Umgekippter Baum am begrünten Sportplatz in Röhlinghausen

Beobachtung aus der Landschaft vom 21. Juli 2021

In Folge der anhaltenden Starkregenereignisse Mitte Juli kam es vielerorts in NRW teilweise zu verheerenden Schäden. Auch im Herner Stadtgebiet sind unzählige Keller vollgelaufen, Fahrbahnen wurden überflutet und mussten in Folge dessen teilweise sogar gesperrt werden. Hier und da wurden Bäume entwurzelt sowie Geh- und Radwegen unterspült. Diese Beschädigungen sind natürlich nur Peanuts im Vergleich zu den dramatischen Folgen, die die Wassermassen im Südwesten von Deutschland angerichtet haben. Man kann also von Glück sagen, dass sich das beobachtete Schadensbild in Grenzen hält.

Umgekippter Baum am ehemaligen Sportplatz in Röhlighausen [BILD 21.07.2021].

Auch am wiederbegrünten ehemaligen Sportplatz des SC Röhlinghausens hat das Wetter einen Baum gelegt. Der Baum liegt einmal quer über dem Gehweg und hat dabei den Zaun der wieder begrünten Fläche leicht beschädigt. Inwieweit sich aus diesem Hindernis eine Gefährdung ergibt, will ich nicht beurteilen. Aber ich denke, dass die Beseitigung nicht so dringlich ist und sich der Fachbereich Stadtgrün Zeit lassen kann, bis man über freie Kapazitäten verfügt. Die Beobachtung ist an den zuständigen Fachbereich der Stadt Herne weitergeleitet worden.


Beobachtung aus der Landschaft – Vom Winde verweht, vom Winde gelegt – die Kätzchen der Schwarz-Pappel (Papulus negra) sind rot

Zu Beginn des diesjährigen Amphibienschutz-Projektes, bei dem wie in jedem Jahr der knapp 300 Meter langer Kunststoffzaun auf der Böschungskante entlang der L639 aufgebaut werden soll, fiel auf, dass sich am Ort des Geschehens vegetationstechnisch einiges verändert hatte. Irgendwas war anders, aber was? Dass sich die Brombeeren weiter ausgebreitet haben und den Bereich flächendeckend überwuchern würden, davon war auszugehen. Doch das war es auch nicht, was die gefühlte Veränderung ausmachte. Erst beim zweiten Blick bemerkte ich, dass im Vergleich zur letzten Ortsbegehung, die beim Zaunabbau Ende April 2020 stattgefunden hatte, einer der knapp 30 Meter hohen Baumriesen, der bisher am Fuße des Bahndamms stand, nur noch zum Teil dort steht.

Der geköpfte Baumriese im LSG Pluto V zwischen L639 und Bahndamm [Bild Mitte März 2021].

Schadensbild möglicherweise Ergebnis des fortschreitenden Klimawandels?!

Die komplette Baumkrone liegt vom Brombeergestrüpp teils verdeckt auf dem Boden, während der untere Teil des Baumstammes samt der Wurzel weiterhin senkrecht in der Botanik steht. Es sieht alles danach aus, als sei der Baum in der Stammmitte durchgebrochen. Sehr wahrscheinlich wurde dieser Umstand durch die Wasserknappheit der zurückliegenden Dürrejahre (2018-2020) und einer damit einhergehenden verminderten Elastizität der hölzernen Baumstrukturen begünstigt. Denn eigentlich waren die bisherigen Stürme – zumindest von den erreichten Windgeschwindigkeit – nicht annähern von der Stärke, dass sie gesunde Bäume der vorliegenden Größe hätten zerbrechen lassen können.

Mehrwert entwurzelter Flachwurzeler – alternative zu seltenen Steilwänden

Das beobachtete Schadensbild weicht in dem Fall von den regelmäßig zu beobachtenden Entwurzlungen der flachwurzelnden Birken und Weiden ab, bei denen der Wurzelteller samt Erdreich in die Höhe ragt und Steilwandbrüter wie beispielsweise den Eisvögeln eine alternative Nistgelegenheit bieten kann. Die explosionsartige Zersplitterung des Stamms ließe sich wohlmöglich auch noch durch einen direkten Blitzeinschlag erklären. Was auch immer zur Entkronung des Baumes geführt hat, die Baumhälfte ist glücklicherweise in einen Bereich zu Boden gefallen, wo sie die Aktivitäten des Schutzzauns nicht stört.

Die Kätzchen eines gelegten Baumriesens [BILD Mitte März 2021].

Pappel und Weide sind botanische eng miteinander verwandt…

Obwohl die Baumkrone schon eine Weile am Boden liegt und jegliche Verbindung mit den Wurzeln gekappt ist, scheint weiterhin Leben im Baum zu sein. So haben sich trotz des offensichtlichen Totalschadens aus den im oberen Teil des Stammes verbliebenen Säften Knospen bilden können, die sich jetzt (25.03.2021) geöffnet haben. Das Bild zeigt die roten Kätzchen einer Schwarz-Pappel, die ich vor dieser zufälligen Begegnung bisher nicht bewusst beobachtet habe, was in erster Linie damit zusammenhängt, dass man sie unter normalen Umständen nur in den unerreichten Höhen des Baumwipfels bewundern kann. Die Form der frühen Blüte erinnert in ihrer Kompaktheit ein wenig an die charakteristischen Kätzchen von Weiden. Und diese Ähnlichkeit kommt nicht von ungefähr. Sowohl Weide als auch Pappel werden botanisch zur Familie der Weidengewächsen zählt, was die Ähnlichkeit ihrer Blüten erklärt. Diese Beobachtung trifft aber nur auf den Zeitpunkt unmittelbar nach dem Öffnen der Knospe zu. Schon wenige Tage später ähneln die Blütenstände eher denen der gewöhnlichen Hasel (Corylus avellana).

Beobachtungen aus der Landschaft: Öko-Vandalismus auf der Thyssenhalde im NSG Berghalde Pluto in Herne?!

Was ist hier passiert? Wer ist dafür verantwortlich? Warum schädigt jemand überhaupt augenscheinlich gesunde Bäume? Und wieso sind nur Bäume einer bestimmten Art davon betroffen, während andere Baumarten verschont geblieben sind?

Die sonntägige Laufrunde durch die heimische Haldenlandschaft führte mich Anfang März vorbei an der Pluto- und der Thyssenhalde mitten durch das NSG Berghalde Pluto-Wilhelm, wo ich eine auf den ersten Blick erschreckende Beobachtung gemacht habe. So musste ich feststellen, dass sämtliche Bäume im unteren Hangbereich der Thyssenhalde, genau in dem Bereich wo vor einigen Monaten die Ausbesserungsarbeiten am Wegesystem durchgeführt wurden, an ihren Stämmen massive Beschädigungen aufwiesen. Die Verursacher wussten anscheinend genau, was zu tun ist, um den Bäumen maximal zu schaden. Denn im Rahmen einer früheren Recherche zu mechanisch verursachten Baumschäden – in dem damaligen Bericht ging es um die Schäden an einem Baum, der sich im Einfahrtsbereich einer der zahlreichen Baustellen zur Kanalisierung des Hüller Bachs befindet und der augenscheinlich mit einem Baustellenfahrzeug kollidiert war – hatte ich gelesen, dass kleinere Beschädigungen der Rinde für einen gesunden Baum kein allzu großes Problem darstellen.

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Beobachtungen aus der Landschaft – Sturmsaison Frühjahr 2021 – viel Wind um nichts!

Wetter: Mäßig starke Stürme treffen auf klimagestresste Bäume

An die Sturmsaison im vergangenen Jahr kann ich mich noch gut erinnern. Damals hieß das Sturmduo Sabine und Viktoria, welches Mitte Februar an zwei aufeinander folgenden Wochenenden durch NRW zog und unter anderem dafür verantwortlich war, dass die letzten Bertlicher Straßenläufe vor der bis heute andauernden Corona-Pandemie aus Gründen der Sicherheit abgesagt werden mussten. All denen der dieser persönliche Bezug fehlt, werden die eher lauen Lüftchen aus 2021 wohl schon längst vergessen haben. Warum eigentlich Sabine und Viktoria?!

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Beobachtungen aus der Landschaft – Lenkung und Defrequentierung von Besucherströmen

Schon im vergangenen Sommer 2020 habe ich eine Beobachtung gemacht, auf die ich vor ein paar Tagen beim Durchstöbern einiger Fotoarchive wieder aufmerksam geworden bin. Beim Durchlaufen des oberen Trassenbereiches auf Höhe des Landschaftsparks Pluto V war mir damals aufgefallen, dass der parallel zum Hauptweg verlaufende Pfad mit Ästen und kleinen Birkenstämmen schwerpassierbar gemacht wurde. In kurzen Abständen hatte Jemand den kompletten Weg mit Totholz unterschiedlicher Größen blockiert. Zunächst hatte ich mir bei der Aktion nichts weiter gedacht, doch dann stellte sich mir die Frage, ob es sich hierbei um ein aus Kinderhand entstandenes Naturkunstwerk gehandelt haben wird oder ob Jemand mit der Aktion bewusst beabsichtigte, die Besucherströme aus dem Bereich fernzuhalten und in Richtung Hauptweg zu kanalisieren.

Ökologische Sperrung vom Nebenweg an der Erzbahntrasse auf Höhe des LSG Pluto V [Sommer 2020].

Intentionaler Geniestreich oder Zufallsprodukt aus Kinderhand?

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Mykologische Neuentdeckung – der Scharlachrote Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea)

Neuigkeiten aus dem Reich der Pilze

Auf einer meiner letzten Runden durch das NSG Blumenkamp in Bochum Hordel/ Günnigfeld wartete nach längerer Zeit mal wieder eine Begegnung mit einem Vertreter aus dem Reich der Pilze. Hatte ich Pilze bisher jahreszeitlich eher mit dem feuchten Herbst in Verbindung gebracht, so zeigte mir die heutige Entdeckung, dass sie durchaus auch im Winter anzutreffen sind.

