Fischwilderei im LSG Röhlinghausen auch im Sommer 2021!

Die Indizien mehren sich, dass die idyllische Ruhe am Hochwasser-Auffangbecken auch in diesem Jahr wieder durch illegales Treiben von Wildanglern gestört wurde und wird. Schon bei der sporadischen Ortsbegehung Mitte Mai fanden sich eindeutige Beweise, die für neuerliche Wildangelaktivitäten in dem naturnahen Bereich der Technischen Anlage, die dem Hochwasserschutz am Hüller Bach dient, sprachen. Wobei sich das Ausmaß der Bereichsvermüllung zu dem frühen Zeitpunkt mit zwei kleinen Maisdosen und einer Bierflasche noch in einem tolerierbaren Rahmen hielt und absolut nicht mit dem Chaos des Vorjahres zu vergleichen war.

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Sommerliche Algenblüte nach planmäßiger Bereichsflutung

Beobachtung aus der Landschaft vom 22.07.2021

Eine Woche nach den Starkregenereignissen, die an diversen Stellen der Landschaft zwischen Erzbahntrasse und Hüller Bach zu Beeinträchtigungen geführt haben, konnten die meisten Schäden schon wieder behoben werden. Der umgekippte Baum am wiederbegrünten Sportplatz in Röhlinghausen, der den Durchgang versperrt hatte, wurde beseitigt. Die L639, die in Richtung Wanne-Eickel zwischenzeitlich unter Wasser gestanden hatte und in Folge dessen gesperrt werden musste, kann wieder in beide Richtungen befahren werden. An der zweispurigen Verbindungsstraße, die durch das LSG Pluto V verläuft, sprach einiges dafür, dass die Ursache für die Teilsperrung eine geplatzte Leitung gewesen ist.

Die kompakt-warbernde Algenschicht auf der Wasseroberfläche des Hochwasser-Auffangbeckens im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße [BILD 20.07.2021].
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Neue Seenlandschaft im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße

Beobachtungen aus der Landschaft vom 04.07.2021

Gewitter und anhaltender Dauerregen der vergangenen Tage haben dazu beigetragen, dass sich im LSG Röhlinghausen ein neuer See bilden konnte. Das neuentstandene Stehgewässer wird jedoch nicht von Dauer sein, denn die Freifläche im LSG Röhlinghausen stand auch in der Vergangenheit immer mal wieder unter Wasser. Dass dem so ist, ist keineswegs nur dem Wetter geschuldet, sondern Teil des Hochwasserschutzkonzeptes am Hüller Bach. Sobald am längsten Nebenfluss der Emscher ein kritisches Fassungsvermögen erreicht wird und auch die Kanalisation kein weiteres Wasser aufnehmen kann, so wie es bei Starkregenereignissen regelmäßig passiert, werden Teile der Wassermassen kontrolliert in die Bereiche der Hochwasserauffangbecken geleitet, wo sie sukzessive ins Erdreich versickern können.

Geflutetes Hochwasser-Auffangbecken an der Hofstraße [BILD: 04.07.2021]
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Satirische Botschaft am Laternenmast im LSG Röhlinghausen

Beobachtung aus der Landschaft vom 12.06.2021

Beim Deutschen Tierschutzbüro e.V. handelt es sich um eine 2013 gegründete Tierschutzorganisation, deren Ziel die Schaffung und der Erhalt von artgerechten Lebensbedingungen für Tiere ist. Erreicht werden soll dieses Ziel, in dem die Öffentlichkeit durch medienwirksame Protestaktionen über Missstände, die das Tierwohl betreffen, wie es in der Massentierhaltung Tag täglich der Fall ist, informiert und aufklärt. Zu den bekanntesten Protestaktionen zählen neben Nackt-Demonstrationen, die Erstürmung der Internationalen Grünen Woche in Berlin und die Blockade eines Bärengeheges im Berliner Zoo.

Echte Männer kümmern sich um Tiere, Schlappschwänze schießen auf sie.
www.tierschutzbuero.de [Bild Sommer 2021].

Die kleine Schwester der ALF

Überall dort, wo die aktuelle Gesetzgebung nicht ausreicht oder zu lasch ist, um das Tierwohl zu gewähren, versucht die Organisation den Finger in die Wunde zu legen und damit eine Debatte loszutreten. So hatten sich die Tierwohlaktivisten lange Zeit für die Abschaffung von Nerzfarmen in Deutschland eingesetzt, die Käfigmast von Kaninchen erfolgreich angeprangert, gegen die Billigfleisch-Offensive der Discounter protestiert, für ein generelles Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus gekämpft und vieles mehr. Dass die Organisation zur Anti-Jagd-Lobby zu zählen ist, lässt sich aus den Informationen von der Homepage nicht auf dem ersten Blick erkennen, wobei es bei der gegebenen thematischen Nähe durchaus naheliegend wäre. Wobei sich die Aktionen des Tierschutzbüros hinsichtlich der an den Tag gelegten Militanz von denen der ALF „Animal Liberation Front“ (Tierbefreiungsfront) dann doch nochmal erheblich unterscheiden.


Drei Wilde Müllkippen auf einen Streich

Beobachtung aus der Landschaft vom 22.06.2021

Vor einigen Tagen hatte ich auf einer meiner Runden durch die Landschaft noch darüber nachgedacht, wie lange es doch her ist, dass ich eine wilde Müllkippe melden musste. Denn abgesehen vom Ablageort an der Straße Hinter-Behmers-Hof in Gelsenkirchen, der ständig als illegaler Müllablageort missbraucht wird und bei dem ich es mittlerweile aufgegeben habe, jede neue Müllansammlung zu melden, liegt die letzte Meldung auf Herner Stadtgebiet knapp vier Monate zurück. Es war im Grunde auch nur eine Frage der Zeit, bis das asoziale Verhalten einiger Weniger wieder zu Tage tritt und diese Zeit ist mit den heutigen Beobachtungen abgelaufen. Denn auch wenn es gefühlt weniger geworden ist, ändern sich manche Dinge dann eben doch nicht!

(1) Nebenbei auf die Schnelle asozial den Keller entrümpelt

Allerlei kaputtes Zeugs abgestellt im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße unmittelbar vor der kleinen Berghalde [BILD: 22.06.2021].

Die eine der drei wilden Müllkippen befindet sich direkt an der Zufahrtsperre der kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen. Der abgeladene Müll ist nicht wirklich umfangreich und darüber hinaus „sauber“. Er besteht aus zwei defekten Kinder-Tretrollern, zwei kaputten Stühlen sowie irgendwelchen Holzreste bzw. Zierleisten von einem Schrank oder einer Küche. Hier hat wohl jemand auf die Schnelle seinen Garten für das EM-Spiel Deutschland gegen Portugal fit gemacht und sich die 5€ Müllgebühren gespart. Vielleicht sollten man nach Abschluss der Bauarbeiten im Rahmen der Renaturierung des Hüller Bachs auch an dieser Stelle mal drüber nachdenken, auch diesen Bereich mit Hilfe eines Pollers für PKWs unzugänglich zu machen. Die Errichtung der Sperren aus den massiven Steinblöcken, um die Zufahrt auf die kleine Berghalde zu unterbinden, war bisher in jedem Fall ein voller Erfolg! In der Folge ist es im Haldenbereich zu keinen größeren Müllentsorgungen mehr gekommen.

(2) Mit verschlossener Schranke wäre der Bereich nicht erreichbar?!

Illegal abgeladen im eigentlich abgesperrten Bereich der Hochwasserauffangbecken im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße [BILD: 22.06.2021].

Ebenfalls auf der gestrigen Runde habe ich mehrere Müllsäcke bemerkt, die im eigentlich beschrankten Bereich der Hochwasserauffangbecken in den Deichbereich geworfen wurden. Es ist davon ausgehen, dass man mit dem Auto in den Bereich gefahren ist, um die Säcke unbemerkt abzuladen. Dem Geruch nach zu urteilen, handelt es sich um mittlerweile verdorbene Lebensmittel. In einem Sack, der wie es scheint beim Entladen aufgeplatzt ist, sind Kleidungssachen zu erkennen, die sich am Hangbereich großflächig verteilt haben. Hätte man die vorhandene Schranke geschlossen, hätte das Befahren des Bereichs unterbunden werden können. Verhindern können, hätte man damit auch, dass der Müll illegal an der relativ schwer zugänglichen Stelle abgeladen worden wäre. In Zukunft sollten die Baustellenverantwortlichen vielleicht vermehrt darauf achten, dass wenn am Wochenende keine Baumaßnahmen in dem Bereich durchgeführt werden müssen, dass der Bereich des Landschaftsschutzgebietes auch mit der vorhandenen Beschrankung ordnungsgemäß gesichert ist.

