Partnersuche per Postkarte

Kurioses aus der Landschaft vom 04.09.2021

Nach der Botschaft an den Scherendieb, die ich vor einiger Zeit in einem geringfrequentierten Waldstück zwischen Günnigfeld und Wattenscheid entdeckt hatte, ist der heutige Fund ein weiteres kommunikatives Kuriosum, das mindestens genauso viele Fragen aufwirft. Allzu ernst sollte man den Aufruf dann aber wohl doch nicht nehmen können. Zudem scheint mir der Verfasser entweder vorpubertär-jung zu sein oder er ist aus einem anderen Grund der deutschen Sprache nicht mächtig?! Möglicherweise hat sich der Verfasser auch selbstverschuldet in einen unzurechnungsfähigen Geisteszustand versetzt, der sich augenscheinlich negativ auf sein Sprachzentrum ausgewirkt hat.

Kurioser Fund vom Straßenrand – Traumpartner gesucht [BILD 04.09.2021].

Trotz der relativ guten Lesbarkeit der Handschrift will sich mir die Syntax aus den teilweise diffus zusammengewürfelten Wörtern und Satzteilen nicht wirklich erschließen. Naja wie auch immer, denn kurios ist der Fund alle male und da ich die Postkarte auf einer meiner Runde durch die Landschaft entdeckt habe, scheint mir die Dokumentation im Rahmen des Blogs durchaus berechtigt. Sollte sich Jemand widererwartend von der kryptischen Wortwahl angesprochen fühlen – eine Handynummer zur Kontaktaufnahme ist ja dankenswerterweise mit auf der Postkarte angegeben, wobei ich für die Richtigkeit der Nummer meine Hand nicht ins Feuer legen wollen würde.


Ein rätselhafter Markierungsstein

Beobachtung aus der Landschaft vom 22.08.2021

In der Vergangenheit bin ich unzählige Male an dem eher unscheinbaren Stein vorbeigelaufen. Auf einer meiner letzten Runden durch die Landschaft habe ich ihn nach all den Jahren bewusst wahrgenommen. Aber was hat es mit dem Stein auf sich? Die Bedeutung des Steins wollte sich mir nicht erklären. Grenzsteine, mit denen üblicherweise Grundstücke markiert werden, sehen anders aus und würden an dem Ort auch keinen Sinn ergeben. Denn der Stein befindet sich in einem dünnbesiedelten Bereich an der Hüller-Bach-Straße Ecke Im Zugfeld. Das Grundstück, an dem er steht, wird weder genutzt, noch ist es eingezäunt. Darüber hinaus liegt das nächste Wohnhaus im direkten Umfeld 50 Meter vom Standort des Steins entfernt. Damit die Entdeckung auf der restlichen Runde nicht wieder in Vergessenheit geraten konnte, war das obligatorische Erinnerungsfoto schnell gemacht.

Der Kabelmerkstein an der Hüller Bach Straße Ecke Im Zugefeld in Bochum Hordel [BILD 09.2021].

Die Informationssuche im Internet gestaltet sich schwierig, viele Informationen lassen sich nicht finden. Auf den Seiten eines Fernmeldeclubs (http://fernmeldeclub.de/kms.html) werde ich dann aber doch fündig. Auf den Seiten erfahre ich, dass es sich bei dem Stein um einen sogenannten „Kabelmerkstein“ handeln soll, der den Verlauf einer Kabeltrasse anzeigt. In stärker bebauten Gebieten wären permanente Fixpunkte wie beispielsweise markante Gebäude zur Orientierung bei der Einmessung der Kabeltrassen genutzt worden. Die Initialen BP, die noch gut auf dem Stein zu lesen sind, stehen demnach für Bundespost, dem früheren dafür verantwortlichen Staatskonzern, der Mitte der 90er Jahre privatisiert wurde.

Inwieweit es sich bei dem Stein um ein kultur-historisches Relikt handelt oder ob der Stein auch heute noch eine Funktion erfüllt, lässt sich nicht sagen. Die starke Verwitterung des Steins spricht in jeden Fall dafür, dass der Stein schon ein paar Jahrzehnte unbeachtet am Wegesrand stand und sicherlich noch einige Jahrzehnte mehr dort stehen wird?!


Botschaft an den Scherendieb in Mitten eines Waldgebietes in Bochum-Günnigfeld

Neues aus dem Schilderwald – Schilder im Wald

Die gestrige Runde führte mich unter anderem über das Gelände hinter dem Wertstoffhof an der Blücherstraße in BO-Wattenscheid. Nach der Downhill-Passage blieb ich an diesem Schild stehen. Da mir die Hintergründe des Appells nicht bekannt waren, erklärte sich mir die Sinnhaftigkeit der Aktion nicht. Aber warum schreibt jemand an einen unbekannten „Mitnehmer“ einer Gartenschere ein solches Schild? Was verspricht man sich von der Aktion? Ja, klar, dass man seine Gartenschere zurückbekommt, aber ist das wahrscheinlich?!

Mysteriöse Botschaft an den unbekannten Scheren-Mitnehmer [BILD 03.08.2021].
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Unterwegs in Bochum-Hordel – der Bienenschwarm Teil 2

Beobachtung aus der Landschaft vom 22. Juni 2021

Wieso, weshalb und wie es überhaupt zu dem nachfolgenden Beitrag gekommen ist, erfährst du im ersten Teil dieses kleinen Zweiteilers aus dem Themenbereich der praktischen Bienenkunde.

Als ich am LSG Königsgrube bei Imker Kessen ankomme, erblicke ich direkt drei Herren, die durch den Vorgarten des Hauses gehen und so wie es scheint, miteinander über die Botanik fachsimpeln. Dem äußeren Anschein nach handelt es sich neben Imker Kessen zumindest bei einem weiteren Herrn ebenfalls um einen Imker. Als Imker verrät ihn der Strohhut, den er auf dem Kopf trägt. Nachdem ich den drei Herren meine landschaftliche Beobachtung geschildert hatte, signalisierten zwei Interesse und waren bereit, sich die Örtlichkeit und den Schwarm zunächst aus der Nähe anzugucken, um dann vor Ort zu entscheiden, inwieweit ein Einfangen überhaupt zu realisieren ist und ob die Bienen tatsächlich noch am Baum verweilen. Es wäre nämlich theoretisch auch denkbar gewesen, dass sich die Bienen zwar am Baum abgesetzt haben, die Späherbienen in der Zwischenzeit aber schon eine passende Behausung – einen hohlen Baum oder einen künstlichen Hohlraum gefunden haben und das Bienenvolk deshalb wieder aufgebrochen ist.

