Umgekippter Baum am begrünten Sportplatz in Röhlinghausen

Beobachtung aus der Landschaft vom 21. Juli 2021

In Folge der anhaltenden Starkregenereignisse Mitte Juli kam es vielerorts in NRW teilweise zu verheerenden Schäden. Auch im Herner Stadtgebiet sind unzählige Keller vollgelaufen, Fahrbahnen wurden überflutet und mussten in Folge dessen teilweise sogar gesperrt werden. Hier und da wurden Bäume entwurzelt sowie Geh- und Radwegen unterspült. Diese Beschädigungen sind natürlich nur Peanuts im Vergleich zu den dramatischen Folgen, die die Wassermassen im Südwesten von Deutschland angerichtet haben. Man kann also von Glück sagen, dass sich das beobachtete Schadensbild in Grenzen hält.

Umgekippter Baum am ehemaligen Sportplatz in Röhlighausen [BILD 21.07.2021].

Auch am wiederbegrünten ehemaligen Sportplatz des SC Röhlinghausens hat das Wetter einen Baum gelegt. Der Baum liegt einmal quer über dem Gehweg und hat dabei den Zaun der wieder begrünten Fläche leicht beschädigt. Inwieweit sich aus diesem Hindernis eine Gefährdung ergibt, will ich nicht beurteilen. Aber ich denke, dass die Beseitigung nicht so dringlich ist und sich der Fachbereich Stadtgrün Zeit lassen kann, bis man über freie Kapazitäten verfügt. Die Beobachtung ist an den zuständigen Fachbereich der Stadt Herne weitergeleitet worden.


Beobachtung aus der Landschaft – Vom Winde verweht, vom Winde gelegt – die Kätzchen der Schwarz-Pappel (Papulus negra) sind rot

Zu Beginn des diesjährigen Amphibienschutz-Projektes, bei dem wie in jedem Jahr der knapp 300 Meter langer Kunststoffzaun auf der Böschungskante entlang der L639 aufgebaut werden soll, fiel auf, dass sich am Ort des Geschehens vegetationstechnisch einiges verändert hatte. Irgendwas war anders, aber was? Dass sich die Brombeeren weiter ausgebreitet haben und den Bereich flächendeckend überwuchern würden, davon war auszugehen. Doch das war es auch nicht, was die gefühlte Veränderung ausmachte. Erst beim zweiten Blick bemerkte ich, dass im Vergleich zur letzten Ortsbegehung, die beim Zaunabbau Ende April 2020 stattgefunden hatte, einer der knapp 30 Meter hohen Baumriesen, der bisher am Fuße des Bahndamms stand, nur noch zum Teil dort steht.

Der geköpfte Baumriese im LSG Pluto V zwischen L639 und Bahndamm [Bild Mitte März 2021].

Schadensbild möglicherweise Ergebnis des fortschreitenden Klimawandels?!

Die komplette Baumkrone liegt vom Brombeergestrüpp teils verdeckt auf dem Boden, während der untere Teil des Baumstammes samt der Wurzel weiterhin senkrecht in der Botanik steht. Es sieht alles danach aus, als sei der Baum in der Stammmitte durchgebrochen. Sehr wahrscheinlich wurde dieser Umstand durch die Wasserknappheit der zurückliegenden Dürrejahre (2018-2020) und einer damit einhergehenden verminderten Elastizität der hölzernen Baumstrukturen begünstigt. Denn eigentlich waren die bisherigen Stürme – zumindest von den erreichten Windgeschwindigkeit – nicht annähern von der Stärke, dass sie gesunde Bäume der vorliegenden Größe hätten zerbrechen lassen können.

Mehrwert entwurzelter Flachwurzeler – alternative zu seltenen Steilwänden

Das beobachtete Schadensbild weicht in dem Fall von den regelmäßig zu beobachtenden Entwurzlungen der flachwurzelnden Birken und Weiden ab, bei denen der Wurzelteller samt Erdreich in die Höhe ragt und Steilwandbrüter wie beispielsweise den Eisvögeln eine alternative Nistgelegenheit bieten kann. Die explosionsartige Zersplitterung des Stamms ließe sich wohlmöglich auch noch durch einen direkten Blitzeinschlag erklären. Was auch immer zur Entkronung des Baumes geführt hat, die Baumhälfte ist glücklicherweise in einen Bereich zu Boden gefallen, wo sie die Aktivitäten des Schutzzauns nicht stört.

Die Kätzchen eines gelegten Baumriesens [BILD Mitte März 2021].

Pappel und Weide sind botanische eng miteinander verwandt…

Obwohl die Baumkrone schon eine Weile am Boden liegt und jegliche Verbindung mit den Wurzeln gekappt ist, scheint weiterhin Leben im Baum zu sein. So haben sich trotz des offensichtlichen Totalschadens aus den im oberen Teil des Stammes verbliebenen Säften Knospen bilden können, die sich jetzt (25.03.2021) geöffnet haben. Das Bild zeigt die roten Kätzchen einer Schwarz-Pappel, die ich vor dieser zufälligen Begegnung bisher nicht bewusst beobachtet habe, was in erster Linie damit zusammenhängt, dass man sie unter normalen Umständen nur in den unerreichten Höhen des Baumwipfels bewundern kann. Die Form der frühen Blüte erinnert in ihrer Kompaktheit ein wenig an die charakteristischen Kätzchen von Weiden. Und diese Ähnlichkeit kommt nicht von ungefähr. Sowohl Weide als auch Pappel werden botanisch zur Familie der Weidengewächsen zählt, was die Ähnlichkeit ihrer Blüten erklärt. Diese Beobachtung trifft aber nur auf den Zeitpunkt unmittelbar nach dem Öffnen der Knospe zu. Schon wenige Tage später ähneln die Blütenstände eher denen der gewöhnlichen Hasel (Corylus avellana).