(3.) Nicht nur abgestellt, gleich auch noch versteckt?!

Zwei alte Kühlschränke illegal entsorgt am Aufgang zur Erzbahntrasse unmittelbar an der Stadtgrenze von Herne zu Gelsenkirchen [BILD: 22.06.2021].

Alle guten Dinge sind drei sagt die Redewendung, doch was Gutes kann ich am an den Tag gelegten Verhalten beim besten Willen nicht erkennen. Und zwar befinden sich zwei alte Kühlschränke hinter bzw. an dem Container mit dem Wasser-Aufbereitungssystem – dessen Funktionsweise ich bis heute noch nicht wirklich durchblicke, durch das aber das im Rahmen der Hüller-Bach-Renaturierung abgepumpte Grundwasser durchgeleitet wird. Während Müllkippe 1 und 2 definitiv erst in den letzten Tagen verursacht worden sind, bin ich mir bei den Kühlschränken aufgrund der Wuchshöhe der umliegenden Vegetation dahingehend nicht so sicher. Die beiden Kühlschränke könnten durchaus schon ein Weilchen dort liegen? Der Ablageort befindet sich linksseitig unmittelbar am Aufgang zur Erzbahntrasse am LSG Pluto V an der Gelsenkirchener Straße. Inwieweit RVR oder Stadt für den Bereich und damit für die Entsorgung verantwortlich sind, will ich nicht beurteilen.

Technische Probleme verhindern eine zeitnahe Meldung via App

Da ich aktuell aus mir unerklärlichen Gründen außer auf dem Handy kein Internet-Zugang habe und der Telekom-Techniker auch erst am Dienstag Zeit gefunden hat, um nach dem DSL-Problem zu suchen, werden die Müllkippen wahrscheinlich schon gemeldet worden sein und möglicherweise auch schon abgeholt worden sein. Sollte eine dieser drei Müllkippen bis Dienstagnachmittag allerdings weiterhin in der Landschaft liegen, werde ich die Beobachtung via Melde-App der Stadt Herne nachmelden.

* da sich an der Situation auch am Dienstag 22.06.2021 nichts geändert hatte, wurden die illegalen Müllablagerungen ordnungsgemäß via Melde-App der Stadt Herne gemeldet!


Mit biochemischen Duftstoffen gezielt gegen die behaarten Spinner

Beobachtung vom 31.05.2021 – unterwegs am ZOOM in Gelsenkirchen

Der Eichenprozessionsspinner (ESP; Thaumetopoea processionea) ist in den letzten Jahren zunehmend zum Problem geworden, das den Kommunen Sorgen bereitet und durch die hohe Kosten Löcher in die Stadtkassen frisst. Reaktive Maßnahmen, die das Problem  erst dann angehen, wenn eine potentiell Gefahr für die Bevölkerung besteht, gibt es zu Genüge. Neben dem aus ökologischer Sicht fragwürdigen Einsatz von Pestiziden oder der aufwendigen und deshalb kostenintensiven mechanischen Entfernung mittels Hubwagen und Absaugens sind in den letzten Jahren alternative Maßnahmen in den Mittelpunkt des Interesses der ESP-Abwehr gerückt. Welche dieser Maßnahmen in welcher Situation zum Einsatz kommt, hängt grundsätzlich davon ab, ob präventiv oder reaktiv, gehandelt werden soll.

Ein mit Eichen-Prozessionsspinnern befallener Eichenbaum im LSG Röhlinghausen [Sommer 2020].

Rückblick: Die vorjährige EPS-Situation

Auch im LSG Röhlinghausen war es im letzten Jahr zu einer Invasion der haarigen Gesellen gekommen. Auf der kleinen Berghalde waren in den Sommermonaten ein Dutzend Eichen von ihnen befallen.  Von einem neuerlichen ESP-Befall ist bisher auf der kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen noch nichts zu sehen. Die im letzten Jahr angebrachten Warnschilder sind noch deutlich lesbar, auch wenn die Farben so langsam aber sicher ausbleichen. Ein Austausch der Warnschilder wird aber wohl erst im nächsten Jahr notwendig werden! Möglicherweise ist das diesjährige Jahr mit dem Dauerregen im Frühjahr und dem massiven Niederschlag während des kompletten Julis eher suboptimal für die Verbreitung des ESP und das LSG Röhlinghausen bleibt in diesem Jahr verschont.

Zwei Eichen-Prozessionsspinnern auf ihrem Gespinst an einem befallenen Eichenbaum im LSG Röhlinghausen [Sommer 2020].

Mit intelligenten BC-Präzisionswaffen gegen den EPS-Befall

Auf einer meiner letzten Runde durch die Landschaft habe ich an Eichenbäumen im direkten Umfeld der Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen eine bis zu dem Zeitpunkt noch nicht beobachtete Konstruktion beobachtet. Da es sich bei den Bäumen mit dem Plastikring und dem Sack eindeutig um Eichen handelte, war schnell klar, dass es sich hierbei um irgendeine Maßnahme gegen den ESP handeln wird. Augenscheinlich handelt es sich um eine Maßnahme, die zu den proaktiven Maßnahmen zu zählen ist, da sie die Raupen zu einem frühen Entwicklungszeitpunkt bekämpfen soll, zu einem Zeitpunkt bevor die Raupen ihre für den Menschen und vor allem für Allergiker gefährlichen Brennhaare ausgebildet haben.

[BILD 31.05.2021].

Bekämpfung durch Stärkung natürlicher Feinde ein probates Mittel

Die Recherche am heimischen PC bestätigte meine Vermutung allerdings nur zum Teil. Bei den beobachteten Konstruktionen handelt es sich zwar tatsächlich um Pheromon-Fallen, aber die Fallen zielen entgegen meiner Annahme nicht auf die Beseitigung der EPS ab, sondern mit ihnen werden Informationen über das Ausmaß der Verbreitung und über das Ausmaß des damit drohenden Befalls gewonnen. Und erst wenn diese Informationen vorliegen, sind die weiteren Schritte der EPS-Bekämpfung planbar. Statt biochemischen Insektiziden, die oftmals auch anderen Insekten und deren Räubern zum Verhängnis werden, kommen bei der Bekämpfung des ESP immer häufiger biologische „Kampfmittel“ wie beispielsweise Nematoden (Fadenwürmer) zum Einsatz. Wobei die Fadenwürmer in dem Fall nur als Vektor für das Bakterium fungieren, um ins Raupeninnere zu gelangen.


Mai-NEWS aus dem LSG Röhlinghausen an der Hofstraße in Herne

(1) Zwischenfazit der Baumaßnahmen zur Kanalisierung des Hüller Bachs

Die Baumaßnahen im Rahmen der Renaturierung des Hüller Bachs schreiten weiter voran. Im Bereich des LSG Röhlinghausen lassen die Bauaktivitäten schon seit Wochen nach. Die Karawane scheint weiter flussaufwärts in Richtung Bochum-Hordel gezogen zu sein. Der Großteil des Baumaschinenfuhrparks und die Unmengen an Baumaterialien, die zwischenzeitlich hier deponiert waren, sind aus dem Landschaftsbild verschwunden. Auch der Bau der beiden Gebäude scheint abgeschlossen. In den letzten Tagen wurden vor allem Massen von Erdreich bewegt und das Areal strukturell gestaltet. Terraforming-XXL beschreibt diese Aktivitäten wohl am besten.

Zugang zur Kanalsisation am Ende der Retentionsfläche im LSG Röhlinghausen [Mai 2021].

Außerdem wurde auf einem knapp 50 Meter langen Flussabschnitt der Deich des Hüller Bachs einseitig abgesenkt. Sollte es zukünftig in Folge von Starkregenereignissen zu einem übermäßigen Ansteigen des Hüller Bachs kommen, haben die Wassermassen nun noch mehr Fläche, um in diesem Bereich kontrolliert über die Ufer treten zu können. Neben der temporären Speicherfunktion konnte mit der Maßnahme auch die Versickerungsfläche vergrößert werden.

