Beobachtung aus der Landschaft – Wasser marsch im LSG Röhlinghausen

Arbeiten am Hüller Bach im Rahmen der Emscher-Renaturierung führen zu einer saisonal-atypischen Austrocknung angrenzender Feuchtbiotope. Auch im LSG Röhlinghausen wird im Frühjahr 2021 zum Schutz der dort laichenden Amphibien eine Refill-Aktion des Gewässerbiotops notwendig!

In den zurückliegenden Jahren lag es in der Regel am trocken-warmen Klima und dem damit einhergehenden Mangel an Niederschlag, wodurch die erfolgreiche Metamorphose heimischer Amphibien – gemeint ist hiermit die Entwicklung der Amphibien von der aquatischen Larvenform zum Landlebewesen, zumindest behindert wurde. In diesem Amphibienjahr (2021) dahingegen ereilte Kröte, Frosch und Molch das Schicksal einer zu frühen Austrocknung ihres Gewässerbiotops schon bevor Laichwanderungen überhaupt flächendeckend begonnen hatten. Auch wenn das Resultat im Vergleich zu den Vorjahren sehr ähnlich scheint, ist die Ursache, obwohl ebenfalls durch Menschenhand verursacht, nicht das Klima oder der ausgebliebene Niederschlag, sondern die Renaturierung des Hüller Bachs.

Renaturierter Abschnitt des Goldhammer Bachs einem Nebenfluss des Hüller Bachs in Bochum, der so wie der Hüller Bach über Jahrhunderte als offene Kloake missbraucht wurde. [BILD März 2021].

Der Zweck heiligt trotz erheblicher Nebenwirkungen die Mittel…

In Anbetracht der positiven Auswirkungen, die die Renaturierung des größten Nebenflusses der Emscher auf die zukünftige Biodiversität in den Ökosystemen und natürlich auch die zu erwartende Steigerung der Wohn- und Lebensqualität derjenigen, die seit Jahrzehnten an und mit den Begleiterscheinungen eines schmutzwasserführenden Flusses leben, mit sich bringt, lässt die temporär begrenzten Kollateralschäden dieses Jahrhundertprojektes marginal erscheinen und hilft sie bis zu einem gewissen Punkt zu tolerieren.

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Beobachtung aus der Landschaft – es blitzt am Krötenzaun im LSG Röhlinghausen

Dem wachsamen Beobachter fiel beim Durchlaufen des LSG Röhlinghausen Mitte März ein grauer Passat Kombi auf, der kurz vor der Baustelleneinfahrt zur Kanalisierung des Hüller Bachs im Rahmen der Emscher-Renaturierung verdächtigt am Straßenrand parkte. Zunächst war ich noch davon ausgegangen, dass es irgendein Betreuer des Amphibienschutzzauns sein würde, der sein Fahrzeug dort kurz geparkt hat, um eine der zweimal pro Tag zu erfolgenden Kontrollen des Zauns nachzukommen. Aus der Nähe stellte sich dann jedoch heraus, dass es sich bei dem Fahrzeug um einen mobilen Blitzer der Verkehrswacht handelte. Doch welchen Sinn kann es haben, einen Blitzer in einen dünn bis gar nicht besiedelten Gebiet im Herner Westen zu platzieren?

Sturmschäden Amphibienschutzzaun an der Hofstrasse im LSG Röhlinghausen.
Amphibienschutzzaun an der Hofstrasse im LSG Röhlinghausen [BILD 20.02.2020].