Beobachtungen aus der Landschaft: Öko-Vandalismus auf der Thyssenhalde im NSG Berghalde Pluto in Herne?!

Was ist hier passiert? Wer ist dafür verantwortlich? Warum schädigt jemand überhaupt augenscheinlich gesunde Bäume? Und wieso sind nur Bäume einer bestimmten Art davon betroffen, während andere Baumarten verschont geblieben sind?

Die sonntägige Laufrunde durch die heimische Haldenlandschaft führte mich Anfang März vorbei an der Pluto- und der Thyssenhalde mitten durch das NSG Berghalde Pluto-Wilhelm, wo ich eine auf den ersten Blick erschreckende Beobachtung gemacht habe. So musste ich feststellen, dass sämtliche Bäume im unteren Hangbereich der Thyssenhalde, genau in dem Bereich wo vor einigen Monaten die Ausbesserungsarbeiten am Wegesystem durchgeführt wurden, an ihren Stämmen massive Beschädigungen aufwiesen. Die Verursacher wussten anscheinend genau, was zu tun ist, um den Bäumen maximal zu schaden. Denn im Rahmen einer früheren Recherche zu mechanisch verursachten Baumschäden – in dem damaligen Bericht ging es um die Schäden an einem Baum, der sich im Einfahrtsbereich einer der zahlreichen Baustellen zur Kanalisierung des Hüller Bachs befindet und der augenscheinlich mit einem Baustellenfahrzeug kollidiert war – hatte ich gelesen, dass kleinere Beschädigungen der Rinde für einen gesunden Baum kein allzu großes Problem darstellen.

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Beobachtungen aus der Landschaft – Sturmsaison Frühjahr 2021 – viel Wind um nichts!

Wetter: Mäßig starke Stürme treffen auf klimagestresste Bäume

An die Sturmsaison im vergangenen Jahr kann ich mich noch gut erinnern. Damals hieß das Sturmduo Sabine und Viktoria, welches Mitte Februar an zwei aufeinander folgenden Wochenenden durch NRW zog und unter anderem dafür verantwortlich war, dass die letzten Bertlicher Straßenläufe vor der bis heute andauernden Corona-Pandemie aus Gründen der Sicherheit abgesagt werden mussten. All denen der dieser persönliche Bezug fehlt, werden die eher lauen Lüftchen aus 2021 wohl schon längst vergessen haben. Warum eigentlich Sabine und Viktoria?!

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Beobachtungen aus der Landschaft – Lenkung und Defrequentierung von Besucherströmen

Schon im vergangenen Sommer 2020 habe ich eine Beobachtung gemacht, auf die ich vor ein paar Tagen beim Durchstöbern einiger Fotoarchive wieder aufmerksam geworden bin. Beim Durchlaufen des oberen Trassenbereiches auf Höhe des Landschaftsparks Pluto V war mir damals aufgefallen, dass der parallel zum Hauptweg verlaufende Pfad mit Ästen und kleinen Birkenstämmen schwerpassierbar gemacht wurde. In kurzen Abständen hatte Jemand den kompletten Weg mit Totholz unterschiedlicher Größen blockiert. Zunächst hatte ich mir bei der Aktion nichts weiter gedacht, doch dann stellte sich mir die Frage, ob es sich hierbei um ein aus Kinderhand entstandenes Naturkunstwerk gehandelt haben wird oder ob Jemand mit der Aktion bewusst beabsichtigte, die Besucherströme aus dem Bereich fernzuhalten und in Richtung Hauptweg zu kanalisieren.

Ökologische Sperrung vom Nebenweg an der Erzbahntrasse auf Höhe des LSG Pluto V [Sommer 2020].

Intentionaler Geniestreich oder Zufallsprodukt aus Kinderhand?

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Kurioses aus der Landschaft: Guerilla Gardening aus dem grünen Saatgutautomaten?

Wer hat in seiner Kindheit nicht schon einmal vor einem der typischerweise roten Automaten gestanden, vielleicht auch mit der Hoffnung nach Einwurf des angesparten Hartgeldes und nach Betätigen des Drehmechanismus den Hauptgewinn in Form eines Goldringes in Händen halten zu dürfen. Selbst heutzutage sieht man Kaugummiautomaten noch immer mal wieder an der einen oder anderen Häuserwand hängen, doch die Anzahl der zumeist roten und viereckigen Outdoor-Automaten ist stark rückläufig.

Ein grüner Automat für Palmen-Saatgut irgendwo im Nirgendwo in einer Wohngegend auf dem „Hannover-Berg“ in Bochum Hordel [Januar 2021].

Relikte aus einer anderen Zeitepoche?!