Entfernung des Deichs damit die Retentionsfläche kontrolliert geflutet werden kann [BILD Mai 2021].

Das Containerdorf, welches im letzten Sommer unmittelbar hinter dem Tierheim stand, steht dort seit einiger Zeit nicht mehr. Das Rohrleitungssystem, welches das abgepumpte Grundwasser in die beiden Auffangbecken zurückgepumpt hatte, ist ebenfalls demontiert. Und die mobilen Baustellenzäune wurden mittlerweile durch festinstallierte Zäune ersetzt. Auch auf der zweiten Baustelle im LSG Röhlinghausen, im Bereich zwischen Reiterhof und Bahngleise stehen die Gebäude kurz vor der Fertigstellung. Lange kann es also nicht mehr dauern, bis endlich wieder Ruhe ins LSG Röhlinghausen einkehren wird.

Blick auf die Baustelle von der Hofstraße aus [Mai 2021].

(2) Wildfischerei im LSG Röhlinghausen

Das leidige Problem der Wildangler im LSG Röhlinghausen ist in diesem Jahr bisher noch nicht in der Art aufgekommen, wie es im letzten Jahr der Fall gewesen ist. Vereinzelte Bierflaschen und eine frische Feuerstelle sind bis jetzt jedoch noch keine alarmierenden Indizien, dass der Bereich vermehrt zum illegalen Angeln missbraucht werden würde.

Mit Mais und Speisekartoffeln lassen sich Friedfisch wie Rotaugen, Rotfeder, Brassen und Karpfen fangen. Letztere gibt es im LSG Röhlinghausen zahlreich [Bild: Sommer 2020].

Erste Anzeichen sprechen aber dafür, dass die asozialen Akteure des Vorjahres zurück an den Tatort gekommen sind. Aus diesem Grund muss die Situation unbedingt weiter im Auge behalten werden, denn der Sommer ist noch lang und die letzten Wochen waren wettertechnisch vor allem geprägt von viel Niederschlag und ungemütlichen Temperaturen.


(Und die Befürchtungen sollten sich schon bald bestätigen!)

Zwei tote Gelbwangen-Schmuckschildkröten im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße

Beobachtung aus dem LSG Röhlinghausen vom 29.05.2021

Verendeten Tieren begegnet man auch in den Breiten des urbaneren Ruhrgebiets immer mal wieder. Zumeist handelt es sich um Tiere, die Opfer des Straßenverkehrs wurden. So war es sowohl bei dem Totfund eines Fuchs als auch bei der toten Hauskatze. Der Anblick einer toten Schildkröte ist dahingehend dann aber doch ein eher seltener Anblick. Erst recht, wenn es gleich zwei Tiere sind und es sich bei den Schildkröten um hier nicht heimische Gelbwangenschildkröten handelt.

Drei Gelbwangen-Schildkröten beim Sonnenbaden im Hochwasser-Auffangbecken im LSG Röhlinghausen in Herne [Bild 2020].
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Beobachtung aus der Landschaft – Wasser marsch im LSG Röhlinghausen

Arbeiten am Hüller Bach im Rahmen der Emscher-Renaturierung führen zu einer saisonal-atypischen Austrocknung angrenzender Feuchtbiotope. Auch im LSG Röhlinghausen wird im Frühjahr 2021 zum Schutz der dort laichenden Amphibien eine Refill-Aktion des Gewässerbiotops notwendig!

In den zurückliegenden Jahren lag es in der Regel am trocken-warmen Klima und dem damit einhergehenden Mangel an Niederschlag, wodurch die erfolgreiche Metamorphose heimischer Amphibien – gemeint ist hiermit die Entwicklung der Amphibien von der aquatischen Larvenform zum Landlebewesen, zumindest behindert wurde. In diesem Amphibienjahr (2021) dahingegen ereilte Kröte, Frosch und Molch das Schicksal einer zu frühen Austrocknung ihres Gewässerbiotops schon bevor Laichwanderungen überhaupt flächendeckend begonnen hatten. Auch wenn das Resultat im Vergleich zu den Vorjahren sehr ähnlich scheint, ist die Ursache, obwohl ebenfalls durch Menschenhand verursacht, nicht das Klima oder der ausgebliebene Niederschlag, sondern die Renaturierung des Hüller Bachs.

Renaturierter Abschnitt des Goldhammer Bachs einem Nebenfluss des Hüller Bachs in Bochum, der so wie der Hüller Bach über Jahrhunderte als offene Kloake missbraucht wurde. [BILD März 2021].

Der Zweck heiligt trotz erheblicher Nebenwirkungen die Mittel…

In Anbetracht der positiven Auswirkungen, die die Renaturierung des größten Nebenflusses der Emscher auf die zukünftige Biodiversität in den Ökosystemen und natürlich auch die zu erwartende Steigerung der Wohn- und Lebensqualität derjenigen, die seit Jahrzehnten an und mit den Begleiterscheinungen eines schmutzwasserführenden Flusses leben, mit sich bringt, lässt die temporär begrenzten Kollateralschäden dieses Jahrhundertprojektes marginal erscheinen und hilft sie bis zu einem gewissen Punkt zu tolerieren.

Hier geht’s zum Beitrag

Beobachtung aus der Landschaft – es blitzt am Krötenzaun im LSG Röhlinghausen

Dem wachsamen Beobachter fiel beim Durchlaufen des LSG Röhlinghausen Mitte März ein grauer Passat Kombi auf, der kurz vor der Baustelleneinfahrt zur Kanalisierung des Hüller Bachs im Rahmen der Emscher-Renaturierung verdächtigt am Straßenrand parkte. Zunächst war ich noch davon ausgegangen, dass es irgendein Betreuer des Amphibienschutzzauns sein würde, der sein Fahrzeug dort kurz geparkt hat, um eine der zweimal pro Tag zu erfolgenden Kontrollen des Zauns nachzukommen. Aus der Nähe stellte sich dann jedoch heraus, dass es sich bei dem Fahrzeug um einen mobilen Blitzer der Verkehrswacht handelte. Doch welchen Sinn kann es haben, einen Blitzer in einen dünn bis gar nicht besiedelten Gebiet im Herner Westen zu platzieren?

Sturmschäden Amphibienschutzzaun an der Hofstrasse im LSG Röhlinghausen.
Amphibienschutzzaun an der Hofstrasse im LSG Röhlinghausen [BILD 20.02.2020].

Kurz ein paar Infos zum Ort des Geschehens

Die Hofstraße, die das Landschaftsschutzgebiet durchschneidet, ist eine 1,4 km lange Straße, die den Gelsenkirchener Stadtteil Bulmke-Hüllen mit dem Herner Stadtteil Röhlinghausen verbindet. Sie führt auf kerzengrader Strecke durch ein relativ dünnbesiedeltes Landschaftsschutzgebiet. Es geht vorbei an einer stillgelegten Deponie, waldähnlichen Bereichen, unter der Erzbahnbrücke her, weiter vorbei an Pferdekoppeln und landwirtschaftlich genutzten Feldern und über den Hüller Bach. Unmittelbar vor dieser Brücke befindet sich ein Reiterhof, wo normalerweise aus dem Bereich mit Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h eine verkehrsberuhigte 30er-Zone wird, was damit zusammenhängt, dass sich das Gesicht der Straße auf den letzten 400 Meter hinter der Hüller-Bach-Brücke aufgrund der anschließenden Wohngegend grundlegend ändert. Aufgrund einer temporären Baustelle, bei der im Rahmen der Emscher-Renaturierung ein neues Pumpwerk entsteht respektive zum Großteil während der letzten Monaten gebaut wurde, beginnt die 30er-Zone seit gut einem Jahr knapp 200 Meter früher.

Behördliche Wegelagerei im Herner Westen? Sicherlich nicht

~ Hier geht’s zum Rest des Beitrags ~

Fischwilderei in Herne: Erneuter Fund einer fangfähigen Angel im LSG Röhlinghausen

Eisangeln in Herne? Rückkehr der Wildangler ins LSG Röhlinghausen?

