Ein Erfahrungsbericht über die Vorbereitung auf die Prüfung zum Sportfischereischein NRW

Die Sportfischereiprüfung NRW – Teil (2/3)

Tipps & Ratschläge zur autodidaktischen Vorbereitung

Wer in Deutschland an einem öffentlich-zugänglichen Gewässer gesetzeskonform angeln möchte, muss zunächst die Prüfung zum Sportfischereischein bestehen und im Besitz eines gültigen Angelscheins sein. Die Anmeldung zur Prüfung steht in NRW jedem frei.

– ALLERLEI ZUR ANGELEI –



Plädoyer für den Besuch eines Kurses, es geht aber auch ohne…

Auch wenn Aufbereitung und Durchdringung des umfangreichen und neuen Themenfeldes zu Beginn zugegebenermaßen herausfordernd ist, so lassen sich die Aufgaben mit einer gesunden Portion intrinsischer Motivation problemfrei meistern. Für die systematische Erarbeitung des Stoffes und eine optimale Vorbereitung auf die Prüfung empfiehlt sich aus mehreren Gründen dennoch der Besuch eines der Vorbereitungskurse, die von den ortsansässigen Angelvereinen für rund 50 Euro angeboten werden. Mit der Teilnahme an einem Vorbereitungskurs entfällt nicht nur die eigenständige Suche nach geeignetem Lernmaterial. Eine Kursteilnahme bietet die Möglichkeit zu neuen sozialen Kontakten und zum themenspezifischen Networking, darüber hinaus lässt sich von der Expertise und der langjährigen Erfahrung der Dozenten profitieren, die diese Kurse zumeist schon seit vielen Jahren durchführen oder im Idealfall sogar selbst in den Prüfungsgremien sitzen oder saßen und deshalb genau wissen, worauf es in bei der Vorbereitung und schlussendlich bei der Prüfung ankommt.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern steht die Anmeldung zur Prüfung in NRW für jeden offen. Es gibt keine verbindliche Teilnahmepflicht an einem Vorbereitungskurs!

Da Fischereirecht Länderrecht ist und somit in jedem Bundesland anders geregelt wird, ist die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs in NRW (Stand 2020) jedem freigestellt, aber keine Voraussetzung zur berechtigten Anmeldung der Prüfung. Um sich für die Prüfung in NRW anzumelden reicht es aus, sich fristgerecht zu einer der jährlich stattfindenden Prüfungen anzumelden. Im Internet wird zwar auf diversen Seiten der Anschein erweckt, dass eine Kurteilnahme verbindlich wäre, ist sie aber definitiv nicht. Hier scheinen vor allem kommerzielle Interessen eine Rolle zu spielen.

Um Unklarheiten im Vorfeld auszuräumen, fragt bei der für euch zuständigen Unteren Naturschutzbehörde nach, inwieweit eine Kursteilnahme verpflichtend für das Ablegen der Fischereiprüfung ist. Aktuell (Stand 2020) wird in NRW allen Interessierten die Möglichkeit eingeräumt, sich das Themenfeld in Eigenregie also autodidaktisch zu erarbeiten, was nach meiner Erfahrung mit einer gesunden Portion Ehrgeiz und der Fähigkeit zur Organisation des eigenen Lernprozessen gut zu managen ist – denn so musste ich es tun, nachdem ich im letzten Jahr erfahren hatte, dass die Kursplätze aufgrund der pandemischen Situation in Herne halbiert wurden.

Respekt vor der Natur als ein Leitmotiv der Ausbildung

Neben der Vermittlung von angelspezifischen Fachwissen und elementaren Grundfertigkeiten liegt die eigentliche Intention der Prüfung zur Erlangung des Sportfischereischeins nach meiner persönlichen Auffassung darin begründet, verantwortungsbewusste Angler auszubilden, diese für den respektvollen Umgang mit der Natur zu sensibilisieren, um auf diesem Wege regulierend einzugreifen, und um zu gewährleisten, dass das Angeln auch in der Zukunft mit Spaß und Freude in einer intakten Umwelt ausgeführt werden kann. Aus diesem Grund denke ich, dass die Vermittlung von Rücksicht und Respekt vor der Natur bei der Ausbildung zum Sportfischereischein oberste Priorität haben sollte. Dennoch ist vieles von dem, was im schriftlichen Teil der Prüfung gefordert wird, im weiten Sinne als „ökologische Allgemeinbildung“ zu bewerten, geht selten in die Tiefe und reicht zumeist nicht über ein Grundlagenniveau hinaus.