Viele der Automaten sind längst in einem desolaten Zustand und verwaist – viele sind vollgeschmiert, manche aufgebrochen und andere wiederum verrostet oder schon seit Jahren demontiert. Automaten sieht man in den letzten Jahren immer seltener. Auch Automaten für Kondome und vor allem für Zigaretten sind nahezu vollständig aus dem Landschafts- und Stadtbild verschwunden. Vereinzelt findet man sie noch vornehmlich auf dem Weg zu den Toilettenräumen in Discotheken, Kneipen und Gaststätten oder in der Nach-Kassenzone zur räumlichen Ausweitung der Quengelzone.

Grüne Geschäftsidee mit Potential?!

Bis zur Entdeckung/ Beobachtung des heutigen Automaten waren mir ausschließlich rote Automatenvarianten unter die Augen gekommen, deren Angebot sich darüber hinaus zumeist an Kinder adressierte. Die Idee über diesen doch eher seltenen Vertriebskanal Saatgut an das interessierte Publikum zu verkaufen, finde ich eine klasse Idee. Warum es allerdings Palmen und deren Dünger sein müssen, will sich mir nicht auf Anhieb erklären. Ginge es nach mir, dann würde ich wohl eher auf regional-heimische Samenmischungen setzen – so gesehen als Angebot einer automaten-gestützten Aktionsform des Guerilla Gardenings.


Beobachtung aus der Landschaft: Legitime Beschaffung von Totholz oder Holzdiebstahl?

Kurz vor dem Jahreswechsel 2020 hatte ich beim Durchlaufen vom LSG Röhlinghausen auf dem Weg zur Erzbahntrasse aus Richtung Pferdekoppel und Bahndamm lautes Motorsägengetöse wahrgenommen. Da dieser Teil meines Laufgebiets aufgrund der anhaltenden Bauarbeiten, die im Zuge der Renaturierung des Hüller Bachs aktuell an diversen Orten im Stadtgebiet durchgeführt werden, und bedingt durch die Sperrung der Fußgängerbrücke nur schwer zu durchlaufen ist, war ich in den zurückliegenden Monaten in dem Bereich äußerst selten unterwegs gewesen. Aufgrund der wahrgenommen Sägearbeiten hatte ich mir aber vorgenommen, mir auf einer der nächsten Laufrunde einen Überblick vom Fortschritt der dortigen Baustelle zu machen und nach der Ursache für den lautstarken Einsatz der Motorsägen suchen.

Aufgestapelte Holzscheite im Randgebiet des LSG Röhlinghausen Ende Dezember 2020 – Zeugen einer winterlichen Freischnitt-Aktion der unterirdischverlaufenden Erdgastrasse [BILD: 28.12.2020].

Als ich am nächsten Tag in den Bereich der Baustelle komme, erklärt sich mir umgehend das Ergebnis der akustisch wahrgenommenen Sägearbeiten. Mindestens ein Dutzend Bäume waren den Zinken der Sägen zum Opfer gefallen. Der Bodenbereich war großflächig mit gehäckselten Baumüberresten bedeckt, zudem waren mehrere Holzscheite entlang der Rodungskante aufgebahrt.

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Beobachtung aus der Landschaft: Baumplantage auf der Freifläche des Friedhofes an der Hofstraße in Röhlinghausen

In Reih und Glied – Temporär oder langfristig Bepflanzungsmaßnahme?! In jedem Fall eine bessere Flächennutzung als die vorherige kurzgeschnittene Rasenfläche

Von der Trasse aus hatte ich die Tage bemerkt, dass die freie Rasenfläche im hinteren Bereich des Friedhofs mit jungen Bäumen und Sträuchern bepflanzt war. Seit wann genau die Fläche bepflanz ist, dazu kann ich nichts sagen. Ebenfalls nicht beurteilen lässt sich die Frage, ob die Fläche in Zukunft so dicht bewachsen sein soll oder ob die Pflanzen nur für eine begrenzte Übergangsphase dort in dieser Form stehen werden. Denkbar wäre es durchaus auch, dass die Jungbäume in dem Bereich für eine gewisse Zeit wachsen und damit an Widerstandsfähigkeit zulegen sollen, und erst wenn eine bestimmte Wuchshöhe erreicht ist, ihren finalen Standort im Stadtgebiet erhalten.

Akurat in Reih und Glied stehen die jungen Rotbuchen. Die Furche ist deutlich zu sehen, ebenso wie die massiven Profilspuren der Räder des eingesetzten Fahrzeugs auf der Oberfläche [20.12.2020].

Möglicherweise lassen sich durch eine solche Herangehensweise öffentliche Kosten für neue Pflanzen einsparen, da sich die Kosten eines Baumes grundsätzlich an Art und vor allem an der Größe des Baumes orientieren. Wobei nicht nur die Kosten von Beschaffung und Transport von der Größe des Baumes abhängen, sondern auch die Widerstandfähigkeit der Pflanze gegenüber ungünstigen klimatischen Bedingungen, die in Zeiten einer zunehmenden Klimakrise an Bedeutung gewinnt. Der plantagenartige Anbau bietet hinsichtlich Pflege und Schutz der Pflanzen erhebliche Vorteile, die damit einhergehen, dass junge Bäume und Sträucher sensibler für Trockenheit und Verbiss sind und in diesem abgezäunten Bereich des Friedhofes in einem geschützten und behüteten Umfeld gedeihen können. Durch die unmittelbare Nähe zur Außenstation des Bautrupps der städtischen Orange-Armee ist ein Eingreifen bei anhaltender Trockenheit beispielsweise in Form künstlicher Bewässerung, um Schäden an den Pflanzen zu vermeiden, ohne großen Aufwand zu gewährleisten.