Kurz ein paar Infos zum Ort des Geschehens

Die Hofstraße, die das Landschaftsschutzgebiet durchschneidet, ist eine 1,4 km lange Straße, die den Gelsenkirchener Stadtteil Bulmke-Hüllen mit dem Herner Stadtteil Röhlinghausen verbindet. Sie führt auf kerzengrader Strecke durch ein relativ dünnbesiedeltes Landschaftsschutzgebiet. Es geht vorbei an einer stillgelegten Deponie, waldähnlichen Bereichen, unter der Erzbahnbrücke her, weiter vorbei an Pferdekoppeln und landwirtschaftlich genutzten Feldern und über den Hüller Bach. Unmittelbar vor dieser Brücke befindet sich ein Reiterhof, wo normalerweise aus dem Bereich mit Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h eine verkehrsberuhigte 30er-Zone wird, was damit zusammenhängt, dass sich das Gesicht der Straße auf den letzten 400 Meter hinter der Hüller-Bach-Brücke aufgrund der anschließenden Wohngegend grundlegend ändert. Aufgrund einer temporären Baustelle, bei der im Rahmen der Emscher-Renaturierung ein neues Pumpwerk entsteht respektive zum Großteil während der letzten Monaten gebaut wurde, beginnt die 30er-Zone seit gut einem Jahr knapp 200 Meter früher.

Behördliche Wegelagerei im Herner Westen? Sicherlich nicht

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News aus dem Schilderwald – Teddy vermisst!

Vermisstenanzeige mit gesteigertem Schmunzelfaktor: Entdeckt an diversen Stellen im Bereich des Eickeler Volksgartens in Herne-Eickel.

Während der Ortsbegehung zur Begutachtung der Maßnahmen, die von der Unteren Naturschutzbehörde im Rahmen der artenschutzgerechten Anpassung der prekären Gully-Situation im Eickeler Park durchgeführt wurden, begegnete mir gleich an mehreren Stellen im Umfeld des städtischer Grünanlage der Hilferuf einer besorgten Mutter in Form dieses Aushanges.

WANTED: Gesucht wird das rosafarbene Kuschelteddybärchen! Aushang gesehen an mehreren Stellen im Bereich des Eickeler Volksgartens in Herne-Eickel. [BILD: Mitte März 2021].

Wie der liebevollgestalteten „Vermisstenanzeige“ zu entnehmen war, ist dem Nachwuchs beim letzten Spaziergang im Park sein rosa Frotteeeinschlaf-Bärchen aus dem Kinderwagen gefallen. Mit dieser Suchaktion versucht die verzweifelte Mama nun das geliebte Stofftierchen ihres Nachwuchses nach vergeblicher Suche doch noch wieder zu finden. Für den ehrlichen Finder wird passenderweise dann auch noch eine Tüte Gummibärchen als Finderlohn ausgelobt. Mutter und Kind bleibt zu wünschen, dass das heißgeliebte rosa Kuscheltier mittlerweile wieder aufgetaucht ist oder aber, dass zeitnah eine geeignete Kuschelalternative als Einschlafhilfe gefunden werden konnte. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des gesuchten Gegenstandes dienlich sind, nutzen sie bitte das Kontaktformular oder schreiben Sie mir eine E-Mail.


Beobachtung aus der Landschaft – die Werner Lorke-Gedächtnis-Plakette am NSG Blumenkamp im Bochumer Norden

Neues aus dem Schilderwald

An einer recht starkfrequentierten Umgehungsstraße an der Bochumer Stadtgrenze zu Herne und Gelsenkirchen befindet sich versteckt hinter Bäumen und Sträuchern eine aus Weihern und Tümpeln bestehende Landschaft, die zu Bochums kleinstem Naturschutzgebiet gehört und die man an dieser Stelle so wohl eher nicht erwartet hätte.

Das Naturschutzgebiet „Am Blumenkamp“

Zwischen den beiden Bochumer Ortsteilen Hordel und Günnigfeld, unmittelbar am Fuße der Erzbahntrasse befindet sich ein wahres Refugium für seltene Pflanzen und Tiere. Das Bochumer Naturschutzgebiet ist auf natürliche Weise durch Bergsenkung entstanden und misst gerade einmal 3,7 Hektar, was einer Fläche von knapp vier Fußballplätzen entspricht. Das Feuchtbiotop setzt sich aus mehreren voneinander getrennten Tümpeln und Weihern zusammen und verfügt über ein vielfältiges Angebot verschiedenster ökologischer Nischen, die vor allem in urbanen Ballungsräumen zunehmend seltener werden oder längst fehlen.

