Beobachtung aus der Landschaft: Mehr Klimaresilienz für die Thyssenhalde in Wanne-Eickel

Baumaßnahmen auf der Thyssenhalde im NSG Berghalde Pluto-Wilhelm

In den letzten Wochen des Jahres kam es vor allem am Wegesystem im oberen Haldenbereich auf der Thyssenhalde zur Ausbesserungsarbeiten. Starkregenereignisse hatten in der Vergangenheit wiederholt dazu geführt, dass erhebliche Teile des Weges unterspült und weggeschwemmt wurden. Damit sich dies zukünftig nicht wiederholt, wurde der Einsatz von schwerem Gerät notwendig.

Der öffentliche Weg über das Plateau der Thyssenhalde, bevor die Baumaßnahmen abgeschlossen waren [Bild: Dez 2020].
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Mykologische Neuentdeckung – der Scharlachrote Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea)

Neuigkeiten aus dem Reich der Pilze

Auf einer meiner letzten Runden durch das NSG Blumenkamp in Bochum Hordel/ Günnigfeld wartete nach längerer Zeit mal wieder eine Begegnung mit einem Vertreter aus dem Reich der Pilze. Hatte ich Pilze bisher jahreszeitlich eher mit dem feuchten Herbst in Verbindung gebracht, so zeigte mir die heutige Entdeckung, dass sie durchaus auch im Winter anzutreffen sind.

Der Scharlachrote Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea) vermutlich auf einem Ast der Schwarzerle im Uferbereich des großen Gewässerbiotops im NSG Blumenkams in Bochum [BILD: 02.02.2021].

Der Scharlachrote Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea), der auch als Zinnoberroter Prachtbecherling bekannt ist, gehört zu diesen farbenprächtigen Winterpilzen. Dank einer unverwechselbaren Optik war die Bestimmung relativ simple. Neben dem wissenschaftlichen Namen finden sich im Internet auch eher umgangssprachliche bis märchenhafte Namen wie beispielsweise Scharlachrote Elfenmütze oder Elfenbecher. Botanisch betrachtet gehört der auffällige Winterpilz zur Klasse der Schlauchpilze und gedeiht bevorzugt auf basischen Böden.

Verwechslungsgefahr – dank der becherartigen Pilzformation und der kräftigen Signalfarbe – so gut wie ausgeschlossen [BILD: 02.02.2021].

Entdeckt habe ich diese Exemplare auf einem bemoosten Ast eines nicht näher definierbaren Laubbaums im ausgetrockneten Uferbereich des großen Feuchtbiotops im NSG Blumenkamp in Bochum-Hordel/ Günnigfeld. Aufgrund der roten Farbgebung und der unnatürlichen Form ging ich zunächst davon aus, dass es sich um geschmolzenen Plastikmüll oder eine andere industrielle Hinterlassenschaft aus der modernen Wegwerfgesellschaft handeln würde. Erst bei näherer Betrachtung war zu erkennen, dass es sich bei dem künstlich scheinenden Gebilde um die Fruchtkörper eines Pilzes handelt.

Der scharlachrote Prachtbecherling sieht besser aus, als daß er schmeckt!

Der zinnoberrote Kelchbecherling gilt in ganz Deutschland als selten. In der Roten Liste der gefährdeten Großpilze steht er mit dem Status „gefährdet“. Der relativ kleine Pilz wäre theoretisch genießbar, sein Geschmack wird allerdings als neutral beschrieben. Und wegen seiner Seltenheit sollte er ohnehin verschont werden.


Fischwilderei in Herne: Erneuter Fund einer fangfähigen Angel im LSG Röhlinghausen

Eisangeln in Herne? Rückkehr der Wildangler ins LSG Röhlinghausen?