Der Scharlachrote Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea) vermutlich auf einem Ast der Schwarzerle im Uferbereich des großen Gewässerbiotops im NSG Blumenkams in Bochum [BILD: 02.02.2021].

Der Scharlachrote Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea), der auch als Zinnoberroter Prachtbecherling bekannt ist, gehört zu diesen farbenprächtigen Winterpilzen. Dank einer unverwechselbaren Optik war die Bestimmung relativ simple. Neben dem wissenschaftlichen Namen finden sich im Internet auch eher umgangssprachliche bis märchenhafte Namen wie beispielsweise Scharlachrote Elfenmütze oder Elfenbecher. Botanisch betrachtet gehört der auffällige Winterpilz zur Klasse der Schlauchpilze und gedeiht bevorzugt auf basischen Böden.

Verwechslungsgefahr – dank der becherartigen Pilzformation und der kräftigen Signalfarbe – so gut wie ausgeschlossen [BILD: 02.02.2021].

Entdeckt habe ich diese Exemplare auf einem bemoosten Ast eines nicht näher definierbaren Laubbaums im ausgetrockneten Uferbereich des großen Feuchtbiotops im NSG Blumenkamp in Bochum-Hordel/ Günnigfeld. Aufgrund der roten Farbgebung und der unnatürlichen Form ging ich zunächst davon aus, dass es sich um geschmolzenen Plastikmüll oder eine andere industrielle Hinterlassenschaft aus der modernen Wegwerfgesellschaft handeln würde. Erst bei näherer Betrachtung war zu erkennen, dass es sich bei dem künstlich scheinenden Gebilde um die Fruchtkörper eines Pilzes handelt.

Der scharlachrote Prachtbecherling sieht besser aus, als daß er schmeckt!

Der zinnoberrote Kelchbecherling gilt in ganz Deutschland als selten. In der Roten Liste der gefährdeten Großpilze steht er mit dem Status „gefährdet“. Der relativ kleine Pilz wäre theoretisch genießbar, sein Geschmack wird allerdings als neutral beschrieben. Und wegen seiner Seltenheit sollte er ohnehin verschont werden.


Kurioses aus der Landschaft: Guerilla Gardening aus dem grünen Saatgutautomaten?

Wer hat in seiner Kindheit nicht schon einmal vor einem der typischerweise roten Automaten gestanden, vielleicht auch mit der Hoffnung nach Einwurf des angesparten Hartgeldes und nach Betätigen des Drehmechanismus den Hauptgewinn in Form eines Goldringes in Händen halten zu dürfen. Selbst heutzutage sieht man Kaugummiautomaten noch immer mal wieder an der einen oder anderen Häuserwand hängen, doch die Anzahl der zumeist roten und viereckigen Outdoor-Automaten ist stark rückläufig.

Ein grüner Automat für Palmen-Saatgut irgendwo im Nirgendwo in einer Wohngegend auf dem „Hannover-Berg“ in Bochum Hordel [Januar 2021].

Relikte aus einer anderen Zeitepoche?!

Viele der Automaten sind längst in einem desolaten Zustand und verwaist – viele sind vollgeschmiert, manche aufgebrochen und andere wiederum verrostet oder schon seit Jahren demontiert. Automaten sieht man in den letzten Jahren immer seltener. Auch Automaten für Kondome und vor allem für Zigaretten sind nahezu vollständig aus dem Landschafts- und Stadtbild verschwunden. Vereinzelt findet man sie noch vornehmlich auf dem Weg zu den Toilettenräumen in Discotheken, Kneipen und Gaststätten oder in der Nach-Kassenzone zur räumlichen Ausweitung der Quengelzone.

Grüne Geschäftsidee mit Potential?!

Bis zur Entdeckung/ Beobachtung des heutigen Automaten waren mir ausschließlich rote Automatenvarianten unter die Augen gekommen, deren Angebot sich darüber hinaus zumeist an Kinder adressierte. Die Idee über diesen doch eher seltenen Vertriebskanal Saatgut an das interessierte Publikum zu verkaufen, finde ich eine klasse Idee. Warum es allerdings Palmen und deren Dünger sein müssen, will sich mir nicht auf Anhieb erklären. Ginge es nach mir, dann würde ich wohl eher auf regional-heimische Samenmischungen setzen – so gesehen als Angebot einer automaten-gestützten Aktionsform des Guerilla Gardenings.


Beobachtung aus der Landschaft: Legitime Beschaffung von Totholz oder Holzdiebstahl?

Kurz vor dem Jahreswechsel 2020 hatte ich beim Durchlaufen vom LSG Röhlinghausen auf dem Weg zur Erzbahntrasse aus Richtung Pferdekoppel und Bahndamm lautes Motorsägengetöse wahrgenommen. Da dieser Teil meines Laufgebiets aufgrund der anhaltenden Bauarbeiten, die im Zuge der Renaturierung des Hüller Bachs aktuell an diversen Orten im Stadtgebiet durchgeführt werden, und bedingt durch die Sperrung der Fußgängerbrücke nur schwer zu durchlaufen ist, war ich in den zurückliegenden Monaten in dem Bereich äußerst selten unterwegs gewesen. Aufgrund der wahrgenommen Sägearbeiten hatte ich mir aber vorgenommen, mir auf einer der nächsten Laufrunde einen Überblick vom Fortschritt der dortigen Baustelle zu machen und nach der Ursache für den lautstarken Einsatz der Motorsägen suchen.

Aufgestapelte Holzscheite im Randgebiet des LSG Röhlinghausen Ende Dezember 2020 – Zeugen einer winterlichen Freischnitt-Aktion der unterirdischverlaufenden Erdgastrasse [BILD: 28.12.2020].

Als ich am nächsten Tag in den Bereich der Baustelle komme, erklärt sich mir umgehend das Ergebnis der akustisch wahrgenommenen Sägearbeiten. Mindestens ein Dutzend Bäume waren den Zinken der Sägen zum Opfer gefallen. Der Bodenbereich war großflächig mit gehäckselten Baumüberresten bedeckt, zudem waren mehrere Holzscheite entlang der Rodungskante aufgebahrt.

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Beobachtung aus der Landschaft: Baumplantage auf der Freifläche des Friedhofes an der Hofstraße in Röhlinghausen

In Reih und Glied – Temporär oder langfristig Bepflanzungsmaßnahme?! In jedem Fall eine bessere Flächennutzung als die vorherige kurzgeschnittene Rasenfläche

Von der Trasse aus hatte ich die Tage bemerkt, dass die freie Rasenfläche im hinteren Bereich des Friedhofs mit jungen Bäumen und Sträuchern bepflanzt war. Seit wann genau die Fläche bepflanz ist, dazu kann ich nichts sagen. Ebenfalls nicht beurteilen lässt sich die Frage, ob die Fläche in Zukunft so dicht bewachsen sein soll oder ob die Pflanzen nur für eine begrenzte Übergangsphase dort in dieser Form stehen werden. Denkbar wäre es durchaus auch, dass die Jungbäume in dem Bereich für eine gewisse Zeit wachsen und damit an Widerstandsfähigkeit zulegen sollen, und erst wenn eine bestimmte Wuchshöhe erreicht ist, ihren finalen Standort im Stadtgebiet erhalten.

Akurat in Reih und Glied stehen die jungen Rotbuchen. Die Furche ist deutlich zu sehen, ebenso wie die massiven Profilspuren der Räder des eingesetzten Fahrzeugs auf der Oberfläche [20.12.2020].

Möglicherweise lassen sich durch eine solche Herangehensweise öffentliche Kosten für neue Pflanzen einsparen, da sich die Kosten eines Baumes grundsätzlich an Art und vor allem an der Größe des Baumes orientieren. Wobei nicht nur die Kosten von Beschaffung und Transport von der Größe des Baumes abhängen, sondern auch die Widerstandfähigkeit der Pflanze gegenüber ungünstigen klimatischen Bedingungen, die in Zeiten einer zunehmenden Klimakrise an Bedeutung gewinnt. Der plantagenartige Anbau bietet hinsichtlich Pflege und Schutz der Pflanzen erhebliche Vorteile, die damit einhergehen, dass junge Bäume und Sträucher sensibler für Trockenheit und Verbiss sind und in diesem abgezäunten Bereich des Friedhofes in einem geschützten und behüteten Umfeld gedeihen können. Durch die unmittelbare Nähe zur Außenstation des Bautrupps der städtischen Orange-Armee ist ein Eingreifen bei anhaltender Trockenheit beispielsweise in Form künstlicher Bewässerung, um Schäden an den Pflanzen zu vermeiden, ohne großen Aufwand zu gewährleisten.

Wie sich die Situation mit der Baumplantage im hinteren Bereich des Friedhofes in den nächsten Monaten entwickeln wird, werde ich weiter im Auge behalten und bei etwaigen Veränderungen davon im Blog berichten.


Beobachtung aus der Landschaft: Vom Winde verweht – entwurzelte Weide am Trassenaufgang

Die Auswirkungen des ersten Winterstürmchens zeigten sich mir auf der heutigen Runde durch die Landschaft in Form einer entwurzelten Weide. Der ehemalige Standort der Weide liegt unmittelbar am Aufgang zur Erzbahntrasse an der Hofstraße im Randgebiet vom LSG Röhlinghausen. Unter dem Strich darf man dennoch konstatieren, dass es rund um die Erzbahntrasse trotz der Warnungen des DWD erfreulich ruhig geblieben ist. Aber bis auf wenige verwehte Mülltonnen, Gelbe Müllsäcke oder anderweitiges Zeugs, das am Vorabend nicht ausreichend gesichert wurde und jetzt in der Gegend herumliegt, hat das nächtliche Lüftchen ansonsten keine gravierenderen Spuren in der Landschaft hinterlassen.

Teil einer entwurzelten Weidengruppe, die Anfang November parallel zum Weg des Afugangs zur Erzbahntrasse gelegen hatte [BILD: 19.11.2020].

