Unterwegs in Bochum-Hordel – der Bienenschwarm Teil 2

Beobachtung aus der Landschaft vom 22. Juni 2021

Wieso, weshalb und wie es überhaupt zu dem nachfolgenden Beitrag gekommen ist, erfährst du im ersten Teil dieses kleinen Zweiteilers aus dem Themenbereich der praktischen Bienenkunde.

Als ich am LSG Königsgrube bei Imker Kessen ankomme, erblicke ich direkt drei Herren, die durch den Vorgarten des Hauses gehen und so wie es scheint, miteinander über die Botanik fachsimpeln. Dem äußeren Anschein nach handelt es sich neben Imker Kessen zumindest bei einem weiteren Herrn ebenfalls um einen Imker. Als Imker verrät ihn der Strohhut, den er auf dem Kopf trägt. Nachdem ich den drei Herren meine landschaftliche Beobachtung geschildert hatte, signalisierten zwei Interesse und waren bereit, sich die Örtlichkeit und den Schwarm zunächst aus der Nähe anzugucken, um dann vor Ort zu entscheiden, inwieweit ein Einfangen überhaupt zu realisieren ist und ob die Bienen tatsächlich noch am Baum verweilen. Es wäre nämlich theoretisch auch denkbar gewesen, dass sich die Bienen zwar am Baum abgesetzt haben, die Späherbienen in der Zwischenzeit aber schon eine passende Behausung – einen hohlen Baum oder einen künstlichen Hohlraum gefunden haben und das Bienenvolk deshalb wieder aufgebrochen ist.

Anfahrt und Vorbereitung zum Schwarmfang

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Unterwegs in Bochum-Hordel – der Bienenschwarm Teil 1

Beobachtung aus der Landschaft vom 22. Juni 2021

Auf einer Laufrunde durch die heimatliche Landschaft wurde ich Ende Juni Zeuge eines Phänomens, von dem ich bis zu dem Zeitpunkt nur gelesen oder gehört hatte. Von jetzt auf gleich tauchte ein zunächst nicht näherdefinierbares aber durchaus bedrohliches Geräusch auf. Möglicherweise das Summen von Insekten, aber es war nicht das Summen eines einzelnen Insekts. Es war vielmehr ein regelrechtes Getöse und hörte sich an, als würden tausende von Insekten irgendwo in der Nähe einfallen. Und ich sollte mich nicht verhört haben, denn genau so war es auch.

Kalter Schauer trotz gefühlten 30° C und Sonnenschein

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Mit biochemischen Duftstoffen gezielt gegen die behaarten Spinner

Beobachtung vom 31.05.2021 – unterwegs am ZOOM in Gelsenkirchen

Der Eichenprozessionsspinner (ESP; Thaumetopoea processionea) ist in den letzten Jahren zunehmend zum Problem geworden, das den Kommunen Sorgen bereitet und durch die hohe Kosten Löcher in die Stadtkassen frisst. Reaktive Maßnahmen, die das Problem  erst dann angehen, wenn eine potentiell Gefahr für die Bevölkerung besteht, gibt es zu Genüge. Neben dem aus ökologischer Sicht fragwürdigen Einsatz von Pestiziden oder der aufwendigen und deshalb kostenintensiven mechanischen Entfernung mittels Hubwagen und Absaugens sind in den letzten Jahren alternative Maßnahmen in den Mittelpunkt des Interesses der ESP-Abwehr gerückt. Welche dieser Maßnahmen in welcher Situation zum Einsatz kommt, hängt grundsätzlich davon ab, ob präventiv oder reaktiv, gehandelt werden soll.

Ein mit Eichen-Prozessionsspinnern befallener Eichenbaum im LSG Röhlinghausen [Sommer 2020].

Rückblick: Die vorjährige EPS-Situation

Auch im LSG Röhlinghausen war es im letzten Jahr zu einer Invasion der haarigen Gesellen gekommen. Auf der kleinen Berghalde waren in den Sommermonaten ein Dutzend Eichen von ihnen befallen.  Von einem neuerlichen ESP-Befall ist bisher auf der kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen noch nichts zu sehen. Die im letzten Jahr angebrachten Warnschilder sind noch deutlich lesbar, auch wenn die Farben so langsam aber sicher ausbleichen. Ein Austausch der Warnschilder wird aber wohl erst im nächsten Jahr notwendig werden! Möglicherweise ist das diesjährige Jahr mit dem Dauerregen im Frühjahr und dem massiven Niederschlag während des kompletten Julis eher suboptimal für die Verbreitung des ESP und das LSG Röhlinghausen bleibt in diesem Jahr verschont.

Zwei Eichen-Prozessionsspinnern auf ihrem Gespinst an einem befallenen Eichenbaum im LSG Röhlinghausen [Sommer 2020].

Mit intelligenten BC-Präzisionswaffen gegen den EPS-Befall

Auf einer meiner letzten Runde durch die Landschaft habe ich an Eichenbäumen im direkten Umfeld der Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen eine bis zu dem Zeitpunkt noch nicht beobachtete Konstruktion beobachtet. Da es sich bei den Bäumen mit dem Plastikring und dem Sack eindeutig um Eichen handelte, war schnell klar, dass es sich hierbei um irgendeine Maßnahme gegen den ESP handeln wird. Augenscheinlich handelt es sich um eine Maßnahme, die zu den proaktiven Maßnahmen zu zählen ist, da sie die Raupen zu einem frühen Entwicklungszeitpunkt bekämpfen soll, zu einem Zeitpunkt bevor die Raupen ihre für den Menschen und vor allem für Allergiker gefährlichen Brennhaare ausgebildet haben.

