Beobachtungen aus der Landschaft: Totfund eines Fuchses – der Tod lauert im Straßenverkehr

Die Umgehungsstraße durch das NSG Blumenkamp im Bochumer Norden wird zur Todeszone. Straßen als anthropogene Selektioninstanz für unvorsichtige Stadttiere. Totfund eines Fuchses (vulpes vulpes).

Trotz einer eher geringen Wildtierdichte kommt es auch in unserer urbanen Landschaft zwischen Erzbahntrasse und Hüller Bach neben Tierbeobachtungen zu Wildunfällen. Vor allem wer sich, so wie ich es tue – viel und ständig durch die Landschaft bewegt und dabei nicht nur die ausgetretenen Pfade beläuft, auf denjenigen warten am Wegesrand hin und wieder schaurige Schreckmomente, z.B. wenn man unerwartet auf ein verendetes Tier trifft. Glücklicherweise ist der Fund eines Tierkadavers nicht alltäglich. Die letzte Begegnung dieser Art, bei der es sich um eine tote Katze gehandelt hatte, die ich dem Bochumer Tierschutzverein gemeldet hatte, liegt mittlerweile sieben Monate zurück („Totfund einer Hauskatze“). Auffallend ist allerdings, dass die Fundstelle der toten Katze und der heutige Fundort des toten Jungfuchses gerade einmal 500 Meter voneinander entfernt sind und sich beide Fundorte darüber hinaus an derselben Straße (Blücherstraße) befinden.

Totfund eines jungen Fuchses (vulpes vulpes) am Straßenrand der Blücherstraße auf Höhe Kirchstraße unmittelbar am Naturschutzgebiet Blumenkamp in Bochum Günnigfeld/ Hordel (BILD: 10.01.2021).

Kampf um Leben und Tod – fressen und gefressen werden

Bei Begegnungen mit dem tierischen Tod lässt sich als Laie nur in den seltensten Fällen die Todesursache auf den ersten Blick eindeutig bestimmen. Dennoch lassen sich mit etwas detektivischem Geschick aus dem Fundort und dem Zustand des Tierkadavers Informationen generieren, die es erlauben, die Todesursache und den Todeszeitpunkt grob einzugrenzen.

Spurensuche: Fraß- und Bissspuren, stumpfe Verletzungen, verfilztes Fell

Beispielsweise deutet die Nähe des Fundortes zu einer starkfrequentierten Straße zwangsläufig daraufhin, dass es sich bei dem verendeten Tier mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um ein Verkehrsopfer handeln wird. Für den Verdacht Verkehrsopfer sprechen zumeist auch stumpfe Verletzungen, die mit einer augenscheinlichen Unversehrtheit des Tieres einhergehen. Wohingegen Fraß- und Bissspuren eher darauf hindeuten könnten, dass der Tod des Tieres als Ergebnis einer natürlichen Räuber-Beute-Interaktion zu bewerten ist. Allerdings könnten diese Spuren auch post-mortem erfolgt sein, beispielsweise wenn sich Aasfresser an dem Kadaver zu schaffen gemacht hätten.

Fuchs und Bussard – Endglieder der hiesigen Nahrungskette

Da in unseren Breitengraden die großen Raubsäuger wie beispielweise Wölfe oder Bären fehlen, und der Fuchs hierdurch mit an der Spitze der Nahrungspyramide steht, ist die Größe potentieller Beutetiere diesem Umstand angepasst. Wenn man bei uns im urbanem Ruhrgebiet auf Reste eines gerissenen Tieres stößt, handelt es sich zumeist um Tauben oder andere Kleinvögel, die zur Beute von Greifvögeln wurden oder aber einer streunenden Hauskatze zum Opfer gefallen sind.

Wiedersehen mit einem alten Bekannten

Aufgrund der im Jahresverlauf gemachten und im Blog bisher thematisierten Fuchsbeobachtungen, die allesamt während der Sommermonate erfolgten, gewährt der heutige Fundort zusätzlichen Spielraum für Spekulationen hinsichtlich der Zugehörigkeit des toten Tieres. So lässt die örtliche Nähe des Totfundes zu den Orten der beiden bisherigen Fuchs-Beobachtungen – sowohl die der säugenden Fähe vom 27.05.2020 auf dem Betriebsgelände der Emschergenossenschaft als auch die des jagenden Fuchses vom 07.06.2020 am Goldhammer Bach – vermuten, dass es sich bei dem heute totaufgefundenen Fuchs entweder um einen Nachkommen oder ein Alttier dieser beobachteten Fuchsfamilie handeln könnte. Da sich die beiden dokumentierten Ereignisse in einem Radius von unter einem Kilometer zum Fundort ereignet hatten und aufgrund der territorialen Ausdehnung eines Fuchsreviers, scheint die Vermutung naheliegend und plausibel.