Das Umkippen oder Auseinanderbrechen des Weidenstamms deutet für mich außerdem darauf hin, dass irgendwelche Vorschädigungen vorgelegen haben werden, die diese Teilentwurzlung begünstigt haben. Inwieweit die Gesamtstabilität des Baumes durch den teilweise Wegbrechen in Zukunft negativ beeinflusst wird, oder ob das Wurzelsystem des Restbaumes durch den Vorfall beeinträchtigt ist, das werden dann wohl die Sachverständiger von Stadt oder RVR klären müssen. Inwieweit die Schäden letztendlich eine komplette Beseitigung des Baumes notwendig werden lassen, kann ich nicht sagen. Da es sich bei dem möglicherweise zu fällenden Baum um eine vergleichbar schnellnachwachsende Weide handelt, wäre dieser Umstand durchaus verschmerzbar.

Die Reste der entwurzelten Weide am Aufgang der Erzbahntrasse an der Hofstraße [BILD: 06.12.2020].

Nachdem die Weide längere Zeit unbeachtet neben dem Weg des Trassenaufgangs lag, konnte ich mich mittlerweile davon überzeugen, dass auch der Rest der Weide bis auf die Wurzel gekappt wurde und in gehäckselter Form im anliegenden Gebüsch verteilt liegt. Welchen Einfluss die Trockenheit der vergangenen Monate und Jahre auf die Stabilität der Weide gehabt haben, lässt sich abschließend nicht eindeutig klären. Ebenso wie die Gründe, die zur Entscheidung des Fällens geführt haben. Da die Windgeschwindigkeiten des böigen Sturms nicht so hoch gewesen sind, dass man ihn für die Entwurzlung allein verantwortlich machen sollte, steht für mich fest, dass der Baum irgendwelche Vorschädigungen gehabt haben müsste. Letztlich wird ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren für die Entwurzlung der Weide verantwortlich sein. Da Weiden für ihre Widerstandfähigkeit und Triebhaftigkeit bekannt sind, besteht trotz des radikalen auf den Stammsetzens dahingehend Hoffnung, dass aus den noch vorhandenen Stammstrukturen im Frühjahr wieder neue Triebe austreiben werden.


Kurioses aus der Landschaft: betörende Topfpflanze auf der Becker Deponie in Günnigfeld

Es liegt was in der Luft, ein ganz besonderer Duft…

Beim Laufen fernab des Hauptweges auf der ruhenden Becker Deponie habe ich wohl eine meiner bisher kuriosesten botanischen Entdeckung des Jahres gemacht. Neben Brombeersträuchern wird die Vegetation im oberen Bereich der Halde vor allem von Schmetterlingsflieder dominiert, weshalb die Ruderalfläche für Beobachtungen von Admiral, Tagpfauenauge und Schwalbenschwanz geradezu prädestiniert ist. Doch weder Brombeerstrauch noch Schmetterlingsflieder waren der Grund für mein botanisches Erstaunen. Erstaunt war ich vielmehr deshalb, weil sich eingebettet in eine kleine Gruppe von Schmetterlingsfliedern ein grauer Blumentopf samt Pflanze befunden hatte.

Topfpflanze im Blumentopf unter freiem Himmel in einem entlegenen Bereich einer wenigstark frequentierten ehemaligen Deponie? Das muss doch stinken?! [BILD: 27.11.2020].

Sherlock im Grünen – im Zweifelsfall war es immer der Gärtner

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Landschaftliche Gedanken: Schutzlose Schutzgebiete und machtlose Behörde

Aus den Beiträgen mit dem Themenschwerpunkt Fischwilderei in Herne resultierten folgende Überlegungen und Gedanken, die ich in diesen Beitrag gepackt habe und zu einem zukünftigen Zeitpunkt möglicherweise noch einmal aufgreifen werde.

Gedanken zur Machtlosigkeit städtischer Behörden beim Schutz ausgewiesener Schutzgebiete

Grundsätzlich stellt sich mir die Frage, inwieweit die Stadt beziehungsweise die für die naturnahen Bereiche verantwortlichen Behörden überhaupt das Ziel verfolgen und ob sie in der Lage sind, ihre ausgewiesenen Landschafts- und Naturschutzgebiete auch ausreichend zu schützen. Welchen Sinn kann es machen, Gebiete als Schutzgebiete auszuweisen, aber diese Gebiete dann nicht wirklich zu schützen?!

Kontrollen in Parks ja, in Schutzgebieten aber nicht?!

Denn während die öffentlichen Herner Grünanlagen wie beispielsweise der Volksgarten in Eickel, der Wanner Stadtgarten oder auch der Park am Schloss Strünkede in Herne regelmäßig von patrouillierenden Mitarbeitern des Ordnungsamtes kontrolliert werden und sogar auch an Samstagen Präsenz gezeigt wird, ist mir in den zurückliegenden Jahren auf den naturnahen Arealen der Schutzgebiete bisher nicht eine dieser Patrouillen über den Weg gelaufen, was schlichtweg daran liegen wird, dass sie in diesen Bereichen nicht eingesetzt werden.

Warntafeln als Alleinschutz von Schutzgebieten!?

Doch welchen Mehrwert haben in dieser Hinsicht dann Warn- und Hinweistafeln mit Geboten, Verboten und der Androhung von Bußgeldern, wobei diese Tafeln in den meisten Fällen auch noch bis zur Unlesbarkeit beschmiert sind, wenn die zuständigen Behörden in diesen Bereichen des Stadtgebietes aber sowieso nicht kontrollieren und Fehlverhalten dementsprechend auch nicht sanktioniert wird?!

Problematische Ausweichtendenzen durch CORONA?!

Vor allem in den zurückliegenden Pandemiemonaten im Sommer 2020 ist mir beim Durchlaufen verschiedener Schutzgebiete (LSG Röhlinghausen, LSG Pluto V, NSG Berghalde Pluto) an und nach Wochenenden unzählige Male aufgefallen, dass in den geschützten Bereichen vermehrt Partys und Saufgelage stattgefunden haben, die zu einer massiven Verdreckung nicht nur in der Nähe der Sitzgelegenheiten geführt haben. Wobei die offensichtliche Verdreckung nicht das einzige Problem ist, die diese coronabedingten Ausweichtendenzen ins stadtnahe Grün mit sich bringen. Gefahren und Folgen durch offenes Feuer, Lärmbelästigung durch Musikbeschallung sowie Störung und Zerstörung von Flora und Fauna in sensiblen Bereichen wären als weitere Faktoren zu nennen.

Behördlicher Naturschutz endet nach Dienstschluss?!

Auch kann sich jeder potentielle Natursünder sicher sein, dass an Feiertagen, am Wochenende und vor allem zu den späten Abendstunden sowieso mit keinerlei Kontrollen zu rechnen ist, da die städtischen Mitarbeiter zu den Zeiten ihren wohlverdiente Freizeit genießen.

Unausgegoren-Diffuse Lösungsansätze

Beim Schutz der Schutzgebiete durch die verantwortlichen Behörden muste m.M.n. unbedingt nachjustiert werden. Die vom Ordnungsamt kontrollierten Bereiche sollten auf die Natur- und Landschaftsschutzgebiete unbedingt ausgeweitet werden. Vorstellbar wäre m.M.n. eine Art Fahrradstreife, die diese weitläufigen und ansonsten nur zu Fuß zu erreichenden Bereiche regelmäßig aufsuchen und kontrollieren. Unter Umständen und je nach vorhandenen finanziellen und personellen Mitteln bräuchte es einen 24h-Natur-Notdienstes (telefonisch/ email/ APP), um Meldenden auch am Wochenende in akuten Fällen einen Kontakt zu ermöglichen, der für die naturrechtlichen Belange verantwortlich ist und auch zeitnah Maßnahmen einleiten könnte. Aufgrund der oftmals gegebenen Akutheit macht es keinen Sinn, bis zum Dienstbeginn am Monatg zu warten. Darüber hinaus scheint die natürliche Scheu des Bürgers bei solchen „grünen Belangen“ die Polizei zu alarmieren, in vielen Fällen eine zu hohe Überwindungshürde darzustellen, die durch einen Natur-Notdienst herabgesetzt werden könnte. Möglicherweise könnte diese Maßnahme auch eine Melde-App flakierend unterstützen?!


Beobachtungen aus der Landschaft – Invasion der Glückspilze

Mykorrhiza eine lohnende Partnerschaft

In den letzten Wochen hat der Herbst auch bei uns merklich Einzug erhalten, was sich nicht nur an kürzer werdenden Tagen, abnehmenden Sonnenstunden oder vermehrten Niederschlag bemerkbar gemacht hat, sondern vor allem daran zu erkennen war, dass die Kraniche trompetend über Herne in Richtung Südwest gezogen sind. Trotz der herbstlichen Vorzeichen versprach das heutige Wetter im Vergleich zu den Vortagen weniger ungemütlich zu werden, sodass einer Exkursion raus in die Landschaft an Hüller Bach und Erzbahntrasse – genauer gesagt nach Bochum-Hordel, nichts im Wege stehen sollte.

Vier junge Fliegenpilze in einer Gruppenformation im Birkenhain in BO-Hordel [Bild: 16.10.2020].

Ein Fliegenpilz kommt selten allein

Bei einer meiner letzten Laufrunden sind mir im Bereich des Birkenhains, der sich unmittelbar hinter dem ökologischen Kleingartenverein Kraut und Rüben anschließt, unzählige Fliegenpilze (Amanita muscaria) aufgefallen. Das relativ feuchte Wetter der vergangenen Tage und die zunehmende Laubdecke auf dem Boden hat sie vermehrt schießen lassen. Allerdings kann ich mich nicht dran erinnern, jemals zuvor so viele Fliegenpilzformationen an einem Ort bewusst wahrgenommen zu haben, was sicherlich auch an den eher kleinflächigen Waldgebieten liegt, die es hier im Umfeld gibt.