Wie sich die Situation mit der Baumplantage im hinteren Bereich des Friedhofes in den nächsten Monaten entwickeln wird, werde ich weiter im Auge behalten und bei etwaigen Veränderungen davon im Blog berichten.


Beobachtung aus der Landschaft: Vom Winde verweht – entwurzelte Weide am Trassenaufgang

Die Auswirkungen des ersten Winterstürmchens zeigten sich mir auf der heutigen Runde durch die Landschaft in Form einer entwurzelten Weide. Der ehemalige Standort der Weide liegt unmittelbar am Aufgang zur Erzbahntrasse an der Hofstraße im Randgebiet vom LSG Röhlinghausen. Unter dem Strich darf man dennoch konstatieren, dass es rund um die Erzbahntrasse trotz der Warnungen des DWD erfreulich ruhig geblieben ist. Aber bis auf wenige verwehte Mülltonnen, Gelbe Müllsäcke oder anderweitiges Zeugs, das am Vorabend nicht ausreichend gesichert wurde und jetzt in der Gegend herumliegt, hat das nächtliche Lüftchen ansonsten keine gravierenderen Spuren in der Landschaft hinterlassen.

Teil einer entwurzelten Weidengruppe, die Anfang November parallel zum Weg des Afugangs zur Erzbahntrasse gelegen hatte [BILD: 19.11.2020].

Das Umkippen oder Auseinanderbrechen des Weidenstamms deutet für mich außerdem darauf hin, dass irgendwelche Vorschädigungen vorgelegen haben werden, die diese Teilentwurzlung begünstigt haben. Inwieweit die Gesamtstabilität des Baumes durch den teilweise Wegbrechen in Zukunft negativ beeinflusst wird, oder ob das Wurzelsystem des Restbaumes durch den Vorfall beeinträchtigt ist, das werden dann wohl die Sachverständiger von Stadt oder RVR klären müssen. Inwieweit die Schäden letztendlich eine komplette Beseitigung des Baumes notwendig werden lassen, kann ich nicht sagen. Da es sich bei dem möglicherweise zu fällenden Baum um eine vergleichbar schnellnachwachsende Weide handelt, wäre dieser Umstand durchaus verschmerzbar.

Die Reste der entwurzelten Weide am Aufgang der Erzbahntrasse an der Hofstraße [BILD: 06.12.2020].

Nachdem die Weide längere Zeit unbeachtet neben dem Weg des Trassenaufgangs lag, konnte ich mich mittlerweile davon überzeugen, dass auch der Rest der Weide bis auf die Wurzel gekappt wurde und in gehäckselter Form im anliegenden Gebüsch verteilt liegt. Welchen Einfluss die Trockenheit der vergangenen Monate und Jahre auf die Stabilität der Weide gehabt haben, lässt sich abschließend nicht eindeutig klären. Ebenso wie die Gründe, die zur Entscheidung des Fällens geführt haben. Da die Windgeschwindigkeiten des böigen Sturms nicht so hoch gewesen sind, dass man ihn für die Entwurzlung allein verantwortlich machen sollte, steht für mich fest, dass der Baum irgendwelche Vorschädigungen gehabt haben müsste. Letztlich wird ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren für die Entwurzlung der Weide verantwortlich sein. Da Weiden für ihre Widerstandfähigkeit und Triebhaftigkeit bekannt sind, besteht trotz des radikalen auf den Stammsetzens dahingehend Hoffnung, dass aus den noch vorhandenen Stammstrukturen im Frühjahr wieder neue Triebe austreiben werden.


Kurioses aus dem Schilderwald – Schilder im Wald – das PEFC-Zertifikat

Auf einer meiner Runden durch die Landschaft  – allerdings schon im Juli irgendwann, ist mir ein bis zu dem Zeitpunkt absolut unbekanntes Schild an einem Baum aufgefallen. Bei dem Baum, an das es hing, handelt es sich um einen abgestorbenen Baumstumpf, der in einem kleinen nicht forstwirtschaftlich genutzten Wald in Bochum­-Günnigfeld steht. Das Schild zeigt einen Specht und trägt den Schriftzug Biotopbaum sowie die Internet-Adresse http://www.PEFC.de. Da ich weder mit dem Schild noch mit der Organisation PEFC etwas anfangen konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als zu Hause Dr. Google um Rat zu fragen.

Das PEFC-Siegel an einem stehenden Totbaum in einem kleinen Waldstück in Bochum Günnigfeld.

Nach eigenen Angaben ist PEFC die weltweit größte unabhängige Organisation zur Sicherstellung und kontinuierlichen Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, die ökologische, soziale und ökonomische Standards gewährleisten will. Auf der offiziellen Homepage heißt es weiter, dass „PEFC garantiert, dass Holz- und Papierprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen“. Die PEFC beschreibt sich zudem als „größte Institution zur Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung“, was „durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem“ erreicht werden soll.

Das PEFC-Siegel an einem stehenden Totbaum in Bochum Günnigfeld, da deer Wald nicht forstwirtschaftlich genutzt wird, stellt sich mir die Frage, welchen Sinn das Schild hat?!

