Ein rätselhafter Markierungsstein

Beobachtung aus der Landschaft vom 22.08.2021

In der Vergangenheit bin ich unzählige Male an dem eher unscheinbaren Stein vorbeigelaufen. Auf einer meiner letzten Runden durch die Landschaft habe ich ihn nach all den Jahren bewusst wahrgenommen. Aber was hat es mit dem Stein auf sich? Die Bedeutung des Steins wollte sich mir nicht erklären. Grenzsteine, mit denen üblicherweise Grundstücke markiert werden, sehen anders aus und würden an dem Ort auch keinen Sinn ergeben. Denn der Stein befindet sich in einem dünnbesiedelten Bereich an der Hüller-Bach-Straße Ecke Im Zugfeld. Das Grundstück, an dem er steht, wird weder genutzt, noch ist es eingezäunt. Darüber hinaus liegt das nächste Wohnhaus im direkten Umfeld 50 Meter vom Standort des Steins entfernt. Damit die Entdeckung auf der restlichen Runde nicht wieder in Vergessenheit geraten konnte, war das obligatorische Erinnerungsfoto schnell gemacht.

Der Kabelmerkstein an der Hüller Bach Straße Ecke Im Zugefeld in Bochum Hordel [BILD 09.2021].

Die Informationssuche im Internet gestaltet sich schwierig, viele Informationen lassen sich nicht finden. Auf den Seiten eines Fernmeldeclubs (http://fernmeldeclub.de/kms.html) werde ich dann aber doch fündig. Auf den Seiten erfahre ich, dass es sich bei dem Stein um einen sogenannten „Kabelmerkstein“ handeln soll, der den Verlauf einer Kabeltrasse anzeigt. In stärker bebauten Gebieten wären permanente Fixpunkte wie beispielsweise markante Gebäude zur Orientierung bei der Einmessung der Kabeltrassen genutzt worden. Die Initialen BP, die noch gut auf dem Stein zu lesen sind, stehen demnach für Bundespost, dem früheren dafür verantwortlichen Staatskonzern, der Mitte der 90er Jahre privatisiert wurde.

Inwieweit es sich bei dem Stein um ein kultur-historisches Relikt handelt oder ob der Stein auch heute noch eine Funktion erfüllt, lässt sich nicht sagen. Die starke Verwitterung des Steins spricht in jeden Fall dafür, dass der Stein schon ein paar Jahrzehnte unbeachtet am Wegesrand stand und sicherlich noch einige Jahrzehnte mehr dort stehen wird?!


Gecoverte NAZIPROPAGANDA

Neues aus der Sticker-Landschaft

Beobachtung aus der Landschaft vom 18.08.2021

Nach einem erheiternden satirischen Sticker vom Tierschutzbüro war der Sticker, der auf das Problem des Catcalling aufmerksam gemacht hatte, vor allem informativ. Der Sticker, um den es in diesem Beitrag gehen wird, unterscheidet sich von den bisher entdeckten dadurch, dass es primär nicht um die Verbreitung einer Botschaft geht, sondern die Verbreitung einer zuvor geklebten braunen Parole unterbunden werden soll. Der Lauf durch die Landschaft von Erzbahntrasse und Hüller Bach führte mich dieses Mal unter Anderem entlang der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen. An der Ostpreußenstraße auf Höhe der kleinen Straße Hinter-Brehmers-Hof wurde ich auf einen roten Aufkleber aufmerksam, der gleich an mehreren Laternen klebte und mir aufgrund seiner Signalfarbe regelrecht ins Auge sprang. Bei näherer Betrachtung stellte ich fest, dass es sich hierbei um das Überkleben von „NAZIPROPAGANDA“ handelte, wie es auf dem Aufkleber zu lesen ist.