Anfahrt und Vorbereitung zum Schwarmfang

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Unterwegs in Bochum-Hordel – der Bienenschwarm Teil 1

Beobachtung aus der Landschaft vom 22. Juni 2021

Auf einer Laufrunde durch die heimatliche Landschaft wurde ich Ende Juni Zeuge eines Phänomens, von dem ich bis zu dem Zeitpunkt nur gelesen oder gehört hatte. Von jetzt auf gleich tauchte ein zunächst nicht näherdefinierbares aber durchaus bedrohliches Geräusch auf. Möglicherweise das Summen von Insekten, aber es war nicht das Summen eines einzelnen Insekts. Es war vielmehr ein regelrechtes Getöse und hörte sich an, als würden tausende von Insekten irgendwo in der Nähe einfallen. Und ich sollte mich nicht verhört haben, denn genau so war es auch.

Kalter Schauer trotz gefühlten 30° C und Sonnenschein

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Sonder-Impfaktion im Stadtteil Röhlinghausen

Beobachtung aus der Landschaft vom 20.06.2021

Da war mächtig was los im beschaulichen Röhlinghausen. So viel Rummel an einem Sonntag gab es das letzte Mal in Röhlinghausen, da fand auf dem Marktplatz hinter EDEKA noch die Kirmes statt und das ist mindestens 30 Jahre her. Für die Sonderimpf-Aktion hatte die mobile Impfkarawane ihr kleines Impfdorf bestehend aus Zelten und umfunktionierten Linienbussen vor dem Volkshaus Am Alten Hof aufgebaut. Die Schlange der Wartenden reichte zwischenzeitlich bis auf die Hofstraße.

SOnderimpfaktion in Röhlinghausen Am Alten Hof [BILD 20.06.2021].

Nach Angaben der WAZ haben sich bei der sonntägigen Sonderimpfaktion im Stadtteil Röhlinghausen insgesamt 636 Impfwillige ihre Dosis Johnson & Johnson abholen können. Der Vorteil bei diesem Vakzin ist, dass nur die eine Spritze erforderlich ist. Ideal auch für die bald startenden Sommerferien, um auf alle Pandemieeventualitäten bestmöglich vorbereitet zu sein.


Kurioses aus der Landschaft – Geocache meets Elektronik – die Auflösung

Beobachtung aus der Landschaft vom 14.05.2021

Auf einer Runde mit Thorsten durch die heimische Landschaft führte uns unser Weg unter anderem durch das kleine Waldgebiet am Kabeisemannsweg in Bochum-Hordel. Dort hatte ich im Januar einen Geocache entdeckt, an dem außen eine Vorrichtung zum Anlegen einer 9V-Batterie angebracht war. Unmittelbar nach der Entdeckung stand fest, dass ich bei nächster Gelegenheit zurückkommen werden, um dann auszuprobieren, was passieren würde, wenn man die 9V-Batterie an die Anschlussstelle hält. Wir haben mittlerweile Juni – es hat zugegebenermaßen etwas länger gedauert, aber ich kann jetzt Vollzug verkünden.

Geocache mit Vorrichtung für eine 9V-Batterie [BILD 01.01.2021].

Die Erwartungen waren riesig, was nach Anlegen der 9V-Batterie letztendlich passierte, war allerdings fast schon ein bisschen enttäuschend. Denn eigentlich passierte so gut wie gar nichts. In dem Holzgehäuse hörte es sich an, als würde ein Mechanismus in Gang gesetzt worden sein und das war es auch schon. Was durch den Mechanismus ausgelöst wurde, erschloss sich uns nicht. Möglicherweise wurde ein Signal irgendwo hin weitergeleitet? Vielleicht eine SMS verschickt?! Vielleicht war auch die Anzahl der Klick-Geräusche für die nächste Koordinate und somit für das weitere Spielgeschehen von Bedeutung?!

Thorsten beim Anlegen der 9V-Batterie am Geocache in Bochum-Hordel [BILD 14.05.2021].

Naja wie auch immer?! Es war auf jeden Fall eine kleine Belustigung auf einer sowieso schon lustigen Runde durch das Grün der heimischen Landschaft. Und in Pandemiezeiten ist man ja mittlerweile schon für fast jegliche Art von bespassender Ablenkung offen und dankbar!


Transformation der Landschaft – Wandlungsfähigkeit eines Sportplatzes

Wie im Herner Westen aus einem Ascheplatz zunächst ein Parkplatz und mittlerweile eine wiederbegrünte Oase wurde. Entsieglung und Wiederbegrünung eines halben Sportplatzes in Röhlinghausen.

Beobachtungen aus der Landschaft vom 20.12.20 & 02.05.21

Vor knapp einem Jahr – genauer gesagt am 9.01.2020, hatte ich im Blog darüber berichtet, dass die eine Hälfte des Sportplatzes, der die ehemalige Heimstätte des SC Röhlinghausen darstellte, durch Asphaltierung kurzerhand zu einem „Pop-Up-Parkplatz“ für die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW (kurz: HSPV NRW) umfunktioniert wurde. Die Außenstelle der Fachhochschule (FH) für Polizei und öffentliche Verwaltung (HSPV) Gelsenkirchen hatte in dem ehemaligen Gebäude der Grundschule an der Görresstraße eine neue Heimat gefunden, wodurch das Gebäude weitergenutzt werden konnte.

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News aus dem Schilderwald – Teddy vermisst!

Vermisstenanzeige mit gesteigertem Schmunzelfaktor: Entdeckt an diversen Stellen im Bereich des Eickeler Volksgartens in Herne-Eickel.

Während der Ortsbegehung zur Begutachtung der Maßnahmen, die von der Unteren Naturschutzbehörde im Rahmen der artenschutzgerechten Anpassung der prekären Gully-Situation im Eickeler Park durchgeführt wurden, begegnete mir gleich an mehreren Stellen im Umfeld des städtischer Grünanlage der Hilferuf einer besorgten Mutter in Form dieses Aushanges.