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Kurioses aus der Landschaft – ein kleiner Pottstein zum Dank für eine spontane Gefälligkeit

Auf der gestrigen Runde durch die Landschaft ging es entlang der Amphibienleitwand vorbei am Rand des NSG Am Blumenkamp in Bochum Günnigfeld. Wie so oft sind Weg und Hang entlang der Amphibienleitwand übersät mit achtlos aus vorbeifahrenden Fahrzeugen geworfenem Müllallerlei. Getriggert vom Müll im Grünen, war mir spontan nach einem spontanen Plogging-Quickie. Im Vorbeilaufen hatte ich drei äußerlich wenig beschmutzte Getränkedosen eingesammelt. Mit dem Unrat in den Taschen ging es weiter in Richtung des nächsten Mülleimers, der sich nach kurzer Orientierung im Krupp Park befunden hat.

Pottstein 1198 – lustiges Steinmonster, das mir an einem Mülleimer aufgelauert hat [BILD: 07.03.2021].

[OFF-TOPIC] Erworbenes Ballastwissen aus einer Quizz-Show?!

Wie hoch ist die Energiemenge, die durch das Recyceln einer Getränkedose aus Aluminium im Vergleich zur Neuproduktion eingespart werden kann?

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Beobachtungen aus der Landschaft – Lenkung und Defrequentierung von Besucherströmen

Schon im vergangenen Sommer 2020 habe ich eine Beobachtung gemacht, auf die ich vor ein paar Tagen beim Durchstöbern einiger Fotoarchive wieder aufmerksam geworden bin. Beim Durchlaufen des oberen Trassenbereiches auf Höhe des Landschaftsparks Pluto V war mir damals aufgefallen, dass der parallel zum Hauptweg verlaufende Pfad mit Ästen und kleinen Birkenstämmen schwerpassierbar gemacht wurde. In kurzen Abständen hatte Jemand den kompletten Weg mit Totholz unterschiedlicher Größen blockiert. Zunächst hatte ich mir bei der Aktion nichts weiter gedacht, doch dann stellte sich mir die Frage, ob es sich hierbei um ein aus Kinderhand entstandenes Naturkunstwerk gehandelt haben wird oder ob Jemand mit der Aktion bewusst beabsichtigte, die Besucherströme aus dem Bereich fernzuhalten und in Richtung Hauptweg zu kanalisieren.

Ökologische Sperrung vom Nebenweg an der Erzbahntrasse auf Höhe des LSG Pluto V [Sommer 2020].

Intentionaler Geniestreich oder Zufallsprodukt aus Kinderhand?

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Kurioses aus der Landschaft: Schnitzeljagd durch den Landschaftspark Pluto V – Regenbogen-Ralley

Fester Bestandteil auf Freizeiten in der Kinder- und Jugendarbeit oder spaßbringender Programmpunkt am Kindergeburtstag

Als mich meine Laufrunde Mitte Januar durch den Landschaftspark Pluto V in Wanne-Bickern führt, fallen mir sofort die mehr als ein Dutzend buntgestalteten und laminierten Zettel auf, die in 1,50 Meter Höhe an Bäumen und Sträuchern befestigt waren. Auf allen diesen Zetteln war ein Regenbogen abgebildet. Bei genauerem Hinsehen war linksunten darüber hinaus eine fortlaufende Zahl zu erkennen. Schnell war klar, dass es sich hierbei um eine Schnitzeljagd handelt. Bewegung, Spiel und Sport Draußen an der frischen Luft sind nicht nur in Zeiten von Corona ein wesentlicher Bestandteil institutioneller und privater Kinder-Bespaßung. So gut wie jeder von uns wird irgendwo und irgendwann schon einmal in den Genuss gekommen sein, an einer solchen Rallye durch die Natur teilgenommen zu haben.

[BILD: 13.02.2021, im LSG Pluto V, auf dem Damm der Erzbahntrasse in Herne].

Schnitzeljagd, Nachtwanderung, Schatzsuchen oder Geocaching sind im Prinzip Bezeichnungen für ein und dasselbe Spiel – auch bei der im LSG Röhlinghausen durchgeführten Regenbogen-Rallye handelt es sich um eine Variante der klassischen Schnitzeljagd […]

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