Die säugende Fähe (BILD: 5/2020).

Fuchs auf Entenjagd (BILD: 6/2020).

Reportagen und Dokumentationen Freizeitgestaltung mit Mehrwert

Als ich Thorsten das Bild vom verendeten Fuchs via WhatsApp geschickt hatte, äußerte er unmittelbar seine Verwunderung über die aus seiner Sicht atypisch kurze Schnauzenform des Fuchses. Zunächst spekulierten wir über eine perspektivische Verzerrung des Bildes oder die Krafteinwirkung durch den möglichen Zusammenpralls mit einem Fahrzeug als potentielle Begründung für die Deformation. Doch dann fiel mir ein, dass ich erst neulich auf Phoenix eine Reportage über Füchse gesehen hatte, in der die Hypothese aufgestellt wurde, dass sich Stadtfüchse im Laufe des zurückliegenden Jahrhunderts nicht nur hinsichtlich ihres Verhaltens dem Menschen gegenüber sondern auch hinsichtlich anatomischer Faktoren an die Gegebenheiten und die veränderten Anforderungen im städtischen Umfeld angepasst haben.

Städte als Ausgangspunkt urbaner Evolution

Anpassung an die ökologische Nische Stadt

Über die Zeit hat der Fuchs seine Scheu vor dem Menschen abgelegt und gelernt, dass vom Menschen lediglich eine kalkulierbare Gefahr ausgeht, seine Nähe aber erhebliche Vorteile bietet. Der volle Futternapf des Stubentigers, Reste vom letzten Grill- und Saufgelage, die nach durchzechter Nacht im frühen Morgengrauen noch auf dem Terrassentisch warten oder der reich gefüllte Mülleimer, der ohne übermäßige Jagdbemühungen aber mit garantierten Erfolgsaussichten zum Plündern jeder Zeit bereitsteht, stellen für die intelligenten Tiere ein wahres Schlaraffenland dar. Es liegt allerdings auch in der Natur der Sache, dass man zum Überlisten eines Mülleimers weniger Hirnschmalz und andere Fähigkeiten gebraucht, als wenn man sein tägliches Brot bei der mühsamen Jagd nach schreckhaften und vorsichtigen Kleinnagern verdienen muss.

Domestikationsmerkmal nicht nur beim Fuchs: Abnahme der Scheu geht mit Abnahme der Kopfhöhe einher, die auf geringere Gehirnmasse hindeutet

Die veränderten Anforderungen, die die Städte an die Füchse im Vergleich zum Wald stellen, führten bei den Stadtfüchsen zunächst zu Verhaltensänderungen und im weiteren Verlauf der Koexistenz mit dem Menschen zu einer genetischen Anpassungen. Forscher sprechen in diesem Zusammenhang von einer Art „Domestizierung“, da der Stadtfuchs seine natürliche Scheu und Angst vor der Nähe zum Menschen generationenübergreifend abgelegt hat. Diese Verhaltensänderung reichen oftmals so weit, dass Stadtfüchse nicht nur zunehmend die anthropogenen Errungenschaften wie Straßen, Gärten und Wohngebiete aufsuchen, sondern den natürlichen Gegebenheiten vorziehen. Für uns Stadtmenschen bedeutet dies, dass wir in Zukunft noch öfters mit diesen faszinierenden Tieren in Kontakt kommen werden, was bedauerlicherweise nicht immer gut ausgeht. Die Kehrseite der Medaille ist, wie sich an dem heutigen Totfund erkennen lässt, dass der Fuchs durch die Verhaltensänderung auch seinen natürlichen Schutz bestehend aus Scheu und Angst vor dem Menschen abgelegt hat, der sein Überleben gerade im Straßenverkehr sichern hätte können. So ist es auch wenig überraschend, dass dieses Schicksal vor allem junge und damit unerfahrene Füchse ereilt, da sie die blecherne Gefahr schlichtweg unterschätzen.