WANTED: Gesucht wird das rosafarbene Kuschelteddybärchen! Aushang gesehen an mehreren Stellen im Bereich des Eickeler Volksgartens in Herne-Eickel. [BILD: Mitte März 2021].

Wie der liebevollgestalteten „Vermisstenanzeige“ zu entnehmen war, ist dem Nachwuchs beim letzten Spaziergang im Park sein rosa Frotteeeinschlaf-Bärchen aus dem Kinderwagen gefallen. Mit dieser Suchaktion versucht die verzweifelte Mama nun das geliebte Stofftierchen ihres Nachwuchses nach vergeblicher Suche doch noch wieder zu finden. Für den ehrlichen Finder wird passenderweise dann auch noch eine Tüte Gummibärchen als Finderlohn ausgelobt. Mutter und Kind bleibt zu wünschen, dass das heißgeliebte rosa Kuscheltier mittlerweile wieder aufgetaucht ist oder aber, dass zeitnah eine geeignete Kuschelalternative als Einschlafhilfe gefunden werden konnte. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des gesuchten Gegenstandes dienlich sind, nutzen sie bitte das Kontaktformular oder schreiben Sie mir eine E-Mail.


Beobachtung aus der Landschaft – die Werner Lorke-Gedächtnis-Plakette am NSG Blumenkamp im Bochumer Norden

Neues aus dem Schilderwald

An einer recht starkfrequentierten Umgehungsstraße an der Bochumer Stadtgrenze zu Herne und Gelsenkirchen befindet sich versteckt hinter Bäumen und Sträuchern eine aus Weihern und Tümpeln bestehende Landschaft, die zu Bochums kleinstem Naturschutzgebiet gehört und die man an dieser Stelle so wohl eher nicht erwartet hätte.

Das Naturschutzgebiet „Am Blumenkamp“

Zwischen den beiden Bochumer Ortsteilen Hordel und Günnigfeld, unmittelbar am Fuße der Erzbahntrasse befindet sich ein wahres Refugium für seltene Pflanzen und Tiere. Das Bochumer Naturschutzgebiet ist auf natürliche Weise durch Bergsenkung entstanden und misst gerade einmal 3,7 Hektar, was einer Fläche von knapp vier Fußballplätzen entspricht. Das Feuchtbiotop setzt sich aus mehreren voneinander getrennten Tümpeln und Weihern zusammen und verfügt über ein vielfältiges Angebot verschiedenster ökologischer Nischen, die vor allem in urbanen Ballungsräumen zunehmend seltener werden oder längst fehlen.

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Kurioses aus der Landschaft – ein kleiner Pottstein zum Dank für eine spontane Gefälligkeit

Auf der gestrigen Runde durch die Landschaft ging es entlang der Amphibienleitwand vorbei am Rand des NSG Am Blumenkamp in Bochum Günnigfeld. Wie so oft sind Weg und Hang entlang der Amphibienleitwand übersät mit achtlos aus vorbeifahrenden Fahrzeugen geworfenem Müllallerlei. Getriggert vom Müll im Grünen, war mir spontan nach einem spontanen Plogging-Quickie. Im Vorbeilaufen hatte ich drei äußerlich wenig beschmutzte Getränkedosen eingesammelt. Mit dem Unrat in den Taschen ging es weiter in Richtung des nächsten Mülleimers, der sich nach kurzer Orientierung im Krupp Park befunden hat.

Pottstein 1198 – lustiges Steinmonster, das mir an einem Mülleimer aufgelauert hat [BILD: 07.03.2021].

[OFF-TOPIC] Erworbenes Ballastwissen aus einer Quizz-Show?!

Wie hoch ist die Energiemenge, die durch das Recyceln einer Getränkedose aus Aluminium im Vergleich zur Neuproduktion eingespart werden kann?

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Kurioses aus der Landschaft: Schnitzeljagd durch den Landschaftspark Pluto V – Regenbogen-Ralley

Fester Bestandteil auf Freizeiten in der Kinder- und Jugendarbeit oder spaßbringender Programmpunkt am Kindergeburtstag

Als mich meine Laufrunde Mitte Januar durch den Landschaftspark Pluto V in Wanne-Bickern führt, fallen mir sofort die mehr als ein Dutzend buntgestalteten und laminierten Zettel auf, die in 1,50 Meter Höhe an Bäumen und Sträuchern befestigt waren. Auf allen diesen Zetteln war ein Regenbogen abgebildet. Bei genauerem Hinsehen war linksunten darüber hinaus eine fortlaufende Zahl zu erkennen. Schnell war klar, dass es sich hierbei um eine Schnitzeljagd handelt. Bewegung, Spiel und Sport Draußen an der frischen Luft sind nicht nur in Zeiten von Corona ein wesentlicher Bestandteil institutioneller und privater Kinder-Bespaßung. So gut wie jeder von uns wird irgendwo und irgendwann schon einmal in den Genuss gekommen sein, an einer solchen Rallye durch die Natur teilgenommen zu haben.

[BILD: 13.02.2021, im LSG Pluto V, auf dem Damm der Erzbahntrasse in Herne].

Schnitzeljagd, Nachtwanderung, Schatzsuchen oder Geocaching sind im Prinzip Bezeichnungen für ein und dasselbe Spiel – auch bei der im LSG Röhlinghausen durchgeführten Regenbogen-Rallye handelt es sich um eine Variante der klassischen Schnitzeljagd […]

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Kurioses aus der Landschaft: Guerilla Gardening aus dem grünen Saatgutautomaten?

Wer hat in seiner Kindheit nicht schon einmal vor einem der typischerweise roten Automaten gestanden, vielleicht auch mit der Hoffnung nach Einwurf des angesparten Hartgeldes und nach Betätigen des Drehmechanismus den Hauptgewinn in Form eines Goldringes in Händen halten zu dürfen. Selbst heutzutage sieht man Kaugummiautomaten noch immer mal wieder an der einen oder anderen Häuserwand hängen, doch die Anzahl der zumeist roten und viereckigen Outdoor-Automaten ist stark rückläufig.