[BILD 31.05.2021].

Bekämpfung durch Stärkung natürlicher Feinde ein probates Mittel

Die Recherche am heimischen PC bestätigte meine Vermutung allerdings nur zum Teil. Bei den beobachteten Konstruktionen handelt es sich zwar tatsächlich um Pheromon-Fallen, aber die Fallen zielen entgegen meiner Annahme nicht auf die Beseitigung der EPS ab, sondern mit ihnen werden Informationen über das Ausmaß der Verbreitung und über das Ausmaß des damit drohenden Befalls gewonnen. Und erst wenn diese Informationen vorliegen, sind die weiteren Schritte der EPS-Bekämpfung planbar. Statt biochemischen Insektiziden, die oftmals auch anderen Insekten und deren Räubern zum Verhängnis werden, kommen bei der Bekämpfung des ESP immer häufiger biologische „Kampfmittel“ wie beispielsweise Nematoden (Fadenwürmer) zum Einsatz. Wobei die Fadenwürmer in dem Fall nur als Vektor für das Bakterium fungieren, um ins Raupeninnere zu gelangen.


Kurioses aus der Landschaft – Hightech auf der Pferdekoppel III: Die Bremsenfalle

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt! NRW-Umweltministerium reguliert räumlichen und zeitlichen Einsatz von Bremsen-Fallen.

In einem früheren Beitrag im Blog hatte ich von Beobachtungen aus der Landschaft berichtet, die ich im Zusammenhang mit Bremsenfallen zufällig gemacht hatte sowie von einer dazu passenden Studie, bei der mit wissenschaftlichen Mitteln die Effektivität und Selektivität dieser Fangmethode analysiert wurden. Die Studienergebnisse hatten meine Beobachtungen und die daraus resultierenden Bedenken hinsichtlich des Nutzens auf idealer Weise wiedergegeben. Mittlerweile wurde auch schon durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen ein Runderlass zur Reglementierung des Einsatz von Bremsenfallen verfasst.


…Gefahr erkannt!

In dem Runderlass vom 11.09.2020 gibt das Ministerium Hinweise und Vollzugsanweis-ungen zum Einsatz von Bremsenfallen. Das Umweltministerium bezieht sich in dem Schreiben, das an die zuständigen Unteren Naturschutzbehörden aller Kreise und kreisfreien Städte adressiert wurde und diese zur zeitnahen Umsetzung anweist, auf die Studie von Jäckel et all (2017). Im Rahmen dieser Studie wurde gezeigt, dass Bremsenfallen auf Pferdekoppeln vor allem (> 96 %) für andere Insektenarten und nur zu einem geringen Anteil für Bremsen (< 4 %) zur tödlichen Falle werden.

…Gefahr gebannt!

Aufgrund dieser nicht gegebenen Selektivität der Fangmethode Bremsenfalle werden die „artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände“ regelmäßig erfüllt, was für geschützte Arten laut Bundesnaturschutzgesetz, da ein grundsätzliches Fang- und Tötungsverbot besteht, von besonderer Relevanz ist. Und auch nach § 4 Absatz 1 Nummer 1 BArtSchV ist es verboten, wildlebenden Tieren der besonders geschützten Arten mit Fallen nachzustellen, sie anzulocken, zu fangen oder zu töten.

Auszüge aus dem Runderlass des NRW-Umweltministeriums:

(1.)      Ein generelles Verbot von Bremsenfallen innerhalb von Nationalparks,
FFH- oder Naturschutzgebieten oder gesetzlich geschützten Biotopen.

In dem Erlass vom 11.09.2020 heißt es hierzu, dass „die Naturschutzbehörden im Rahmen ihrer Zuständigkeit gemäß § 2 Absatz 3 LNatSchG sicherzustellen haben, dass Bremsenfallen nicht innerhalb des Nationalparks, eines FFH- oder Natur-schutzgebiets oder eines gesetzlich geschützten Biotops aufgestellt werden, da deren Einsatz grundsätzlich als Verstoß gegen die artenschutzrechtlichen Bestimmungen des § 44 Abs. 1 BNatSchG zu werten ist.“

In der Begründung des Verbots heißt es weiter: „Insbesondere in den naturschutz-fachlich wertvollen Schutzgebietskulissen sind regelmäßig Vorkommen hoch-spezialisierter besonders geschützter Arten (v.a. Schmetterlinge und Wildbienen) zu erwarten, sodass hier nicht mit der nötigen Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass durch den Einsatz von Bremsenfallen die Verbotstatbestände eintreten werden.“

(2.)      Zeitliche Begrenzung des Einsatzes außerhalb der unter (1.)
geführten Schutzgebiete auf die Hauptflugzeit vom 01.06. bis 15.09..