Auf der letzten Schnee-Runde durch die Landschaft von Erzbahntrasse und Hüller Bach führte mich mein Weg zu den Gewässerbiotopen im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße. Die Stippvisite in dem Bereich wurde erforderlich, da die diesjährige Amphibienwanderung unmittelbar bevorsteht und sich die beiden Biotope in direkter örtlicher Nähe zur großen Baustelle für die Renaturierung des Hüller Bachs befinden. Im NSG Blumenkamp hatte sich in den letzten Monaten gezeigt, dass die baumaßnahmenbedingte Absenkung des Grundwasser zu einem akuten Austrocknen der Feuchtbiotope geführt hat, was das Laichgeschäft der Amphibien massiv und negativ beeinflussen würde. Die Situation im NSG Blumenkamp konnte letztendlich durch Einleitung des abgepumpten Grundwassers über ein umfangreiches Rohrleitungssystem entspannt werden. Bei der heutigen Begehung wollte also eruiert werden, inwieweit auch im LSG Röhlinghausen Handlungsbedarf bestehen würde.

Auffüllaktion im Februar 2021. Abzweigung des Rohrleitungssystems in den klienen Amphibien-Tümpel im NSG Blumenkamp. Aufgrund der Tiefsttemperaturen kurzzeitig demontiert [BILD: Feb2021].
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Kurioses aus der Landschaft: Überreste einer verflossenen Liebe – Männerspielzeug

Vom formvollendeten Männertraum zum lästigen Plastikmüll

Es ist noch gar nicht lange her, da hatte ich im Rahmen eines Beitrages von meinem bisher kuriosesten botanischen Fund berichtet, der heutige Zufallsfund hat zwar mit Botanik rein gar nichts zu tun, ist aber hinsichtlich der Kuriosität mindestens von einem ähnlichen Niveau, wie es die betörende Topfpflanze von der Becker Deponie Ende November 2020 gewesen war. Grundsätzlich findet man am Wegesrand beim Durchlaufen der Landschaft immer mal wieder recht seltsame Dinge. Neben den zahlreichen Wilden Müllkippen, denen man in letzter Zeit zum Ärgernis aller immer häufiger und regelmäßiger begegnet, lassen sich Überreste von Zweirädern, Einkaufskarren, alte Autoreifen oder auch mal einen geknackten Tresor entdecken. Wobei die Beobachtung von Heute alles andere als dermaßen Alltäglich war, die heutige Entdeckung würde ich fast schon als ziemlich bizarr – ja fast schon befremdlich – bewerten.

Kunst liegt bekanntlich im Auge des Betrachters

Als ich an dem Tag den Aufgang zur Erzbahntrasse an der Hofstraße erreiche, konnte ich mich davon überzeugen, dass die Weide, die vor ein paar Tagen lediglich zur Hälfte entwurzelt war, nun komplett zerhäckselt im angrenzenden Gebüsch verteilt lag. Beim weiteren Blick durch das Gebüsch entdeckte ich dann einen kopf- und armlosen Torso. Zunächst ging ich davon aus, dass es sich hierbei um eine ausgediente Schaufensterpuppe handeln könnte. Auch als mir beim zweiten Blick die üppige Oberweite auffiel, tendiert meine Vermutung weiterhin in Richtung detailgetreuer Schaufensterpuppe – möglicherweise zur Präsentation von Damen-Oberbekleidung oder war es vielleicht doch eine kunstvolle Büste aus Beton?!

Das Objekt der Begierde mißt vom Hals bis in den Schritt knapp 60 cm. [BILD: Dez2020].

Da es mir nicht möglich war, von der Optik auf das Material zu schließen, war ich überrascht, nachdem ich den Torso mit dem Fuß berührt hatte, denn der Torso hatte entgegen meiner Vermutung keine feste Konsistenz. Dahingegen fühlte sich der Oberkörper recht inkonsistent und labbrig an, aber alles andere als hart, eher nach Gummi, Kautschuk, Silikon oder Latex. Und dann dämmerte mir allmählich, dass es sich bei dem vor mir liegenden Objekt wohlmöglich um eine lebensechte Sexpuppe aus Silikon handeln wird.

Es hat sich anscheinend ausgeliebt…

Was letztendlich zum Beziehungsbruch zwischen der Kopflosen mit den dicken Brüsten und ihrem früheren Besitzer geführt hat, darüber lässt sich nicht viel sagen. Warum Mann sein einst geliebtes Spielzeug nicht im Hausmüll entsorgt, ist in diesem äußerst skurrilen Fall vielleicht sogar wiederum verständlich. Man stelle sich nur vor, welche schambehangenen Konsequenzen es hätte haben können, wenn bald-, noch-Ehefrau oder der neugierige Nachbar die Entsorgung der vollbusigen Schönheit beobachtet hätte und wohlmöglich im Glauben gewesen wäre, dass ein Verbrechen vorlägen würde und die Polizei alarmiert hätte. Aber dennoch ist ein öffentliches Gebüsch sicherlich kein geeigneter Ort zur Entsorgung des vor allem für Kinder recht sensiblen Materials.


Beobachtung aus der Landschaft: Legitime Beschaffung von Totholz oder Holzdiebstahl?

Kurz vor dem Jahreswechsel 2020 hatte ich beim Durchlaufen vom LSG Röhlinghausen auf dem Weg zur Erzbahntrasse aus Richtung Pferdekoppel und Bahndamm lautes Motorsägengetöse wahrgenommen. Da dieser Teil meines Laufgebiets aufgrund der anhaltenden Bauarbeiten, die im Zuge der Renaturierung des Hüller Bachs aktuell an diversen Orten im Stadtgebiet durchgeführt werden, und bedingt durch die Sperrung der Fußgängerbrücke nur schwer zu durchlaufen ist, war ich in den zurückliegenden Monaten in dem Bereich äußerst selten unterwegs gewesen. Aufgrund der wahrgenommen Sägearbeiten hatte ich mir aber vorgenommen, mir auf einer der nächsten Laufrunde einen Überblick vom Fortschritt der dortigen Baustelle zu machen und nach der Ursache für den lautstarken Einsatz der Motorsägen suchen.

Aufgestapelte Holzscheite im Randgebiet des LSG Röhlinghausen Ende Dezember 2020 – Zeugen einer winterlichen Freischnitt-Aktion der unterirdischverlaufenden Erdgastrasse [BILD: 28.12.2020].

Als ich am nächsten Tag in den Bereich der Baustelle komme, erklärt sich mir umgehend das Ergebnis der akustisch wahrgenommenen Sägearbeiten. Mindestens ein Dutzend Bäume waren den Zinken der Sägen zum Opfer gefallen. Der Bodenbereich war großflächig mit gehäckselten Baumüberresten bedeckt, zudem waren mehrere Holzscheite entlang der Rodungskante aufgebahrt.

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Beobachtung aus der Landschaft: Baumplantage auf der Freifläche des Friedhofes an der Hofstraße in Röhlinghausen

In Reih und Glied – Temporär oder langfristig Bepflanzungsmaßnahme?! In jedem Fall eine bessere Flächennutzung als die vorherige kurzgeschnittene Rasenfläche

Von der Trasse aus hatte ich die Tage bemerkt, dass die freie Rasenfläche im hinteren Bereich des Friedhofs mit jungen Bäumen und Sträuchern bepflanzt war. Seit wann genau die Fläche bepflanz ist, dazu kann ich nichts sagen. Ebenfalls nicht beurteilen lässt sich die Frage, ob die Fläche in Zukunft so dicht bewachsen sein soll oder ob die Pflanzen nur für eine begrenzte Übergangsphase dort in dieser Form stehen werden. Denkbar wäre es durchaus auch, dass die Jungbäume in dem Bereich für eine gewisse Zeit wachsen und damit an Widerstandsfähigkeit zulegen sollen, und erst wenn eine bestimmte Wuchshöhe erreicht ist, ihren finalen Standort im Stadtgebiet erhalten.

Akurat in Reih und Glied stehen die jungen Rotbuchen. Die Furche ist deutlich zu sehen, ebenso wie die massiven Profilspuren der Räder des eingesetzten Fahrzeugs auf der Oberfläche [20.12.2020].