Wikipedia weiß, dass das PEFC ein weltweites Bündnis ist, das sich den höchsten Standards verpflichtet hat und zum Schutz der Biodiversität eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern anstrebt. PEFC steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ und bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie ein Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen). Biotopsbaum – dass Bäume grundsätzlich auch immer Biotope sind, da ja Biotop letztendlich nichts anderes als Lebensraum bedeutet, das hätte man wohl auch ohne ein Schild wissen können.


WEITERFÜHRENDE INFOS

https://pefc.de

https://www.haus.de/bauen/fsc-zertifizierung-und-pefc

https://www.wwf.de/2017/oktober/besseres-holz-fuer-den-bund


Beobachtung aus der Landschaft – Holzverschläge und Tipis sprießen aus dem Waldboden

Corona-Trend 2020: „Wir bauen uns ein Tipi im Wald“

Zankapfel Stadtnatur – ist das überhaupt erlaubt?!

Beim regelmäßigen Durchlaufen der heimatlichen Landschaft rund um die Erzbahntrasse trifft man in letzter Zeit immer häufiger auf sogenannte „Holztipis“, die so wie es aussieht, von Kindern aus den auf dem Waldboden herumliegenden Ästen erbaut wurden. Dieser Trend ist mir zuvor entweder nur nicht aufgefallen oder die CORONA-Zeit hat dazu geführt, dass Kindergruppen (Kindergarten, Grundschule, OGS, etc.) vermehrt die örtliche Natur aufsuchen, um so der keimverseuchten Enge der Einrichtungsräume zu entfliehen.

Das Bild zeigt eine von insgesamt 4 Buden aus „Budenhausen“ in Bochum-Hordel. Die Kinder haben sich augenscheinlich viel Mühe gegeben und bitten den Waldbesucher auf einem Infoschild, die Bude nicht zu zerstören.

Im Rahmen einer frühkindlichen Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt ist diese pädagogische Maßnahme sicherlich zu begrüßen. Dem pädagogischen Mehrwert gegenüber steht allerdings der Naturschutz und die offiziellen Beschilderungen, die in jedem Landschafts- und Naturschutzgebiet zu finden sind, sprechen eine deutliche Sprache dahingehend, dass in diesen Gebieten ein Verlassen der öffentlichen Wege zum Schutz von Flora und Fauna zu unterlassen ist.

Naturerziehung vs. Natur- und Umweltschutz

Die zunächst neutrale Beobachtung von Holztipis in der Natur lässt sich wie so oft aus verschiedenen Perspektiven betrachten und dementsprechend auch bewerten, wobei das Ergebnis der Bewertung vom jeweils eingenommenen Standort abhängt und gegensätzlich ausfallen kann.

Natur- und Umweltpädagogik – Natur als Lernkulisse für Kinder bei der Entwicklung eines individuellen Bewusstseins für Natur

Die durchgeführten Naturexpeditionen verfolgen grundsätzlich das lobenswerte Ziel, die stadtnahe Natur auch für Stadtkinder erfahrbar zu machen. Die Natur zu entdecken, zu erleben und bestenfalls auch ökologische Zusammenhänge zu begreifen, stellt ein hohes Gut für zukünftiges Leben und den respektvollen Umgang mit der der Natur dar. Nur was man kennt, kann man auch schützen oder um es in den Worte des Arztes, Zoologen, Verhaltensforscher und Nobelpreisträgers für Medizin Konrad Zacharias Lorenz (1903-1989) auszudrücken: „Man liebt nur was man kennt, und man schützt nur was man liebt.“ Vor diesem Hintergrund und aus pädagogischer Sicht wäre das Betreten des Waldes auch fernab der offiziellen Wege wohl zu tolerieren. Schließlich sind die Kinder der Schlüssel und der Grundstein zu einem zukünftig besseren Umgang mit der Natur, weshalb eine frühkindliche Umwelterziehung, die Respekt und Liebe zur Natur vermittelt, grundsätzlich gutzuheißen ist. Denn eins ist klar, der Wald und die Natur im Allgemeinen bieten eine anregende Lernumgebung für Groß und Klein.

„Man liebt nur was man kennt, und man schützt nur was man liebt.“

Entdeckungen von Tieren, Pflanzen, Tannenzapfen, Buchecker, Kastanien, Eicheln, Beeren, Bärlauch, Nüsse, Vogelfedern, totes Lebewesen oder Überreste, Nester, ein Eichhörnchen, Vogelstimmen oder vielleicht sogar ein Mäusebussard lassen sich nun Mal nur draußen in der Natur machen und auch die stadtnahe Natur bietet hierfür allerhand Erlebnispotential. Logischerweise kann die Vermittlung von Naturerlebnissen, die auf die Förderung und Entwicklung eines verantwortungsvollen Naturbewusstseins abzielen, nur in einem Umfeld von Natur gelingen. Expeditionen in die (Stadt-) Natur sind deshalb als essentieller Bestandteil einer ganzheitlichen Umwelterziehung zu bewerten, da nur in der Natur ein Erleben von Natur mit allen Sinnen möglich ist.