„Außerhalb der zuvor genannten Schutzgebiete lässt sich durch eine zeitliche Beschränkung des Einsatzes von Bremsenfallen auf die Hauptflugzeit der Bremsen (01.06. bis 15.09.) der Beifang anderer, besonders geschützter Insekten im Regelfall so vermindern, dass die artenschutzrechtlichen Verbote nicht erfüllt sind.“


Abschließende Gedanken:

Der neuerliche Erlass des MULNV NRW vom 11. September 2020 ist sicherlich nur als ein kleiner Schritt in die richtige Richtung hinzu mehr Artenschutz in NRW zu bewerten. Dennoch zeigt dieses Beispiel sehr anschaulich, wie es Dank einer relativ kleinen Studie und den passenden Ergebnisse gelingen kann, einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Gesamtsituation leisten zu können. Denn letztendlich sind es ja die vielen kleinen Schritte, die erst zusammen das Potential entwickeln, ein weitentferntes Ziel oder ein angestrebten Zustand eines Tages irgendwann zu erreichen. Steter Tropfen höhlt den Stein und Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut. Es gibt viel zu tun, die Natur benötigt jeden noch so kleinen Beitrag. Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten und selbst wenn der Beitrag im ersten Moment unbedeutend erscheint, kann er entscheidend sein, um das große Ganze zu erreichen!!!


Kurioses aus der Landschaft – Hightech auf der Pferdekoppel II: Die Bremsenfalle

Bei einem Kollateralschaden durch Beifang in Höhe von 96 % sind Nutzen und Legalität einer Bremsenfalle mehr als indiskutabel!!!

Schon in einem früheren Beitrag im Blog hatte ich vom Einzug der Wissenschaft auf der Pferdekoppel berichtet. In dem Beitrag vom 01.07.2020 ging es um Pferdedecken im Zebradesign. Mit Hilfe des eigenwilligen Designs versuchen besorgte Pferdebesitzer ihre Tiere vor lästigen Attacken der Blutsauger, in dem Fall vor Bremsen (Tabanidae) zu bewahren. Die Taktik, die hinter dieser Maßnahme steckt, ist wissenschaftlich fundiert und kann als optische Vergrämung durch Tarnung zusammengefasst werden. Bedingt durch die Funktionsweise ihrer Facettenaugen kommen die blutsaugenden Insekten nicht mit dem unruhigen Schwarz-Weiß-Wechsel klar und können deshalb keinen sicheren Landeplatz auf dem Zielobjekt Pferdekörper ausmachen.

Bremsenfalle auf der Pferdekoppel in Bochum-Hordel im Mai 2020 [BILD: 19.05.2020].

Mit allen Mitteln gegen die lästigen Bremsen (Tabanidae)

In dem heutigen Beitrag geht es ebenfalls um ein Utensil, das auf der Pferdekoppel zum Einsatz kommt und dort weidende Pferde vor Bremsenbissen schützen soll. Im Gegensatz zu den Zebra-Pferdedecken, die die Insekten durch Optische Täuschung lediglich vergrämen sollen, werden die Insekten mit der Bremsenfalle, so wie es der Name Falle impliziert, nicht nur vergrämt, sondern auch gefangen und getötet. Die Bauweise der Fallen ist relativ simple. Sie bestehen aus einer schwarzen Plastikkugel, die an einem Gestell hängt und sich aufgrund ihrer dunklen Farbe gut durch Sonnenstrahlung aufwärmt und dadurch Insekten anlockt. So gesehen simuliert die aufgewärmte Kugel einen wärmeabstrahlenden und durchbluteten Pferdekörper, den das Insekt anfliegt, um dort Blut saugen zu können. Die Fallenwirkung ergibt sich daraus, dass über der Kugel ein kegelförmiges Netz gespannt ist, welches das Insekt beim Versuch wegzufliegen nach oben in einen sich dort anschließenden Fangbehälter leitet. Inwieweit hierbei auch noch Duftstoffe wie Pheromone zum Einsatz kommen, kann ich nicht sagen. Eine solche Modifikation wäre aber durchaus plausibel.

Mit eigenen Augen gleich zweimal gesehen…

Schon bei den beiden zufälligen Inspektionen fiel auf, dass sich in den Fangbehältern diverse Insekten befunden hatten. Warum allerdings jemand Insekten auf einer Wiese in Bochum-Hordel fängt, war mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst. Es bedurfte erst einer Internet-Recherche, um herauszufinden, dass es sich bei den eigentümlichen Konstrukten in der Mitte der Pferdekoppel um eine Bremsenfalle handeln würde. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich noch an irgendein Artenmonitoring zur Feststellung der Bestandsdichte von irgendwelchen Insekten gedacht. Mit dem Hintergrundwissen war mir nach dem zweiten Kontakt mit einer solchen Bremsenfalle allerdings auch schon klar, dass sich in den Fangbehältern zwar massenweise Insekten befunden hatten, es sich bei diesen Insekten aber keineswegs um Bremsen sondern um irgendwelche anderen Fluginsekten gehandelt hatte, was mich am Nutzen einer solchen Bremsenfalle erheblich zweifeln lassen hat.

Fangbehälter einer Bremsenfalle auf der Pferdekoppel in Bochum-Hordel im Mai 2020 – Beifang einer Wespe [BILD: 19.05.2020].

Selektivität der Fangmethode Bremsenfalle nicht gegeben!