Pilze – ein Fotomotiversatz für die falterlose Jahreszeit

Obwohl das lokale Pilzallerlei eindeutig vom auffälligen Fliegenpilz dominiert wird, finden sich auf der 1.500 Quadratmeter großen und mittlerweile renaturierten Zechenbrache auch andere farblich dezentere Pilzarten, die aber mindestens genauso schön anzusehen sind. Teils wachsen diese Pilze aus verrottenden Baumstümpfen und teils aus dem Boden, sind aber in jedem Fall faszinierende Erscheinungen, und besitzen durchaus das Potential, ein Motiversatz zur Überbrückung der schmetterlingsfreien Zeit  zu werden.

Pilzvielfalt im im kleinen Birkenhain am NSG Blumenkamp. Links-oben: Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare); Rechts-oben: Honiggelbe Hallimasch (Armillaria mellea); Links-unten: Flaschen-Stäubling (Lycoperdon perlatum); Rechts-unten: Violette oder Amethystblaue Lacktrichterling (Laccaria amethystina); alle Bestimmungen ohne Gewähr [BILD: 16.10.2020].

Wo ein Fliegenpilz ist, muss auch eine Birke oder Fichte sein

Was die Fliegenpilze betrifft, so hatte ich, obwohl ich absolut keine Ahnung von Ökologie der Pilze habe, von Beginn an den Eindruck, als würde zwischen Birke und Pilz eine besondere Beziehung bestehen. Meine Vermutung stützte sich allerdings alleine auf die Beobachtungen, dass jede Birke gefühlt ihre eigene kleine Gruppe von Fliegenpilzen hatte. Bei der heimischen Internet-Recherche konnte ich sodann auch in Erfahrung bringen, was der Grund für diese bevorzugte Partnerschaft zwischen Birke und Pilz ist. Etwas überrascht war ich über die Tatsache, dass sogar mehr als 80 Prozent aller Landpflanzen in Symbiose mit Pilzen stehen.

Mykorrhiza – die „verpilzte Wurzel“ ein Gewinn für Baum und Pilz

Der Fliegenpilz gehört, wie rund 2000 andere in Deutschland vorkommende Pilzarten, zur Gruppe der sogenannten Mykorrhiza-Pilze. Der wissenschaftliche Fachbegriff Mykorrhiza ist aus dem Griechischen und setzt sich aus den beiden Begriffen mykes, dem Pilz, und rhiza, der Wurzel, zusammen. Der Fachbegriff Mykorrhiza kann im Deutschen mit „Pilzwurzel“ oder „verpilzter Baumwurzel“ übersetzt werden und beschreibt eine symbiotische Lebensgemeinschaft von Pilz und Baum im Bereich der Wurzeln. Da einige Pilze eine hohe Wirtspezifität aufweisen und auf bestimmte Baumarten spezialisiert sind, lässt sich dieses Wissen beim Sammeln und Bestimmen von Pilzen nutzen.

„Unter Birken, Tannen und Buchen kannst du immer Pilze suchen; unter Eschen, Erlen und Linden, wirst Du nicht viel finden“.

Im Fall des Fliegenpilzes ist die Mykorrhiza-Partnerart entweder die Birke (Betula), so wie ich es ja auch schon aufgrund der Beobachtungen vermutet hatte, oder die Fichte (Picea). Grundsätzlich scheint die Mykorrhiza für die Pflanze überall dort von Vorteil zu sein, wo die Mineralstoff- und die Wasserversorgung nicht optimal gegeben sind. Dieser Punkt trifft auf den kleinen Birkenhain auf der ehemaligen Zechenbrache in Bochum-Hordel voll und ganz zu, da der Untergrund überwiegend aus Abraummaterial besteht, dessen Speicherfähigkeit von Wasser als nicht ideal zu bewerten ist, was sich unter anderem auch an der geringen Vegetationsvielfalt zeigt, die sich zum Großteil aus Birken zusammensetzt.

Die beiden Mykorrizha-Partner – der Fliegenpilz neben seiner Birke [Bild: 16.10.2020].

Symbiose eine Win-Win-Situation für Baum und Pilz

Die Pilz-Wurzel-Baum-Wurzel-Schnittstelle (Mykorrhiza) dient in erster Linie dem Austausch von Nährstoffen. Während der Baum den Pilz mit organischen Stoffen hauptsächlich mit Kohlenhydraten und Fetten versorgt, erhält er im Gegenzug vom Pilz anorganische Bodenmineralien (z.B. Phosphat, Ammonium, Calcium, Zink, Kupfer) und Wasser. Allerdings beschränken sich die Vorteile der symbiotischen Lebensgemeinschaft nicht nur auf den Tauschhandel mit Nährstoffen. Die Partnerschaft bringt dem Baum noch weitere Vorteile, so schützt die Filterfunktion der Pilze den Baum vor giftigen Effekten, die eine Aufnahme von Schwermetallen mit sich bringen würde. Darüber hinaus sorgt die Partnerschaft beim Baum für mehr Toleranz gegenüber Frost und pathogener Bodenmechanismen, durch die Ausschüttung von Wuchsstoffen (Auxine, Gibberelline, Cytokinine) zu einem beschleunigten Wachstum.

[Bild: 16.10.2020]

So viel zu dem Thema – das sollte im Rahmen des Blogs zum Phänomen der Mykorrhiza wohl reichen. Wer sich weiter in das Thema einarbeiten möchte, der findet am Ende des Beitrages ein paar Links zu verschiedenen Internetseiten, die das Thema wesentlich ausführlicher behandeln und mir als Quelle dienten. Und wem das immer noch nicht reichen sollte, dem seien ein Gang in die Bibliothek und der Griff zum Fachbuch empfohlen.

Der Schein kann trügen

Also kommen wir nochmal kurz zurück zu den beobachteten Fliegenpilzen. Die zahlreichen Farb- und Gestaltvariationen, die sich durch die unterschiedlichen Altersstadien ergeben, die ein Piz bzw. dessen Fruchtkörper während seiner Reifung durchläuft, erfordern selbst bei der Bestimmung des vermutlich prominentesten Vertreters der Pilze – dem Fliegenpilze ein Gewisses Maß an Vorwissen und Erfahrung. Denn jedes Kind kennt zwar den Fliegenpilz als einen roten Pilz mit weißen Punkten auf dem Schirm, was in der Regel auch korrekt ist, aber trotzdem kein hinreichendes Erkennungsmerkmal zur eindeutigen Bestimmung darstellt.

Variationen des Fliegenpilzes: Links noch nicht aus dem Velum gebrochen; Rechts mit abgewaschenen Schirmen [Bild: 16.10.2020].

Fliegenpilz ist nicht gleich Fliegenpilz

Diese potentiellen Variationen innerhalb ein und derselben Pilzart erschweren die Bestimmung erheblich und können zu schwerwiegenden Missverständnissen führen. So habe ich mich bei Ortbegehung des Birkenhains in Bochum-Hordel von dieser Problematik selbst überzeugen können, indem ich Exemplare des Fliegenpilzes beobachtet habe, bei denen die charakteristischen Flocken auf der Hutoberfläche vom Regen komplett abgewaschen waren oder deren Schirme statt des typischen intensiven Rots ein Gelb bis Orange aufgewiesen haben.

Entwicklungsphasen des Fliegenpilzes [Bild: 16.10.2020].

Morphologische Vielfalt

Auch die Wachstumsphasen, in dem sich der Pilz befindet, verkomplizieren eine eindeutige Bestimmung. So ist der Fliegenpilz zu Beginn eine komplett weiße Knolle, die aus dem Boden wächst und mit dem sogenannten Velum (Haut) überzogen ist. Wobei die Reste des Velums letztendlich die weißen Flecken auf dem roten Schirm des Pilzes ausmachen. Während der „Hut“ im frühen Entwicklungsstadium noch recht kompakt wirkt, klappt der Schirm im weiteren Verlauf des Wachstums nach und nach klappt der Schirm immer weiter auf und reicht gegen Ende seines Pilszdaseins, wenn er nicht vorher von Schnecken aufgefressen oder Unwissenden zertreten wurde, über die Horizontale hinaus.

Persönliche Konsequenzen

Die zufällige Begegnung mit dem Fliegenpilz hat mein Interesse für Pilze dermaßen geweckt, dass ich mich kurzerhand dazu entschlossen habe, mir mein erstes Pilz-Fachbuch zu bestellen, um bei zukünftigen Pilzbeobachtungen auch ohne Internet eine semi-fachmännische Bestimmung durchführen zu können und vor allem für den Fall, dass ich es doch mal in den Wald zum Sammeln von Pilzen schaffen sollte, damit nur die essbare im Körbchen landen. Bei meiner Buchauswahl, die aufgrund der Vielzahl an vorhandener Fachliteratur gar nicht so einfach war, habe ich mich von einer NABU-Empfehlung leiten lassen und mich schlussendlich für das Buch von Andreas Gminder – „Handbuch für Pilzsammler: 340 Arten Mitteleuropas sicher bestimmen – entschieden. Ich denke, die 22 € sind bestens investiert.


QUELLEN & WEITERE INFOS:

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/mykorrhiza/44673

https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/baeume-und-waldpflanzen/pflanzenoekologie/mykorrhiza

https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/pilze-und-flechten/eine-feine-gesellschaft

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/sonstige-arten/pilze-flechten-moose/10155.html

https://pilzkunde-ruhr.de/

(Stand: 24.10.2020)

Unterschriften sammeln und sammeln lassen für mehr Biodiversität in NRW

Volksinitiative Artenvielfalt. Insekten retten. Artenschwund stoppen!

Vor gut einer Woche bin ich eher durch Zufall bei Twitter auf die NRW-Initiative für mehr Biodiversität aufmerksam geworden und heute ist das georderte Infomaterial auch schon angekommen. In dem Infopaket befinden sich neben diversen Flyern auch ein paar Unterschriftenlisten, die es in den nächsten Tagen gilt, im Freundes-, Familien und Bekanntenkreis unterschreiben zu lassen. Inwieweit die paar Listen allerdings ausreichen werden, wird sich dann die nächsten Tage zeigen. Ansonsten werde ich wohl noch welche nachdrucken müssen?!

