Fischwilderei in Herne: Tatort Hochwasser-Auffangbecken im LSG Röhlinghausen

Eine kurze Einleitung zur Chronologie der Ereignisse im Zeitraum von Mai bis Oktober 2020. Wilderei im Herner Schutzgebiet.

In den zurückliegenden Monaten 2020 kam es im LSG an der Hofstraße in Herne-Röhlinghausen zur wiederholten Fischwilderei. Schon in der Vergangenheit sprachen kleinere Indizien dafür, dass zumindest am großen der beiden Gewässer immer mal wieder illegale Angelaktivitäten stattfinden. Mal lag dort eine leere Maisdose, Mal an anderer Stelle am Ufer eine kaputte Pose oder Reste achtlos weggeworfener Angelschnüre, all diese Beobachtungen haben keine anderen Annahmen zugelassen. Lange Zeit war ich allerdings davon ausgegangen, dass es sich bei den Tätern um naiv agierende Kinder oder Jugendliche handeln würde, doch durch die erfolgten Beobachtungen bin ich mittlerweile eines Besseren belehrt worden. Es hat sich eindeutig gezeigt, dass hier keineswegs unbedacht handelnde Kinder sondern erwachsene Fischdiebe am Werk sind, die semi-professionell ausgerüstet und in Kleingruppen organisiert auftreten.

Das Strafmaß ist höher, als man meint…

Was mich bei meinen Recherchen zu diesem Beitrag und dem Thema Fischwilderei überrascht hat, war die Erkenntnis, dass das Angeln ohne Angelschein nicht nur eine Ordnungswidrigkeit darstellt, sondern dass beim Tatbestand der unberechtigten Angelei je nach den vorliegenden Umständen sogar eine Straftat vorliegen kann, die laut Strafgesetz mit Geldstrafe oder Haftstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet wird. Und damit nicht genug!

Im Strafgesetzbuch (StGB) findet sich hierzu:

§ 293 (StGB) – Fischwilderei

Wer unter Verletzung fremden Fischereirechts oder Fischereiausübungsrechts

  1. fischt oder
  2. eine Sache, die dem Fischereirecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet, beschädigt oder zerstört,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

…und die Konsequenzen reichen noch weiter, als gedacht!!!

Darüber hinaus kann das bei der Tat verwendete Tatwerkzeug, im Fall der Fischwilderei handelt es hierbei um Angeln, Reusen, Kescher und Angelequipment bei einer unerlaubten Jagd im Wald kann es neben Waffen und Fallen sogar der mitgeführte Hund sein, durch die Exekutive also durch die gerufene Polizei konfisziert werden.

Im Strafgesetzbuch (StGB) findet sich hierzu:

§ 295 Einziehung

Jagd- und Fischereigeräte, Hunde und andere Tiere, die der Täter oder Teilnehmer bei der Tat mit sich geführt oder verwendet hat, können eingezogen werden. § 74a ist anzuwenden.


Unwissenheit schützt auch in dem Fall nicht vor Strafe…

Es ist zwar durchaus möglich, dass sich die Täter der Höhe einer drohenden Strafe nicht vollumfänglich bewusst sind, aber Jedem, der ohne gültige Papiere an einem Gewässer in einem Schutzgebiet Angeln geht, klar sein muss, dass Unwissenheit nicht vor Strafen schützt. Unabhängig vom Wissen oder Unwissen der Täter steht für mich persönlich in diesem vorliegenden Fall fest, dass Personen die dermaßen respektlos mit der Umwelt im Allgemeinen und erst recht mit der Natur in einem Landschaftsschutzgebiet umgehen, unbedingt die volle Härte des Gesetztes erfahren müssen, denn das, was diese asozialen Gestalten regelmäßig im LSG Röhlinghausen an Chaos und Zerstörung hinterlassen, ist für Normaldenkende mit einem weniger gestörten Naturbewusstsein mehr als befremdlich und darüber hinaus im hohen Maße schädlich für die heimische Flora und Fauna!!!