HIER WURDE NAZIPROPAGANDA ÜBERKLEBT! [BILD 18.08.2021].
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Geklebte Botschaft zu Sexismus & Catcalling

Beobachtung aus der Landschaft vom 06.09.2021

Plakaten, Graffitis und Stickern nicht immer kunstvoll aber teilweise auch mit politischen und gesellschaftskritischen Botschaften begegnet man beim Durchlaufen der Landschaft in letzter Zeit immer häufiger. Voraussetzung für das Entdecken ist, dass man mit offenen Augen durch die Gegend läuft, um die oftmals versteckten Botschaften aktiv und bewusst wahrnehmen zu können. Und genauso war es auch mit dem neuentdeckten Sticker, der das Thema Sexismus thematisiert und auf das Problem des „Catcalling“ aufmerksam machen möchte. Zugegebenermaßen zwei Begrifflichkeiten mit denen ich mich bisher nicht auseinandergesetzt habe und es auch nur oberflächlich tun werde.

Nur Pfeifen pfeifen Frauen hinterher. Gemeinsam gegen Catcalling. [FOTO 06.09.2021].
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Botschaft an den Scherendieb in Mitten eines Waldgebietes in Bochum-Günnigfeld

Neues aus dem Schilderwald – Schilder im Wald

Die gestrige Runde führte mich unter anderem über das Gelände hinter dem Wertstoffhof an der Blücherstraße in BO-Wattenscheid. Nach der Downhill-Passage blieb ich an diesem Schild stehen. Da mir die Hintergründe des Appells nicht bekannt waren, erklärte sich mir die Sinnhaftigkeit der Aktion nicht. Aber warum schreibt jemand an einen unbekannten „Mitnehmer“ einer Gartenschere ein solches Schild? Was verspricht man sich von der Aktion? Ja, klar, dass man seine Gartenschere zurückbekommt, aber ist das wahrscheinlich?!

Mysteriöse Botschaft an den unbekannten Scheren-Mitnehmer [BILD 03.08.2021].
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News aus dem Schilderwald – Teddy vermisst!

Vermisstenanzeige mit gesteigertem Schmunzelfaktor: Entdeckt an diversen Stellen im Bereich des Eickeler Volksgartens in Herne-Eickel.

Während der Ortsbegehung zur Begutachtung der Maßnahmen, die von der Unteren Naturschutzbehörde im Rahmen der artenschutzgerechten Anpassung der prekären Gully-Situation im Eickeler Park durchgeführt wurden, begegnete mir gleich an mehreren Stellen im Umfeld des städtischer Grünanlage der Hilferuf einer besorgten Mutter in Form dieses Aushanges.

WANTED: Gesucht wird das rosafarbene Kuschelteddybärchen! Aushang gesehen an mehreren Stellen im Bereich des Eickeler Volksgartens in Herne-Eickel. [BILD: Mitte März 2021].

Wie der liebevollgestalteten „Vermisstenanzeige“ zu entnehmen war, ist dem Nachwuchs beim letzten Spaziergang im Park sein rosa Frotteeeinschlaf-Bärchen aus dem Kinderwagen gefallen. Mit dieser Suchaktion versucht die verzweifelte Mama nun das geliebte Stofftierchen ihres Nachwuchses nach vergeblicher Suche doch noch wieder zu finden. Für den ehrlichen Finder wird passenderweise dann auch noch eine Tüte Gummibärchen als Finderlohn ausgelobt. Mutter und Kind bleibt zu wünschen, dass das heißgeliebte rosa Kuscheltier mittlerweile wieder aufgetaucht ist oder aber, dass zeitnah eine geeignete Kuschelalternative als Einschlafhilfe gefunden werden konnte. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des gesuchten Gegenstandes dienlich sind, nutzen sie bitte das Kontaktformular oder schreiben Sie mir eine E-Mail.


Beobachtung aus der Landschaft – die Werner Lorke-Gedächtnis-Plakette am NSG Blumenkamp im Bochumer Norden

Neues aus dem Schilderwald

An einer recht starkfrequentierten Umgehungsstraße an der Bochumer Stadtgrenze zu Herne und Gelsenkirchen befindet sich versteckt hinter Bäumen und Sträuchern eine aus Weihern und Tümpeln bestehende Landschaft, die zu Bochums kleinstem Naturschutzgebiet gehört und die man an dieser Stelle so wohl eher nicht erwartet hätte.