Gemeinsam stark: „Insekten retten – Artenschwund stoppen“

Ins Leben gerufen wurde die Initiative im Frühjahr 2020 durch die drei großen NRW-Landesverbände von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) und von Naturschutzbund Deutschland (NABU). Mittlerweile haben sich der Initiative auch unzählige Vereine, Verbände und Organisationen als Unterstützer angeschlossen. Motto und Ziel der Initiative lautet: „Insekten retten – Artenschwund stoppen“, erreicht werden soll das durch konkrete Handlungsvorschläge, die in Form von 8 Forderungen für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität in NRW formuliert wurden, um die regierenden Parteien in Düsseldorf zum Handeln zu bewegen.

Wie viele Unterschriften werden gebraucht?

Damit sich der NRW-Landtag mit dem Thema beschäftigen muss, sind die Unterschriften von mindesten 0,5 % der stimmberechtigen NRW-Bürger von Nöten. Bei insgesamt 14.000.000 Stimmberechtigen in NRW (Stand der NRW-Kommunalwahl 2020) entspricht dies in etwa 70.000 Unterschriften, wobei von Seiten der Initiative offiziell die Zahl 66.000 kommuniziert wird. Wer stimmberechtigt ist, was zu beachten ist, damit die Unterschriften gültig sind und viele Informationen mehr findet ihr auf den Seiten der Initiative unter WWW.ARTENVIELFALT-NRW.DE.

Was soll erreicht werden und was wird gefordert?

Im Folgenden sind die 8 Forderungen/ Handlungsfelder aufgeführt, die von der Initiative an die Politik gerichtet sind. Im Rahmen dieses Kurz-Beitrages werden die Forderungen lediglich genannt, bleiben also unkommentiert.

Zur Bewahrung der Biodiversität in NRW wird gefordert:

  1. Flächenfraß verbindlich stoppen
  2. Schutzgebiete wirksam schützen
  3. Naturnahe und wilde Wälder zulassen
  4. Naturverträgliche Landwirtschaft aktiv voranbringen
  5. Biotopverbund stärken und ausweiten
  6. Lebendige Gewässer und Auen sichern
  7. Artenschutz in der Stadt fördern
  8. Nationalpark in der Senne ausweisen

Wo gibt’s weitere Infos & was kann ich tun, um zu helfen?

Um zu erfahren, was es im Detail mit diesen 8 Handlungsfeldern/ Forderungen auf sich hat, besucht ihr am besten die Internetseite der Volksinitiative Artenvielfalt unter WWW.ARTENVIELFALT-NRW.DE. Dort findet ihr auch alle Infos darüber, wie ihr selber aktiv werden könnt, um den Handlungsdruck auf die NRW-Regierung für eine konsequentere Naturschutzpolitik weiter zu erhöhen und den rasant fortschreitenden Verlust an Biodiversität zu stoppen.


Kurioses aus dem Schilderwald – Schilder im Wald – das PEFC-Zertifikat

Auf einer meiner Runden durch die Landschaft  – allerdings schon im Juli irgendwann, ist mir ein bis zu dem Zeitpunkt absolut unbekanntes Schild an einem Baum aufgefallen. Bei dem Baum, an das es hing, handelt es sich um einen abgestorbenen Baumstumpf, der in einem kleinen nicht forstwirtschaftlich genutzten Wald in Bochum­-Günnigfeld steht. Das Schild zeigt einen Specht und trägt den Schriftzug Biotopbaum sowie die Internet-Adresse http://www.PEFC.de. Da ich weder mit dem Schild noch mit der Organisation PEFC etwas anfangen konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als zu Hause Dr. Google um Rat zu fragen.

Das PEFC-Siegel an einem stehenden Totbaum in einem kleinen Waldstück in Bochum Günnigfeld.

Nach eigenen Angaben ist PEFC die weltweit größte unabhängige Organisation zur Sicherstellung und kontinuierlichen Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, die ökologische, soziale und ökonomische Standards gewährleisten will. Auf der offiziellen Homepage heißt es weiter, dass „PEFC garantiert, dass Holz- und Papierprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen“. Die PEFC beschreibt sich zudem als „größte Institution zur Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung“, was „durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem“ erreicht werden soll.

Das PEFC-Siegel an einem stehenden Totbaum in Bochum Günnigfeld, da deer Wald nicht forstwirtschaftlich genutzt wird, stellt sich mir die Frage, welchen Sinn das Schild hat?!

Wikipedia weiß, dass das PEFC ein weltweites Bündnis ist, das sich den höchsten Standards verpflichtet hat und zum Schutz der Biodiversität eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern anstrebt. PEFC steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ und bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie ein Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen). Biotopsbaum – dass Bäume grundsätzlich auch immer Biotope sind, da ja Biotop letztendlich nichts anderes als Lebensraum bedeutet, das hätte man wohl auch ohne ein Schild wissen können.


WEITERFÜHRENDE INFOS

https://pefc.de

https://www.haus.de/bauen/fsc-zertifizierung-und-pefc

https://www.wwf.de/2017/oktober/besseres-holz-fuer-den-bund


Beobachtung aus der Landschaft – Holzverschläge und Tipis sprießen aus dem Waldboden

Corona-Trend 2020: „Wir bauen uns ein Tipi im Wald“

Zankapfel Stadtnatur – ist das überhaupt erlaubt?!

Beim regelmäßigen Durchlaufen der heimatlichen Landschaft rund um die Erzbahntrasse trifft man in letzter Zeit immer häufiger auf sogenannte „Holztipis“, die so wie es aussieht, von Kindern aus den auf dem Waldboden herumliegenden Ästen erbaut wurden. Dieser Trend ist mir zuvor entweder nur nicht aufgefallen oder die CORONA-Zeit hat dazu geführt, dass Kindergruppen (Kindergarten, Grundschule, OGS, etc.) vermehrt die örtliche Natur aufsuchen, um so der keimverseuchten Enge der Einrichtungsräume zu entfliehen.

Das Bild zeigt eine von insgesamt 4 Buden aus „Budenhausen“ in Bochum-Hordel. Die Kinder haben sich augenscheinlich viel Mühe gegeben und bitten den Waldbesucher auf einem Infoschild, die Bude nicht zu zerstören.

Im Rahmen einer frühkindlichen Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt ist diese pädagogische Maßnahme sicherlich zu begrüßen. Dem pädagogischen Mehrwert gegenüber steht allerdings der Naturschutz und die offiziellen Beschilderungen, die in jedem Landschafts- und Naturschutzgebiet zu finden sind, sprechen eine deutliche Sprache dahingehend, dass in diesen Gebieten ein Verlassen der öffentlichen Wege zum Schutz von Flora und Fauna zu unterlassen ist.

Naturerziehung vs. Natur- und Umweltschutz

Die zunächst neutrale Beobachtung von Holztipis in der Natur lässt sich wie so oft aus verschiedenen Perspektiven betrachten und dementsprechend auch bewerten, wobei das Ergebnis der Bewertung vom jeweils eingenommenen Standort abhängt und gegensätzlich ausfallen kann.

Natur- und Umweltpädagogik – Natur als Lernkulisse für Kinder bei der Entwicklung eines individuellen Bewusstseins für Natur

Die durchgeführten Naturexpeditionen verfolgen grundsätzlich das lobenswerte Ziel, die stadtnahe Natur auch für Stadtkinder erfahrbar zu machen. Die Natur zu entdecken, zu erleben und bestenfalls auch ökologische Zusammenhänge zu begreifen, stellt ein hohes Gut für zukünftiges Leben und den respektvollen Umgang mit der der Natur dar. Nur was man kennt, kann man auch schützen oder um es in den Worte des Arztes, Zoologen, Verhaltensforscher und Nobelpreisträgers für Medizin Konrad Zacharias Lorenz (1903-1989) auszudrücken: „Man liebt nur was man kennt, und man schützt nur was man liebt.“ Vor diesem Hintergrund und aus pädagogischer Sicht wäre das Betreten des Waldes auch fernab der offiziellen Wege wohl zu tolerieren. Schließlich sind die Kinder der Schlüssel und der Grundstein zu einem zukünftig besseren Umgang mit der Natur, weshalb eine frühkindliche Umwelterziehung, die Respekt und Liebe zur Natur vermittelt, grundsätzlich gutzuheißen ist. Denn eins ist klar, der Wald und die Natur im Allgemeinen bieten eine anregende Lernumgebung für Groß und Klein.

„Man liebt nur was man kennt, und man schützt nur was man liebt.“

Entdeckungen von Tieren, Pflanzen, Tannenzapfen, Buchecker, Kastanien, Eicheln, Beeren, Bärlauch, Nüsse, Vogelfedern, totes Lebewesen oder Überreste, Nester, ein Eichhörnchen, Vogelstimmen oder vielleicht sogar ein Mäusebussard lassen sich nun Mal nur draußen in der Natur machen und auch die stadtnahe Natur bietet hierfür allerhand Erlebnispotential. Logischerweise kann die Vermittlung von Naturerlebnissen, die auf die Förderung und Entwicklung eines verantwortungsvollen Naturbewusstseins abzielen, nur in einem Umfeld von Natur gelingen. Expeditionen in die (Stadt-) Natur sind deshalb als essentieller Bestandteil einer ganzheitlichen Umwelterziehung zu bewerten, da nur in der Natur ein Erleben von Natur mit allen Sinnen möglich ist.

Natur- und Umweltschutz – Naturräume in der Stadt als ungestörte Rückzugsorte für Flora und Fauna

Aus Sicht des Naturschutzes lassen sich Argumente aufführen, die vor allem mit der Störung von Flora und Fauna zusammen-hängen. Wenn man zudem bedenkt, dass wenig berührte Ruckzugsorte vor allem in dicht besiedelten Regionen, wie es für weite Teile des Ruhrgebiets zutrifft, eher selten sind und zukünftig immer seltener werden, dann bedürfen diese Orte einen besonderen Schutz, der ja schon heute durch den Schutzstatus als Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiet zum Ausdruck kommt.