Kurioses aus der Landschaft: Geocache X im NSG Blumenkamp

Jubiläum – die 10 ist voll! Und ich bin mir sicher, dass in nächster Zeit noch der ein oder andere Cache folgen wird, wobei bei der heutigen Entdeckung noch mehr Zufall im Spiel war, als es bei den vorherigen Nebenbei-Entdeckungen der Fall gewesen ist.

Wenn ich auf einer Laufrunde durch die heimische Landschaft aus Günnigfeld kommend am NSG Blumenkamp vorbeilaufe, nutze ich grundsätzlich den schmalen-trailigen Trampelpfad, der sich seitlich am Fahrbahndamm mit dem festverbauten Amphibien-Leitsystem entlangschlängelt. Die Unebenheiten des Untergrundes erfordern ein erhöhtes Maß an Konzentration und Koordination, wodurch sich im Vergleich zum überwiegend monotonen Geradeaus-auf-Asphalt-Laufen andere Trainingsreize ergeben.

Zudem hat man aus dieser tiefen Position eine andere Perspektive auf die Umgebung, sodass man Dinge wahrnimmt, die einem sonst verborgen bleiben. So wie beispielsweise irgendwelche Veränderungen oder die Schieflage eines Nadelbaums, der längere Zeit in Richtung Fahrbahndamm wegzuknicken drohte. Ein anderes Mal bescherte mir diese Streckenwahl aber auch einen wahren Schreckmoment, als ich beinahe auf eine tote Katze getreten wäre, die dort augenscheinlich zum Opfer des Straßenverkehrs wurde.

Das Unbekannte Standobjekt (USO) – ein Kandidat für die Top-3 der bisherigen Cache-Skurrilitäten

Das bunte PVC-Rohr im Gehölz des NSG Blumenkamp – Skurrilitäten aus der Landschaft [Nov. 2020].
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Aktuelles aus Herne: Absage der Sportfischerprüfung 2020

Jetzt ist es amtlich. Gestern bestätigte sich, was aufgrund Hernes Top-Platzierung im Corona-Sieben-Tage-Inzidenzen-Ranking schon seit den letzten Wochen zu befürchten war. Die Untere Jagd- und Fischereibehörde im Fachbereich Stadtgrün informierte per Brief über die coronabedingte Absage der Sportfischerprüfung 2020.

In dem Brief vom Fachbereich Stadtgrün der Stadt Herne heißt es:

„In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie hat man sich in Abstimmung mit dem Krisenstab der Stadt Herne dazu entschlossen, die für den Zeitraum vom 23. – 26. November geplante Prüfung abzusagen. Da auch nicht vorhergesehen werden kann, wie sich die Pandemie weiter entwickelt, wird kein Ersatztermin benannt. Eine Rückerstattung der schon bezahlten Prüfungsgebühren kann unter Angabe der Kontodaten beantragt werden. Alternativ kann die Gebühr für die Teilnahme an der nächsten Prüfung Berücksichtigung finden.“

Lernmaterial zur autodidaktischen Vorbereitung auf die Fischereiprüfung: Lernkarten Fische in NRW, Verordnung über die Fischereiprüfung mit den 360 original MC-Fragen sowie verwendeter Literatur [BILD: November 2020].

Glücklicherweise sind 360 MC-Fragen, 50 Fischarten, die anhand von Bildern zu erkennen und zu benennen sind sowie 10 verschiedene Ruten, die für verschiedene Angelmethoden und Zielfische zusammenzustellen sind, nicht so umfangreich, dass man sich nicht innerhalb von einer Woche wieder erfolgsversprechend auf die Prüfung vorbereiten könnte. Zumal wenn man sich schon einmal intensiv auf die Prüfung vorbereitet hat und im Besitz aller der Prüfungsaufgaben ist. Es bleibt dennoch zu hoffen, dass sich zeitnah ein Ersatztermin finden lässt und dass sich bis zum nächsten Prüfungstermin nichts Wesentliches hinsichtlich des Prüfungsinhaltes ändert, wobei Letzteres unwahrscheinlich scheint und demnach auszuschließen ist.