Eine neulich zufällig entdeckte Studie zu dieser Thematik bestätigt meine eigenen Beobachtungen: Das Problem der nicht gegebenen Selektivität von Bremsenfallen, aber auch deren Effektivität wurden in dieser im Rahmen einer Masterarbeit durchgeführten Studie untersucht. Dazu wurden in Ostwestfalen an zwei Standorten im Zeitraum von Mai bis Oktober 2017 insgesamt sechs Fallen einmal wöchentlich geleert und die Zusammensetzung des Fangs im Labor analysiert. Die gemachten Ergebnisse sind vor allem vor dem Hintergrund eines zunehmenden Verlustes an Biodiversität mehr als alarmierend.

Beifang von 96 % unterstreicht Nutzlosigkeit von Bremsenfallen?!

Im betrachteten Studienzeitraum von Mai bis Oktober wurden mit den sechs aufgestellten Fallen mehr als 53.000 Individuen aus verschiedenen Gruppen der Gliederfüßer (Arthropoda) gefangen, wovon 80-95 % zu den Dipteren (Zweiflügler) zu zählen waren. Der Anteil an Bremsen, die ja das eigentliche Zielinsekt der Fangmethode Bremsenfalle sein sollte, lag bei unter 4 %. Bedenklich ist auch die Erkenntnis, dass mit der Fangmethode Bremsenfalle keine einzige Pferdebremse (Tabanus sudeticus) gefangen werden konnte, was Fragen hinsichtlich der Effektivität aufwirft.

Fangbehälter einer Bremsenfalle auf der Pferdekoppel in Bochum-Hordel an einem sonnigen Tag im Juli 2020 mit dem Zielinsekt einer Bremse oder einer Raubfliege?! [BILD: 19.07.2020].

Im Sinne des Artenschutzes sind Bremsenfallen zu reglementieren: Nutzung ist zu regulieren & an sensiblen Orten zu verbieten!

Aufgrund der nicht gegebenen Selektivität und der Tatsache, dass es sich bei mehr als 96 % der gefangenen Insekten um Insekten anderer Artengruppen und darunter sogar um gesetzlich geschützte Insektenarten handelt, die gefangen und getötet werden, ist über eine gesetzliche Regulierung des Einsatzes von Bremsenfallen in Form einer Genehmigungspflicht im Sinne des Artenschutzes nicht nur nachzudenken sondern zeitnah umzusetzen. In Schutzgebieten und deren direktem Umfeld – also in Gebieten in denen ein besonders hohes Insektenaufkommen erwartbar ist, muss das Fallenstellen generell verboten werden. (vgl. JÄCKEL et al. (2020): „Bremsenfallen“ – ein überflüssiger Beitrag zum Insektensterben. Natur und Landschaft 95 (3): 129 – 135.)


Amphibienschutz in Herne 2020. Summer-Edition Part 1 – Wasser marsch!

Alle Jahre wieder – auch 2020 war der Frühling zu niederschlagsarm und hat zur Bewahrung der aquatischen Artenvielfalt im LSG Pluto V in Wanne-Bickern eine Gewässer-Refill-Intervention nötig werden lassen. Wie kommen Herner Stadtgewässer mit der klimawandelbedingten Situation klar? Um es auf den Punkt zu bringen: Da vielen Herner Feuchtbiotopen die Klimaresilienz fehlt, bleiben selbst 30 Badewannen voll mit Wasser (6000 Liter) nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Mit der Datenauswertung des Krötenzaun-Projekts 2020 waren die praktischen Arbeiten für dieses „Krötenjahr“ Mitte Mai eigentlich abgeschlossen, allerdings hatte die andauernde Trockenheit zum Ende der Amphibienwandersaison zu einer angespannten Wassersituation in den Gewässerbiotopen des Landschaftsparks Pluto V geführt, weshalb es auch in der Folgezeit zwingend erforderlich wurde, die beiden Gewässer im LSG Pluto V in regelmäßigen Zeitabständen (mindestens wöchentlich) zu kontrollieren.

Das Bild zeigt das größere der beiden Biotope im Landschaftspark Pluto V in Wanne-Bickern nach der Gewässer-Refill-Aktion (02.06.2020) mit 6000 Litern Wasser. Die mit Wasser bedeckte Fläche ist im Vergleich zur Februar-Situation 90% zurückgegangen, wodurch die Entwicklung der Amphibienlarven massiv bedroht wird. [BILD: 02. Juni 2020].

Faszination Lepidoptera 2020/5 – Chronologie eines Live-Experiments

Schlüpfvorgang von der Puppe zum vollentwickelten Falter

Das Eistadium beim Tagpfauenauge (Aglais io)

Während der erste Beitrag [1] zur Chronologie des Live-Experiments aus dem Themenbereich Faszination Lepidoptera die im April 2020 beiläufig beobachtete Eiablage eines Tagpfauenauges thematisiert, folgten im Beitrag [2] die Beobachtungen, die ich im Entwicklungszeitraum zwischen der Eiablage und dem Schlüpfen der Raupen machen durfte. Der theoretische Literaturwert für die Dauer der Eireifung ist mit bis zu 21 Tagen angegeben. Tatsächlich sind bis zum Eintritt ins Raupenstadium beim vorliegenden Gelege 23 Tage vergangen.