Natur- und Umweltschutz – Naturräume in der Stadt als ungestörte Rückzugsorte für Flora und Fauna

Aus Sicht des Naturschutzes lassen sich Argumente aufführen, die vor allem mit der Störung von Flora und Fauna zusammen-hängen. Wenn man zudem bedenkt, dass wenig berührte Ruckzugsorte vor allem in dicht besiedelten Regionen, wie es für weite Teile des Ruhrgebiets zutrifft, eher selten sind und zukünftig immer seltener werden, dann bedürfen diese Orte einen besonderen Schutz, der ja schon heute durch den Schutzstatus als Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiet zum Ausdruck kommt.

Andererseits ließe sich hierbei auch in die Richtung argumentieren, dass diese Bereiche in den meisten Fällen sowieso schon über Trampelpfade begehbar sind und von Hundebesitzern stark frequentiert werden, was für diese Bereiche unabhängig von spielenden Kindern regelmäßige Störungen bedeutet. Möglicherweise sollten die verantwortlichen Behörden die Einhaltung bereits bestehender Regeln auch einfach nur regelmäßiger kontrollieren?!

Mindestmaß an Anforderung für eine behördliche Erlaubnis

Voraussetzung für eine behördliche Duldung einer Begehung von Bereichen mit gesondertem Schutzstatus kann aus meiner Sicht nur ein verpflichtender sensibler Umgang und Rücksicht sein. Inwieweit Erzieher und Pädagogen soweit ausgebildet sind, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind, lässt sich anhand der Bauten natürlich nicht beurteilen. Möglicherweise müsste eine offizielle Duldung auch mit einem verpflichtenden Nachweis über themenspezifische Kenntnisse einhergehen, die im Rahmen von Fort- und Weiterbildungsangeboten zu erwerben sind und von potentiellen Betreuern nachzuweisen sind.

Gegenüberstellung potentieller Perspektiven nicht zielführend

Da ich bei dieser Thematik zwischen pädagogischer Perspektive und dem Naturschutzaspekt hin- und hergerissen war und auch noch immer bin, hatte ich mir erhofft, weiteren Input von meinem Ansprechpartner bei der Unteren Naturschutzbehörde zu bekommen, um mit Hilfe der behördlichen Perspektive für mich persönlich mehr Klarheit und eine differenzierte Antwort zu dieser Thematik zu bekommen. Aus dem Grund hatte ich meinem Ansprechpartner bei der Unteren Umweltbehörde zu dieser Thematik die folgende Email geschrieben.


Auszüge aus der EMAIL:

In letzter Zeit beobachte ich immer häufiger, dass die städtische Natur von Kindergruppen (Falken, Kindergarten, etc.) im Rahmen einer Umwelterziehung genutzt wird, was ja prinzipiell positiv zu bewerten ist. Aktuell scheint aber das Bauen von sogenannten Tipis voll im Trend zu sein und es gibt nicht ein Waldstück in der näheren Umgebung, wo sie nicht zu finden sind.

Gibt es eine offizielle Haltung/ Meinung der Stadt zu „Holz-Bauten, Verschlägen, Tipis“ auf städtischen Grünflächen?!

Ich würde gerne Deine Meinung dazu hören. Ist das eigentlich folgenlos, oder hat das irgendwelche negativen Einflüsse auf Flora/ Fauna?! Wie sieht die Behörde resp. das Gesetze diese Thematik?

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wenn flächendeckend alte Äste zusammengesucht werden und auf einen Punkt konzentriert werden, dass sich das auf’s Habitat auswirkt?!

Hast Du zu der Thematik irgendwas Offizielles? (Vorschriften, Studien, Berichte, Artikel, etc.).


Aktueller Stand (05.09.2020)

Leider habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt (05.09.2020) noch keinerlei Rückmeldung erhalten. Sobald mir ein behördliche Rückmeldung vorliegt, werde ich die behördliche Sicht auf das Thema in einem weiteren Beitrag mitteilen, der zur gegebener Zeit verfasst werden wird.


Aktuelles aus dem landschaftlichen Schilderwald

Der „Regionalverband Ruhr“ (RVR), der im Ruhrgebiet für vieles zuständig und verantwortlich ist – unter anderem für die Instandhaltung und den Ausbau des Radverkehrsnetzes, rät Waldbesuchern und Nutzern der Radwege aktuell zu besonderer Vorsicht. So wie in den zurückliegenden Jahren beginnt im späten Frühjahr die Saison des Eichenprozessionsspinners. Der milde Winter hat die Situation weiter verschärft. Die nicht sichtbaren Haare der Schmetterlingsraupe können durch die Luft fliegen und Verbrennungen, Atemnot und Allergien auslösen. Vor allem für allergisch reagierende Personen kann der Kontakt mit erheblichen gesundheitlichen Komplikationen einhergehen.

Gesundheitsgefahr durch Eichenprozessionsspinner

Aus diesem Grund warnt der RVR Ruhr Grün aktuell auch im Herner Stadtgebiet unter anderem im Emscherbruch und im Reeser Wald mit Schildern vor der unsichtbaren Gefahr. Bereiche befallener Bäume, die stark mit Brennhaaren kontaminiert sein können, sind vor allem bei trockener Wetterlage unbedingt zu meiden. Des Weiteren sollten die Behörden über den Raupenbefall informiert werden. Wie es der Name Eichenprozessionsspinner vermuten lässt, sind primär Eichen betroffen.