Ein grüner Automat für Palmen-Saatgut irgendwo im Nirgendwo in einer Wohngegend auf dem „Hannover-Berg“ in Bochum Hordel [Januar 2021].

Relikte aus einer anderen Zeitepoche?!

Viele der Automaten sind längst in einem desolaten Zustand und verwaist – viele sind vollgeschmiert, manche aufgebrochen und andere wiederum verrostet oder schon seit Jahren demontiert. Automaten sieht man in den letzten Jahren immer seltener. Auch Automaten für Kondome und vor allem für Zigaretten sind nahezu vollständig aus dem Landschafts- und Stadtbild verschwunden. Vereinzelt findet man sie noch vornehmlich auf dem Weg zu den Toilettenräumen in Discotheken, Kneipen und Gaststätten oder in der Nach-Kassenzone zur räumlichen Ausweitung der Quengelzone.

Grüne Geschäftsidee mit Potential?!

Bis zur Entdeckung/ Beobachtung des heutigen Automaten waren mir ausschließlich rote Automatenvarianten unter die Augen gekommen, deren Angebot sich darüber hinaus zumeist an Kinder adressierte. Die Idee über diesen doch eher seltenen Vertriebskanal Saatgut an das interessierte Publikum zu verkaufen, finde ich eine klasse Idee. Warum es allerdings Palmen und deren Dünger sein müssen, will sich mir nicht auf Anhieb erklären. Ginge es nach mir, dann würde ich wohl eher auf regional-heimische Samenmischungen setzen – so gesehen als Angebot einer automaten-gestützten Aktionsform des Guerilla Gardenings.


Kurioses aus der Landschaft: Überreste einer verflossenen Liebe – Männerspielzeug

Vom formvollendeten Männertraum zum lästigen Plastikmüll

Es ist noch gar nicht lange her, da hatte ich im Rahmen eines Beitrages von meinem bisher kuriosesten botanischen Fund berichtet, der heutige Zufallsfund hat zwar mit Botanik rein gar nichts zu tun, ist aber hinsichtlich der Kuriosität mindestens von einem ähnlichen Niveau, wie es die betörende Topfpflanze von der Becker Deponie Ende November 2020 gewesen war. Grundsätzlich findet man am Wegesrand beim Durchlaufen der Landschaft immer mal wieder recht seltsame Dinge. Neben den zahlreichen Wilden Müllkippen, denen man in letzter Zeit zum Ärgernis aller immer häufiger und regelmäßiger begegnet, lassen sich Überreste von Zweirädern, Einkaufskarren, alte Autoreifen oder auch mal einen geknackten Tresor entdecken. Wobei die Beobachtung von Heute alles andere als dermaßen Alltäglich war, die heutige Entdeckung würde ich fast schon als ziemlich bizarr – ja fast schon befremdlich – bewerten.

Kunst liegt bekanntlich im Auge des Betrachters

Als ich an dem Tag den Aufgang zur Erzbahntrasse an der Hofstraße erreiche, konnte ich mich davon überzeugen, dass die Weide, die vor ein paar Tagen lediglich zur Hälfte entwurzelt war, nun komplett zerhäckselt im angrenzenden Gebüsch verteilt lag. Beim weiteren Blick durch das Gebüsch entdeckte ich dann einen kopf- und armlosen Torso. Zunächst ging ich davon aus, dass es sich hierbei um eine ausgediente Schaufensterpuppe handeln könnte. Auch als mir beim zweiten Blick die üppige Oberweite auffiel, tendiert meine Vermutung weiterhin in Richtung detailgetreuer Schaufensterpuppe – möglicherweise zur Präsentation von Damen-Oberbekleidung oder war es vielleicht doch eine kunstvolle Büste aus Beton?!

Das Objekt der Begierde mißt vom Hals bis in den Schritt knapp 60 cm. [BILD: Dez2020].

Da es mir nicht möglich war, von der Optik auf das Material zu schließen, war ich überrascht, nachdem ich den Torso mit dem Fuß berührt hatte, denn der Torso hatte entgegen meiner Vermutung keine feste Konsistenz. Dahingegen fühlte sich der Oberkörper recht inkonsistent und labbrig an, aber alles andere als hart, eher nach Gummi, Kautschuk, Silikon oder Latex. Und dann dämmerte mir allmählich, dass es sich bei dem vor mir liegenden Objekt wohlmöglich um eine lebensechte Sexpuppe aus Silikon handeln wird.

Es hat sich anscheinend ausgeliebt…

Was letztendlich zum Beziehungsbruch zwischen der Kopflosen mit den dicken Brüsten und ihrem früheren Besitzer geführt hat, darüber lässt sich nicht viel sagen. Warum Mann sein einst geliebtes Spielzeug nicht im Hausmüll entsorgt, ist in diesem äußerst skurrilen Fall vielleicht sogar wiederum verständlich. Man stelle sich nur vor, welche schambehangenen Konsequenzen es hätte haben können, wenn bald-, noch-Ehefrau oder der neugierige Nachbar die Entsorgung der vollbusigen Schönheit beobachtet hätte und wohlmöglich im Glauben gewesen wäre, dass ein Verbrechen vorlägen würde und die Polizei alarmiert hätte. Aber dennoch ist ein öffentliches Gebüsch sicherlich kein geeigneter Ort zur Entsorgung des vor allem für Kinder recht sensiblen Materials.


Kurioses aus der Landschaft: Hidden-Stone mit biblischer Botschaft des Apostels Paulus

Gefunden wurde der Stein an der Erzbahntrasse. Im Gegensatz zu den bisherigen Steinfunden lag dieser Stein nicht an einem ausgewählten Platz aus, sondern befand sich am Boden. Es machte den Anschein, als ob ihn jemand verloren hätte oder er runtergefallen wäre, was zu leichten Beschädigungen geführt hat. Möglicherweise ist es zu den Beschädigungen auch deshalb gekommen, weil der Stein nicht vollständig mit einer Lackschicht versiegelt wurde. Möglicherweise konnte deshalb Wasser unter die Farbschicht gelangen, das sich durch die Minusgrade der vergangenen Tage ausgedehnt hat und zu den unschönen Beschädigungen geführt hat. Da sich die Abplatzungen überwiegend an den Kanten befinden, wäre es auch denkbar, dass er runtergefallen ist, was auch den Fundort am Boden erklären könnte.