Aufgeschoben, ist nicht aufgehoben…

Drei Wochen vor dem eigentlichen Prüfungstermin steht also fest, dass Corona nicht nur dafür gesorgt hat, dass die Plätze in den Vorbereitungskursen auf den Sportfischereischein reduziert werden mussten und ich bei der Kursplatzvergabe leerausgegangen war, da ich mich darauf verlassen hatte, mich am ersten Kurstag anmelden zu können, nein, Corona hat auch dafür gesorgt, dass ich mich die letzten Wochen auf eine Prüfung vorbereitet habe, die vorerst nicht stattfinden wird. Idealerweise hätte ich meine autodidaktische Erschließung des Themengebietes und die Vorbereitung auf die Prüfung mit einem positiven Prüfungsresultat abgeschlossen, aber nun gut, ändern lässt sich an der Situation sowieso nichts.



Weiter im Thema ANGELSCHEIN


Beobachtungen aus der Landschaft: Grundeln Angeln am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen

Petri Heil, heißt es in Anglerkreisen, womit wir auch schon bei einem Thema dieses Beitrages sind. Darüber hinaus wartete Heute auf mich ein landschaftliches Novum, da ich beim Angeln am Rhein-Herne-Kanal war und die dortige Kanallandschaft eines kleinen Industriehafens aus der Perspektive eines Anglers beobachten konnte. Wie es zur spontanen Angelexpedition gekommen war, ist schnell erzählt.

Vor einigen Tagen hatte Didi nebenbei verlauten lassen, dass er in 2020 erst viermal zum Angeln am Kanal war und beabsichtigte, dies zeitnah ändern zu wollen. Für mich als Nichtangler hörte sich „viermal im Jahr“ jetzt nicht so wenig an, bedenkt man aber, dass Didi durch seine Vereinszugehörigkeit beim ASV Blitzkuhle eine ganzjährliche Berechtigung hat, um an den vereinsbetreuten Strecken des Rhein-Herne-Kanals kostenlos angeln zu können, dann sind die Viermal in elf Monaten in jedem Fall recht überschaubar.

Didi mit Sack und Pack am Ende des Hafenbeckens vom Hafen Grimberg [BILD: 07.11.2020].
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Amphibienschutz in Herne 2020. Summer-Edition Part 2 – Gully-Sommerkontrollen

Tag 22: Samstag 21.06.2020 – Gully-Kontrollen zur Sonnenwende

Die diesjährige Amphibienschutzzaunaktion im LSG Pluto V endete am 14. April, doch keine zwei Monate nach Abbau des Zauns an der L639 ist es auch schon wieder Zeit, für den Amphibienschutz in Herne aktiv zu werden. Bei dieser Aktion wird es, so wie im Frühjahr darum gehen, die Parkgullys im Eickeler Volksgarten zu kontrollieren, da diese aufgrund ihrer Bauweise und fehlender Anpassungen, die  in Form von Ausstiegshilfen möglich und ohne große Kosten realisierbar wären, eine tödlichen Falle für Amphibien darstellen. Neben diesen parkinfrastrukturellen Problemen leiden die heimischen Amphibien aber auch am fortschreitenden Klimawandel.