Das Naturschutzgebiet „Am Blumenkamp“

Zwischen den beiden Bochumer Ortsteilen Hordel und Günnigfeld, unmittelbar am Fuße der Erzbahntrasse befindet sich ein wahres Refugium für seltene Pflanzen und Tiere. Das Bochumer Naturschutzgebiet ist auf natürliche Weise durch Bergsenkung entstanden und misst gerade einmal 3,7 Hektar, was einer Fläche von knapp vier Fußballplätzen entspricht. Das Feuchtbiotop setzt sich aus mehreren voneinander getrennten Tümpeln und Weihern zusammen und verfügt über ein vielfältiges Angebot verschiedenster ökologischer Nischen, die vor allem in urbanen Ballungsräumen zunehmend seltener werden oder längst fehlen.

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Kurioses aus der Landschaft: Schnitzeljagd durch den Landschaftspark Pluto V – Regenbogen-Ralley

Fester Bestandteil auf Freizeiten in der Kinder- und Jugendarbeit oder spaßbringender Programmpunkt am Kindergeburtstag

Als mich meine Laufrunde Mitte Januar durch den Landschaftspark Pluto V in Wanne-Bickern führt, fallen mir sofort die mehr als ein Dutzend buntgestalteten und laminierten Zettel auf, die in 1,50 Meter Höhe an Bäumen und Sträuchern befestigt waren. Auf allen diesen Zetteln war ein Regenbogen abgebildet. Bei genauerem Hinsehen war linksunten darüber hinaus eine fortlaufende Zahl zu erkennen. Schnell war klar, dass es sich hierbei um eine Schnitzeljagd handelt. Bewegung, Spiel und Sport Draußen an der frischen Luft sind nicht nur in Zeiten von Corona ein wesentlicher Bestandteil institutioneller und privater Kinder-Bespaßung. So gut wie jeder von uns wird irgendwo und irgendwann schon einmal in den Genuss gekommen sein, an einer solchen Rallye durch die Natur teilgenommen zu haben.

[BILD: 13.02.2021, im LSG Pluto V, auf dem Damm der Erzbahntrasse in Herne].

Schnitzeljagd, Nachtwanderung, Schatzsuchen oder Geocaching sind im Prinzip Bezeichnungen für ein und dasselbe Spiel – auch bei der im LSG Röhlinghausen durchgeführten Regenbogen-Rallye handelt es sich um eine Variante der klassischen Schnitzeljagd […]

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Kurioses aus dem Schilderwald – Schilder im Wald – das PEFC-Zertifikat

Auf einer meiner Runden durch die Landschaft  – allerdings schon im Juli irgendwann, ist mir ein bis zu dem Zeitpunkt absolut unbekanntes Schild an einem Baum aufgefallen. Bei dem Baum, an das es hing, handelt es sich um einen abgestorbenen Baumstumpf, der in einem kleinen nicht forstwirtschaftlich genutzten Wald in Bochum­-Günnigfeld steht. Das Schild zeigt einen Specht und trägt den Schriftzug Biotopbaum sowie die Internet-Adresse http://www.PEFC.de. Da ich weder mit dem Schild noch mit der Organisation PEFC etwas anfangen konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als zu Hause Dr. Google um Rat zu fragen.

Das PEFC-Siegel an einem stehenden Totbaum in einem kleinen Waldstück in Bochum Günnigfeld.

Nach eigenen Angaben ist PEFC die weltweit größte unabhängige Organisation zur Sicherstellung und kontinuierlichen Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, die ökologische, soziale und ökonomische Standards gewährleisten will. Auf der offiziellen Homepage heißt es weiter, dass „PEFC garantiert, dass Holz- und Papierprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen“. Die PEFC beschreibt sich zudem als „größte Institution zur Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung“, was „durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem“ erreicht werden soll.