Andererseits ließe sich hierbei auch in die Richtung argumentieren, dass diese Bereiche in den meisten Fällen sowieso schon über Trampelpfade begehbar sind und von Hundebesitzern stark frequentiert werden, was für diese Bereiche unabhängig von spielenden Kindern regelmäßige Störungen bedeutet. Möglicherweise sollten die verantwortlichen Behörden die Einhaltung bereits bestehender Regeln auch einfach nur regelmäßiger kontrollieren?!

Mindestmaß an Anforderung für eine behördliche Erlaubnis

Voraussetzung für eine behördliche Duldung einer Begehung von Bereichen mit gesondertem Schutzstatus kann aus meiner Sicht nur ein verpflichtender sensibler Umgang und Rücksicht sein. Inwieweit Erzieher und Pädagogen soweit ausgebildet sind, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind, lässt sich anhand der Bauten natürlich nicht beurteilen. Möglicherweise müsste eine offizielle Duldung auch mit einem verpflichtenden Nachweis über themenspezifische Kenntnisse einhergehen, die im Rahmen von Fort- und Weiterbildungsangeboten zu erwerben sind und von potentiellen Betreuern nachzuweisen sind.

Gegenüberstellung potentieller Perspektiven nicht zielführend

Da ich bei dieser Thematik zwischen pädagogischer Perspektive und dem Naturschutzaspekt hin- und hergerissen war und auch noch immer bin, hatte ich mir erhofft, weiteren Input von meinem Ansprechpartner bei der Unteren Naturschutzbehörde zu bekommen, um mit Hilfe der behördlichen Perspektive für mich persönlich mehr Klarheit und eine differenzierte Antwort zu dieser Thematik zu bekommen. Aus dem Grund hatte ich meinem Ansprechpartner bei der Unteren Umweltbehörde zu dieser Thematik die folgende Email geschrieben.


Auszüge aus der EMAIL:

In letzter Zeit beobachte ich immer häufiger, dass die städtische Natur von Kindergruppen (Falken, Kindergarten, etc.) im Rahmen einer Umwelterziehung genutzt wird, was ja prinzipiell positiv zu bewerten ist. Aktuell scheint aber das Bauen von sogenannten Tipis voll im Trend zu sein und es gibt nicht ein Waldstück in der näheren Umgebung, wo sie nicht zu finden sind.

Gibt es eine offizielle Haltung/ Meinung der Stadt zu „Holz-Bauten, Verschlägen, Tipis“ auf städtischen Grünflächen?!

Ich würde gerne Deine Meinung dazu hören. Ist das eigentlich folgenlos, oder hat das irgendwelche negativen Einflüsse auf Flora/ Fauna?! Wie sieht die Behörde resp. das Gesetze diese Thematik?

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wenn flächendeckend alte Äste zusammengesucht werden und auf einen Punkt konzentriert werden, dass sich das auf’s Habitat auswirkt?!

Hast Du zu der Thematik irgendwas Offizielles? (Vorschriften, Studien, Berichte, Artikel, etc.).


Aktueller Stand (05.09.2020)

Leider habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt (05.09.2020) noch keinerlei Rückmeldung erhalten. Sobald mir ein behördliche Rückmeldung vorliegt, werde ich die behördliche Sicht auf das Thema in einem weiteren Beitrag mitteilen, der zur gegebener Zeit verfasst werden wird.


Land unter im LSG Röhlinghausen – idyllisches Treiben endet abrupt

Die sinflutartigen Regenfälle von Freitagnacht führen im LSG Röhlinghausen zur Flutung des Hochwasserrückhaltebeckens mit beinahe dramatischen Folgen für die dort weidenden Tiere…

Dramatische Szenen müssen sich in der Nacht von Freitag auf Samstag am Hochwasserrückhaltebecken im LSG Röhlinghausen abgespielt haben. Die Hitze der vergangenen Tage mit Tagestemperaturen konstant über 30°C endeten am Freitagabend abrupt. Es folgte ein Unwetter mit heftigem Gewitter und Starkregen in einem biblischen Ausmaß.

Der Presse war zu entnehmen, dass der Schäfer, als das Wasser auf der Wiese hinter dem Überlaufbereich schlagartig anstieg, die meisten seiner Tiere in Sicherheit bringen konnte. Aufgrund des Ausmaßes der Wassermassen, die in kurzer Zeit bedingt durch den Starkregen angefallen waren und der Tatsache, dass die trockenen Böden nicht in der Lage sind große Wassermengen aufzunehmen, schwellte der Hüller Bach dermaßen an, dass er an den am Deich tiefergelegenen Überlaufbereichen unmittelbar vor dem Stauwerk übertrat und die Auslauffläche in kürzester geflutet wurde.

Am Morgen nach den Sturzfluten stehen noch große Teile des Rückhaltebeckens unter Wasser. Glücklicherweise konnten alle Tiere rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Eine Flutung dieser Bereiche kommt im Jahresverlauf sehr selten vor, aber genau für diese Ereignisse, sind sie im Falle eines hohen Aufkommens an Oberflächenwasser zur Entlastung der Deiche vorgesehen. Da sowohl Oberflächenwasser als auch Schmutzwasser bis zur Fertigstellung der Kanalisierung über den Hüller Bach abgeleitet werden, reichte der Pegel in den Biegungen des Fließgewässers zeitweise einen Meter unterhalb der Deichkante. Die Überlaufflächen des Hochwasserrückhaltebeckens dienen in diesen relativ seltenvorkommenden Ausnahmefällen dem Schutz der angrenzenden Siedlungen. Inwieweit man sich dieser potentiellen Gefahr vorab bewusst war, kann ich nicht beurteilen.

Die bei der Flutung der Fläche aufgetretenen Wassermassen hatten die Elektrozäune umgerissen, so dass sich die Tiere in der näheren Umgebung in Sicherheit bringen konnten. THW und Feuerwehr mussten zur Hilfe gerufen werden. In der Hektik und Dunkelheit der Evakuierung durch den Schäfer verteilten sich die Tiere auf dem schlecht einsehbaren Areal. Dank der Unterstützung der gerufenen Rettungskräfte konnte der Bereich ausgeleuchtet werden. Darüber hinaus kam auch eine Drohe zum Einsatz, mit der das Gebiet nach weiteren Tieren kontrolliert werden konnte. Ein verängstliches Tier konnte dem Schäfer wohlbehalten übergeben werden.

Auch am Morgen nach dem Unwetter steht das Auffangbecken in manchen Bereichen noch unter Wasser – der Großteil der Wassermassen ist zu dem Zeitpunkt allerdings schon versickert.

Auch am Morgen nach dem Unwetter mit Starkregen stehen noch große Bereiche der Überlauffläche bis zu 30 Zentimeter unter Wasser. Naja, Ende gut, alles gut! Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Ereignis einer Wiederholung im nächsten Jahr nicht im Wege stehen wird.


Weitere Infos:

https://www.waz.de/staedte/herne-wanne-eickel/starkregen-in-herne-schafherde-droht-zu-ertrinken-id230176640.html

https://www.halloherne.de/artikel/schafe-von-wasser-eingeschlossen-46010.htm

Spätsommer Landschaftspflege im LSG Röhlinghausen – tierische Rasenmäher

In der letzten Woche wartete beim Durchqueren des LSG Hofstraße in Herne-Röhlinghausen ein ungewohnter Anblick, der bei mir unmittelbar ein Hauch von Urlaubsgefühlen aufkommen ließ. Und dies hing keineswegs mit den tropischen Temperaturen zusammen…

Landschaftspflege durch Beweidung – eine naturnahe und schonende Alternative zur maschinellen Mahd – an der Hofstraße in Herne-Röhlinghausen erstmalig beobachtet im August 2020.

Auf der großen Überlauffläche des Hochwasserauffangbeckens, die unmittelbar an den Deich des Hüller Bachs angrenzt und bei Starkregenereignissen dem Schutz der Deiche dient, gabe es ein für unsere Breitengrade ein eher seltenes Schauspiel zu bestaunen. Auf der großen Wiese tummelte sich Anfang August eine große gemischte Herde aus Schafen und Ziegen.

Die Tiere stehen zumeist dicht nebeneinander gedrängt, da die Gemeinschaft bietet nicht nur Gesellschaft, sondern vor allem Schutz und Sicherheit vor Beutegreifern. (Foto August 2020).

Die Szenerie war durchaus vielseitig und interessant anzusehen. Schreiende Lämmer in Weiß und Schwarz, säugende Muttertiere, neugierige Zicklein und stattliche Ziegenböcke mit bedrohlichen Hörnen und einer Glocke um den Hals, die so wie es schien, die Funktion des Leitbocks übernommen hatten, komplettierten die rund 100 Tiere starke Herdengemeinschaft.


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Kurioses aus der Landschaft: der ferngesteuerte Mähroboter bei der Deichpflege am Hüller Bach

Anfang Juli konnte ich bei einer meiner Laufrunde durch das Revier rund um Hüller Bach und Erzbahntrasse ein Novum bei der Deichpflege beobachten. Wer jetzt eine Beweidung der Landschaft durch Ziegen und Schafe erwartet, der liegt falsch. Denn die hatten erst ein paar Wochen später im September ihren Einsatz in der Landschaftspflege im LSG Röhlinghausen. Bei dem im Juli beobachteten Novum handelte es sich um ein ferngesteuertes und kettenbetriebenes Novum. Während auf den Hangflächen ein gewöhnlicher Aufsitzmäher mit langer Schneide zum Einsatz kommt, sorgte im Bereich unterhalb der Fußgängerbrücke ein kettenbetriebener Mähroboter für den akkuraten Rasenschnitt.