Das Raupenstadium beim Tagpfauenauge (Aglais io)

In den Beiträgen [3.1] , [3.2] und [3.3] stehen die Beobachtungen während der Raupenphase also während des Entwicklungszeitraums von der Tagesraupe (L1) zur erwachsenen Raupe (L5) im Mittelpunkt meiner Betrachtungen. Die Raupenphase ist in der Literatur mit einer Dauer von 23 bis 30 Tagen angegeben, dauert im Live-Experiment mit 37 Tagen etwas länger.

Beim Tagpfauenauge (Aglais io) endet das Raupenstadium nach 4 bis 5 Häutungen mit der Verpuppung [4] als Stürzpuppe. In diversen Quellen war zu lesen, dass sich die Raupen kurz vor der Verpuppung hormonbedingt in alle Himmelsrichtungen zerstreuen, um nach geeigneten Plätzen zu suchen. Bis zu 50 Meter legen die Raupen auf ihrer Suche nach geeigneten Orten für ihre Verpuppung zurück. An einem geeigneten Ort angekommen, spinnen die Raupen ein Gespinstpolster, in das sie sich mit dem letzten Beinpaar (Cremaster) verankern.


Das Puppenstadium beim Tagpfauenauge (Aglais io)

Mit der Verpuppung endet die eigentliche Raupenphase und das Puppenstadium, in dem die Metamorphose also die eigentliche Umwandlung zum Falter erfolgt, beginnt.

Bildreihe: Verpuppung eines Tagpfauenauges (Aglais io) im Juni 2020.

Beitrag [4] beschreibt Gedanken und Beobachtungen zum Entwicklungszeitraum von der Prä-Puppe (P0) zur Puppe (P1). Ein bis zwei Tage nachdem sich die Raupen mit ihren Nachschiebern abgehangen haben, presst sich eine hellgrüne Puppe durch die Rückenhaut hinter der Kopfkapsel. Durch kreisende Bewegungen wird die Raupenhaut nach oben hin abgestreift und zu Boden geworfen. Das Puppenstadium dauert circa zwei bis drei Wochen (15 bis 23 Tage) und endet mit dem Schlupf der vollentwickelten Schmetterlinge.


Der Schlüpfvorgang beim Tagpfauenauge (Aglais io)

Gegen Ende der 2-3 wöchigen Puppenruhe ist die charakteristische Flügelzeichnung des Tagpfauenauges deutlich durch die pergamentartige Puppenhülle zu erkennen. Von dem Zeitpunkt an dauert es maximal zwei Tage bis mit dem Schlüpfvorgang des vollentwickelten Falters das Ende des Puppenstadiums und der Abschluss des Live-Experimentes bevorsteht.

Bildreihe: Schlüpfvorgang eines Tagpfauenauges (Aglais io) Anfang Juli 2020.

Der Schlüpfvorgang, der im abschließenden Beitrag [5] im Fokus der Betrachtung steht, ist im Vergleich zu den vorherigen Phasen ein eher kurzweiliges Ereignis. Es dauert keine fünf Minuten und der Falter entsteigt der Puppe. Für wenige Augenblicke verweilt der frischgeschlüpfte Schmetterling auf der Puppenhülle, klettert dann an eine höherliegende Position, von wo aus er im Idealfall, nachdem seine Flügel mit Körperflüssigkeit und Luft aufpumpt und die Körperstrukturen ausgehärtet sind, ins Leben als vollentwickelter Falter abhebt.


Faszination Lepidoptera 2020/4 – Chronologie eines Live-Experiments

Von der Prä-Puppe (P0) zur Puppe (P1) zum Falter

Das Eistadium beim Tagpfauenauge

Hatte der erste Beitrag [1] zur Chronologie des Live-Experiments aus dem Themenbereich Faszination Lepidoptera die im April 2020 beiläufig beobachtete Eiablage eines Tagpfauenauges thematisiert, folgten im Beitrag [2] die Beobachtungen, die ich im Entwicklungszeitraum zwischen der Eiablage und dem Schlüpfen der Raupen machen durfte. Der theoretische Literaturwert für die Dauer der Eireifung ist mit bis zu 21 Tagen angegeben. Tatsächlich sind bis zum Eintritt ins Raupenstadium beim vorliegenden Gelege 23 Tage vergangen. Die Außentemperatur, die zeitweise um den Gefrierpunkt gelegen hatte und der Umstand, dass das Brennnesselblatt nach der Notevakuierung unmittelbar vertrocknet ist, könnten Gründe für diese Verzögerung gewesen sein.

Das Raupenstadium beim Tagpfauenauge

In den Beiträgen [3.1] , [3.2] und [3.3] stehen die Beobachtungen während der Raupenphase also während des Entwicklungszeitraums von der Tagesraupe (L1) zur erwachsenen Raupe (L5) im Mittelpunkt meiner Betrachtungen. Die Raupenphase wird in der Literatur mit einer Dauer von 23 bis 30 Tagen angegeben. Am Ende dieser Phase, die zusammenfassend auch als „Fress-Stadium“ bezeichnet werden kann, erreichen die Raupen eine Körperlänge von 35 bis 42 mm. Da die Haut der Raupen aus festem Chitin besteht und nicht mitwächst, erfordert das Größenwachstum in der Regel fünf Häutungen. Mit jeder Häutung ändert sich Gestalt und Färbung der Raupen. Unmittelbar nach den Häutungen muss die neue Haut aushärten, was die mehrfach beobachtete Inaktivität am Folgetag einer Häutung erklärt.