Möglicherweise lassen sich durch eine solche Herangehensweise öffentliche Kosten für neue Pflanzen einsparen, da sich die Kosten eines Baumes grundsätzlich an Art und vor allem an der Größe des Baumes orientieren. Wobei nicht nur die Kosten von Beschaffung und Transport von der Größe des Baumes abhängen, sondern auch die Widerstandfähigkeit der Pflanze gegenüber ungünstigen klimatischen Bedingungen, die in Zeiten einer zunehmenden Klimakrise an Bedeutung gewinnt. Der plantagenartige Anbau bietet hinsichtlich Pflege und Schutz der Pflanzen erhebliche Vorteile, die damit einhergehen, dass junge Bäume und Sträucher sensibler für Trockenheit und Verbiss sind und in diesem abgezäunten Bereich des Friedhofes in einem geschützten und behüteten Umfeld gedeihen können. Durch die unmittelbare Nähe zur Außenstation des Bautrupps der städtischen Orange-Armee ist ein Eingreifen bei anhaltender Trockenheit beispielsweise in Form künstlicher Bewässerung, um Schäden an den Pflanzen zu vermeiden, ohne großen Aufwand zu gewährleisten.

Wie sich die Situation mit der Baumplantage im hinteren Bereich des Friedhofes in den nächsten Monaten entwickeln wird, werde ich weiter im Auge behalten und bei etwaigen Veränderungen davon im Blog berichten.


Beobachtung aus der Landschaft: Vom Winde verweht – entwurzelte Weide am Trassenaufgang

Die Auswirkungen des ersten Winterstürmchens zeigten sich mir auf der heutigen Runde durch die Landschaft in Form einer entwurzelten Weide. Der ehemalige Standort der Weide liegt unmittelbar am Aufgang zur Erzbahntrasse an der Hofstraße im Randgebiet vom LSG Röhlinghausen. Unter dem Strich darf man dennoch konstatieren, dass es rund um die Erzbahntrasse trotz der Warnungen des DWD erfreulich ruhig geblieben ist. Aber bis auf wenige verwehte Mülltonnen, Gelbe Müllsäcke oder anderweitiges Zeugs, das am Vorabend nicht ausreichend gesichert wurde und jetzt in der Gegend herumliegt, hat das nächtliche Lüftchen ansonsten keine gravierenderen Spuren in der Landschaft hinterlassen.

Teil einer entwurzelten Weidengruppe, die Anfang November parallel zum Weg des Afugangs zur Erzbahntrasse gelegen hatte [BILD: 19.11.2020].

Das Umkippen oder Auseinanderbrechen des Weidenstamms deutet für mich außerdem darauf hin, dass irgendwelche Vorschädigungen vorgelegen haben werden, die diese Teilentwurzlung begünstigt haben. Inwieweit die Gesamtstabilität des Baumes durch den teilweise Wegbrechen in Zukunft negativ beeinflusst wird, oder ob das Wurzelsystem des Restbaumes durch den Vorfall beeinträchtigt ist, das werden dann wohl die Sachverständiger von Stadt oder RVR klären müssen. Inwieweit die Schäden letztendlich eine komplette Beseitigung des Baumes notwendig werden lassen, kann ich nicht sagen. Da es sich bei dem möglicherweise zu fällenden Baum um eine vergleichbar schnellnachwachsende Weide handelt, wäre dieser Umstand durchaus verschmerzbar.

Die Reste der entwurzelten Weide am Aufgang der Erzbahntrasse an der Hofstraße [BILD: 06.12.2020].

Nachdem die Weide längere Zeit unbeachtet neben dem Weg des Trassenaufgangs lag, konnte ich mich mittlerweile davon überzeugen, dass auch der Rest der Weide bis auf die Wurzel gekappt wurde und in gehäckselter Form im anliegenden Gebüsch verteilt liegt. Welchen Einfluss die Trockenheit der vergangenen Monate und Jahre auf die Stabilität der Weide gehabt haben, lässt sich abschließend nicht eindeutig klären. Ebenso wie die Gründe, die zur Entscheidung des Fällens geführt haben. Da die Windgeschwindigkeiten des böigen Sturms nicht so hoch gewesen sind, dass man ihn für die Entwurzlung allein verantwortlich machen sollte, steht für mich fest, dass der Baum irgendwelche Vorschädigungen gehabt haben müsste. Letztlich wird ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren für die Entwurzlung der Weide verantwortlich sein. Da Weiden für ihre Widerstandfähigkeit und Triebhaftigkeit bekannt sind, besteht trotz des radikalen auf den Stammsetzens dahingehend Hoffnung, dass aus den noch vorhandenen Stammstrukturen im Frühjahr wieder neue Triebe austreiben werden.


Fischwilderei in Herne: Abschlussbericht der SoKo Poseidon und Aktenschluss

Wilderei im Herner Schutzgebiet. Die Machtlosigkeit der Behörden. Letzter Beitrag zum Themenschwerpunkt Fischwilderei 2020.

Die in der CHRONOLOGIE beschriebenen Geschehnisse und Beobachtungen der Wildfischerei-Aktivitäten rund um das Hochwasser-Auffangbecken im LSG Röhlinghausen erstreckten sich über einen Zeitraum von fast sechs Monaten. In diesem Zeitraum konnten große Mengen an Angelausrüstung beschlagnahmt, mehrere Täter durch die gerufene Polizei festgenommen und Unmengen an Müll aus der Natur entfernt werden. Während dieser Wildfischerei-Episode richteten sich die ersten Verdachtsmomente, was die potentiellen Täter betraf, schon zu einem frühen Zeitpunkt unserer Ermittlungen in Richtung osteuropäische Montagearbeiter. Zugegebenermaßen war und ist diese Annahme hochspekulativ. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass eine subjektive Interpretation einer diffusen Indizienlage zu diesem Anfangsverdacht geführt hat und deshalb mit Vorsicht zu genießen ist.

Klarstellung und Distanzierung

Zudem liegt mir nichts ferner, als im Rahmen des Beitrages irgendeine Art von „Racial-Bashing“ zu betreiben oder eine ganze Bevölkerungsgruppe zu diskreditieren. Andererseits haben sich im Laufe der Wildangelsaison neben hochspekulativen Indizien auch unwiderlegbare objektive Beweise ergeben, die den auf Spekulationen fußenden Anfangsverdacht untermauert bzw. erhärtet haben, wobei das mitgehörte Gespräch zwischen Polizei und Wildangler (1.) aus meiner Sicht zumindest hinsichtlich der Frage nach einer Nationalität der Verdächtigen keine zwei Interpretationen zulässt. Im folgenden Abschnitt sind die wesentlichen Punkte, Indizien und Beweise aufgelistet.

I. Fakten, Beweise, Indizien, Beobachtungen und Interpretationen

(1.)      Ein mitgehörtes Gespräch zwischen Polizei und einem Angler, bei dem der eine Fischdieb zur Entschuldigung seines Fehlverhaltens meinte: „Bei uns in Polen ist anders“.

(2.)      Vermehrt Montagearbeiter, die bei der Kanalisierung des Hüller Bachs und beim Bau des Pumpwerkes im Einsatz sind. Dass diese Personen an Wochenenden oder nach Feierabend viel Zeit und Langeweile haben, um Unmengen an Alkohol beim Angeln zu konsumieren, klingt für mich ziemlich plausibel und ist verständlich. Allerdings passt dieser Überlegungsansatz lediglich auf die ersten drei Personen vom 05.07.2020, die nicht überführt werden konnten, aber eher nicht unbedingt auf die vier überführten Personen, unter denen sich überraschenderweise sogar eine Frau befunden hatte.

(3.)      Unerklärlich bleibt auch der Grund dafür, dass an mehreren Tagen (08.05.2020; 14.07.2020) mehrere herrenlose Angeln am Ufer auslagen. Die Beobachtung der ausliegenden Angeln könnte dafür sprechen, dass ein möglicher Schlafplatz in unmittelbarer Nähe zum Gewässer liegt, was auf die Wohncontainer auf den angrenzenden Baustellen zur Kanalisierung des Hüller Bachs und zum Bau des Pumpwerkes zutreffen würde.

(4.)      Auch die Massen an leeren Tyskie-, Bier und Schnapsflaschen könnten für diesen Erklärungsansatz sprechen, wobei auch klar sein sollte, dass nicht nur Polen oder Osteuropäer Unmengen an Alkohol oder polnisches Bier trinken, dennoch ist die Annahme auch nicht so abwegig und die Vermutung vor allem vor dem Hintergrund der vorherigen Indizien naheliegend.

