sind und somit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie in flagranti bei einer dieser Aktionen beobachtet werden können.

Straftatbestand Hausfriedensbruch.?!

Inwieweit sich durch die Umfriedung des Haldengeländes die Rechtsgrundlagen geändert haben, kann ich nicht beurteilen. Inwieweit bei einem zukünftigen unrechtmäßigen Befahren des Haldengeländes zwecks Müllabladung durch diese Umfriedung der Straftatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllt ist, sollten auch Juristen beurteilen. Sollte dem allerdings so sein, steigert die städtische Maßnahme nicht nur den Mehraufwand zur illegalen Müllbeseitigung sondern auch die Höhe einer zu erwartenden Strafe und die Intensität der zu befürchtenden Strafverfolgung.


Fischwilderei in Herne: Kommissar Zufall und SoKo Poseidon ermitteln weiter Hand in Hand

21. Juni 2020

Fast sechs Wochen sind seit den Vorkommnissen vom 08.05.2020 ins Land gezogen. Relevante Auffälligkeiten hatte ich in dem zurückliegenden Zeitraum keine wahrgenommen, was jedoch nicht bedeutet, dass es definitiv keine Angelaktivitäten gegeben hat, sondern lediglich bedeutet, dass ich die Wildfischerei-Thematik nicht mit der letzten Konsequenz verfolgt habe. Denn mit der Schmetterlingsaufzucht gab es ein faszinierendes Konkurrenzprojekt, das sich zu der Zeit in seiner Hochphase befunden und meine Aufmerksamkeit vollumfänglich in Anspruch genommen hat. Und wenn ich in dem Zeitraum trotz der CORONA-bedingten Wettkampf-Armut dann doch Mal laufend in der Landschaft unterwegs war, dann zumeist um in anderen Bereichen meines Laufreviers Brennnesseln für die immer hungrigen Raupen zu besorgen.

An- und Umsiedlung der geretteten Amphibien

Grund für die Bereichsbegehung an diesem Sonntag war deshalb auch keine vorausgegangene Beobachtung, sondern die Tatsache dass wir nach der sommerlichen Amphibienschutz-Aktion „Summer-Edition“, bei der Gullys im Eickeler Volksgarten und ein Schacht auf dem in der Nähe zum LSG gelegenen Alma-Gelände in Gelsenkirchen-Ückendorf hinsichtlich hineingefallener Amphibien kontrolliert hattenm mit den drei aus dem Schacht geretteten Amphibien ins LSG gefahren sind, um die Amphibien an dem kleineren der beiden Gewässer freizulassen.

Denn auch wenn Amphibien für gewöhnlich nur zur Fortpflanzung und während der Entwicklung in der Larvenphase auf das Element Wasser angewiesen sind, verfügt das Gebiet rund um die Auffangbecken im LSG Röhlinghausen über viel Grün und wenig Verkehr und eignet sich deshalb als ideales Habitat für heimische Amphibien.

Tag der Offenen Tür im LSG in Röhlinghausen

Nachdem das Biotop im LSG Röhlinghausen auf der erzbahntrassennahen Uferseite erreicht war, stellen wir fest, dass die massive Kette und das Vorhängeschloss mit dem das Zugangstor zum Gelände der naturnahen Technischen Anlagen seit jeher gesichert ist, entfernt wurde und das Tor einen Spalt offensteht. Allerdings sichert auch ein verschlossenes Tor den Bereich nicht vor unbefugtem Zutritt, da der knapp zwei Meter hohe Doppelstabmattenzaun unmittelbar rechts neben dem Tor endet und ein Hinterlaufen des Zauns ohne Probleme möglich ist.

Tag der offenen Tür im LSG Röhlinghausen – aber auch sonst ist der Zugang jeder Zeit möglich
[BILD 21. Juni 2020].

Gewässer ist nicht gleich Gewässer

Im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen befinden sich grundsätzlich zwei nebeneinanderliegende Hochwasser-Auffangbecken, die als potentielles Laichgewässer für Amphibien in Frage kommen. Wobei das kleinere der beiden Gewässer aufgrund seiner regelmäßigen Austrocknung für Amphibien geradezu prädestiniert ist. Im Größeren sieht man vermehrt Fische springen, was für die Anwesenheit jagender Raubfische sprechen könnte und zumindest für Gras- und Wasserfrosch befürchten lässt, dass diese erheblich Fressfeinddruck ausgesetzt sein würden.