Auf der letzten Schnee-Runde durch die Landschaft von Erzbahntrasse und Hüller Bach führte mich mein Weg zu den Gewässerbiotopen im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße. Die Stippvisite in dem Bereich wurde erforderlich, da die diesjährige Amphibienwanderung unmittelbar bevorsteht und sich die beiden Biotope in direkter örtlicher Nähe zur großen Baustelle für die Renaturierung des Hüller Bachs befinden. Im NSG Blumenkamp hatte sich in den letzten Monaten gezeigt, dass die baumaßnahmenbedingte Absenkung des Grundwasser zu einem akuten Austrocknen der Feuchtbiotope geführt hat, was das Laichgeschäft der Amphibien massiv und negativ beeinflussen würde. Die Situation im NSG Blumenkamp konnte letztendlich durch Einleitung des abgepumpten Grundwassers über ein umfangreiches Rohrleitungssystem entspannt werden. Bei der heutigen Begehung wollte also eruiert werden, inwieweit auch im LSG Röhlinghausen Handlungsbedarf bestehen würde.

Auffüllaktion im Februar 2021. Abzweigung des Rohrleitungssystems in den klienen Amphibien-Tümpel im NSG Blumenkamp. Aufgrund der Tiefsttemperaturen kurzzeitig demontiert [BILD: Feb2021].
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Kurioses aus der Landschaft: Guerilla Gardening aus dem grünen Saatgutautomaten?

Wer hat in seiner Kindheit nicht schon einmal vor einem der typischerweise roten Automaten gestanden, vielleicht auch mit der Hoffnung nach Einwurf des angesparten Hartgeldes und nach Betätigen des Drehmechanismus den Hauptgewinn in Form eines Goldringes in Händen halten zu dürfen. Selbst heutzutage sieht man Kaugummiautomaten noch immer mal wieder an der einen oder anderen Häuserwand hängen, doch die Anzahl der zumeist roten und viereckigen Outdoor-Automaten ist stark rückläufig.

Ein grüner Automat für Palmen-Saatgut irgendwo im Nirgendwo in einer Wohngegend auf dem „Hannover-Berg“ in Bochum Hordel [Januar 2021].

Relikte aus einer anderen Zeitepoche?!

Viele der Automaten sind längst in einem desolaten Zustand und verwaist – viele sind vollgeschmiert, manche aufgebrochen und andere wiederum verrostet oder schon seit Jahren demontiert. Automaten sieht man in den letzten Jahren immer seltener. Auch Automaten für Kondome und vor allem für Zigaretten sind nahezu vollständig aus dem Landschafts- und Stadtbild verschwunden. Vereinzelt findet man sie noch vornehmlich auf dem Weg zu den Toilettenräumen in Discotheken, Kneipen und Gaststätten oder in der Nach-Kassenzone zur räumlichen Ausweitung der Quengelzone.

Grüne Geschäftsidee mit Potential?!

Bis zur Entdeckung/ Beobachtung des heutigen Automaten waren mir ausschließlich rote Automatenvarianten unter die Augen gekommen, deren Angebot sich darüber hinaus zumeist an Kinder adressierte. Die Idee über diesen doch eher seltenen Vertriebskanal Saatgut an das interessierte Publikum zu verkaufen, finde ich eine klasse Idee. Warum es allerdings Palmen und deren Dünger sein müssen, will sich mir nicht auf Anhieb erklären. Ginge es nach mir, dann würde ich wohl eher auf regional-heimische Samenmischungen setzen – so gesehen als Angebot einer automaten-gestützten Aktionsform des Guerilla Gardenings.


Kurioses aus der Landschaft: Überreste einer verflossenen Liebe – Männerspielzeug

Vom formvollendeten Männertraum zum lästigen Plastikmüll

Es ist noch gar nicht lange her, da hatte ich im Rahmen eines Beitrages von meinem bisher kuriosesten botanischen Fund berichtet, der heutige Zufallsfund hat zwar mit Botanik rein gar nichts zu tun, ist aber hinsichtlich der Kuriosität mindestens von einem ähnlichen Niveau, wie es die betörende Topfpflanze von der Becker Deponie Ende November 2020 gewesen war. Grundsätzlich findet man am Wegesrand beim Durchlaufen der Landschaft immer mal wieder recht seltsame Dinge. Neben den zahlreichen Wilden Müllkippen, denen man in letzter Zeit zum Ärgernis aller immer häufiger und regelmäßiger begegnet, lassen sich Überreste von Zweirädern, Einkaufskarren, alte Autoreifen oder auch mal einen geknackten Tresor entdecken. Wobei die Beobachtung von Heute alles andere als dermaßen Alltäglich war, die heutige Entdeckung würde ich fast schon als ziemlich bizarr – ja fast schon befremdlich – bewerten.