(5.)      Der am Ufer gefundene noch halbvolle Kochbeutel mit Buchweizen, den ich bis dahin noch nie gesehen hatte und nur Dank Didi überhaupt wusste, worum es sich dabei gehandelt hatte, könnte dafür sprechen, dass es sich um erfahrene Angler handelt, die eine große Palette an Köderalternativen im Angebot haben und einsetzen. Bei meiner Recherche im Internet zum Buchweizen habe ich allerdings auch erfahren, dass Buchweizen als fester Bestandteil der traditionellen osteuropäischen Küche gilt, und lange Zeit vor allem in Polen und Russland als Reisersatz gedient hat, womit sich ein weiteres Indiz für die osteuropäische Montagearbeiter-Theorie ergeben würde.

II. Asservatenkammer mit Sammlung konfiszierter Asservate

Die Bilder zeigen einen Teil der konfiszierten und mittlerweile entsorgten Tatwerkzeuge, die in den zurückliegenden sechs Monaten herrenlos im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße durch uns aufgefunden wurden. Da nicht alle Funde bildtechnisch dokumentiert werden konnten, zeigen die Bilder lediglich einen Teil des konfiszierten Angelmaterials. Sowohl über den Fund als auch über den Verbleib wurde die Untere Naturschutzbehörde der Stadt in Kenntnis gesetzt, die uns grünes Licht für unser Vorgehen gegeben hat.

In dem sechsmonatigen Zeitraum konnte die SoKo Poseidon bei ihren sporadischen Bereichskontrollen im LSG Röhlinghausen insgesamt 9 Angeln, 1 Unterfangkescher sowie eine Sporttasche mit einem Sammelsurium an Angelequipment beschlagnahmen.

  • 3 Angeln ausliegend am Ufer (08. Mai 2020)
  • 2 Ruten am Spannungsmast (17. Mai 2020)
  • 1 Unterfangkescher (21. Juni 2020)
  • 2 Angeln hinter dem Baum (13. Juli 2020)
  • 2 herrenlose Angeln (14. Juli 2020)
  • 1 Tasche mit Equipment (21. Juli 2020)

Macht nach Adam Riese und Eva Zwerg:
9 Angeln + 1 Kescher 1 komplettes Allerlei an Angelequipment !!!


Schlussresümee und Aktenschluss

Trotz der mehr oder weniger eindeutigen Indizienlage lässt sich über die Wildfischer kein finales Urteil bilden und letztendlich ist es auch egal, ob die Täter aus Polen, Russland oder Deutschland kommen, oder ob sie als Montagearbeiter, Busfahrer oder Gärtner tätig sind. Was aber keineswegs egal sein darf, ist die Tatsache, dass diese Personen in den vergangenen sechs Monaten im LSG Röhlinghausen erhebliches Chaos angerichtet haben. Mit ihrem asozialen Verhalten haben sie in dem naturnahen Gewässerrefugium massive Störungen verursacht, weshalb feststeht, dass sie für den an Flora und Fauna begangenen Frevel unbedingt zur Rechenschaft zu ziehen sind.

Friedlich-idyllische Szenerie im Sommer 2019 – ein Graureiher teilt sich mit einer Gelbwangen-Schmuckschildkröte eine kleine Insel am Auffangbecken im LSG Röhlinghausen [BILD Juli 2019].

Immerhin ist es Didi und mir gelungen, vier der Umweltsünder der gerechten Strafe eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens zuzuführen, was zumindest hoffen lässt, dass bei ihnen für die Zukunft eine Verhaltensänderung eintritt. Ob und wie dieses befremdliche Verhalten letztendlich durch die Justiz sanktioniert wird, liegt nicht in unserer Macht. Der Natur im LSG Röhlinghausen bleibt zum Ende der SoKo Poseidon nur noch zu wünschen, dass sich die diesjährigen Geschehnisse in 2021 nicht wiederholen werden, womit die 2020er-Akten dann auch geschlossen werden können.


Landschaftliche Gedanken: Schutzlose Schutzgebiete und machtlose Behörde

Aus den Beiträgen mit dem Themenschwerpunkt Fischwilderei in Herne resultierten folgende Überlegungen und Gedanken, die ich in diesen Beitrag gepackt habe und zu einem zukünftigen Zeitpunkt möglicherweise noch einmal aufgreifen werde.

Gedanken zur Machtlosigkeit städtischer Behörden beim Schutz ausgewiesener Schutzgebiete

Grundsätzlich stellt sich mir die Frage, inwieweit die Stadt beziehungsweise die für die naturnahen Bereiche verantwortlichen Behörden überhaupt das Ziel verfolgen und ob sie in der Lage sind, ihre ausgewiesenen Landschafts- und Naturschutzgebiete auch ausreichend zu schützen. Welchen Sinn kann es machen, Gebiete als Schutzgebiete auszuweisen, aber diese Gebiete dann nicht wirklich zu schützen?!

Kontrollen in Parks ja, in Schutzgebieten aber nicht?!

Denn während die öffentlichen Herner Grünanlagen wie beispielsweise der Volksgarten in Eickel, der Wanner Stadtgarten oder auch der Park am Schloss Strünkede in Herne regelmäßig von patrouillierenden Mitarbeitern des Ordnungsamtes kontrolliert werden und sogar auch an Samstagen Präsenz gezeigt wird, ist mir in den zurückliegenden Jahren auf den naturnahen Arealen der Schutzgebiete bisher nicht eine dieser Patrouillen über den Weg gelaufen, was schlichtweg daran liegen wird, dass sie in diesen Bereichen nicht eingesetzt werden.

Warntafeln als Alleinschutz von Schutzgebieten!?

Doch welchen Mehrwert haben in dieser Hinsicht dann Warn- und Hinweistafeln mit Geboten, Verboten und der Androhung von Bußgeldern, wobei diese Tafeln in den meisten Fällen auch noch bis zur Unlesbarkeit beschmiert sind, wenn die zuständigen Behörden in diesen Bereichen des Stadtgebietes aber sowieso nicht kontrollieren und Fehlverhalten dementsprechend auch nicht sanktioniert wird?!

Problematische Ausweichtendenzen durch CORONA?!

Vor allem in den zurückliegenden Pandemiemonaten im Sommer 2020 ist mir beim Durchlaufen verschiedener Schutzgebiete (LSG Röhlinghausen, LSG Pluto V, NSG Berghalde Pluto) an und nach Wochenenden unzählige Male aufgefallen, dass in den geschützten Bereichen vermehrt Partys und Saufgelage stattgefunden haben, die zu einer massiven Verdreckung nicht nur in der Nähe der Sitzgelegenheiten geführt haben. Wobei die offensichtliche Verdreckung nicht das einzige Problem ist, die diese coronabedingten Ausweichtendenzen ins stadtnahe Grün mit sich bringen. Gefahren und Folgen durch offenes Feuer, Lärmbelästigung durch Musikbeschallung sowie Störung und Zerstörung von Flora und Fauna in sensiblen Bereichen wären als weitere Faktoren zu nennen.

Behördlicher Naturschutz endet nach Dienstschluss?!

Auch kann sich jeder potentielle Natursünder sicher sein, dass an Feiertagen, am Wochenende und vor allem zu den späten Abendstunden sowieso mit keinerlei Kontrollen zu rechnen ist, da die städtischen Mitarbeiter zu den Zeiten ihren wohlverdiente Freizeit genießen.

Unausgegoren-Diffuse Lösungsansätze

Beim Schutz der Schutzgebiete durch die verantwortlichen Behörden muste m.M.n. unbedingt nachjustiert werden. Die vom Ordnungsamt kontrollierten Bereiche sollten auf die Natur- und Landschaftsschutzgebiete unbedingt ausgeweitet werden. Vorstellbar wäre m.M.n. eine Art Fahrradstreife, die diese weitläufigen und ansonsten nur zu Fuß zu erreichenden Bereiche regelmäßig aufsuchen und kontrollieren. Unter Umständen und je nach vorhandenen finanziellen und personellen Mitteln bräuchte es einen 24h-Natur-Notdienstes (telefonisch/ email/ APP), um Meldenden auch am Wochenende in akuten Fällen einen Kontakt zu ermöglichen, der für die naturrechtlichen Belange verantwortlich ist und auch zeitnah Maßnahmen einleiten könnte. Aufgrund der oftmals gegebenen Akutheit macht es keinen Sinn, bis zum Dienstbeginn am Monatg zu warten. Darüber hinaus scheint die natürliche Scheu des Bürgers bei solchen „grünen Belangen“ die Polizei zu alarmieren, in vielen Fällen eine zu hohe Überwindungshürde darzustellen, die durch einen Natur-Notdienst herabgesetzt werden könnte. Möglicherweise könnte diese Maßnahme auch eine Melde-App flakierend unterstützen?!