Beim Tagpfauenauge (Aglais io) endet das Raupenstadium nach 4 bis 5 Häutungen mit der Verpuppung [4] als Stürzpuppe. In diversen Quellen war zu lesen, dass sich die Raupen kurz vor der Verpuppung hormonbedingt in alle Himmelsrichtungen zerstreuen, um nach geeigneten Plätzen zu suchen. Bis zu 50 Meter legen die Raupen auf ihrer Suche nach geeigneten Orten für ihre Verpuppung zurück. An einem geeigneten Ort angekommen, spinnen die Raupen ein Gespinstpolster, in das sie sich mit dem letzten Beinpaar (Cremaster) verankern.

Das Puppenstadium beim Tagpfauenauge

Unmittelbar nachdem die Dachpappe ins Aerarium gehangen worden ist, sammeln sich die Raupen in dem neu geschaffenen Bereich unter der Decke. Hier beginnen sie unmittelbar damit, sich ein Gespinstpolster zu spinnen, in das sie sich mit dem letzten Beinpaar (dem Kremaster) befestigen. Hiermit endet die eigentliche Raupenphase und das Puppenstadium, in dem die Metamorphose zum Falter erfolgt, beginnt.

Der folgende Beitrag beschreibt Gedanken und Beobachtungen zum Entwicklungszeitraum von der Prä-Puppe (P0) zur Puppe (P1). Ein bis zwei Tage nachdem sich die Raupen mit ihren Nachschiebern abgehangen haben, presst sich eine hellgrüne Puppe durch die Rückenhaut hinter der Kopfkapsel. Durch kreisende Bewegungen wird die Raupenhaut nach oben hin abgestreift und zu Boden geworfen. Das Puppenstadium dauert circa zwei bis drei Wochen (15 bis 23 Tage) und endet mit dem Schlupf der vollentwickelten Schmetterlinge (Literatur: 10-16 Tage).


Faszination Lepidoptera 2020 – Chronologie eines Live-Experiments (3.2 u. 3.3)

Von der Jungraupe (L1) bis zur erwachsenen Raupe (L5)

3.2      Die zweite Lebenshälfte einer Raupe (L3-L4)
3.3      Die letzten Tage im Leben einer Raupe (L4-L5)

Hatte der erste Beitrag [1] zur Chronologie des Live-Experiments aus dem Themenbereich Faszination Lepidoptera die im April 2020 beiläufig beobachtete Eiablage eines Tagpfauenauges thematisiert, folgten im Beitrag [2] die Beobachtungen, die ich im Entwicklungszeitraum zwischen der Eiablage und dem Schlüpfen der Raupen machen durfte. Der theoretische Literaturwert für die Dauer der Eireifung ist mit bis zu 21 Tagen angegeben. Tatsächlich sind bis zum Eintritt ins Raupenstadium beim vorliegenden Gelege 23 Tage vergangen. Die Außentemperatur, die zeitweise um den Gefrierpunkt gelegen hatte und der Umstand, dass das Brennnesselblatt nach der Notevakuierung unmittelbar vertrocknet ist, könnten Gründe für diese Verzögerung gewesen sein.

Das Raupenstadium beim Tagpfauenauge

In den Beiträgen [3.1] , [3.2] und [3.3] stehen die Beobachtungen während der Raupenphase also während des Entwicklungszeitraums von der Tagesraupe (L1) zur erwachsenen Raupe (L5) im Mittelpunkt meiner Betrachtungen. Die Raupenphase wird in der Literatur mit einer Dauer von 23 bis 30 Tagen angegeben. Am Ende dieser Phase, die zusammenfassend auch als „Fress-Stadium“ bezeichnet werden kann, erreichen die Raupen eine Körperlänge von 35 bis 42 mm. Da die Haut der Raupen aus festem Chitin besteht und nicht mitwächst, erfordert das Größenwachstum in der Regel fünf Häutungen. Mit jeder Häutung ändert sich Gestalt und Färbung der Raupen. Unmittelbar nach den Häutungen muss die neue Haut aushärten, was die mehrfach beobachtete Inaktivität am Folgetag einer Häutung erklärt.

Beim Tagpfauenauge (Aglais io) endet das Raupenstadium nach 4 bis 5 Häutungen mit der Verpuppung [4] als Stürzpuppe. In diversen Quellen war zu lesen, dass sich die Raupen kurz vor der Verpuppung hormonbedingt in alle Himmelsrichtungen zerstreuen, um nach geeigneten Plätzen zu suchen. Bis zu 50 Meter legen die Raupen auf ihrer Suche nach geeigneten Orten für ihre Verpuppung zurück. An einem geeigneten Ort angekommen, spinnen die Raupen ein Gespinstpolster, in das sie sich mit dem letzten Beinpaar (Cremaster) verankern.


Kurioses aus der Landschaft – Hightech auf der Pferdekoppel I: Die Möchtegern-Zebras

Karneval auf der Pferdekoppel bei strahlendem Sonnenschein

Was auf dem ersten Blick zugegebenermaßen ziemlich bescheuert aussieht und mich auf der heutigen Laufrunde zumindest innerlich auflachen lassen hat, basiert bei näherer Betrachtung der Fakten auf einer genialen Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Aber was soll die Maskerade auf der Pferdekoppel?