AUFBAU DER SPORTFISCHEREI-PRÜFUNG

Die Sportfischerei-Prüfung besteht aus einen 60 MC-Fragen umfassenden allgemeinen Teil, einen Teil mit Schwerpunkt Artenkunde, bei dem die Fähigkeit nachzuweisen ist, Fischarten  mit Hilfe von Bildtafeln zu bestimmen, sowie einem praktischeren Teil bei dem es darum geht, die Angelausrüstung für einen bestimmten Zielfisch nach waidgerechte Kriterien zusammenzustellen. Auf diese drei Prüfungsteile werde ich vor dem Hintergrund meiner eigenen bei der Prüfungsvorbereitung gemachten Erfahrungen eingehen.

Die Sportfischerei-Prüfung in NRW setzt sich also aus drei Prüfungsteilen zusammen. Eine erste Übersicht der Anforderungen gibt nachfolgende Tabelle an.

SchriftlichPraktisch IPraktisch II
Fragebogen mit 60 / 359 MC-Fragen; aus 6 Fachgebieten, jeweils 10 Fragen
6 aus 49 Bildtafeln der Fischarten nach dem Zufallsprinzip
waidgerechtes Zusammenstellen von Angelgerät + Zubehör
min. 45 Fragen müssen richtig sein, zudem min. 6 aus jedem Fachgebiet
4 richtige Arten müssen erkannt und benannt werden

von max. 28 Punkten müssen min. 25 erreicht werden

2.1 SCHRIFTLICH – Multiple Choice Test

Der MC-Fragebogen umfasst insgesamt 60 Fragen (ausgewählt aus insgesamt 359 Fragen), wobei aus den nachfolgenden 6 Themenfeldern jeweils 10 Fragen zu beantworten sind. Zum Bestehen der Fischereiprüfung müssen mindestens 45 Fragen richtig beantwortet sein, als weitere Bedingung gilt, dass mindestens 6 Fragen aus jedem der 6 Themenfeldern korrekt sein müssen. Bedeutet also, dass insgesamt 75% erreicht werden müssen sowie mindestens 60% bezogen auf die 6 Themenfelder.

  1. Allgemeine Fischkunde (53 Fragen)
  2. Spezielle Fischkunde (73 Fragen)
  3. Gewässerkunde und Fischhege (77 Fragen)
  4. Natur und Tierschutz (45 Fragen)
  5. Gerätekunde (41 Fragen)
  6. Gesetzeskunde (70 Fragen)

2.2 PRAKTISCH I Artenkunde: Bestimmung von Fischarten

Von den insgesamt 49 der für NRW prüfungsrelevanten Fischarten werden dem Prüfling sechs nach dem Zufallsprinzip vorgelegt. Es müssen 4 richtige Fischarten benannt werden können. Die in der Sportfischerei-Prüfung verwendeten Bildtafeln entsprechen in Farbe und Gestaltung exakt den Abbildungen der Fischkarten, die beim Landesfischereiverband Westfalen und Lippe in Münster gegen eine Gebühr von 8 € bezogen werden können.