Fischwilderei in Herne: Tatort Hochwasser-Auffangbecken im LSG Röhlinghausen

Eine kurze Einleitung zur Chronologie der Ereignisse im Zeitraum von Mai bis Oktober 2020. Wilderei im Herner Schutzgebiet.

In den zurückliegenden Monaten 2020 kam es im LSG an der Hofstraße in Herne-Röhlinghausen zur wiederholten Fischwilderei. Schon in der Vergangenheit sprachen kleinere Indizien dafür, dass zumindest am großen der beiden Gewässer immer mal wieder illegale Angelaktivitäten stattfinden. Mal lag dort eine leere Maisdose, Mal an anderer Stelle am Ufer eine kaputte Pose oder Reste achtlos weggeworfener Angelschnüre, all diese Beobachtungen haben keine anderen Annahmen zugelassen. Lange Zeit war ich allerdings davon ausgegangen, dass es sich bei den Tätern um naiv agierende Kinder oder Jugendliche handeln würde, doch durch die erfolgten Beobachtungen bin ich mittlerweile eines Besseren belehrt worden. Es hat sich eindeutig gezeigt, dass hier keineswegs unbedacht handelnde Kinder sondern erwachsene Fischdiebe am Werk sind, die semi-professionell ausgerüstet und in Kleingruppen organisiert auftreten.

Das Strafmaß ist höher, als man meint…

Was mich bei meinen Recherchen zu diesem Beitrag und dem Thema Fischwilderei überrascht hat, war die Erkenntnis, dass das Angeln ohne Angelschein nicht nur eine Ordnungswidrigkeit darstellt, sondern dass beim Tatbestand der unberechtigten Angelei je nach den vorliegenden Umständen sogar eine Straftat vorliegen kann, die laut Strafgesetz mit Geldstrafe oder Haftstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet wird. Und damit nicht genug!

Im Strafgesetzbuch (StGB) findet sich hierzu:

§ 293 (StGB) – Fischwilderei

Wer unter Verletzung fremden Fischereirechts oder Fischereiausübungsrechts

  1. fischt oder
  2. eine Sache, die dem Fischereirecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet, beschädigt oder zerstört,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

…und die Konsequenzen reichen noch weiter, als gedacht!!!

Darüber hinaus kann das bei der Tat verwendete Tatwerkzeug, im Fall der Fischwilderei handelt es hierbei um Angeln, Reusen, Kescher und Angelequipment bei einer unerlaubten Jagd im Wald kann es neben Waffen und Fallen sogar der mitgeführte Hund sein, durch die Exekutive also durch die gerufene Polizei konfisziert werden.

Im Strafgesetzbuch (StGB) findet sich hierzu:

§ 295 Einziehung

Jagd- und Fischereigeräte, Hunde und andere Tiere, die der Täter oder Teilnehmer bei der Tat mit sich geführt oder verwendet hat, können eingezogen werden. § 74a ist anzuwenden.


Unwissenheit schützt auch in dem Fall nicht vor Strafe…

Es ist zwar durchaus möglich, dass sich die Täter der Höhe einer drohenden Strafe nicht vollumfänglich bewusst sind, aber Jedem, der ohne gültige Papiere an einem Gewässer in einem Schutzgebiet Angeln geht, klar sein muss, dass Unwissenheit nicht vor Strafen schützt. Unabhängig vom Wissen oder Unwissen der Täter steht für mich persönlich in diesem vorliegenden Fall fest, dass Personen die dermaßen respektlos mit der Umwelt im Allgemeinen und erst recht mit der Natur in einem Landschaftsschutzgebiet umgehen, unbedingt die volle Härte des Gesetztes erfahren müssen, denn das, was diese asozialen Gestalten regelmäßig im LSG Röhlinghausen an Chaos und Zerstörung hinterlassen, ist für Normaldenkende mit einem weniger gestörten Naturbewusstsein mehr als befremdlich und darüber hinaus im hohen Maße schädlich für die heimische Flora und Fauna!!!


Wilde Müllkippe 2020-14

Was illegale Müllentsorgungen betrifft, war es an der Hofstraße im LSG Röhlinghausen in den vergangenen Wochen und Monaten relativ ruhig. Dass der Bereich rundum die kleine Berghalde verschont geblieben ist, verwundert wenig und hängt mit den dort Ende Juni erfolgten Baumaßnahmen zusammen, die durch die Häufigkeit der Vorkommnisse und mein konsequentes Melden der Wilden Müllkippen mitinitiiert wurde.

Zwei achtlos entsorgte Kühlschränke im LSG Röhlinghausen an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen.

Naja, wie an der Überschrift des Beitrages und am Bild unschwer zu erkennen ist, hat die müllkippenfreie Zeit ihr Ende gefunden. Der Ablageort stellt in jedem Fall ein Novum dar. Die beiden illegal entsorgten Kühlschränke liegen nämlich im Bereich der Hochwasser-Auffangbecken, was für den Ortskenner absolut unverständlich ist, da es im LSG diverse Abgabeort gegeben hätte, die definitiv weniger auffällig zu erreichen gewesen wären. Die Tatsache, dass dieser Bereich überhaupt befahrbar ist, hängt mit den Bauarbeiten im Rahmen der Renaturierung des Hüller Bachs zusammen, denn normalerweise ist die Zufahrt mit einer Schranke versperrt. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass es sich hierbei wohl eher um ein einmaliges Ereignis handeln wird, das mit Abschluss der Arbeiten enden wird. Die Meldung ist wie so oft in diesem Jahr per Online-Melde-App rausgegangen an die Stadt Herne.


Fischwilderei in Herne: Großreinemachen am Auffangbecken im LSG Röhlinghausen

04. Oktober 2020

Herbstputz in Herne: Mit Pickzangen und Müllsäcken gegen den achtlos weggeworfenen Müll der Fischdiebbande.

Während der zurückliegenden Sommermonate wurden die Uferbereiche des großen Hochwasserauffangbeckens im LSG Röhlinghausen von rücksichtslosen Wildanglern mit erheblichen Mengen an zurückgelassenem Müll verschmutzt. Da die Wildangelsaison noch immer nicht beendet zu sein scheint, bestand unser heutiges Tagesziel darin, den angelspezifischen Müll zu beseitigen, um so zukünftig wieder besser beurteilen zu können, ob in den Bereichen erneut Wildangler ihr Unheil getrieben haben. Denn aufgrund der Unmengen an altem Müll, der aus leeren Maisdosen, Styropor-Köderboxen, Resten von Angelschnüre, Verpackungsmaterial jeglicher Art und dazu Berge von Schnaps- und Weinflaschen bestand, war es uns mittlerweile unmöglich geworden, bei Bereichskontrollen sicher sagen zu können, ob der nach einem Wochenende vorgefundene Müll neu dazugekommen ist oder ob er schon längere Zeit dort gelegen hat.

Erkenntnis des Tages: Angler sind von Natur aus Naturschützer, Wildfischer sind im Gegensatz dazu Kriminelle mit einem gestörten Naturverständnis.

Zum Großreinemachen hatte ich mich um 10.00 Uhr mit Didi am großen Teich im LSG Röhlinghausen getroffen und nach knapp 2h waren 3 Säcke voll mit Müll gefüllt und die Uferbereiche und ufernahen Gebüsche vom oberflächlichen Müll befreit. Die Unmengen an weggeräumten Maisdosen waren besonders auffällig, da man diese Mengen normalerweise nur im Supermarkt zu Gesicht bekommt. Die vorgefundenen Massen an Schnaps und Weinflaschen legen darüber hinaus nahe, dass die angelnden Naturfrevler nicht nur ein gestörtes Verständnis von einem respektvollen Umgang mit der Natur haben, sondern auch ein massives Alkoholproblem, was wiederum ein Erklärungsansatz für ihr unsoziales Verhalten sein könnte.

Bei der zweistündigen Aufräumaktion im LSG Röhlinghausen in Herne ist einiges zusammenge-kommen: 3 Säcke mit Verpackungsmüll – vor allem Maisdosen, dazu ein Gartenstuhl und ein lederbezogener Küchenstuhl, mehrere Eimer, zig Plastiktüten, kaputtes Angelmaterial und Massen von Glasflaschen. [BILD 04.10.2020].