Haupttatort der illegalen Angelaktivitäten [BILD: August 2019].

Erdkröten sind kein Festmahl für Fische

Für Erdkröten spielt die Anwesenheit von Prädatoren im Gewässer keine zu große Rolle, da sie durch die in ihrer Haut enthaltenen Bufotoxinen über einen körpereigenen Abwehrmechanismus verfügen, der sie für Fische geschmacklich ungenießbar werden lässt. So konnte in diversen Studien zum Thema Koexistent von Fischen und Amphibien gezeigt werden, dass die Erdkröte die heimische Amphibienart darstellt, die in Habitaten zusammen mit Fischbestand koexistieren und sogar in der Lage ist, stabile Populationen auszubilden.

Das kleinere der Beiden Hochwasser-Auffangbecken im LSG Röhlinghausen – ein ideales Habitat für heimische Amphibien [BILD: Frühjahr 2020].

Amphibientauglichkeit der beiden Gewässer im LSG Röhlinghausen

Die besseren Bedingungen ergeben sich, so paradox es sich zunächst anhören mag, auch aus der regelmäßigen Austrocknung des Gewässers, wodurch sich die Anzahl an potentiellen Fressfeinden für die adulten Amphibien und erst recht für die Amphibienlarven auf natürlichem Wege regelmäßig dezimiert und limitiert. Für die besondere Eignung des kleineren der beiden Gewässer als Laichgewässer spricht auch eine geringe Gewässertiefe, was mit höheren Wassertemperaturen einhergeht und sich positiv auf die Entwicklungsdauer der Larven auswirkt. Ferner verfügt dieses Gewässer über eine weniger stark ausgebildete Uferkante, die mit jahreszeitbedingter Abnahme des Wasserstandes und je nach Steilheit zum Hindernis für die Amphibien darstellen kann.

Entnahme von Fischen im Sinne des Amphibienschutzes, ABER…

Betrachtet man hingegen die Wildangelei allein aus der Perspektive des Amphibienschutzes könnte man dem illegalen Treiben an dem Gewässer im LSG Röhlinghausen durchaus noch etwas Positives abgewinnen, da durch die Entnahme von Fischen aus dem Gewässer auch die Gefahr für die Amphibien sinkt. Andererseits bedeuten weniger Fische im Gewässer gleichzeitig auch, dass Graureiher, Kormoran und Eisvogel weniger Beute vorfinden würden. Und wenn man sieht mit welchen Begleiterscheinungen die Angelaktivitäten einhergehen, dann kann man sie sowieso nicht mehr gutheißen, auch nicht aus Sicht des Amphibienschutzes.

Entdeckungen bei der Auswilderung am kleinen Gewässer

Der Weg zum Ufer des kleinen Auffangbeckens führt uns quer durch das abschüssige Gelände. Im Gegensatz zum größeren Gewässer verfügt das Kleinere über keinen bequemen Rasenzugang. Auf dem Weg durch das Gebüsch entdecke ich zunächst die massive Kette mit dem Vorhängeschloss, welches bisher das Eingangstor zumindest optisch gesichert hatte. Doch das war noch nicht alles. Nachdem die Amphibien freigelassen waren, bemerke ich am oberen Rand des Gebüsches etwas Metallisches, was sich aus der Nähe als ein nahezu neuer Unterfangkescher zuerkennen gibt.

Ein im Gebüsch versteckter Unterfangkescher [21. Juni 2020].

Als neu war der Kescher zu identifizieren, da das Preisschild in Höhe von 13 € am Stiel klebte und das Schrift sogar noch einwandfrei zu lesen war. Vor knapp sechs Wochen die drei ausliegenden Angeln, heute ein Kescher, den ich Didi überlasse, da seiner kaputt gegangen war und er sich sowieso einen Neuen angeschafft haben wollte. Wenn es in dem Jahr mit dem Finden von Angelequipment so weitergeht, habe ich bald eine komplette Angelausstattung beisammen. Immer mehr Indizien sprechen dafür, dass in dem Bereich in den letzten Wochen nicht nur einmal geangelt wurde.