Straßenverkehr und Bestandsjagd – als anthropogene Selektionsfaktoren

Während im natürlichen Umfeld von Land und Wald vor allem der Jagd- und Fortpflanzungserfolg die primären Selektionsinstanzen darstellen, übernimmt im Umfeld der menschlichen Zivilisation neben der jagdbedingten Bestandsdezimierung vor allem der Straßenverkehr eine wesentliche Selektionsfunktion. Wieviel Mut und Dreistigkeit optimal sind, um im menschlichen Umfeld satt zu werden, und wieviel Scheu erforderlich ist, um nicht unter den Rädern eines Fahrzeugs zu enden oder anderen anthropogenen Gefahren zum Opfer zu fallen, ist zumeist ein Drahtseilakt, der leider zu schnell tödlich endet.

Prinzipien der Evolution: Use it or losse it!

Während beim „Wald- und Landfuchs“ eine spitze Schnauze für die erfolgreiche Jagd auf kleine flinke Nager einen Vorteil bei der Jagd hat, um möglichst schnell zuschnappen zu können, benötigt der Stadtfuchs vielmehr eine kurze und robuste Nase, um Mülltonnen zu öffnen und den Müll nach Verwertbarem zu durchstöbern. Eine kurze Schnauze ermöglicht zudem eine höhere Bisskraft und ist somit für die Anforderungen im städtischen Umfeld wesentlich besser geeignet. Die genetische Anpassung, die letztendlich zur beobachteten Veränderung körperlicher Eigenschaften führt, erfolgt im Rahmen der Evolution streng nach dem Motto „Use it – or loose it“ – nach den gleichen Prinzipien wie es bei uns Menschen beispielsweise auch mit den Muskeln oder dem Gehirn erfolgen würde, wenn diese Organe nicht mehr oder weniger gebrauchen würden. Der menschliche Organismus ist in dieser Hinsicht absolut utilitaristisch veranlagt und auf maximale Effizienz programmiert. Warum sollte der Körper auch Energie oder andere Ressourcen für etwas aufbringen, wenn es ihm keinen evolutionären Mehrwert bringt.

Schlusswort:

Die Beobachtung des Totfundes hatte ich unmittelbar im Anschluss meiner Laufrunde per Email an das Ordnungsamt der Stadt Bochum gemeldet. Eine Rückmeldung hatte ich zwar nicht erhalten, doch als ich zwei Tage später erneut an der Fundstelle vorbeigelaufen bin, war am Straßenrand kein Fuchskadaver mehr zu sehen. Inwieweit an dem verendeten Fuchs irgendwelche veterinärmedizinischen Tests oder Analysen (Parasitren, Krankheiten, Umweltgifte, etc.) durchgeführt wurden, kann ich nicht beurteilen. Hinsichtlich der auf den Menschen übertragbaren Krankheiten wie Fuchsbandwurm, Tollwut oder Pseudoskabie lassen sich für NRW keine aktuellen Warnhinweise der zuständigen Behörden finden, wobei die für Nordrhein-Westfalen gefundene Zahl von bis zu 30% der Füchse, die mit dem Kleinen Fuchsbandwurm befallen sein sollen, dann doch etwas Anlass zum Nachdenken gibt und eine angepasste Vorgehensweise beim Sammeln von Pilzen, Beeren und Kräutern erforderlich werden lässt.


WEITERE INFORMATIONEN:

https://www.tierwelt.ch/news/wildtiere/stadtfuechse-zeigen-merkmale-von-domestizierung

https://www.vbio.de/aktuelles/wissenschaft/stadtfuchs-und-landfuchs-genetische-analysen-zeigen-unterschiedliche-fuchs-populationen-in-und-um-berlin-auf

Kimmig SE et all. (2019): Beyond the landscape: resistance modelling infers physical and behavioural gene flow barriers to a mobile carnivore across a metropolitan area. Molecular Ecology. DOI: 10.1111/mec.15345


* An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich darauf hingewiesen haben, dass verendete Tiere grundsätzlich mit äußerster Vorsicht und nur mit Schutzhandschuhen berührt werden sollten. Aufgrund der Übertragbarkeit von Pathogenen auf den Menscheninsbesondere bei Füchsen, besteht ein erhebliches Infektionsrisiko, weshalb der ungeschützte Kontakt mit dem Tier zu vermeiden ist!

Kurioses aus der Landschaft – Hightech auf der Pferdekoppel II: Die Bremsenfalle

Bei einem Kollateralschaden durch Beifang in Höhe von 96 % sind Nutzen und Legalität einer Bremsenfalle mehr als indiskutabel!!!