Zebradecke in Kombination mit den rosa Ohren – bei der Optik bleibt zu hoffen, dass Pferde nicht über ein zu sehr ausgeprägtes Schamgefühl verfügen.

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Beobachtungen aus der Landschaft – der Eichen-Prozessionsspinner

Vor einer Woche hatte ich noch darüber berichtet, dass der RVR an verschiedenen bewaldeten Stellen im Herner Stadtgebiet mit Hinweisschildern auf die Gefahren aufmerksam macht, die mit den unsichtbaren Brennhaaren des Eichen-Prozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) einhergehen. Heute Morgen musste ich am eigenen Körper leidvoll erfahren, dass auch im LSG Röhlinghausen mehrere Eichen von den haarigen Raupen befallen sind.

Im LSG in Röhlinghausen auf der kleinen Berghalde mindestens 6 befallene Eichen, die sich unmittelbar in der Nähe des öffentlichen Wegesystems befinden und somit eine erhebliche Gefahrenquelle darstellen. (Foto: 13.06.2020)

Leidvoll war die Erfahrung deshalb, weil unmittelbar bei Betreten des kontaminierten Bereichs bei mir ein asthmaähnlicher Hustenanfall ausgebrochen war. An Weiterlaufen war zunächst nicht zu denken, das Jucken in der Luftröhre war vor allem unangenehm und der dadurch ausgelöste Hustenreflex einfach nur lästig. Nach einem Schluck aus der Wasserflasche ging es für mich glücklicherweise wieder weiter. Sensiblere Personen, bei denen der Kontakt mit den Brennhaaren mit erheblichen körperliche Komplikationen eihergehen kann, sollten den Bereich an der kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen in nächster Zeit wohl besser meiden.

Viele der Raupen verlassen nach der Häutung ihr Gespinst und nutzen die trocken-warmen Tage, um neue Eichengründe zu erschließen. (Foto: 13.06.2020)

Das einzig Positive an dieser Erkenntnis war, dass ich bei der Zweitbegehung mit Mundschutz ein paar brauchbare Fotos von den fiesen Raupengesellen machen konnte. Der Klimawandel kommt dem „Spinner“ voll entgegen, denn dank der milden Winter der vergangenen Jahre konnte er sich rasant ausbreiten und ist mittlerweile auch in Röhlinghausen angekommen. Schon im letzten Jahr hatte ich an der Erzbahntrasse – rund 2 Kilometer vom heutigen Fundort entfernt, ein Gespinst entdeckt und an die Stadt Bochum  gemeldet.

Die Haarpracht des Eichen-Prozessionsspinners klein & fein, aber extrem wirksam! (Foto: 13.06.2020).

Nester in öffentlichen Bereichen im Bochumer Stadtgebiet können dem Technischen Betrieb der Stadt Bochum oder über das Bürgerecho der Stadt Bochum gemeldet werden. Zur Vorgehensweise bei Entdeckung eines Gespinstes des Eichen-Prozessionsspinners auf Herner Stadtgebiet findet sich in Internet leider keine Information, aber ich denke, dass die Meldung beim städtischen Grünflächenamt gut aufgehoben ist, wohin ich sie deshalb gemeldet habe.


Faszination Lepidoptera 2020 – Chronologie eines Live-Experiments (3.1)

Von der Jungraupe bis zur erwachsenen Raupe

Die ersten 14 Tage im Leben einer Schmetterlingsraupe

Im vorherigen Beitrag habe ich die Beobachtungen im Entwicklungszeitraum zwischen der Eiablage und dem Schlüpfen beim Tagpfauenauge (Aglais io) beschrieben. Diversen Quellen war zu entnehmen, dass die Eireifung bis zu 21 Tagen dauern kann. Bei dem vorliegenden Gelege vergingen bis zum Eintritt ins Raupenstadium 23 Tage, es hat also unwesentlich länger gedauert. Die Außentemperatur, die zeitweise um den Gefrierpunkt gelegen hatte und der Umstand, dass das Brennnesselblatt nach der Notevakuierung unmittelbar vertrocknet ist, könnten m.E. als mögliche Gründe für die Verzögerung in Betracht gezogen werden.

Die Raupenphase – Fressen, Wachsen & Häuten

In diesem Beitrag steht der Entwicklungszeitraum von der Tagesraupe bis zur erwachsenen Raupe im Mittelpunt der Betrachtung. Die Raupenphase ist in der Literatur mit einer Dauer von 23 bis 30 Tagen angegeben. Am Ende dieses Stadiums, welches auch als „Fress-Stadium“ bezeichnet wird, erreichen die Raupen des Tagpfauenauges eine Körperlänge von 35 bis 42 mm.

Da die aus Chitin bestehende Haut der Raupen fest ist und nicht mitwächst, erfordert das Größenwachstum mehrere Häutungen. Bei Häutung platzt die alte Hülle und die Raupe kann wieder unbeschwert atmen. Mit jeder Häutung ändert sich Gestalt und Färbung der Raupen. Direkt nach den Häutungen muss die neue Haut zunächst aushärten, weshalb am Folgetag nach einer Häutung die Raupen zumeist inaktiv sind.