Hauptgrund für den Einsatz des Spezialwerkzeugs ist der Schutz des Mitarbeiters, der aufgrund der Steilheit und der damit einhergehenden Absturzgefahr notwendig wird. Das Hauptziel nahezu jeder Deichpflegemaßnahme ist dahingegen der Funktionserhalt der technischen Anlage Deich und damit die Gewährleistung des Schutzes der unmittelbar hinter den Deichen liegenden Wohngebiete vor Überschwemmungen.

Deichpflege – Rasenmähen für mehr Sicherheit im Hochwasserschutz

Bei uns im Dreistädteeck von Bochum, Herne und Gelsenkirchen sind es vor allem Starkregenereignissen, die die Wasserstände von Goldhammer Bach, Dorneburger Bach oder Hüller Bach innerhalb von Minuten schlagartig ansteigen lassen und das Potential haben, einen vorgeschädigten Deich zu zerstören. Denn im Fall eines starkregenbedingten Hochwassers wirken auf die Anlage für einen begrenzten Zeitraum relativ hohe Kräfte, die von der technischen Anlage kompensiert werden müssen. Auch den Anforderungen anhaltender Hochwasserlagen muss der Deich genügen. Der Untergrund des Hangs darf auch bei längerer Belastung unter keinen Umständen zu schnell aufweichen, weil ein aufgeweichter Untergrund in Kombination mit den Kräften der Wassermassen zur Destabilisierung des Deichs führen kann.

Eine gesunde Grasnarbe Grundvoraussetzung für Stabilität

Damit die Deichanlage des Hüller Bachs funktionsfähig ist und bleibt, bedarf es einer intakten und kompakten Grasnarbe, die Bodenerosionen verhindert und nur durch regelmäßige Pflegemaßnahmen zu erreichen ist. Denn jeder Gärtner weiß, dass sich auf einer Wiesen, die längere Zeit nicht gepflegt wird, nach und nach Beikräuter, Gräser und Stauden einschleichen oder es früher oder später zu kahlen Stellen und Löchern kommt, die die Kompaktheit der Fläche und damit vor allem die Fähigkeit reduziert, fließendes Wasser widerstandsarm vorbeilaufen zu lassen.

Destabilisierung des Deichs durch erodierende Einflüsse

Aus dem Grund ist im Rahmen der Deichpflege auch die gesamte Vegetation zu entfernen, die Stabilität und Funktionsfähigkeit des Deiches stören oder negativ beeinträchtigen könnten. Da mit zunehmender Bewuchshöhe auch die Kräfte zunehmen, die durch das fließende Wasser im Hochwasserfall auf die Pflanzen wirken, haben die Pflegemaßnahmen regelmäßig zu erfolgen. Kritisch wäre auch, dass blütenreichere Pflanzenarten unter Umständen Insekten anlocken, die durch ihre Bauten die Deichstabilität gefährden, was unbedingt zu vermeiden ist. Die Pflegemaßnahmen dienen darüber hinaus auch immer der visuellen Kontrolle, da sich vor allem Kleintierbauten von Hase, Fuchs und Maulwurf, aber auch Ameisenhügel nachteilig auf die Deichstabilität auswirken, wird der Bestand der relevanten Arten durch eine angepasste Vegetationspflege und Bejagung im Deichumfeld reguliert.

Anthropogener Einfluss als Ursache vieler Probleme

Während es beim heimischen Hüller Bach als größten Zufluss der Emscher die spontanen Starkregenereignisse sind, die durch den fortschreitenden Klimawandel in den nächsten Jahren in Anzahl und Intensität bedeutend zunehmen werden, haben die großen Flüsse Deutschlands wie die Donau, der Rhein, die Elbe oder die Oder regelmäßig mit steigenden Pegeln zu kämpfen. Doch das eigentliche Problem ist keinesfalls das natürliche Hochwasserereignis, das Grundproblem vieler Fließgewässer ist wieder einmal mehr der Mensch und die Tatsache, dass wir die Flüsse einbetoniert, begradigt und schiffbar gemacht haben. Zudem sind viele Flüsse zu dicht bebaut und verfügen deshalb über zu wenig Platz, um folgenlos über die Ufer austreten zu können, weshalb es Jahr für Jahr zu lokalen Überschwemmungen kommt.


Neues aus dem landschaftlichen Schilderwald: Blühwiese im Tarnmodus

Beim Durchstreifen der Umgebung begegnet man immer mal wieder Schildern, die wenig bis keinen Sinn machen. Auch bei dieser Sichtung fragt man sich, wer diese Sinnlosigkeit wohl verzapft hat. Das Foto ist Anfang Juni entstanden, doch von blühenden Blumen oder summenden Insekten, so wie auf dem Schild angekündigt, ist weit und breit weder viel zu sehen noch zu hören. Bunt war auf dem Foto vor allem eins – nämlich das Schild selbst. Potentielle Erklärungsansätze für diesen Umstand lassen sich einige finden, diese sind jedoch reine Spekulation.

Brachfläche an der Osterfeldstraße im Bochum-Günnigfeld im Frühsommer 2020 – von der angekündigten Blühwiese ist weit und breit nichts zu sehen [BILD: 08.06.2020].

Denkbar wäre zum Beispiel, dass irgendeine Blitzbirne das Schild an der falschen Stelle aufgestellt hat oder irgendetwas anderes beim Anlegen der Blühwiese suboptimal gelaufen ist?! Möglicherweise war der ausgebrachte Samen zu alt, nicht mehr keimfähig oder wurde der Aussaattermin wurde verpasst?! Ist die Saat von Vögeln weggepickt worden oder war es bei der Aussaat zu trocken, aber müssten dann nicht zumindest irgendwelche blumigen Ansätze zu entdecken sein!? Denn im Gegensatz zur Blühwiese, die ich nebenbei während des Krötenzaunaufbaus im Rahmen einer Guerilla-Gardenig-Aktion auf runde 2,5 Quadratmeter angelegt hatte, blüht es schon seit Mitte Mai und das trotz niedriger Niederschlagwerte. Die Blütenvielfalt auf der Guerilla-Wiese reicht schon jetzt von Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia), Kornblume (Cyanus segetum), Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus) bis zur Färberkamille (Anthemis tinctoria) und diverse andere Pflanzen werden in den nächsten Wochen und Monaten hoffentlich noch folgen.

Meine Blühwiese vom 08.06.2020 im LSG Pluto V.

Fakt ist, dass dieser Flecken Erde auf der Brachfläche an der Osterfeldstraße nicht ansatzweise den Eindruck macht, sich in den nächsten Wochen zu einem farbenprächtigen Blühstreifen zu verwandeln. Allerdings wird sich die Stadt Bochum ja auch irgendwas bei der Installation des Schildes gedacht haben. Möglicherweise handelt es sich bei den gepflanzten Blumen, um zweijährige Staudenpflanzen, die erst im nächsten Jahr in Blüte stehen werden. Ich werde die Situation weiter im Auge behalten und sobald sich doch noch etwas Entscheidendes zur Bunten Vielfalt tun sollte, werde ich davon natürlich berichten.


Botanisches aus der Landschaft – Rainfarn-Phazelie

Digital Herbarium: Rainfarn-Phazelie

Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia) auch Büschelschön genannt – ist ein nicht winterharter Neophyt aus Kalifornien. Da die Blüten sehr reichhaltig an Nektar und Pollen sind, handelt es sich bei der Pflanze um die ideale Bienenweide. Darüber hinaus besitzt die Pflanze eine lange Blühdauer, die sich von Anfang Juni bis Ende September erstreckt. Aufgrund dieser bienenfreundlichen Eigenschaften ist sie umgangssprachlich auch unter dem Namen Bienenfreund bekannt. Zudem wird sie im Ackerbau zur Gründüngung eingesetzt und sieht optisch auch noch top aus – ein wahres Multitalent eben.

Reich an Pollen und Nektar mit langer Blühdauer von Juni bis September!!!
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Aktuelles aus dem landschaftlichen Schilderwald

Der „Regionalverband Ruhr“ (RVR), der im Ruhrgebiet für vieles zuständig und verantwortlich ist – unter anderem für die Instandhaltung und den Ausbau des Radverkehrsnetzes, rät Waldbesuchern und Nutzern der Radwege aktuell zu besonderer Vorsicht. So wie in den zurückliegenden Jahren beginnt im späten Frühjahr die Saison des Eichenprozessionsspinners. Der milde Winter hat die Situation weiter verschärft. Die nicht sichtbaren Haare der Schmetterlingsraupe können durch die Luft fliegen und Verbrennungen, Atemnot und Allergien auslösen. Vor allem für allergisch reagierende Personen kann der Kontakt mit erheblichen gesundheitlichen Komplikationen einhergehen.

Gesundheitsgefahr durch Eichenprozessionsspinner

Aus diesem Grund warnt der RVR Ruhr Grün aktuell auch im Herner Stadtgebiet unter anderem im Emscherbruch und im Reeser Wald mit Schildern vor der unsichtbaren Gefahr. Bereiche befallener Bäume, die stark mit Brennhaaren kontaminiert sein können, sind vor allem bei trockener Wetterlage unbedingt zu meiden. Des Weiteren sollten die Behörden über den Raupenbefall informiert werden. Wie es der Name Eichenprozessionsspinner vermuten lässt, sind primär Eichen betroffen.

Aktueller Aushang in vielen Waldgebieten – auch im Herner Stadtgebiet. (Reeser Wald; 29.05.2020).

Auf den Warnschildern heißt es:

Eichenprozessionsspinner können nicht sichtbare Brennhaare abschießen. Bei Berührung drohen u.a. Verbrennungen, Atembeschwerden sowie allergische Reaktionen.

Bitte vermeiden Sie befallene Eichen und berühren sie weder Raupen noch Gespinste. Bei schweren Reaktionen rufen Sie den Rettungsdienst.

Wir bitten um ihr Verständnis.