Schon in einem früheren Beitrag im Blog hatte ich vom Einzug der Wissenschaft auf der Pferdekoppel berichtet. In dem Beitrag vom 01.07.2020 ging es um Pferdedecken im Zebradesign. Mit Hilfe des eigenwilligen Designs versuchen besorgte Pferdebesitzer ihre Tiere vor lästigen Attacken der Blutsauger, in dem Fall vor Bremsen (Tabanidae) zu bewahren. Die Taktik, die hinter dieser Maßnahme steckt, ist wissenschaftlich fundiert und kann als optische Vergrämung durch Tarnung zusammengefasst werden. Bedingt durch die Funktionsweise ihrer Facettenaugen kommen die blutsaugenden Insekten nicht mit dem unruhigen Schwarz-Weiß-Wechsel klar und können deshalb keinen sicheren Landeplatz auf dem Zielobjekt Pferdekörper ausmachen.

Bremsenfalle auf der Pferdekoppel in Bochum-Hordel im Mai 2020 [BILD: 19.05.2020].

Mit allen Mitteln gegen die lästigen Bremsen (Tabanidae)

In dem heutigen Beitrag geht es ebenfalls um ein Utensil, das auf der Pferdekoppel zum Einsatz kommt und dort weidende Pferde vor Bremsenbissen schützen soll. Im Gegensatz zu den Zebra-Pferdedecken, die die Insekten durch Optische Täuschung lediglich vergrämen sollen, werden die Insekten mit der Bremsenfalle, so wie es der Name Falle impliziert, nicht nur vergrämt, sondern auch gefangen und getötet. Die Bauweise der Fallen ist relativ simple. Sie bestehen aus einer schwarzen Plastikkugel, die an einem Gestell hängt und sich aufgrund ihrer dunklen Farbe gut durch Sonnenstrahlung aufwärmt und dadurch Insekten anlockt. So gesehen simuliert die aufgewärmte Kugel einen wärmeabstrahlenden und durchbluteten Pferdekörper, den das Insekt anfliegt, um dort Blut saugen zu können. Die Fallenwirkung ergibt sich daraus, dass über der Kugel ein kegelförmiges Netz gespannt ist, welches das Insekt beim Versuch wegzufliegen nach oben in einen sich dort anschließenden Fangbehälter leitet. Inwieweit hierbei auch noch Duftstoffe wie Pheromone zum Einsatz kommen, kann ich nicht sagen. Eine solche Modifikation wäre aber durchaus plausibel.

Mit eigenen Augen gleich zweimal gesehen…

Schon bei den beiden zufälligen Inspektionen fiel auf, dass sich in den Fangbehältern diverse Insekten befunden hatten. Warum allerdings jemand Insekten auf einer Wiese in Bochum-Hordel fängt, war mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst. Es bedurfte erst einer Internet-Recherche, um herauszufinden, dass es sich bei den eigentümlichen Konstrukten in der Mitte der Pferdekoppel um eine Bremsenfalle handeln würde. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich noch an irgendein Artenmonitoring zur Feststellung der Bestandsdichte von irgendwelchen Insekten gedacht. Mit dem Hintergrundwissen war mir nach dem zweiten Kontakt mit einer solchen Bremsenfalle allerdings auch schon klar, dass sich in den Fangbehältern zwar massenweise Insekten befunden hatten, es sich bei diesen Insekten aber keineswegs um Bremsen sondern um irgendwelche anderen Fluginsekten gehandelt hatte, was mich am Nutzen einer solchen Bremsenfalle erheblich zweifeln lassen hat.

Fangbehälter einer Bremsenfalle auf der Pferdekoppel in Bochum-Hordel im Mai 2020 – Beifang einer Wespe [BILD: 19.05.2020].

Selektivität der Fangmethode Bremsenfalle nicht gegeben!

Eine neulich zufällig entdeckte Studie zu dieser Thematik bestätigt meine eigenen Beobachtungen: Das Problem der nicht gegebenen Selektivität von Bremsenfallen, aber auch deren Effektivität wurden in dieser im Rahmen einer Masterarbeit durchgeführten Studie untersucht. Dazu wurden in Ostwestfalen an zwei Standorten im Zeitraum von Mai bis Oktober 2017 insgesamt sechs Fallen einmal wöchentlich geleert und die Zusammensetzung des Fangs im Labor analysiert. Die gemachten Ergebnisse sind vor allem vor dem Hintergrund eines zunehmenden Verlustes an Biodiversität mehr als alarmierend.