„Lass dich in allem was du tust von der Liebe bestimmen – von A. E. im Januar 2021.

Ansonsten gefällt mir der von A. E. gestaltete Stein durchaus gut. Das Schriftbild spricht für eine gewisse Reife des Künstler. In einem weißumrandeten Herzen steht der Spruch: „Lass dich in allem was Du tust von der Liebe bestimmen.“ Bei der Suche nach dem Urheber dieses Spruches konnte ich erfahren, dass der Spruch biblischen Ursprungs ist und leicht abgewandelt aus dem 1. Korinther 16, 14 entnommen wurde – hier heißt es wörtlich: „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!“ Dieser Ratschlag steht am Ende des Briefes des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth. Die Liebe ist ein prägendes Grundelement des christlichen Glaubens und mit der wichtigste christliche Wert. Die Worte Paulus unterstreichen die herausragende Bedeutung der Liebe, was den Leitsatz als Taufspruch bei der Taufe beliebt werden lässt.

Nachdem ich den Stein eingesteckt hatte, lag er zunächst zwei Tage im Garten und reiste bei der nächsten Laufrunde erst weiter. Ausgewildert habe ich ihn dann an der Zufahrtssperre zur kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße unmittelbar an der Stadtgrenze von Herne zu Bochum und Gelsenkirchen.


Kurioses aus der Landschaft: weitgereister Hiddenstone – Premieren-Fund eines REM-Steins

In den letzten Tagen und Wochen ist mir gefühlt täglich ein Hiddenstone über den Weg gelaufen, ein REM-Stein war bisher allerdings noch nicht dabei. Die gesteigerte Häufigkeit meiner Steinfunde erkläre ich mir zum einen mit der gestiegenen Popularität des Steine-Bemalens und –versteckens, zum anderen aber auch durch die freie Zeit, die vielen aufgrund der aktuellen Corona-Einschränkungen gegeben ist?! Der REM-Stein zeigt ein Herz mit bunten Punkten drum herum und erinnerte mich deshalb ein wenig an den Stein, den Didi bei unserer Amphibien-Rettungsaktion, bei der wir zahlreiche Amphibien aus tödlichen Gully-Fallen im Eickeler Volksgarten evakuieren konnten, gefunden hatte. Wobei man natürlich festhalten muss, dass der Stein „Konfetti im Herzen“, der auf dem Wegpoller im Eickeler Volksgarten auslag, doch um einiges kunstvoller gestaltet war.

Vorder- und Rückseite des an der Pluto-Halde gefundenen REM-Steins [BILD: 04.02.2021].

Die schlichte Gestaltung mit einem Herzen lässt hinsichtlich der Interpretation einer möglichen Botschaft des Künstlers wenig Spielraum. Die relativ verblichenen Farben des REM-Steins legen außerdem die Vermutung nahe, dass er schon eine Weile auf Wanderschaft durch die Landschaften ist. Sollte REM für Remscheid stehen, wovon auszugehen ist, dann hat er es tatsächlich geschafft, die 50km von Remscheid bis nach Herne zurückzulegen, wodurch er vermutlich der am weitesten gereiste Stein würde, den ich bisher gefunden habe. Obwohl ich ihn nicht behalten habe, habe ich mich über den Zufallsfund gefreut. Nachdem ich ihn aufgehoben hatte, habe ich ihn fotografiert und oben auf dem Handgeländer der Aussichtsplattform der Pluto-Halde direkt wieder ausgelegt.


Kurioses aus der Landschaft: Geocache mit Elektronik in Bochum-Hordel

Neues Jahr, neues Glück – ein Neujahrsfund gibt Rätsel auf?!

Im kleinen Waldstück am Kabeisemannsweg in Bochum-Hordel hatte ich in der Vergangenheit schon einen Cache gefunden. Während die Mehrzahl der bisherigen Caches, die ich imr näheren Umfeld mit einer ähnlichen Bauweise entdecken konnte, an einem Baum in einer Höhe von 1,50 Meter hingen, befindet sich dieser Cache auf Hüfthöhe. Und im Gegensatz zu den bisher entdeckten Caches ist dieser Cache auch weder mit einem Fahrradschloss vor Diebstahl noch mit einem Zahlenschloss vor neugierigen Blicke gesichert, aber trotzdem ist es mir nicht möglich, den Cache zu öffnen. Und wenn ich ganz ehrlich bin, hat sich mir auch bis heute noch nicht erklärt, wie bzw. ob das offensichtlich festverschraubte Gehäuse überhaupt öffnen lässt.

Ein weiterer Cache im kleinen Wäldchen am Kabeisemannsweg in Bochum-Hordel [BILD: 01.01.2021].

Nach längerer Inspektion entdecke auf der Bodenunterseite des Caches eine elektronische Vorrichtung, an der man, wie es mir scheint, eine 9V-Blockbatterie anschließen kann. Da ich der Situation zufälligerweise keine Batterie dabei habe, bleibt es ein Geheimnis, was nach Anlegen einer passenden Stromquelle passiert. Mit viel Phantasie wäre es vielleicht denkbar, dass ein Mechanismus den Kasten öffnet, ein Tonband die nächsten Koordinaten verrät oder vielleicht auch irgendwelche Dioden aufleuchten.

Sollte ich auf einer meiner nächsten Laufrunden irgendwann einmal zufälligerweise eine 9V-Batterie in der Tasche haben, werde ich überprüfen, was nach Anlegen der Stromquelle tatsächlich passieren wird. Da die Wahrscheinlichkeit allerdings dann doch ziemlich gering sein wird, beim Laufen eine Batterie mitzuschleppen, werde ich wohl noch bis in den Frühling warten müssen, wenn ich zur Beobachtung der Schmetterlinge regelmäßiger in dem Gebiet unterwegs sein werde und auch das Wetter freundlicher sein wird.


Kurioses aus der Landschaft: Hidden Stone – ein kleines Meisterwerk zu Weihnachten

In den zurückliegenden Monaten habe ich einige Hidden Stones finden dürfen. Bis auf wenige Ausnahmen waren die Funde eher von geringer künstlerischer Qualität. Doch bei diesem Pottstein, den ich am zweiten Weihnachtsfeiertag gefunden habe, sah dies gänzlich anders aus.

