Kurioses aus der Landschaft: Geocache X im NSG Blumenkamp

Jubiläum – die 10 ist voll! Und ich bin mir sicher, dass in nächster Zeit noch der ein oder andere Cache folgen wird, wobei bei der heutigen Entdeckung noch mehr Zufall im Spiel war, als es bei den vorherigen Nebenbei-Entdeckungen der Fall gewesen ist.

Wenn ich auf einer Laufrunde durch die heimische Landschaft aus Günnigfeld kommend am NSG Blumenkamp vorbeilaufe, nutze ich grundsätzlich den schmalen-trailigen Trampelpfad, der sich seitlich am Fahrbahndamm mit dem festverbauten Amphibien-Leitsystem entlangschlängelt. Die Unebenheiten des Untergrundes erfordern ein erhöhtes Maß an Konzentration und Koordination, wodurch sich im Vergleich zum überwiegend monotonen Geradeaus-auf-Asphalt-Laufen andere Trainingsreize ergeben.

Zudem hat man aus dieser tiefen Position eine andere Perspektive auf die Umgebung, sodass man Dinge wahrnimmt, die einem sonst verborgen bleiben. So wie beispielsweise irgendwelche Veränderungen oder die Schieflage eines Nadelbaums, der längere Zeit in Richtung Fahrbahndamm wegzuknicken drohte. Ein anderes Mal bescherte mir diese Streckenwahl aber auch einen wahren Schreckmoment, als ich beinahe auf eine tote Katze getreten wäre, die dort augenscheinlich zum Opfer des Straßenverkehrs wurde.

Das Unbekannte Standobjekt (USO) – ein Kandidat für die Top-3 der bisherigen Cache-Skurrilitäten

Das bunte PVC-Rohr im Gehölz des NSG Blumenkamp – Skurrilitäten aus der Landschaft [Nov. 2020].

Als ich gestern Mal wieder auf diesem Pfad unterwegs war, befand sich an der Stelle des entwurzelten Baumes mit Schieflage eine deutliche Schneise ins Unterholz, die meine Neugierde weckte und mich veranlasste, mir den Bereich genauer anzugucken. Nachdem ich in den durch die Baumfällungen neu geschaffenen Bereich vorgedrungen war, erspähte ich schon aus der Ferne etwas unnatürlich Buntes, das senkrecht an einem Baum stand. Bei näherer Betrachtung stellte sich das bunte Etwas als ein 2m senkrechtstehendes PVC-Rohr heraus, das allerdings nichts mehr mit einem Handelsüblichen aus dem Bauhaus gemein hatte. In dem Rohr befinden mehrere Löcher und es ist mit dünnen 2 Metallketten an einer Birke befestigt. Was soll das bitte sein? Vielleicht so eine Art Vogelhaus oder eine Behausung für Siebenschläfer? Aufgrund der gemachten Entdeckungen der letzten Wochen und Monate tendierte eine weitere Vermutung in Richtung Geocache, wobei die Suche nach dem offiziellen Aufkleber, der meine Vermutung hätte eindeutig bestätigen können, ohne Erfolg blieb.

Fehlende Kennzeichnung sorgt für Irritationen

Buntverziert und aufwendig gestaltet – möglicherweise ein weiterer Cache?! [November 2020].

Da an dem Objekt die offizielle Plakette fehlt, die bisher jedes zufällig entdeckte Cache auch als solches identifiziert hatte – ich mir aber beim besten Willen auch nicht vorstellen konnte, dass ein heimisches Tier solch knallige Farben bei der Suche nach einer passenden Behausung bevorzugen kann, kam erneut Rick ins Spiel, um mir nach Prüfung in der App zu bestätigen, dass sich an dieser Stelle tatsächlich ein offizieller Cache befindet. Was im Rahmen des Caches mit dem Konstrukt genau zu tun ist, erklärte sich mir nicht. In dem Rohr befinden sich mehrere kreisrunde Löcher, was vielleicht dafür spricht, dass man mit einer „Magnetangel“ etwas vom Grund des Rohres hinaufholen muss. Die genauen Instruktionen finden sich wohlmöglich in der offiziellen Beschreibung des Caches. Inwieweit dieser Cache vom Grünflächenamt Bochum geduldet ist oder ohne offizielle Behördenduldung installiert wurde, ließe sich sicherlich in Erfahrung bringen, sollte aus naturschutzrechtlichen Gesichtspunkten zumindest aus meiner Perspektive nicht wirklich relevant sein, da sich der Cache-Standort außerhalb des abgesperrten Naturschutzgebietes befindet.

Rodungsschneise im straßennahen Randbereich des NSG Blumenkamp [BILD: November 2020].

Kritik an den Baumfällungen – berechtigt oder nicht?!

Warum allerdings wegen der Schieflage lediglich eines von fünf Bäumen die komplette Kiefernreihe dranglauben musste, entzieht sich sowohl meiner Kenntnis als meinem Verständnis. Wohlmöglich handelt es sich hierbei um eine vorsorgliche Maßnahme im Rahmen der von Straßen NRW regelmäßig zu erfolgenden Gehölzpflege, die den Erhalt der Verkehrssicherheit zum obersten Ziel hat. Ob die Maßnahme in dem Umfang auch tatsächlich erforderlich war, oder ob auf diesem Wege nicht doch nur zukünftige Interventionen vermieden werden sollten und somit vor allem Kostengründe eine Rolle gespielt haben, darüber lässt sich nur mutmaßen. Eventuell waren die Bäume aber auch von Krankheiten, Insekten oder Pilzen befallen? Wenn man sich allerdings die zahllosen Beschwerdemeldungen anguckt, die im Internet zum Thema Straßen-NRW und „Gehölzpflege“ zu finden sind, so scheint die Kahlschlag-Mentalität von Straßen NRW ein durchaus verbreiteter Kritikpunkt zu sein. Auch wenn die Mehrzahl der Maßnahmen sicherlich notwendig und begründbar sind, führen sie in der Wahrnehmung umweltbewusster Bürger zu Unbehagen und sind Auslöser kontrovers geführter Diskussionen.


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