Beim Tagpfauenauge endet das Raupenstadium nach 4-5 Häutungen mit der Verpuppung. Die Geschwindigkeit der Entwicklung kann sich individuell von Raupe zu Raupe erheblich unterscheiden, was zeitweise zu deutlich wahrnehmbaren Größen-, Gestalt- und Farbunterschieden führt, obwohl die Geschwisterraupen nahezu alle zur gleichen Zeit geschlüpft und somit gleich alt sind.

Aktuelles aus dem landschaftlichen Schilderwald

Der „Regionalverband Ruhr“ (RVR), der im Ruhrgebiet für vieles zuständig und verantwortlich ist – unter anderem für die Instandhaltung und den Ausbau des Radverkehrsnetzes, rät Waldbesuchern und Nutzern der Radwege aktuell zu besonderer Vorsicht. So wie in den zurückliegenden Jahren beginnt im späten Frühjahr die Saison des Eichenprozessionsspinners. Der milde Winter hat die Situation weiter verschärft. Die nicht sichtbaren Haare der Schmetterlingsraupe können durch die Luft fliegen und Verbrennungen, Atemnot und Allergien auslösen. Vor allem für allergisch reagierende Personen kann der Kontakt mit erheblichen gesundheitlichen Komplikationen einhergehen.

Gesundheitsgefahr durch Eichenprozessionsspinner

Aus diesem Grund warnt der RVR Ruhr Grün aktuell auch im Herner Stadtgebiet unter anderem im Emscherbruch und im Reeser Wald mit Schildern vor der unsichtbaren Gefahr. Bereiche befallener Bäume, die stark mit Brennhaaren kontaminiert sein können, sind vor allem bei trockener Wetterlage unbedingt zu meiden. Des Weiteren sollten die Behörden über den Raupenbefall informiert werden. Wie es der Name Eichenprozessionsspinner vermuten lässt, sind primär Eichen betroffen.

Aktueller Aushang in vielen Waldgebieten – auch im Herner Stadtgebiet. (Reeser Wald; 29.05.2020).

Auf den Warnschildern heißt es:

Eichenprozessionsspinner können nicht sichtbare Brennhaare abschießen. Bei Berührung drohen u.a. Verbrennungen, Atembeschwerden sowie allergische Reaktionen.

Bitte vermeiden Sie befallene Eichen und berühren sie weder Raupen noch Gespinste. Bei schweren Reaktionen rufen Sie den Rettungsdienst.

Wir bitten um ihr Verständnis.


Weitere Informationen:

https://www.sdw.de/waldwissen/verhalten-im-wald/eichenprozessionsspinner/index.html


Faszination Lepidoptera 2020/2 – Chronologie eines Live-Experiments

Von der Eiablage bis zum Raupenschlupf

Wie an diesem Beitrag zum Thema Faszination Lepidoptera mit dem Titel Chronologie eines Live-Experiments unschwer zu erkennen ist, habe ich mich für die Umsetzung entschieden, wobei hinzugefügt werden muss, dass ich mir einen großen Teil der Entscheidung vom Zufall abnehmen lassen habe. Es folgt eine bebilderte Chronologie der Entwicklung des Geleges eines Tagpfauenauges (Aglais io) ergänzt mit einigen Gedanken und Beobachtungen.

Amphibienschutz in Herne 2020 (Tag 17)

Tag 17: Mo. 13.4.2020 – Rettung mit Eigennutzen…

Umquartierung von Regenwürmern

Beim diesjährigen Abbau des Amphibienschutzzauns kam es zu einer ungeplanten Rettungsaktion, die durch Steigerung der Humus-Produktion im heimischen Komposthaufen und einer damit einhergehenden Verbesserung der Bodenqualität einen positiven Nebeneffekt mit sich bringen sollte. In den zwei Monaten, während der Krötenzaun in der Botanik an der Berliner Straße im LSG Pluto V steht, sind im Bereich am Zaun und in der Erde, die zum Abdichten des Zauns angeschleppt und auf den Zaunsaum verteilt wurde, allerlei Pflanzen gewachsen. Neben Massen von Knoblauchsrauke findet sich eine Vielzahl weiterer Ackerkräuter.

Rechts im Bild die wuchernde Knoblauchsrauke.
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Faszination Lepidoptera 2020/1 – Chronologie eines Live-Experiments

Gut Ding braucht Weile – Warten auf den Brennnesselfalter

Heute war mal wieder einer dieser Tage, an dem ich eine Beobachtung im Reich der Schmetterlinge machen durfte, die ich bis dato nicht live miterlebt hatte. Warum das Tagpfauenauge (Aglais io) zu den Brennnesselfaltern gezählt wird, sollte Jedem spätestens nach diesem Beitrag klar sein.

Im Laufe eines herrlichen Frühlingstages mit reichlich Sonne und wenig Wind kreuzten diverse Schmetterlinge meinen Weg. Neben Kohlweißling, Rapsfalter, Aurorafalter gehörten auch C-Falter und sogar ein Distelfalter dazu. Auf Höhe des ökologischen Kleingartens Kraut und Rüben bemerkte ich im Augenwinkel eine bis zu dem Zeitpunkt noch nicht wahrgenommene Falterfarbe, doch der Blick war für eine Bestimmung zu flüchtig.

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