Aktueller Aushang in vielen Waldgebieten – auch im Herner Stadtgebiet. (Reeser Wald; 29.05.2020).

Auf den Warnschildern heißt es:

Eichenprozessionsspinner können nicht sichtbare Brennhaare abschießen. Bei Berührung drohen u.a. Verbrennungen, Atembeschwerden sowie allergische Reaktionen.

Bitte vermeiden Sie befallene Eichen und berühren sie weder Raupen noch Gespinste. Bei schweren Reaktionen rufen Sie den Rettungsdienst.

Wir bitten um ihr Verständnis.


Weitere Informationen:

https://www.sdw.de/waldwissen/verhalten-im-wald/eichenprozessionsspinner/index.html


Heureka! Die Baum-Teich-Undichtigkeits-Relation

Ende Februar kontaktierte mich X. via Email zwecks Erfahrungsaustauschs. Er engagiert sich schon seit langer Zeit als Landschaftswächter. Sein Spezialgebiet ist die Flora und Fauna auf Mikrobasis, weshalb er am hiesigen Feuchtbiotop im LSG Pluto V regelmäßig Gewässerproben nimmt, bei denen im Labor unter anderem die Konzentrationen von Protozoen (Urtierchen), Daphnia (Wasserflöhe) oder Saprobien (Fäulnisbewohner) ermittelt werden. Über diese Bioindikatoren lassen sich Aussagen zum Zustand eines Gewässers treffen.

Von den meisten der Begrifflichkeiten hatte ich zugegebenermaßen zuvor noch nicht einmal etwas gehört. Besonders spannend war für mich aber die Tatsache, dass man anhand der Daten ohne Kenntnis unserer Amphibienstatistiken, die Hypothese aufstellen konnte, dass vom Sommer 2015 zum Sommer 2016 die Zahlen massiv zurückgegangen sein müssen, was sich nach Abgleich mit unseren Aufzeichnungen bestätigen ließ.

Probleme am Teich im LSG PLTUO V

Die Kommunikation mit X. ergab außerdem, dass es in den letzten Jahren im und am Teich einige Probleme gegeben hat. Neben seiner Tätigkeit als Landschaftswächter ist er gleichzeitig Teichpate des Gewässers im LSG Pluto V, zu dem wir unsere Amphibien vom Schutzzaun bringen. Neben des Monitorings der Wasserqualität, die durch die Bestimmung der Konzentration an Kleinstlebewesen ermittelt wird, kümmert er sich auch um die Teichpflege. Im Rahmen dieser Teichpflege, die vor allem aus dem Grund erfolgt, den Sauerstoffverbrauch im Teich zu reduzieren, ist für Ende April ein Teilrückschnitt des Schilfs geplant gewesen.

Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm

Auf meine Nachfrage hin, warum man den Termin nicht in die Trockenzeit Anfang Juni verschiebt und die Pflanzen dann samt Wurzeln entfernt, statt sie bei hohem Wasserstand zurückzuschneiden, erklärt er mir, dass dies nicht so einfach möglich sei, da durch das Rausreißen der Wurzeln die sensible Sperrschicht, die aus einer dünnen Lage Lehm besteht, weiter zerstört werden könnte. Zudem ist die Sperrschicht bei Trockenheit rissig und besonders anfällig, weshalb ein Hantieren mit Spaten unbedingt zu vermeiden ist.

Vermutung: Undichte Sperrschicht

Eine Undichtigkeit des Teichs vermutet er unabhängig von der Schilfteilbeseitigung sowieso. Diese Vermutung begründet er mit der Beobachtung, dass die Bereiche auf der hangabwärts gelegenen Teichseite regelmäßig unter Wasser stehen, was daran liegen kann, dass der Wasserdruck aufgrund der topografischen Gegebenheit des Geländes in diese Richtung drückt. Dieser Defekt könnt nach dieser Theorie neben dem aktuellen Klima eine weitere Ursache für das relativ frühe Austrockenen des Teichs im Jahresverlauf der letzten drei Jahre sein.

Der Baum im Uferberich des Feuchtbiotops an der Berliner Straße im LSG Pluto V.

Heureka!

Bei einer Ortsbegehung in den letzten Tagen bemerkte ich dann, dass sich im direkten Uferbereich seit einigen Jahren ein Baum befindet, was natürlich nur vor dem Hintergrund unserer Konversation relevant ist, weil Bäume gibt es einige im LSG Pluto V. Zudem war der Baum dort schon seit 4-5 Jahren, ist in den letzten Jahren aber ordentlich gewachsen. Und da bei Baumarten grundsätzlich zwischen Flach- und Tiefwurzler unterschieden wird, rückte er in den Fokus meiner Wahrnehmung.

Da ich die Baumart nicht eindeutig bestimmen kann, ist es aktuell nicht möglich zu sagen, ob es sich tatsächlich um einen Tiefwurzler handelt. Sollte das aber der Fall sein, könnte das Wurzelwachstum eine potentielle Erklärung für seine Undichtigkeits-These darstellen, da die Wurzeln die Sperrschicht perforiert haben könnten.

Lösung aller Probleme?!