Weitere Informationen:

https://www.sdw.de/waldwissen/verhalten-im-wald/eichenprozessionsspinner/index.html


Guerilla Gardening XXL: Blumige Aussichten – Herne wird bunter

Guerilla Gardening meets Upcycling. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Stadt ihre Aktion „HERNE BLÜHT AUF“ trotz Einschränkungen durch die Corona-Pandemie vollumfänglich umsetzen kann, aber in meinem Beet tut sich mittlerweile was.

Ein zartes Grün erblickt die Welt

Drei Wochen nachdem das Blühbeet parallel zum Aufbau des Amphibienschutzzauns angelegt und bestellt wurde…

Aussaat der Samen auf der aufgelockerten Boden. (01. März 2020).

„Die Blume Geduld wächst nicht in jedermanns Garten

… strecken die ersten Sämlinge ihr zartes Grün in Richtung Sonne. In den zurückliegenden Tagen habe ich immer mal wieder Unkraut gejätet, das sich auf dem abgesteckten Areal breitmachen wollte. Lange Zeit ist nichts passiert, zwischenzeitlich hatte ich schon die Keimfähigkeit der gesammelten Samen in Frage gestellt. Gestern war ich nach knapp einer Woche mal wieder zur Stippvisite an der Blühwiese in spe und habe die ersten Erfolge beobachten können.

Die ersten Sämlinge auf der bald bunten Blühwiese sprießen. (Stand: 25.03.2020)

Allen Unwegsamkeiten zum Trotz

Zumindest ein Teil der Saat hat gekeimt und die ersten Sämlinge sind zu erspähen. Selbst den Nachtfrost der zurückliegenden Tage scheinen die zarten Pflänzchen unbeschadet überstanden zu haben. Allerdings ist die Erde auf dem Beet nach der regenfreien Zeit in Kombination mit dem Dauersonnenschein ein wenig trocken und verkrustet. Zum Wochenende hin ist laut Wetterdienst erstmals wieder mit minimalem Niederschlag zu rechnen.

„Das Beste am Gärtnern ist das Gießen.“ (Stand: 27.03.2020).

Nicht lange schnacken – machen !!!

Da meteorologische Prognosen aber grundsätzlich mit einem Rest Unsicherheit verbunden sind, habe ich heute selbst für Feuchtigkeit gesorgt, was aufgrund der Nähe zum Teich ohne großen Aufwand zu realisieren war. Ich werde die weitere Entwicklung der Blühwiese natürlich im Auge behalten und bei Bedarf eingreifen. Sobald die Entwicklung der Pflanzen weiter fortgeschritten ist, spätestens aber wenn es die erste Blühte zu bestaunen gibt, werde ich davon berichten.

Eine Blühwiese in ihrer farbenprächtigen Vollendung im Sommer 2019.

Optimistisch in die Zukunft

Und bis die Blühwiese so farbenprächtig aussieht, wie auf dem Foto aus dem Vorjahr, wird es mindestens noch ein paar Wochen dauern. Dennoch bin ich frohen Mutes, dass dieses Projekt zur Steigerung der Biodiversität ein bunter Erfolg werden wird.


Guerilla Gardening meets Upcycling. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Stadt ihre Aktion „HERNE BLÜHT AUF“ trotz Einschränkungen durch Corona-Pandemie vollumfänglich umsetzen kann. Hier erfährst Du wie das Blühbeet angelegt wurde…

Der Teich im LSG PLUTO V – Frühlingserwachen

Wasserschwund und Algenexplosion am Feuchtbiotop im Landschaftsschutzgebiet Pluto V

Die letzte Woche mit bis zu 12 Stunden Sonne bei gleichzeitig ausbleibendem Niederschlag haben den Wasserstand des großen Teiches im LSG Pluto V deutlich absinken lassen. Zudem ist das Algenwachstum nahezu explodiert. Ein Drittel der Teichoberfläche liegt verschlossen unter einem grünen Teppich. Bleibt zu hoffen, dass sich der Wasserschwund in den nächsten Wochen wieder verlangsamt, sonst ist die Entwicklung der Kaulquappen in diesem Jahr recht früh gefährdet.


Ausmaß des Wasserverlustes

Definiert man die Position der Algen an den aus dem Wasser herausragenden Stängeln als den maximalen Wasserstand, der noch vor einer Woche erreicht wurde, dann liegen diese Algen um bis zu 20 Zentimeter über dem aktuellen Wasserstand, was einem Rückgang des Wasserspiegels von 15-20 cm entspricht. Der Teich hat innerhalb von wenigen Tagen eine Wasserhöhe von bis zu 20 Zentimetern verloren. Dass der Teich an Wasser verloren hat, lässt sich auch an den im Trockenen liegenden massiven Algenflächen deutlich erkennen.

Inwieweit dieser Rückgang ausschließlich mit dem trockenen Wetter und der Maximalanzahl von bis zu 12 Sonnenstunden am Tag zusammenhängt oder ob der eingesetzte Vegetationsschub der Algenblüte dafür mitverantwortlich ist, lässt sich schwer sagen. Unabhängig von der aktuellen Problemlage der Algenblüte steht die Teich-Baum-Undichtigkeits-Relation weiterhin ungeklärt im Raum.


Explosionsartiger Algenwachstum

Das massive Algenwachstum ist in jedem Fall ein Anzeichen dafür, dass sich die Nährstoffbilanz im Teich aktuell im Ungleichgewicht befindet. Wobei dieser Zustand im Frühjahr häufig auftritt und für die Jahreszeit mit steigender Temperatur und zunehmenden Sonnenstunden durchaus normal ist.

Quellen der Nährstoffanreicherung

Als potentielle Nährstoffquellen fallen mir einige ein. Eine Quelle für die Nährstoffanreicherung des Teichs ist sicherlich der Baum im direkten Uferbereich, da sein im Herbst abgeworfenes Laub definitiv im Teich landet und somit für den Nachschub von organischem Material sorgt. Auch die blütenreiche Wiese oberhalb des Teichs kann als organische Nährstoffquelle betrachtet werden, da Blütenpollen von Wind und Regen ungehindert in den Teich eingebracht werden.

Neben dem Laub von Bäumen und den Blütenpollen tragen abgestorbene Schilfpflanzen ebenfalls zur Anreicherung mit Nährstoffen im Teich bei. Und auch die Algen selbst begünstigen das zukünftige Algenwachstum, da sie irgendwann absterben und auf den Grund des Teiches absinken. Dort werden sie im Laufe der Zeit zersetzt, was zu einer verminderten Sauerstoff-Konzentration im Wasser führen kann und im Worst Case die Konzentration soweit absinken lässt, dass Tiere ersticken und der Teich umkippt, wenn statt der aeroben Zersetzung vermehrt die anaerobe Zersetzung stattfindet. Spätestens im nächsten Frühjahr sorgen Algen, Blüten und Pollen aber in jedem Fall dafür, dass sich das Szenario vom explodierenden Algengrün wiederholen wird.

Inwieweit der Baum oder die polleneichen Pflanzen im direkten Umfeld des Biotops zu beseitigen sind, bzw. der Eintrag reduziert werden kann, um den Lebensraum Feuchtbiotop im LSG Pluto V zu schützen, will ich nicht beurteilen.


Maßnahmen zum Ausgleich der Nährstoffbilanz im Teich

1.) Ursachen für den erhöhten Nährstoffeintrag (Überdüngung) beseitigen. Pflanzenreste entfernen, Laub entfernen, Schutzwall anlegen, damit der Polleneintrag erschwert ist.

2.) Die vorhandene Algen abkeschern, um auf diesem Wege dem Wasser die in den Algen gebundenen Nährstoffe zu entziehen. (Mechanische Entnahme)

3.) Da Wärme und Licht wichtige Einflussfaktoren auf das Algenwachstum sind, sollte auch mehr Schatten hilfreich sein, was allerdings wieder den Nährstoffeintrag im Herbst erhöht.

4.) Möglicherweise lässt sich der Nitrat- und Phosphatgehalt im Teich durch ein Bindemittel senken, wobei die Algen an sich ja schon ein solches Mittel darstellen.


Auswirkungen auf die Amphibien?

Inwieweit sich der erhöhte Sauerstoffverbrauch durch das vermehrte Algenwachstum und der damit einhergehende reduzierte Sauerstoffgehalt des Wassers negativ auf die Amphibien auswirken, kann ich nicht beurteilen. Ob die Algen sogar eine Gefahr für Laich oder Kaulquappen darstellen, weiß ich auch nicht. Denkbar ist aber, dass die Entwicklungsgeschwindigkeit dahingehend beeinflusst wird, dass sie sich verlängert, was insofern kritisch ist, da die Austrocknung des Teichs sowieso spätestens Ende Juni erfolgt und die Entwicklung zum Jungamphibium allerspätestens dann beendet sein muss, weil es sich mit Kiemen schlecht ohne Wasser atmet.


Wildwachsender Bärlauch im westlichen Ruhrgebiet

Auf einer meiner Laufrunden der letzten Tage habe ich urplötzlich einen intensiven Knoblauchgeruch wahrgenommen. Erst konnte ich nicht zuordnen, woher dieser Geruch gekommen ist und auch eine Erklärung für die Sinneswahrnehmung fehlte mir. Bei näherem Hingucken offenbarte sich mir die Quelle des Geruchs dann doch. Am Wegesrand befand sich eine kleine Fläche mit frischen Bärlauchpflanzen. Die Fläche war zwar nicht mit den Dimensionen zu vergleichen, wie sie im Wald vielerorts anzutreffen ist, aber für den urbanen Teil NRWs war sie trotzdem beachtlich. Darüber hinaus liegt sie fast vor der eigenen Haustür.

Nachdem ich mich durch Geruchsprobe vergewissert hatte, dass ich keinem giftigen Doppelgänger auf dem Leim gegangen war, hatte ich mir kurzerhand ein paar Blätter mit den Fingernägeln abgezwickt und für zu Hause in den Laufrucksack gepackt. In Kombination mit Quark könnte Bärlauch als Brotaufstrich durchaus eine geschmackliche Alternative zu Quark mit Schnittlauch werden, den ich vor einiger Zeit schon wildwachsend entdeckt hatte.