Weg zum Haupttatort der Wildfischerei mit Müll gepflastert

Da die beiden Gewässerufer lediglich 30 Meter Luftlinie voneinander entfernt liegen, geht es nach erfolgter Auswilderung drei Lurche weiter zum Nachbarufer des größeren der beiden Auffangbecken. Schließlich wollte Didi unbedingt den Ort sehen, an dem ich im Mai die drei Angeln gefunden hatte, die er vor der Endstation Mülltonne bewahrt hatte. Schon der Weg am Fußbereich des Hochspannungsmastes vorbei ist übersät mit unzähligen Bier- und Schnapsflaschen und diversem anderen Verpackungsmüll. Unzählige liegen darüber hinaus großflächig verteilt auf der Uferwiese und in den ufernahen Gebüschen.

Eine frische Feuerstelle, in der sich ebenfalls Reste von Verpackungsmüll, Flaschen und Dosen befinden, zeugen von den neuerlichen Party- und Angel-Aktivitäten im LSG Röhlinghausen. Die Situation ähnelt sehr stark der vom 08.05.2020. Für die Annahme, dass hier erneut geangelt wurde, sprechen auch die selbstgebauten Angelhalter aus zwei gekreuzten Stöcken im Uferbereich an der Wiese.

Provisorischer Angelständer am Ufer des Hochwasser-Auffangbeckens im LSG Röhlinghausen
[BILD: 21. Juni 2020]

Die heutigen Beobachtungen geben Anlass zur Sorge und zeigen einmal mehr, dass im LSG Röhlinghausen regelmäßiger als bisher angenommen Wildangler ihr Unwesen treiben. Die zukünftige Entwicklung sollte deshalb zwingend im Auge behalten werden. Da trotz Meldung der beobachteten Vorfälle an die zuständigen Behörden bisher keine Notwendigkeit zum Handeln erkannt wurde, bleiben sporadische Kontrollen auch in nächster Zeit unabdingbar.


Wilde Müllkippe 2020-13

Die „Wilde 13“ ist im Vergleich zu den zuvor beobachteten Dimensionen an illegal in die Natur entsorgten Müllallerlei eigentlich kaum der Rede wert. An der Trassenbrücke über die Hofstraße im LSG Röhlinghausen an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen liegen zwei Weiße Säcke mit Renovierungsmüll.

Auf dem ersten Blick war ein Rollo und bisschen Styropor zu erkennen, aufgrund des doch relativ geringen Müllvolumens bestand meinerseits kein großes Interesse am Inhalt der beiden Säcke, weshalb ich mir diesen auch erst gar nicht näher angeguckt habe. Der Müll wurde, wie so oft in 2020, via Melde-App an den Fachbereich Umwelt und Stadtplanung gemeldet worden.


Neues aus dem landschaftlichen Schilderwald: Blühwiese im Tarnmodus

Beim Durchstreifen der Umgebung begegnet man immer mal wieder Schildern, die wenig bis keinen Sinn machen. Auch bei dieser Sichtung fragt man sich, wer diese Sinnlosigkeit wohl verzapft hat. Das Foto ist Anfang Juni entstanden, doch von blühenden Blumen oder summenden Insekten, so wie auf dem Schild angekündigt, ist weit und breit weder viel zu sehen noch zu hören. Bunt war auf dem Foto vor allem eins – nämlich das Schild selbst. Potentielle Erklärungsansätze für diesen Umstand lassen sich einige finden, diese sind jedoch reine Spekulation.

Brachfläche an der Osterfeldstraße im Bochum-Günnigfeld im Frühsommer 2020 – von der angekündigten Blühwiese ist weit und breit nichts zu sehen [BILD: 08.06.2020].

