Beobachtung aus der Landschaft – Vom Winde verweht, vom Winde gelegt – die Kätzchen der Schwarz-Pappel (Papulus negra) sind rot

Zu Beginn des diesjährigen Amphibienschutz-Projektes, bei dem wie in jedem Jahr der knapp 300 Meter langer Kunststoffzaun auf der Böschungskante entlang der L639 aufgebaut werden soll, fiel auf, dass sich am Ort des Geschehens vegetationstechnisch einiges verändert hatte. Irgendwas war anders, aber was? Dass sich die Brombeeren weiter ausgebreitet haben und den Bereich flächendeckend überwuchern würden, davon war auszugehen. Doch das war es auch nicht, was die gefühlte Veränderung ausmachte. Erst beim zweiten Blick bemerkte ich, dass im Vergleich zur letzten Ortsbegehung, die beim Zaunabbau Ende April 2020 stattgefunden hatte, einer der knapp 30 Meter hohen Baumriesen, der bisher am Fuße des Bahndamms stand, nur noch zum Teil dort steht.

Der geköpfte Baumriese im LSG Pluto V zwischen L639 und Bahndamm [Bild Mitte März 2021].

Schadensbild möglicherweise Ergebnis des fortschreitenden Klimawandels?!

Die komplette Baumkrone liegt vom Brombeergestrüpp teils verdeckt auf dem Boden, während der untere Teil des Baumstammes samt der Wurzel weiterhin senkrecht in der Botanik steht. Es sieht alles danach aus, als sei der Baum in der Stammmitte durchgebrochen. Sehr wahrscheinlich wurde dieser Umstand durch die Wasserknappheit der zurückliegenden Dürrejahre (2018-2020) und einer damit einhergehenden verminderten Elastizität der hölzernen Baumstrukturen begünstigt. Denn eigentlich waren die bisherigen Stürme – zumindest von den erreichten Windgeschwindigkeit – nicht annähern von der Stärke, dass sie gesunde Bäume der vorliegenden Größe hätten zerbrechen lassen können.

Mehrwert entwurzelter Flachwurzeler – alternative zu seltenen Steilwänden

Das beobachtete Schadensbild weicht in dem Fall von den regelmäßig zu beobachtenden Entwurzlungen der flachwurzelnden Birken und Weiden ab, bei denen der Wurzelteller samt Erdreich in die Höhe ragt und Steilwandbrüter wie beispielsweise den Eisvögeln eine alternative Nistgelegenheit bieten kann. Die explosionsartige Zersplitterung des Stamms ließe sich wohlmöglich auch noch durch einen direkten Blitzeinschlag erklären. Was auch immer zur Entkronung des Baumes geführt hat, die Baumhälfte ist glücklicherweise in einen Bereich zu Boden gefallen, wo sie die Aktivitäten des Schutzzauns nicht stört.

Die Kätzchen eines gelegten Baumriesens [BILD Mitte März 2021].

Pappel und Weide sind botanische eng miteinander verwandt…

Obwohl die Baumkrone schon eine Weile am Boden liegt und jegliche Verbindung mit den Wurzeln gekappt ist, scheint weiterhin Leben im Baum zu sein. So haben sich trotz des offensichtlichen Totalschadens aus den im oberen Teil des Stammes verbliebenen Säften Knospen bilden können, die sich jetzt (25.03.2021) geöffnet haben. Das Bild zeigt die roten Kätzchen einer Schwarz-Pappel, die ich vor dieser zufälligen Begegnung bisher nicht bewusst beobachtet habe, was in erster Linie damit zusammenhängt, dass man sie unter normalen Umständen nur in den unerreichten Höhen des Baumwipfels bewundern kann. Die Form der frühen Blüte erinnert in ihrer Kompaktheit ein wenig an die charakteristischen Kätzchen von Weiden. Und diese Ähnlichkeit kommt nicht von ungefähr. Sowohl Weide als auch Pappel werden botanisch zur Familie der Weidengewächsen zählt, was die Ähnlichkeit ihrer Blüten erklärt. Diese Beobachtung trifft aber nur auf den Zeitpunkt unmittelbar nach dem Öffnen der Knospe zu. Schon wenige Tage später ähneln die Blütenstände eher denen der gewöhnlichen Hasel (Corylus avellana).

Beobachtungen aus der Landschaft: Öko-Vandalismus auf der Thyssenhalde im NSG Berghalde Pluto in Herne?!

Was ist hier passiert? Wer ist dafür verantwortlich? Warum schädigt jemand überhaupt augenscheinlich gesunde Bäume? Und wieso sind nur Bäume einer bestimmten Art davon betroffen, während andere Baumarten verschont geblieben sind?

Die sonntägige Laufrunde durch die heimische Haldenlandschaft führte mich Anfang März vorbei an der Pluto- und der Thyssenhalde mitten durch das NSG Berghalde Pluto-Wilhelm, wo ich eine auf den ersten Blick erschreckende Beobachtung gemacht habe. So musste ich feststellen, dass sämtliche Bäume im unteren Hangbereich der Thyssenhalde, genau in dem Bereich wo vor einigen Monaten die Ausbesserungsarbeiten am Wegesystem durchgeführt wurden, an ihren Stämmen massive Beschädigungen aufwiesen. Die Verursacher wussten anscheinend genau, was zu tun ist, um den Bäumen maximal zu schaden. Denn im Rahmen einer früheren Recherche zu mechanisch verursachten Baumschäden – in dem damaligen Bericht ging es um die Schäden an einem Baum, der sich im Einfahrtsbereich einer der zahlreichen Baustellen zur Kanalisierung des Hüller Bachs befindet und der augenscheinlich mit einem Baustellenfahrzeug kollidiert war – hatte ich gelesen, dass kleinere Beschädigungen der Rinde für einen gesunden Baum kein allzu großes Problem darstellen.

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Beobachtungen aus der Landschaft – Sturmsaison Frühjahr 2021 – viel Wind um nichts!

Wetter: Mäßig starke Stürme treffen auf klimagestresste Bäume

An die Sturmsaison im vergangenen Jahr kann ich mich noch gut erinnern. Damals hieß das Sturmduo Sabine und Viktoria, welches Mitte Februar an zwei aufeinander folgenden Wochenenden durch NRW zog und unter anderem dafür verantwortlich war, dass die letzten Bertlicher Straßenläufe vor der bis heute andauernden Corona-Pandemie aus Gründen der Sicherheit abgesagt werden mussten. All denen der dieser persönliche Bezug fehlt, werden die eher lauen Lüftchen aus 2021 wohl schon längst vergessen haben. Warum eigentlich Sabine und Viktoria?!

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