Beobachtungen aus der Landschaft – Pannenhelfer-Station für’s Fahrrad auf der Erzbahntrasse

Gelsenkirchen auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt. Schritt in Richtung Verkehrswende oder PR-Nebelkerze?!

Am Erzbahntrasse-Knoten auf Höhe von Holger’s Erzbahnbude wurde durch die Stadt Gelsenkirchen eine neue Fahrrad-Servicestation aufgestellt. Erstmalig aufgefallen ist mir die neue Servicestation am 06.10.2020. Inwieweit die Station schon seit längerer Zeit dort steht, kann ich nicht sagen, aufgefallen ist sie mir jedenfalls erst heute. Anschließende Recherchen haben ergeben, dass sich die Stadt Gelsenkirchen wohl zum Ziel gemacht hat, insgesamt 50 dieser Pannenhelfer im Gelsenkirchener Stadtgebiet im Laufe des Jahres aufzubauen, um auf diesem Wege den Radverkehr zu fördern und die Verkehrswende voranzutreiben.

Die RAD-Service-Station direkt neben Holger’s Erzbahnbude an der Kreuzung Erzbahntrasse und Kray-Wanner-Bahn [BILD: 10.10.2020].

Wo befinden sich die stationären Pannenhelfer?

Die Mehrzahl der insgesamt 50 Stationen sollen sich an nahezu allen Tankstellen befinden, die auf Gelsenkirchener Stadtgebiet leigen. Aber auch am Hauptbahnhof, am Rathaus in Buer, im ARENA-Park, im Nordstern-Park, an der Westfälischen Hochschule oder an der ZOOM Erlebniswelt wurden Service-Stationen errichtet.

Was haben die Service-Stationen im Angebot?

Neben einer stabilen Fahrradaufhängung findet der pannengeplagte Fahrradfahrer eine Luftpumpe mit 2 verschiedenen Ventilaufsätzen und ein Sammelsurium an fahrradtypischem Werkzeug, welches für die schnelle Reparatur von leichten Defekten benötigt wird. Das Gehäuse dieser kostenlos nutzbaren Service-Helfer besteht aus blaulackiertem Stahlblech, welches auf einer im Boden verankerten Sockelplatte befestigt ist.

Werzeug-Allerlei an der Service-Station auf der Erzbahntrasse, doch ohne Flickzeug hilft das beste Werkzeug nicht [Bild: 12.10.2020].

Stellen diese Service-Stationen wirklich eine Bereicherung dar?

Da ein erfahrener Radfahrer wohl sowieso immer eine Satteltasche mit dem Nötigsten dabei haben wird, ist die Frage berechtigt, ob es diese Stationen überhaupt braucht oder ob man das Geld nicht hätte für sinnvollere Verkehrsprojekte ausgeben können?! Aber im Falle des Falles, dass man seine Satteltasche oder die eigene Luftpumpe bei einem Defekt mal vergessen haben sollte, lassen sich kleinere Reparaturen zukünftig auch problemlos und bequem an den Pannenstationen durchführen. Einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrwende leisten kann diese primär medienwirksame Maßnahme dann aber wohl eher nicht!

Nachhaltigkeit der Maßnahme mehr als fraglich!?

Um es Langfingern nicht allzu leicht zu machen, ist die Pumpe im Stahlgehäuse festverbaut und die Werkzeuge sind an einem längeren Stahlseil, auch um den Aktionsradius nicht zu sehr einzuschränken, gesichert. Trotz der vorhandenen „Diebstahlsicherung“ kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Service-Stationen – zumindest nicht die, die sich teilweise doch an recht entlegenen Orten befinden – längere Zeit unbeschädigt, vollständig und damit funktionsfähig an ihren Standorten stehen werden. Naja, die Zeit wird es zeigen! Für die gut gemeinte weil fahrradfreundliche Aktion der Stadt Gelsenkirchen gibt es trotzalledem einen Daumen nach oben!!!


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