Undefinierbare Objekte in der Nähe vom LSG Pluto V

Beobachtung aus der Landschaft vom 11.11. und 20.11.2021

Auf einer meiner Runden durch die Landschaft von Erzbahntrasse und Hüller Bach kam es Anfang November im Bereich der neuentstehenden Halde unmittelbar nach der Tausendfüßler-Brücke in der Nähe vom LSG Pluto V zur Beobachtung gleich mehrerer Objekte, die ich zunächst nicht zuordnen konnte. Was für mich auf den ersten Blick wie Konstruktionen zum Fangen von Insekten im Rahmen eines Monitorings aussah, stellte sich bei näherer Betrachtung als ein Instrument zum Messen von Baustellenstaub heraus.

Futuristische Fackelhalter in der Haldenbotanik [BILD 11.11.2021].

Aufbau und Standort der Meßvorrichtung

Die relativ primitivwirkende Messvorrichtung besteht aus einem stabilen Metallrohr, an dessen Spitze in einer Höhe von etwa zwei Meter ein schwarz-gitternder Korb thront, in dem sich ein Behälter befindet. Die Stäbe stecken in einem Abstand von maximal 2-3 Metern zueinander solide im Boden, wobei jeweils drei dieser Konstrukte an den beiden straßennahen Ecken der neuentstehenden Halde platziert sind.

Austausch der verwendeten Behälter

Seit der Erstbeobachtung, die gut eine Woche zuvor erfolgte, wurden die verwendeten Behälter ausgetauscht. Anstelle der jetzt durchsichtigen Gläser wurden am 11.11.2021 noch milchig-weiße Plastikbehälter in ähnlicher Form verwendet, die aufgrund ihrer Farbe allerdings dermaßen auffallend waren, dass sie jedem, der auf der Erzbahntrasse unterwegs war, unmittelbar ins Auge gesprungen sein sollten. Die jetzt am 20.11.2021 verwendeten Gläser sind, was die Tarnfähigkeit betrifft, in jedem Falle eher geeignet, um nicht die Aufmerksamkeit eines jeden Unbefugten zu wecken. Bei den Glasbehältern handelt es sich jedoch nicht um irgendwelche speziellen Laborgläser, sondern um typische Einmachgläser der Firma Weck, die man üblicherweise zum Einmachen von verderblichen Nahrungsmitteln verwendet.

Nachdem Austausch der Behälter [BILD 20.11.2021].

Betrachtung aus der Nähe bringt Klarheit

Da ich zunächst davon ausgegangen war, dass es sich bei den undefinierbaren Objekten um Insektenfallen handeln würde, war ich zugegebenermaßen ein wenig überrascht, als ich bei Betrachtung aus der Nähe feststellen musste, dass sich in dem Gefäß weder Insekten noch ein Lockmittel befunden hat. Noch mehr überrascht war ich aber deshalb, weil das Gefäß komplett leer war. Erst bei genauerer Inspektion entdeckte ich unterhalb des korbähnlichen Gefäßhalters, der etwas von einer futuristischen Krone hat, einen kleinen schwarzen Aufkleber, auf dem mit weißem Edding Staub 1.2 geschrieben steht. Auch die beiden anderen Konstrukte sind auf diese Weise jedoch mit den fortlaufenden Nummern 1.1 und 1.3 beschriftet. An der anderen Haldenecke, die sich unmittelbar über dem Areal der ehemaligen Hundeschule an der T-Kreuzung von Gelsenkirchener Straße und Ostpreußenstraße befindet, stehen die Messvorrichtungen mit den Nummern 2.1, 2.2 und 2.3 – wobei auch diese Gefäße keine Partikel enthielten, die mit dem bloßen Auge hätten wahrgenommen werden können.

Falls die Konstrukte, so wie zu vermuten, dem Auffangen von Staub dienen, verwundert die festgestellte inhaltliche Leere in den Behältern nicht wirklich, da die letzten Tage und Wochen reich an Niederschlag waren und der Untergrund dementsprechend feucht ist, wodurch die Gefahr einer trockenheitsbedingten Staubbildung nicht gegeben war.

Fazit – Resümee – abschließende Betrachtung

Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei der beobachteten Maßnahme um eine Art von Monitoring. Mit den so gewonnenen Daten ließe sich eine evidenzbasierte und objektive Beurteilung der Staubentwicklung durchführen, um schlussendlich die Frage zu klären, inwieweit die unmittelbare Umgebung (primär der Abschnitt der Gelsenkirchener Straße auf Gelsenkirchener Stadtgebiet) von einer Exposition durch die bei den Arbeiten entstehenden Stäube betroffen war respektive sein könnte?! Nach welchen Vorgaben und Normen eine solche Messung zu erfolgen hat, kann ich nicht sagen. Denkbar wäre in dem Zusammenhang, dass es sich um eine behördliche Auflage zur Einhaltung des Emissionsschutzgesetzes handelt, die deshalb angeordnet wurde, weil es in der Vergangenheit vermehrt zu Beschwerden durch Anwohner gekommen ist?! Denn dass es bei der Beschaffenheit des aufgeschütteten Haldenmaterials je nach Witterungslage zur Entstehung von Stäuben kommt, lässt sich weder bestreiten noch gänzlich vermeiden. Möglicherweise soll mit der Messanordnung das Ausmaß der emmissionsbedingten Staubexposition eruiert werden, wobei der Zeitpunkt zur Durchführung einer solchen Messung im Sommer wohl effektiver und letztendlich auch sinnvoller gewesen wäre?!


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