Die Klimakrise – existenzielles Problem für Mensch & Tier

Bei der gestiegenen Häufigkeit von alarmierenden Meldungen über Eisschmelze, Meeresanstieg, Überflutungen, Hitzewellen, Trockenheit, Dürren, Wald- und Flächenbränden dürfte jedem Klardenkenden angst und bange werden. Der ein oder andere Ignorant mag sich zwar vielleicht auch denken: „Was habe ich damit zu tun? Das ist nicht unser Problem“. Schließlich liegt Herne zig Kilometer vom Meer entfernt und über ausgedehnte Waldflächen verfügt Herne auch nicht. Doch eins ist gewiss, die menschengemachte Klimakrise ist nicht nur ein folgenschweres Problem weitentfernter Orte, sie wird auch weitreichende Konsequenzen für uns, für die Natur und insbesondere für die heimischen Amphibienarten haben und zwar noch gravierender als es aktuell schon der Fall ist..

Die ersten Opfer der Klimakrise – sind die wechselwarmen Arten wie Amphibien und Reptilien.“

Feststeht also, dass unabhängig von den globalen Problemen, die ein verändertes Klima unweigerlich mit sich bringen wird, die ersten Auswirkungen für jeden von uns und vor allem für die heimische Flora und Fauna auch schon in diesem Sommer wieder erfahrbar sein werden und aktuell auch schon erfahrbar sind. So haben viele Kleingewässer auf Herner Stadtgebiet aufgrund des geringen Niederschlags der letzten Wochen einen kritischen Zustand erreicht, und sollte der Füllstand in den Gewässern noch weiter absinken, wird ein Großteil der diesjährigen Amphibiengeneration das nächste Jahr nicht erleben. Aber auch die Exemplare, bei denen die aquatische Lebensphase und damit die existentielle Abhängigkeit vom Element Wasser schon seit mindestens ein Jahr zurückliegt, leben im urbanen Umfeld mit erheblichen anthropogenen Gefahren.

Kurioses aus der Landschaft: Geocache IX – No. 4 aus Bochum-Hordel

Kaum lichtet sich das Blattwerk von Baum und Busch, fällt auch die natürliche Tarnung der in der Landschaft versteckten Caches, wodurch sie jedem, der aufmerksam durch die Natur streift, regelrecht ins Auge springen. Nachdem ich in den vergangenen zwei Wochen aufgrund der im Bereich des NSG Blumenkamp gemachten Pilzbeobachtungen mehrmals im kleinen Birkenhain gewesen bin und schon zwei Caches entdeckt hatte, wurde ich schon heute wieder fündig.

Der heutige Cache befindet sich in einem Gebüsch in unmittelbarer Nähe zum Tennisverein TC Grün-Weiß Bochum und damit unweit der anderen drei Caches (Nr. 1; Nr. 2 und Nr. 3), die ich in der Gegend gefunden habe. Das dunkle Vogelhauskonstrukt hängt auch dies Mal wieder an einer Birke und da Bauweise, verwendetes Material und Sicherung ziemlich ähnlich scheinen, ist davon auszugehen, dass es sich um einen weiteren Cache des Multicaches handelt.

Neu bei dem heutigen Cache ist in jedem Fall die Tatsache, dass in einem Baum drei bis vier Meter gegenüber der Vogelhausattrappe eine mit Klebeband im Tarnfleck-Design getarnte Tupper-Dose hängt. Dass die Box zum Spiel gehört, ist an dem offiziellen Aufkleber ersichtlich. Wobei machen zwei Caches an einem Ort Sinn? Das wäre natürlich möglich, allerdings gehe ich eher davon aus, dass es sich hierbei um eine Art Belohnungsbox handelt, aus der sich jeder Spieler nach erfolgreichen Durchspielen des Multicache sein Souvenir nehmen darf.

Warum sich die Box nicht mit im Vogelhaus befindet, erklärt sich mir allerdings auch nicht. Da die Box im Gegensatz zu den entdeckten Vogelhausattrappen nicht mit einem Zahlenschloss gesichert ist, konnte ich meiner Neugierde nachgeben und die Box öffnen. In der Box befindet sich eine Plastiktüte mit 2D-Holzpokalen, auf denen der Schriftzug „PROUD TO BE NERD“ steht.