Kleines Meisterwerk auf Stein gefunden auf der Wittenbergstraße in Röhlinghausen [BILD: 26.12.2020].

Maltechnik ausgereift, Motiv- und Steinauswahl mit Bedacht gewählt

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Kurioses aus der Landschaft: Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen – Weihnachtssegen-to-Go

Weihnachten und Kirche in Zeiten von Corona…

Für einige gehört der Weihnachtsspaziergang wie der Gänsebraten oder ein Besuch der Christmette am Heiligen Abend zum Pflichtprogramm der weihnachtlichen Feierlichkeiten. Dank der Bewegung an der frischen Luft kann dem in den besinnlichen Tagen schnell mal aufkommenden Weihnachtskollaps kurzzeitig entflohen und die Verdauung nebenbei auf die nächste Runde der kalorischen Völlerei vorbereitet werden. Darum ist ein Spaziergang spätestens am zweiten Weihnachtstag seit Jahren ein dankbarer und zugleich kalorienfreier Programmpunkt meines alljährlichen Weihnachtstreibens.

Zweiter Weihnachtsfeiertag, Wetter herrlich, Sonne satt, entspannte Gassi-Runde mit Bodo durch die weihnachtliche Landschaft von Hüller Bach und Erzbahntrasse.

Die diesjährigen Einschränkungen, die ein jeder durch den unerwünschten Dauergast Namens Covid-19 ertragen musste, waren sowohl was die vorweihnachtliche Adventszeit als auch die weihnachtlichen Festtage betreffen omnipräsent. So gab es weder Glühwein noch Weihnachtsmarkt, die feuchtfröhlichen Weihnachtsfeiern ob auf der Arbeit oder im Verein mussten ausfallen, auch die Kirche am Heiligen Abend konnte in diesem Jahr nicht stattfinden und selbst das familiäre Miteinander wollte und musste den bestehenden Corona-Beschränkungen untergeordnet werden und fiel zum Großteil denselben schlussendlich zum Opfer. Unabhängig von der weihnachtlichen Enge und einem drohenden Koller zwingt es mich als Läufer spätestens nach den ersten beiden Tagen der weihnachtlichen Mast nicht nur zur Bewahrung des familiären Weihnachtsfriedens raus in die Landschaft. Da mein Bruder in diesem Jahr am zweiten Weihnachtsfeiertag arbeiten musste, mit Bodo aber dennoch Gassi gegangen werden musste, war meine läuferische Weihnachtsrunde schon frühzeitig gesichert. Und Bodos Gassi-Runde wartete unmittelbar nach Verlassen der Haustür mit einer kleine weihnachtlichen Überraschung.

Weihnachten und Kirche zu Zeiten von Corona [BILD: 26.12.2020].

Schon aus der Entfernung waren an einer vor dem Eingangsportal der evangelischen Kirche an der Wittenbergstraße gespannten Wäscheleine dort hängende weiße und rosafarbene Briefumschläge zu sehen. Vor dem Kirchentor aus Holz hing außerdem ein Schild der Kirchengemeinde Wanne-Eickel Bezirk Röhlinghausen, das Jedem eine frohe Weihnacht wünscht und dazu einlädt, sich einen der Umschläge mitzunehmen. Wörtlich heißt es: „Gerne dürfen Sie sich einen Umschlag mitnehmen. Frohe Weihnachten wünscht die Evangelische Kirchengemeinde Wanne-Eickel, Bezirk Röhlinghausen.“ Zu dem Zeitpunkt wusste ich zwar noch nicht, was es mit dem Umschlag auf sich hat, aber ich komme der Aufforderung unmittelbar nach, nehme mir einen weißen Umschlag von der Wäscheleine und packe ihn ungeöffnet in den Laufrucksack. An den vielen bunten Wäscheklammern, die sich umschlaglos an der Leine befunden hatten, war zu erkennen, dass das bisherige Interesse an dem kirchlichen Angebot recht groß gewesen sein musste und anscheinend schon einige Briefe mit nach Hause genommen wurden.

„Gerne dürfen Sie sich einen Umschlag mitnehmen. Frohe Weihnachten wünscht die Evangelische Kirchengemeinde Wanne-Eickel, Bezirk Röhlinghausen.“ [BILD: 26.12.2020].

Nachdem ich Bodo nach der 10km-Runde durch die heimatliche Landschaft wieder an seiner Homebase abgelieferte hatte und selbst zu Hause angekommen war, erklärte sich mir nach Öffnen des Umschlags der Grund für die Weihnachtsaktion der Kirchengemeinde. Da alle Gottesdienste aufgrund der geltenden Pandemie-Gesetzgebung und der daraus resultierten Beschränkungen nicht in Gemeinschaft gefeiert werden durften, hatten die Kirchen nach alternativen Angeboten gesucht, um den Fokus zumindest kurzzeitig auf das eigentlich Wichtige zu Weihnachten zu lenken – nein, im kommerzielle Massenkonsum liegt nicht der Ursprung für dieses christliche Fest – der wahre Grund für die weihnachtlichen Feierlichkeiten, ist vielmehr die Geburt Jesus Christus. Der Weg über die Briefumschläge, um einige Gmeindemitglieder trotz bestehender Beschränkungen zu erreichen, war für viele Gläubige ein willkommenes Angebot der Kirchen, um in Zeiten der Corona-Absurditäten zumindest ein wenig weihnachtliche Normalität zu erleben, und aus meiner Sicht war das Ganze eine mehr als gelungene Aktion!

Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids- Lukas 2, 10-11. [BILD: 26.12.2020].

Zusammenfassend bleibt noch zu sagen:
Dieses Weihnachtsfest war zwar in vielerlei Hinsicht anders, aber unter dem Strich den Umständen entsprechend dann doch irgendwie für Weihnachten angemessen. Auch wenn etwas mehr Normalität 2021 dann gerne wieder eingekehrt sein dürfte. Naja, wie auch immer – meine Jahresdosis religiöser Auseinandersetzung mit der Kernbotschaft des weihnachtlichen Festes habe ich dank dieser Kirchenaktion zumindest erhalten können.