Denkbar wäre zum Beispiel, dass irgendeine Blitzbirne das Schild an der falschen Stelle aufgestellt hat oder irgendetwas anderes beim Anlegen der Blühwiese suboptimal gelaufen ist?! Möglicherweise war der ausgebrachte Samen zu alt, nicht mehr keimfähig oder wurde der Aussaattermin wurde verpasst?! Ist die Saat von Vögeln weggepickt worden oder war es bei der Aussaat zu trocken, aber müssten dann nicht zumindest irgendwelche blumigen Ansätze zu entdecken sein!? Denn im Gegensatz zur Blühwiese, die ich nebenbei während des Krötenzaunaufbaus im Rahmen einer Guerilla-Gardenig-Aktion auf runde 2,5 Quadratmeter angelegt hatte, blüht es schon seit Mitte Mai und das trotz niedriger Niederschlagwerte. Die Blütenvielfalt auf der Guerilla-Wiese reicht schon jetzt von Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia), Kornblume (Cyanus segetum), Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus) bis zur Färberkamille (Anthemis tinctoria) und diverse andere Pflanzen werden in den nächsten Wochen und Monaten hoffentlich noch folgen.

Meine Blühwiese vom 08.06.2020 im LSG Pluto V.

Fakt ist, dass dieser Flecken Erde auf der Brachfläche an der Osterfeldstraße nicht ansatzweise den Eindruck macht, sich in den nächsten Wochen zu einem farbenprächtigen Blühstreifen zu verwandeln. Allerdings wird sich die Stadt Bochum ja auch irgendwas bei der Installation des Schildes gedacht haben. Möglicherweise handelt es sich bei den gepflanzten Blumen, um zweijährige Staudenpflanzen, die erst im nächsten Jahr in Blüte stehen werden. Ich werde die Situation weiter im Auge behalten und sobald sich doch noch etwas Entscheidendes zur Bunten Vielfalt tun sollte, werde ich davon natürlich berichten.


Beobachtungen aus der Landschaft – der Eichen-Prozessionsspinner

Vor einer Woche hatte ich noch darüber berichtet, dass der RVR an verschiedenen bewaldeten Stellen im Herner Stadtgebiet mit Hinweisschildern auf die Gefahren aufmerksam macht, die mit den unsichtbaren Brennhaaren des Eichen-Prozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) einhergehen. Heute Morgen musste ich am eigenen Körper leidvoll erfahren, dass auch im LSG Röhlinghausen mehrere Eichen von den haarigen Raupen befallen sind.

Im LSG in Röhlinghausen auf der kleinen Berghalde mindestens 6 befallene Eichen, die sich unmittelbar in der Nähe des öffentlichen Wegesystems befinden und somit eine erhebliche Gefahrenquelle darstellen. (Foto: 13.06.2020)

Leidvoll war die Erfahrung deshalb, weil unmittelbar bei Betreten des kontaminierten Bereichs bei mir ein asthmaähnlicher Hustenanfall ausgebrochen war. An Weiterlaufen war zunächst nicht zu denken, das Jucken in der Luftröhre war vor allem unangenehm und der dadurch ausgelöste Hustenreflex einfach nur lästig. Nach einem Schluck aus der Wasserflasche ging es für mich glücklicherweise wieder weiter. Sensiblere Personen, bei denen der Kontakt mit den Brennhaaren mit erheblichen körperliche Komplikationen eihergehen kann, sollten den Bereich an der kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen in nächster Zeit wohl besser meiden.

Viele der Raupen verlassen nach der Häutung ihr Gespinst und nutzen die trocken-warmen Tage, um neue Eichengründe zu erschließen. (Foto: 13.06.2020)

Das einzig Positive an dieser Erkenntnis war, dass ich bei der Zweitbegehung mit Mundschutz ein paar brauchbare Fotos von den fiesen Raupengesellen machen konnte. Der Klimawandel kommt dem „Spinner“ voll entgegen, denn dank der milden Winter der vergangenen Jahre konnte er sich rasant ausbreiten und ist mittlerweile auch in Röhlinghausen angekommen. Schon im letzten Jahr hatte ich an der Erzbahntrasse – rund 2 Kilometer vom heutigen Fundort entfernt, ein Gespinst entdeckt und an die Stadt Bochum  gemeldet.

Die Haarpracht des Eichen-Prozessionsspinners klein & fein, aber extrem wirksam! (Foto: 13.06.2020).