Edelkrebs (Astacus astacus)
Amerikanischer Krebs (Orconectes limosus)
Bach-/Flussneunauge (Lampetra spec.)
Lachs (Salmo salar)
Bachforelle (Salmo trutta fario)
Meerforelle (Salmo trutta trutta)
Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss)
Bachsaibling (Salvelinus fontinalis)
Nordseeschnäpel (Coregonus oxyrinchus)
Äsche (Thymallus thymallus)
Hecht (Esox lucius)
Aal (Anguilla anguilla)
Wels (Silurus glanis)
Quappe (Lota lota)
Flunder (Platichthys flesus)
Kabeljau (Dorsch) (Gadus morhua)
Makrele (Scomber scombrus)
Maifisch (Alosa alosa)
Flussbarsch (Perca fluviatilis)
Zander (Sander lucioperca)
Kaulbarsch (Gymnocephalus cernuus)
Kessler-Grundel (Ponticola kessleri)
Groppe (Mühlkoppe) (Cottus gobio)
Zwergstichling (Pungitius pungitius)
Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus)

Bitterling (Rhodeus sericeus)
Karausche (Carassius carassius)
Giebel (Carassius gibelio)
Wildkarpfen (Cyprinus carpio)
Zährte (Vimba vimba)
Rotauge (Rutilus rutilus)
Moderlieschen (Leucaspius delineatus)
Hasel (Leuciscus leuciscus)
Döbel (Leuciscus cephalus)
Aland (Leuciscus idus)
Schneider (Alburnoides bipunctatus)
Elritze (Phoxinus phoxinus)
Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)
Schleie (Tinca tinca)
Rapfen (Aspius aspius)
Nase (Chondrostoma nasus)
Gründling (Gobio gobio)
Barbe (Barbus barbus)
Ukelei (Alburnus alburnus)
Güster (Blicca bjoerkna)
Brasse (Abramis brama)
Schmerle (Barbatula barbatula)
Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis)
Steinbeißer (Cobitis taenia)


2.3 PRAKTISCH II – Gerätekunde: Waidgerechtes Angelgerät

Aus den praktischen Aufgaben A1 bis A10 wird dem Prüfling nach dem Zufallsprinzip eine Aufgabe zugeteilt. Das Angelgerät ist für den Fang des geforderten Zielfisches waidgerecht zusammenzubauen und das weitere notwendige Zubehör in der richtigen Reihenfolge der Verwendung hinzuzufügen. Die Punktevergabe folgt im Prüfungsteil 3 einem bestimmten Lösungsschlüssel, der dem grundsätzlichen Aufbau einer Angel folgt und auf den ich an anderer Stelle näher eingehen werde. Von möglichen 28 Punkten müssen in dem Prüfungsteil mindestens 25 Punkte zum Bestehen der Fischereiprüfung erreicht werden.

RuteZielfisch
A1beringte leichte RuteRotaugen, Rotfedern und Brassen
A2FeederruteRotaugen, Rotfedern und Brassen
A3RuteKarpfen
A4GrundruteAalen
A5SpinnruteHechten
A6SpinnruteBarschen
A7Fliegenrute (Trockenfischen) Forellen
A8Fliegenrute (Nassfischen)Forellen
A9RuteDorschen
A10BrandungsrutePlattfischen

WEITER IM THEMA ANGELSCHEIN


Werbung

7 Gedanken zu „Ein Erfahrungsbericht über die Vorbereitung auf die Prüfung zum Sportfischereischein NRW

  1. Pingback: Ein Erfahrungsbericht über die Vorbereitung auf die Prüfung zum Sportfischereischein NRW | Hans guck in die Natur

  2. Pingback: Ein Erfahrungsbericht über die Vorbereitung auf die Prüfung zum Sportfischereischein NRW | Hans guck in die Natur

  3. Pingback: Ein Erfahrungsbericht über die Vorbereitung auf die Prüfung zum Sportfischereischein NRW | Hans guck in die Natur

  4. Pingback: Mein Projekt für 2020 – Sportfischereischein NRW | Hans guck in die Natur

  5. Pingback: Aktuelles aus Herne: Absage der Sportfischerprüfung 2020 | Hans guck in die Natur

  6. Pingback: Aktuelles aus Herne: Ersatztermin für ausgefallene Fischereiprüfung steht fest! | Hans guck in die Natur

  7. Pingback: Ein Erfahrungsbericht über die Vorbereitung auf die Prüfung zum Sportfischereischein NRW | Hans guck in die Natur

Hinterlasse jetzt ein Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s