Kurioses aus der Landschaft: Pottsteine – kein Meisterwerk, aber schön bunt und phantasievoll

Mittig platziert auf einem Grenzstein an der Thyssenhalde im NSG Berghalde Pluto-Wilhelm unmittelbar neben der Erzbahntrasse sprang mir dieses Exemplar von Pottstein schon aus der Entfernung ins Auge. An dem sowieso schon herrlich-sonnigen Dezembertag ging für mich ein zweites Mal die Sonne auf. Das künstlerische Potential ist zwar zugegebenermaßen noch ausbaufähig, aber dem Künstler darf zumindest attestieren werden, dass er sich bei der farbenfrohen Gestaltung durchaus Mühe gegeben hat.

Vorder- und Rückseite des Ende Dezember an der Erzbahntrasse gefundenen Pottsteins
[BILD 22. Dez 2020].

Interpretation von Pottsteinen als eine Variante des Rorschach-Tests?!

Der Stein ist von der einen Seite weißgrundiert, die andere Seite ist phantasievoll und bunt gestaltet. Neben einer eindeutig zu erkennenden Sonne, etwas Wiese und einem Gesicht lässt sich über die Intention des Erschaffers wohl wieder nur mutmaßen. Da sich die Interpretation fremder Pottsteine wohl auch als abgeänderte Variante eines * Rorschach-Tests zur tiefenpsychologischen Persönlichkeitsanalyse verwenden ließe, halte ich mich an dieser Stelle jetzt mal dezent zurück.

Ausschnitte meines tiefenpsychologisches Profils

Falls ich dem Bild einen Namen geben müsste, würde ich es wohl mit „Sonnetanken“ beschreiben wollen. Denn es scheint mir so, als würde das Strichmännchen, die Sonnenstrahlen mit einem Gefäß auffangen wollen? Vielleicht könnte man es auch als die bildhafte Umschreibung einer Photovoltaik-Anlage, oder eine Nutzungsform von Sonnenenergie deuten?! Wie ihr seht, ist der Phantasie bei der Interpretation keine Grenzen gesetzt.

* Kurz erklärt: Der Rorschach-Test ist u.a. auch als Tintenklecks-Test bekannt und stellt ein einfaches psycho-diagnostisches Verfahren dar, wobei die Gültigkeit des Tests durchaus umstritten ist.

Die Elefantenstatue vor der ZOOM-Erlebniswelt in Gelsenkirchen – ein für die Auswilderung eines gefundenen Pottsteins ideale Stelle [BILD 22. Dez. 2020].

Auswilderung an exponiert-prominenter Stelle

Letztendlich hatte der Fund des Pottsteins auch einen direkten Einfluss auf mein Training. Denn dadurch, dass ich den Stein an einer exponiert-prominenten Stelle wieder auswildern wollte, kam es zu einer unplanmäßigen Verlängerung der Laufstrecke. Als geeignete Stelle kam mir – warum auch immer – die Elefantenstatue an der ZOOM-Erlebniswelt in den Sinn. An diesem öffentlichen Ort konnte man davon ausgehen, dass der Pottstein trotz der CORONA-bedingten Schließung des ZOOMs von Irgendjemandem zeitnah entdeckt werden wird, der beabsichtigt, sich die Elefantenstatue aus der Nähe anzugucken und sich hoffentlich dann, genauso wie ich es getan habe, über den Fund des farbenfrohen Kunstwerks freuen wird, und den Stein im Idealfall weiterwandern lässt.


Kurioses aus der Landschaft: Hidden Stones – nicht immer kunstvoll

Von HER-Steine bis Pottsteine

Der letzte auf einer meiner Laufrunden durch die Landschaft gefundene POTTSTEIN war einmal mehr aus der Kategorie wenig kunstvoll. Was auf der weißgrundierten Steinseite zu sehen sein soll, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Meine Interpretationen der eher lieblosen Gestaltung reichen von einem Spinnentier bis zur doppelten Sonne, und mit ganz viel Fantasie lässt sich vielleicht noch das CORONA-Virus erkennen, womit sogar ein tagesaktueller Bezug zum Pandemiethema gegeben sein würde. Welche Gedanken dem Künstler bei der Schaffung inspiriert haben oder ob man sich überhaupt tiefergehende Gedanken gemacht hat, das weiß nur der Künstler selbst. Ich gehe davon aus, dass er oder sie entweder noch ganz am Anfang des künstlerischen Tuns steht oder es sich aber um einen Vertreter einer infantil-abstrakten Kunstform handelt, die beabsichtigt, dem Betrachter möglichst viel Spielraum zur individuellen Interpretation zu gewähren.

Der Pottstein, den ich Ende November auf Höhe der Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen gefunden habe, hat meinen Geschmack nicht wirklich getroffen [BILD: Nov. 2020].

Auch was es mit dem 5/20 auf der Rückseite auf sich hat, lässt sich abschließend nicht klären. Das 5/20 könnte dafür stehen, dass das Kunstwerk im Mai entstanden ist. Denkbar wäre aber auch, dass es sich um eine Seriennummer handelt, aber so wie beim Motiv kennt nur der Künstler die wahre Bedeutung des Zahlencodes. Da mir der Stein nicht zugesagt hat, habe ich ihn zehn Meter weiter, nachdem die Belegfotos gemacht waren, wieder in exponierter Position am Geländer der Trassenbrücke „ausgewilder“. Damit zeigt sich, dass ein solch wenig gefälliger Stein zumindest für den Versteckenden den Vorteil hat, dass er vom Finder eher nicht behalten werden wird.


Kurioses aus der Landschaft: betörende Topfpflanze auf der Becker Deponie in Günnigfeld

Es liegt was in der Luft, ein ganz besonderer Duft…

Beim Laufen fernab des Hauptweges auf der ruhenden Becker Deponie habe ich wohl eine meiner bisher kuriosesten botanischen Entdeckung des Jahres gemacht. Neben Brombeersträuchern wird die Vegetation im oberen Bereich der Halde vor allem von Schmetterlingsflieder dominiert, weshalb die Ruderalfläche für Beobachtungen von Admiral, Tagpfauenauge und Schwalbenschwanz geradezu prädestiniert ist. Doch weder Brombeerstrauch noch Schmetterlingsflieder waren der Grund für mein botanisches Erstaunen. Erstaunt war ich vielmehr deshalb, weil sich eingebettet in eine kleine Gruppe von Schmetterlingsfliedern ein grauer Blumentopf samt Pflanze befunden hatte.