Nester in öffentlichen Bereichen im Bochumer Stadtgebiet können dem Technischen Betrieb der Stadt Bochum oder über das Bürgerecho der Stadt Bochum gemeldet werden. Zur Vorgehensweise bei Entdeckung eines Gespinstes des Eichen-Prozessionsspinners auf Herner Stadtgebiet findet sich in Internet leider keine Information, aber ich denke, dass die Meldung beim städtischen Grünflächenamt gut aufgehoben ist, wohin ich sie deshalb gemeldet habe.


Beobachtungen aus der Landschaft – Fuchs auf Entenjagd

Des einen Leid, des anderen Freud.

Als ich joggend in Gedanken vertieft rechts zum Goldhammer Bach abbiege, stört das idyllische Plätschern des Baches vor allem eins – das hysterische einsilbige Geschnatter einer Stockente. Wenn ich nicht schon im Entspannungsmodus angekommen wäre, hätte dieser Lärm durchaus das Potential haben können, mich kurzzeitig zu nerven! Was hat die Ente denn? Erst beim zweiten Blick erklärt sich mir, was der Grund für ihre Aufregung ist.

Die Begegnung hat durchaus Ambitionen zur Naturbegegnung des Jahres 2020 zu werden. In die engere Auswahl kommt sie in jedem Fall! (30.05.2020, Goldhammer Bach in Bochum Günnigfeld).
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Wilde Müllkippe 2020-12

Die Wilde 12 hat nicht lange auf sich warten lassen. Beim Besorgen von Brennnesseln für die hungrige Raupenschaft am heutigen Morgen war es auch schon so weit. Entdeckt am Fuße der kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen. Bei dem Müll handelt es sich augenscheinlich wieder einmal um Renovierungsmüll, den vermutlich fliegende Handwerker illegal dort abgeladen haben.

Wann die Stadt mal endlich agiert statt jedes Mal nur kostenintensiv zu reagieren, frage ich mich schon eine ganze Weile. Die Beobachtung geht wie jedes Mal per Melde-App raus an den Fachbereich Umwelt und Stadtplanung der Stadt Herne.


Faszination Lepidoptera 2020 – Chronologie eines Live-Experiments (3.1)

Von der Jungraupe bis zur erwachsenen Raupe

Die ersten 14 Tage im Leben einer Schmetterlingsraupe

Im vorherigen Beitrag habe ich die Beobachtungen im Entwicklungszeitraum zwischen der Eiablage und dem Schlüpfen beim Tagpfauenauge (Aglais io) beschrieben. Diversen Quellen war zu entnehmen, dass die Eireifung bis zu 21 Tagen dauern kann. Bei dem vorliegenden Gelege vergingen bis zum Eintritt ins Raupenstadium 23 Tage, es hat also unwesentlich länger gedauert. Die Außentemperatur, die zeitweise um den Gefrierpunkt gelegen hatte und der Umstand, dass das Brennnesselblatt nach der Notevakuierung unmittelbar vertrocknet ist, könnten m.E. als mögliche Gründe für die Verzögerung in Betracht gezogen werden.

Die Raupenphase – Fressen, Wachsen & Häuten

In diesem Beitrag steht der Entwicklungszeitraum von der Tagesraupe bis zur erwachsenen Raupe im Mittelpunt der Betrachtung. Die Raupenphase ist in der Literatur mit einer Dauer von 23 bis 30 Tagen angegeben. Am Ende dieses Stadiums, welches auch als „Fress-Stadium“ bezeichnet wird, erreichen die Raupen des Tagpfauenauges eine Körperlänge von 35 bis 42 mm.

Da die aus Chitin bestehende Haut der Raupen fest ist und nicht mitwächst, erfordert das Größenwachstum mehrere Häutungen. Bei Häutung platzt die alte Hülle und die Raupe kann wieder unbeschwert atmen. Mit jeder Häutung ändert sich Gestalt und Färbung der Raupen. Direkt nach den Häutungen muss die neue Haut zunächst aushärten, weshalb am Folgetag nach einer Häutung die Raupen zumeist inaktiv sind.

Beim Tagpfauenauge endet das Raupenstadium nach 4-5 Häutungen mit der Verpuppung. Die Geschwindigkeit der Entwicklung kann sich individuell von Raupe zu Raupe erheblich unterscheiden, was zeitweise zu deutlich wahrnehmbaren Größen-, Gestalt- und Farbunterschieden führt, obwohl die Geschwisterraupen nahezu alle zur gleichen Zeit geschlüpft und somit gleich alt sind.