Kunst liegt bekanntlich im Auge des Betrachters

Als ich an dem Tag den Aufgang zur Erzbahntrasse an der Hofstraße erreiche, konnte ich mich davon überzeugen, dass die Weide, die vor ein paar Tagen lediglich zur Hälfte entwurzelt war, nun komplett zerhäckselt im angrenzenden Gebüsch verteilt lag. Beim weiteren Blick durch das Gebüsch entdeckte ich dann einen kopf- und armlosen Torso. Zunächst ging ich davon aus, dass es sich hierbei um eine ausgediente Schaufensterpuppe handeln könnte. Auch als mir beim zweiten Blick die üppige Oberweite auffiel, tendiert meine Vermutung weiterhin in Richtung detailgetreuer Schaufensterpuppe – möglicherweise zur Präsentation von Damen-Oberbekleidung oder war es vielleicht doch eine kunstvolle Büste aus Beton?!

Das Objekt der Begierde mißt vom Hals bis in den Schritt knapp 60 cm. [BILD: Dez2020].

Da es mir nicht möglich war, von der Optik auf das Material zu schließen, war ich überrascht, nachdem ich den Torso mit dem Fuß berührt hatte, denn der Torso hatte entgegen meiner Vermutung keine feste Konsistenz. Dahingegen fühlte sich der Oberkörper recht inkonsistent und labbrig an, aber alles andere als hart, eher nach Gummi, Kautschuk, Silikon oder Latex. Und dann dämmerte mir allmählich, dass es sich bei dem vor mir liegenden Objekt wohlmöglich um eine lebensechte Sexpuppe aus Silikon handeln wird.

Es hat sich anscheinend ausgeliebt…

Was letztendlich zum Beziehungsbruch zwischen der Kopflosen mit den dicken Brüsten und ihrem früheren Besitzer geführt hat, darüber lässt sich nicht viel sagen. Warum Mann sein einst geliebtes Spielzeug nicht im Hausmüll entsorgt, ist in diesem äußerst skurrilen Fall vielleicht sogar wiederum verständlich. Man stelle sich nur vor, welche schambehangenen Konsequenzen es hätte haben können, wenn bald-, noch-Ehefrau oder der neugierige Nachbar die Entsorgung der vollbusigen Schönheit beobachtet hätte und wohlmöglich im Glauben gewesen wäre, dass ein Verbrechen vorlägen würde und die Polizei alarmiert hätte. Aber dennoch ist ein öffentliches Gebüsch sicherlich kein geeigneter Ort zur Entsorgung des vor allem für Kinder recht sensiblen Materials.


Beobachtung aus der Landschaft: Mülleimer für die Erzbahntrasse – RVR rüstet nach

Wer regelmäßig viel und das ganze Jahr über auf der Erzbahntrasse laufend oder auf dem Rad unterwegs ist, der wird längst erkannt haben, dass die Abfalleimer-Dichte für die Anzahl an Sitzgelegenheiten und dem zeitweisen Ansturm vor allem an den sommerlichen Wochenenden schlichtweg zu gering ist. In der Vergangenheit führte dieses Missverhältnis vorwiegend an starkfrequentierten Tagen oftmals dazu, dass die Bereiche um die Sitzgelegenheit ohne Abfalleimer von einem erheblichen Ausmaß von Vermüllung betroffen waren. Viel zu lange hatte ich mich über die Untätigkeit des RVR und den unbefriedigenden Zustand der desolaten Mülleimersituation innerlich aufgeregt. Doch meine stillen Hilferufe nach mehr Mülleimer für die Erzbahntrasse wurden nun erhört.

Ein fast noch jungfräulicher Mülleimer ohne Graffiti – auf der Erzbahntrasse unmittelbar am Treppenaufgang auf Höhe der Günnigfelder Straße in Bochum [BILD: Dezember 2020].

Was lange währt, wird endlich gut – manchmal zumindest!?

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