Das PEFC-Siegel an einem stehenden Totbaum in Bochum Günnigfeld, da deer Wald nicht forstwirtschaftlich genutzt wird, stellt sich mir die Frage, welchen Sinn das Schild hat?!

Wikipedia weiß, dass das PEFC ein weltweites Bündnis ist, das sich den höchsten Standards verpflichtet hat und zum Schutz der Biodiversität eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern anstrebt. PEFC steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ und bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie ein Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen). Biotopsbaum – dass Bäume grundsätzlich auch immer Biotope sind, da ja Biotop letztendlich nichts anderes als Lebensraum bedeutet, das hätte man wohl auch ohne ein Schild wissen können.


WEITERFÜHRENDE INFOS

https://pefc.de

https://www.haus.de/bauen/fsc-zertifizierung-und-pefc

https://www.wwf.de/2017/oktober/besseres-holz-fuer-den-bund


Neues aus dem landschaftlichen Schilderwald: Blühwiese im Tarnmodus

Beim Durchstreifen der Umgebung begegnet man immer mal wieder Schildern, die wenig bis keinen Sinn machen. Auch bei dieser Sichtung fragt man sich, wer diese Sinnlosigkeit wohl verzapft hat. Das Foto ist Anfang Juni entstanden, doch von blühenden Blumen oder summenden Insekten, so wie auf dem Schild angekündigt, ist weit und breit weder viel zu sehen noch zu hören. Bunt war auf dem Foto vor allem eins – nämlich das Schild selbst. Potentielle Erklärungsansätze für diesen Umstand lassen sich einige finden, diese sind jedoch reine Spekulation.

Brachfläche an der Osterfeldstraße im Bochum-Günnigfeld im Frühsommer 2020 – von der angekündigten Blühwiese ist weit und breit nichts zu sehen [BILD: 08.06.2020].

Denkbar wäre zum Beispiel, dass irgendeine Blitzbirne das Schild an der falschen Stelle aufgestellt hat oder irgendetwas anderes beim Anlegen der Blühwiese suboptimal gelaufen ist?! Möglicherweise war der ausgebrachte Samen zu alt, nicht mehr keimfähig oder wurde der Aussaattermin wurde verpasst?! Ist die Saat von Vögeln weggepickt worden oder war es bei der Aussaat zu trocken, aber müssten dann nicht zumindest irgendwelche blumigen Ansätze zu entdecken sein!? Denn im Gegensatz zur Blühwiese, die ich nebenbei während des Krötenzaunaufbaus im Rahmen einer Guerilla-Gardenig-Aktion auf runde 2,5 Quadratmeter angelegt hatte, blüht es schon seit Mitte Mai und das trotz niedriger Niederschlagwerte. Die Blütenvielfalt auf der Guerilla-Wiese reicht schon jetzt von Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia), Kornblume (Cyanus segetum), Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus) bis zur Färberkamille (Anthemis tinctoria) und diverse andere Pflanzen werden in den nächsten Wochen und Monaten hoffentlich noch folgen.

Meine Blühwiese vom 08.06.2020 im LSG Pluto V.

Fakt ist, dass dieser Flecken Erde auf der Brachfläche an der Osterfeldstraße nicht ansatzweise den Eindruck macht, sich in den nächsten Wochen zu einem farbenprächtigen Blühstreifen zu verwandeln. Allerdings wird sich die Stadt Bochum ja auch irgendwas bei der Installation des Schildes gedacht haben. Möglicherweise handelt es sich bei den gepflanzten Blumen, um zweijährige Staudenpflanzen, die erst im nächsten Jahr in Blüte stehen werden. Ich werde die Situation weiter im Auge behalten und sobald sich doch noch etwas Entscheidendes zur Bunten Vielfalt tun sollte, werde ich davon natürlich berichten.