Topfpflanze im Blumentopf unter freiem Himmel in einem entlegenen Bereich einer wenigstark frequentierten ehemaligen Deponie? Das muss doch stinken?! [BILD: 27.11.2020].

Sherlock im Grünen – im Zweifelsfall war es immer der Gärtner

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Kurioses aus der Landschaft: Geocache X im NSG Blumenkamp

Jubiläum – die 10 ist voll! Und ich bin mir sicher, dass in nächster Zeit noch der ein oder andere Cache folgen wird, wobei bei der heutigen Entdeckung noch mehr Zufall im Spiel war, als es bei den vorherigen Nebenbei-Entdeckungen der Fall gewesen ist.

Wenn ich auf einer Laufrunde durch die heimische Landschaft aus Günnigfeld kommend am NSG Blumenkamp vorbeilaufe, nutze ich grundsätzlich den schmalen-trailigen Trampelpfad, der sich seitlich am Fahrbahndamm mit dem festverbauten Amphibien-Leitsystem entlangschlängelt. Die Unebenheiten des Untergrundes erfordern ein erhöhtes Maß an Konzentration und Koordination, wodurch sich im Vergleich zum überwiegend monotonen Geradeaus-auf-Asphalt-Laufen andere Trainingsreize ergeben.

Zudem hat man aus dieser tiefen Position eine andere Perspektive auf die Umgebung, sodass man Dinge wahrnimmt, die einem sonst verborgen bleiben. So wie beispielsweise irgendwelche Veränderungen oder die Schieflage eines Nadelbaums, der längere Zeit in Richtung Fahrbahndamm wegzuknicken drohte. Ein anderes Mal bescherte mir diese Streckenwahl aber auch einen wahren Schreckmoment, als ich beinahe auf eine tote Katze getreten wäre, die dort augenscheinlich zum Opfer des Straßenverkehrs wurde.

Das Unbekannte Standobjekt (USO) – ein Kandidat für die Top-3 der bisherigen Cache-Skurrilitäten

Das bunte PVC-Rohr im Gehölz des NSG Blumenkamp – Skurrilitäten aus der Landschaft [Nov. 2020].
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Kurioses aus der Landschaft: Geocache IX – No. 4 aus Bochum-Hordel

Kaum lichtet sich das Blattwerk von Baum und Busch, fällt auch die natürliche Tarnung der in der Landschaft versteckten Caches, wodurch sie jedem, der aufmerksam durch die Natur streift, regelrecht ins Auge springen. Nachdem ich in den vergangenen zwei Wochen aufgrund der im Bereich des NSG Blumenkamp gemachten Pilzbeobachtungen mehrmals im kleinen Birkenhain gewesen bin und schon zwei Caches entdeckt hatte, wurde ich schon heute wieder fündig.

Der heutige Cache befindet sich in einem Gebüsch in unmittelbarer Nähe zum Tennisverein TC Grün-Weiß Bochum und damit unweit der anderen drei Caches (Nr. 1; Nr. 2 und Nr. 3), die ich in der Gegend gefunden habe. Das dunkle Vogelhauskonstrukt hängt auch dies Mal wieder an einer Birke und da Bauweise, verwendetes Material und Sicherung ziemlich ähnlich scheinen, ist davon auszugehen, dass es sich um einen weiteren Cache des Multicaches handelt.

Neu bei dem heutigen Cache ist in jedem Fall die Tatsache, dass in einem Baum drei bis vier Meter gegenüber der Vogelhausattrappe eine mit Klebeband im Tarnfleck-Design getarnte Tupper-Dose hängt. Dass die Box zum Spiel gehört, ist an dem offiziellen Aufkleber ersichtlich. Wobei machen zwei Caches an einem Ort Sinn? Das wäre natürlich möglich, allerdings gehe ich eher davon aus, dass es sich hierbei um eine Art Belohnungsbox handelt, aus der sich jeder Spieler nach erfolgreichen Durchspielen des Multicache sein Souvenir nehmen darf.

Warum sich die Box nicht mit im Vogelhaus befindet, erklärt sich mir allerdings auch nicht. Da die Box im Gegensatz zu den entdeckten Vogelhausattrappen nicht mit einem Zahlenschloss gesichert ist, konnte ich meiner Neugierde nachgeben und die Box öffnen. In der Box befindet sich eine Plastiktüte mit 2D-Holzpokalen, auf denen der Schriftzug „PROUD TO BE NERD“ steht.


Kurioses aus der Landschaft: Geocache VIII – No. 3 aus Bochum-Hordel

Und es geht Schlag auf Schlag. Erst in der Vorwoche hatte ich beim Durchlaufen des Birkenhains im NSG Blumenkamp in Bochum-Hordel die Entdeckung eines weiteren Geocaches gemacht. Beim neuerlichen Durchlaufen des Birkenhains erblickte ich das mittlerweile bekannte Setting eines relativ tief hängenden Vogelhauses, welches sich bei näherer Betrachtung alsbald als Cache herausstellen sollte.

Nicht nur die räumliche Nähe zu den beiden anderen Caches (Nr. 1 und Nr. 2), die ich bisher in Bochum-Hordel entdeckt habe, sondern auch die Bauweise und die verwendeten Materialien sprechen sehr stark dafür, dass diese insgesamt drei Caches zu einem Multicache gehören. Wieder ist das Kasteninnere mit einem Zahlenschloss geschützt und das Gesamtkonstrukt darüber hinaus mit einem Fahrradschloss am Baum vor Diebstahl gesichert.

Aus wie vielen Stationen (Caches) der Multicache insgesamt besteht, lässt sich anhand der Bauten nicht ableiten. Um die in unserem Bereich freigeschalteten Caches sehen zu können, bedürfte es eines Accounts bei einer der Geocaching-Plattformen. Doch bisher habe ich noch keinerlei Anlass dazu erkannt, mir einen solchen Account zuzulegen, was sich in Zukunft aber durchaus noch ändern kann.