Beifang von 96 % unterstreicht Nutzlosigkeit von Bremsenfallen?!

Im betrachteten Studienzeitraum von Mai bis Oktober wurden mit den sechs aufgestellten Fallen mehr als 53.000 Individuen aus verschiedenen Gruppen der Gliederfüßer (Arthropoda) gefangen, wovon 80-95 % zu den Dipteren (Zweiflügler) zu zählen waren. Der Anteil an Bremsen, die ja das eigentliche Zielinsekt der Fangmethode Bremsenfalle sein sollte, lag bei unter 4 %. Bedenklich ist auch die Erkenntnis, dass mit der Fangmethode Bremsenfalle keine einzige Pferdebremse (Tabanus sudeticus) gefangen werden konnte, was Fragen hinsichtlich der Effektivität aufwirft.

Fangbehälter einer Bremsenfalle auf der Pferdekoppel in Bochum-Hordel an einem sonnigen Tag im Juli 2020 mit dem Zielinsekt einer Bremse oder einer Raubfliege?! [BILD: 19.07.2020].

Im Sinne des Artenschutzes sind Bremsenfallen zu reglementieren: Nutzung ist zu regulieren & an sensiblen Orten zu verbieten!

Aufgrund der nicht gegebenen Selektivität und der Tatsache, dass es sich bei mehr als 96 % der gefangenen Insekten um Insekten anderer Artengruppen und darunter sogar um gesetzlich geschützte Insektenarten handelt, die gefangen und getötet werden, ist über eine gesetzliche Regulierung des Einsatzes von Bremsenfallen in Form einer Genehmigungspflicht im Sinne des Artenschutzes nicht nur nachzudenken sondern zeitnah umzusetzen. In Schutzgebieten und deren direktem Umfeld – also in Gebieten in denen ein besonders hohes Insektenaufkommen erwartbar ist, muss das Fallenstellen generell verboten werden. (vgl. JÄCKEL et al. (2020): „Bremsenfallen“ – ein überflüssiger Beitrag zum Insektensterben. Natur und Landschaft 95 (3): 129 – 135.)


Kurioses aus der Landschaft – Hightech auf der Pferdekoppel I: Die Möchtegern-Zebras

Karneval auf der Pferdekoppel bei strahlendem Sonnenschein

Was auf dem ersten Blick zugegebenermaßen ziemlich bescheuert aussieht und mich auf der heutigen Laufrunde zumindest innerlich auflachen lassen hat, basiert bei näherer Betrachtung der Fakten auf einer genialen Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Aber was soll die Maskerade auf der Pferdekoppel?

Zebradecke in Kombination mit den rosa Ohren – bei der Optik bleibt zu hoffen, dass Pferde nicht über ein zu sehr ausgeprägtes Schamgefühl verfügen.

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Beobachtungen aus der Landschaft – Fuchs auf Entenjagd

Des einen Leid, des anderen Freud.

Als ich joggend in Gedanken vertieft rechts zum Goldhammer Bach abbiege, stört das idyllische Plätschern des Baches vor allem eins – das hysterische einsilbige Geschnatter einer Stockente. Wenn ich nicht schon im Entspannungsmodus angekommen wäre, hätte dieser Lärm durchaus das Potential haben können, mich kurzzeitig zu nerven! Was hat die Ente denn? Erst beim zweiten Blick erklärt sich mir, was der Grund für ihre Aufregung ist.

Die Begegnung hat durchaus Ambitionen zur Naturbegegnung des Jahres 2020 zu werden. In die engere Auswahl kommt sie in jedem Fall! (30.05.2020, Goldhammer Bach in Bochum Günnigfeld).
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Beobachtungen aus der Landschaft – die säugende Fähe

Die Tagesbedingungen mit einem windarmen Wolken-Sonne-Mix bei erträglichen Temperaturen wären eigentlich ideal gewesen, um nach längerer Zeit mal wieder auf Schmetterling-Safari zu gehen. Da viele mir bekannte Schmetterlingspflanzen (Schmetterlingsflieder, Distel, Flockenblume) aktuell aber noch nicht voll in der Blüte stehen, oder aber wie die Knoblauchsrauke schon lange verblüht sind, gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Spot durchaus kompliziert.

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