Inwieweit der Baum zukünftig entfernt werden muss, falls es sich tatsächlich um einen Tiefwurzler handelt oder ob die Hypothese des leckenden Teichs grundlegend falsch war, wird sich zeigen. Ich werde auf jeden Fall an dem Thema dranbleiben, wäre doch genial, wenn man den Baum entfernen und die Sperrschicht mit Lehm wieder schließen könnte, dann wären auch keine Evakuierungsmaßnahmen mehr erforderlich. Naja, schauen wir mal. Sobald sich Neuigkeiten ergeben sollten, werde ich davon berichten.


Ökologischer Vandalismus im Landschaftspark Pluto

Gestern musste ich im LSG Pluto V zu meinem Unverständnis feststellen, dass irgendjemand sinnbefreit an einer Eibe herumgeschnitten und sie dadruch massiv geschädigt hat. Vermutlich war sich der Vandale auch gar nicht bewusst, um was für eine beeindruckende und in weiten Teilen Deutschlands mittlerweile auch relativ selten gewordene Pflanze es sich bei der Europäischen Eibe handelt.

Die Europäische Eibe (Taxus baccata) war nicht nur Baum des Jahres 1994 sowie Giftpflanze des Jahres 2011,  sie ist auch die älteste und schattenverträglichste Baumart Europas. Der immergrüne Baum wächst sehr langsam und kann dabei ein sehr hohes Alter erreichen.

Mit Ausnahme des im reifen Zustand rot gefärbten Samenmantels (Arillus), der den Samen becherartig umgibt und den Pollen, sind laut Wikipedia alle Pflanzenteile stark giftig. Bei dem gefährlichen Gift der Eibe handelt es sich um Taxin, das beim Verzehr von Pflanzenteilen in geringen Menge zu erheblichen Vergiftungserscheinungen und zum Tod führen kann. Die Konzentration des hochpotenten Taxins ist in den Nadeln und den Samen am höchsten.

Zudem gehört die Europäische Eibe in ganz Europa zu den geschützten Pflanzenarten. In Deutschland steht sie auf der Roten Liste der gefährdeten Arten (Gefährdungsklasse 3: gefährdet).

Baum in Schräglage im LSG Pluto V

Beim Durchlaufen des LSG Pluto V ist mir am Eingang ins Schutzgebiet an der L639 ein in Schieflage geratener Baum aufgefallen. Eventuell besteht die Möglichkeit, dass man ihn aufrichtet und mit neuen Stützen ausstattet, da die alten Pfähle verfault waren. Möglicherweise lässt sich die Schieflage aber auch dadurch erklären, dass sich die Baumwurzel permanent im feuchten Milieu befindet und der Baum deshlab erkrankt ist. Rein optisch betrachtet sah der Baum noch recht vital aus. Die obligatorische Meldung ans Grünflächenamt ist raus.

Kopfweidenschnitt im LSG Röhlinghausen

Nach letztem Jahr habe ich auch in diesem Jahr einer Weide im LSG Röhlinghausen wieder einen Frühjahrsschnitt verpasst. Wobei die Bezeichnung Weide wohl weit hergeholt ist, da der Baum allem Anschein nach irgendwann einen massiven Sturmschaden erlitten hat. Denn von der Weide ist im Grunde genommen nur noch ein 50 cm hoher Stumpf vorhanden, der aber trotzdem jedes Jahr aufs Neue ausschlägt.

Inwieweit ein Frühjahrsschnitt bei der geringen Wuchshöhe überhaupt Sinn macht, kann ich nicht beurteilen. Ich hoffe aber mit meiner Grünschnittaktion im Sinne des Naturschutzes zu handeln.

Massive Beschädigung eines Baumes in Baustelleneinfahrt

Im Rahmen des Langzeit-Projektes zur Renaturierung der Emscher sowie ihrer Zuflüsse kommt es im Stadtgebiet aktuell zu erheblichen Eingriffen in die Natur. Nach meinem Informationsstand soll die Kanalisierung des Schmutzwassers bis Herbst 2021 endlich abgeschlossen sein. Ab diesem Zeitpunkt sollen sich die Emscher und ihrer Zuflüsse zu neuen naturnahen Biotopen entwickeln können.

Gestern ist mir auf einer meiner Runden durch die heimatliche Hood ein massiv beschädigter Baum aufgefallen, der augenscheinlich von einem Baustellenfahrzeug touchiert wurde. Der Schaden wurde von mir ordnungsgemäß an Herrn X. von der Unteren Umweltbehörde weitergeleitet. Aufgrund der Tatsache, dass ein Verursacher nicht zu ermitteln ist, kann nichts weiter für den Baum von Seiten der Stadt getan werden.

Bleibt also zu hoffen, dass es die Selbstheilkräfte des Baumes in diesem doch recht milden Winter schaffen, die entstandene Verletzungstelle zeitnah zu verschließen und zu umwallen. Da sich der Baum im Winter normalerweise in einer sogenannten Vergetationsruhe befinden sollte, wo dieser natürliche Schutzmechanismus eigentlich nicht stattfindet, bleibt zu hoffen, dass er es dennoch übersteht.

Ich werde die Situation weiter im Blick haben und beobachten, wie sich der Baum von der Verletzung als auch vom Baustellenstress erholen wird oder inwieweit er in nächster Zeit wohlmöglich doch eigehen wird, weil er sich in der Phase als es zu der Verletzung gekommen war, trotz milden Winters in einer Vegetationsruhe befunden hatte, .