Wilde Müllkippe 2020-10 und -11

Auf der heutigen Runde durch die landschaftliche Hood musste ich gleich zwei illegale Müllabladungen beobachten. Zwei meldewürdige Beobachtungen hat fast schon Seltenheitswert, macht die Sache aber keineswegs erfreulicher. Die Reste einer alten Couch befinden sich unmittelbar an der Erzbahntrassenbrücke an der Hofstrasse nahe der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen.

Der zweite Schandfleck befindet sich ebenfalls im Bereich der Hofstrasse an der Kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen. Hier hat jemand drei volle Säcke mit Gummimänteln entkernter Kupferkabeln abgeladen. Es liegt nahe, dass diese zuvor von irgendwo entwendet wurden.

Beide Müllkippen wurden über die Melde-App der Stadt Herne an den Fachbereich Umwelt und Stadtplanung gemeldet, der hoffentlich zeitnah dafür sorgt, dass der Krempel aus der Botanik geschafft wird.


Botanisches aus der Landschaft – Rainfarn-Phazelie

Digital Herbarium: Rainfarn-Phazelie

Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia) auch Büschelschön genannt – ist ein nicht winterharter Neophyt aus Kalifornien. Da die Blüten sehr reichhaltig an Nektar und Pollen sind, handelt es sich bei der Pflanze um die ideale Bienenweide. Darüber hinaus besitzt die Pflanze eine lange Blühdauer, die sich von Anfang Juni bis Ende September erstreckt. Aufgrund dieser bienenfreundlichen Eigenschaften ist sie umgangssprachlich auch unter dem Namen Bienenfreund bekannt. Zudem wird sie im Ackerbau zur Gründüngung eingesetzt und sieht optisch auch noch top aus – ein wahres Multitalent eben.

Reich an Pollen und Nektar mit langer Blühdauer von Juni bis September!!!
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Aktuelles aus dem landschaftlichen Schilderwald

Der „Regionalverband Ruhr“ (RVR), der im Ruhrgebiet für vieles zuständig und verantwortlich ist – unter anderem für die Instandhaltung und den Ausbau des Radverkehrsnetzes, rät Waldbesuchern und Nutzern der Radwege aktuell zu besonderer Vorsicht. So wie in den zurückliegenden Jahren beginnt im späten Frühjahr die Saison des Eichenprozessionsspinners. Der milde Winter hat die Situation weiter verschärft. Die nicht sichtbaren Haare der Schmetterlingsraupe können durch die Luft fliegen und Verbrennungen, Atemnot und Allergien auslösen. Vor allem für allergisch reagierende Personen kann der Kontakt mit erheblichen gesundheitlichen Komplikationen einhergehen.

Gesundheitsgefahr durch Eichenprozessionsspinner

Aus diesem Grund warnt der RVR Ruhr Grün aktuell auch im Herner Stadtgebiet unter anderem im Emscherbruch und im Reeser Wald mit Schildern vor der unsichtbaren Gefahr. Bereiche befallener Bäume, die stark mit Brennhaaren kontaminiert sein können, sind vor allem bei trockener Wetterlage unbedingt zu meiden. Des Weiteren sollten die Behörden über den Raupenbefall informiert werden. Wie es der Name Eichenprozessionsspinner vermuten lässt, sind primär Eichen betroffen.

Aktueller Aushang in vielen Waldgebieten – auch im Herner Stadtgebiet. (Reeser Wald; 29.05.2020).

Auf den Warnschildern heißt es:

Eichenprozessionsspinner können nicht sichtbare Brennhaare abschießen. Bei Berührung drohen u.a. Verbrennungen, Atembeschwerden sowie allergische Reaktionen.

Bitte vermeiden Sie befallene Eichen und berühren sie weder Raupen noch Gespinste. Bei schweren Reaktionen rufen Sie den Rettungsdienst.

Wir bitten um ihr Verständnis.


Weitere Informationen:

https://www.sdw.de/waldwissen/verhalten-im-wald/eichenprozessionsspinner/index.html