Naja, wie auch immer?! Da beim Tierheim um die Uhrzeit und dazu am Sonntag erwartungsgemäß niemand anzutreffen war, hatten wir nicht die Möglichkeit die Säcke mit Müll und den anderen Krempel dort direkt zu entsorgen, sodass wir ihn vor dem Tor im LSG Röhlinghausen stehen lassen mussten, um die zeitnahe Abholung des Mülls über den Bereich Grünflächen der Stadt Herne in Auftrag zu geben. Bleibt zu hoffen, dass der mühsam mit Pickzangen zusammengesammelte Müll bis Montag dort verbleibt und nicht von irgendwelchen Idioten wieder durch die Botanik geworfen wird.


Fischwilderei in Herne: Soko Poseidon vermeldet Festnahme drei und vier in diesem Jahr

SoKo Poseidon verkündet nächsten Schlag gegen die Fischdiebbande. Erneuter Polizeieinsatz im LSG Röhlinghausen führt im Rahmen der Ermittlungen zur Fischwilderei zu den Festnahmen drei und vier.

04. September 2020

Kein Ende in Sicht – immer wieder neuer Müll

Schon eine Woche nach der erfolgreichen Überführung von zwei Wildanglern ist der Bereich wieder mit mutmaßlich neu dazu gekommenen Verpackungsallerlei vermüllt, was in jedem Fall nicht dafür spricht, dass sich irgendwas an der Problematik durch die wiederholte Polizeipräsenz und auch nicht durch den erfolgreichen Polizeieinsatz vom 28.08.2020 geändert hat.

Müllflut im LSG: Unmengen von Bierflaschen und sogar ein Küchenstuhl [BILD: 04.09.2020].

Entweder gehören die überführten Personen und die aktuell weiterhin wildangelnden Personengruppe nicht zusammen oder sie kennen sich, lassen es aber trotzdem drauf ankommen und gehen das Risiko einer eigenen Anzeige trotz der Vorkommnisse ein, vielleicht auch weil sie sich durch die Abgeschiedenheit der Örtlichkeit des LSGs sicher fühlen.


08. September 2020

Eine Müllflut überschwemmt das LSG

Nach dem Wochenende steht das Tor zum Zwischenbereich wieder offen, Kette und Schloss wurden erneut entfernt?! Aufgrund der prinzipiellen Nutzlosigkeit des Tores frage ich mich mittlerweile, wer und warum sich die Situation am Tor ständig ändert. Im Uferbereich sind nach Begehung und intensiver Sichtkontrolle keine Personen wahrzunehmen. Dafür gleicht der Bereich einmal mehr einer Wilden Müllkippe. Warum man sich an diesem idyllischen Flecken Natur so asozial aufführen muss, bleibt mir auch nach mittlerweile über zwei Monaten mit vergleichbaren Beobachtungen dieser Art ein großes Rätsel.

Mais & Kartoffeln als Köder, sprechen für Karpfen als Zielfisch!

Köderboxen, Mais, gekochste Kartoffeln und Paniermehl – die verwendeten Köder [BILD: 08.09.2020].

Die Spuren im Uferbereich sprechen einmal mehr eine eindeutige Sprache. Am Wochenende wurde in dem Bereich ausgiebigste getrunken und geangelt. Große Maisdosen, leere Gläser gekochter Kartoffeln, dutzende Bier- sowie Wein- und Schnapsflaschen liegen auf der Uferwiese und im ufernahen Gebüsch. Dieser Anblick von Respektlosigkeit gegenüber Umwelt und Natur kann einem echt wütend machen.

Strategischer Platzwechsel – Anonymität dank Deckungsschatten

Auf der gegenüberliegenden Uferseite sieht es zudem so aus, als hätten sich die Wildangler einen weiteren Angelplatz an einer Stelle am Gewässer strategisch so eingerichtet, dass man sie vom offiziellen Rundweg aus nicht unmittelbar beobachten kann.

Der alternative Angelplatz am gegenüberliegenden Ufer [BILD: 08.09.2020].

Der sonst geschlossene Schilfgürtel ist in diesem Bereich des Ufers an diversen Stellen entfernt und zertrampelt worden. Aufgrund des Ausmaßes der Vermüllung im Bereich der naturnahen Technischen Anlage sollte unbedingt zeitnah Mal eine Aufräumaktion erfolgen, doch von offizieller Seite tut sich bisher unverständlicherweise rein gar nichts.

Der neue Angelplatz aus der Nähe betrachtet. Auch hier überall Müll und Föaschen [08.09.2020].

13. September 2020

Zweiter D-Day für die Fischdiebband innerhalb von 2 Wochen

Die sporadischen Beobachtungen der letzten Wochen hatten uns zu der Vermutung kommen lassen, dass die Fischwilderer vornehmlich am Wochenende aktiv sind und dementsprechend auch an diesem Wochenende wieder zuschlagen könnten. Aufgrund der darüber hinaus erfolgsversprechenden Wetterprognose hatten wir uns tags zuvor dazu entschlossen, uns am Sonntag um 8 Uhr im LSG Röhlinghausen zu treffen.

Biß zur falschen Zeit: Fisch verrät die Position des Fischdiebes

Im LSG angekommen sieht die Lage zunächst ruhig und unscheinbar aus. Angler sind aus der Ferne offensichtlich nicht zu erkennen. Doch der Schein trügt. Nachdem wir uns dazu entschieden hatten, trotzdem eine Runde um die Gewässer zu machen, um den Uferbereich auf Verunreinigungen zu kontrollieren, bemerke ich auf Höhe des Tores beim Blick auf die Wasseroberfläche zunächst eine gespannte Schnur, die ins ufernahe Gebüsch hineinragt. Ein Angler war allerdings aufgrund des dichten Uferbewuchses vom Weg aus nicht zu erkennen. Um eine bessere Perspektive auf das Geschehen zu erhalten, näherte ich mich lautlos dem Ufer und es zeigte sich unmittelbar die Ursache für die gespannte Schnur.

Verräterischer Fang – die Freude darüber währte nur kurz [13.09.2020].

Erst den kapitalen Karpfen am Haken und dann im Netz der Polizei

Denn es sollte sich zeigen, dass am Ende der Schnur ein kapitaler Fisch hängt, der so wie es aussah, schon müde gedrillt war. Schnell sind ein paar Beweisfotos gemacht. Der Fisch lässt sich später auf den Fotos am PC eindeutig als Karpfen identifizieren. Und dann kommt auch der Angler aus seiner Gründeckung und lässt sich dabei fotografieren, wie er den Fisch alles andere als waidgerecht – weil ohne Unterfangkescher landet.

Fischdieb inflagranti bei der Tatausführung ertappt. Zeit die Polizei zu rufen [13.09.2020].

Nachdem eindeutige Beweise dafür vorlagen, dass auch heute wieder Wilddiebe am Werk sind, riefen wir unmittelbar die Polizei, die keine zehn Minuten danach im LSG Röhlinghausen eintrifft. Nach kurzer Instruktion begaben sich die drei Beamten in den Zwischenbereich der beiden Hochwasserauffangbecken und konnten, wie es sich im weiteren Verlauf der Geschehnisse herausstellte, 2 Angler auf frischer Tat überraschen und auch stellen.

Festnahme und Gefangenenabtransport im zweiten Fahrzeug

Im weiteren Verlauf der Aktion erreichte ein zweites Polizeifahrzeug das LSG an der Hofstraße in Röhlinghausen und verbrachte die beiden Straftäter schließlich – vermutlich für erkennungsdienstliche Maßnahmen, zur Wache nach Wanne. Welche Umstände dazu geführt haben, dass diese Straftäter mitgenommen wurden, lässt sich ohne polizeiinterne Informationen nicht sagen.

Abtransport der überführten Fischdiebe im LSG Röhlinghausen [13.09.2020].

Möglicherweise hatten die Personen keine gültigen Ausweispapiere dabei, wobei eine Personenidentifizierung sicherlich auch via Funk möglich und ausreichend gewesen wäre. Vielleicht waren die Täter auch polizeibekannt oder es lagen gegen sie offene Haftbefehle vor?! Nach zwei erfolgreichen Täterüberführungen sollte sich doch langsam aber sicher mal rumgesprochen haben, dass es sich nicht lohnt, an dem Gewässer im LSG Röhlinghausen weiter illegal zu angeln. Bleibt zu hoffen, dass diese Einsicht auch bei den kriminellen Anglern möglich bald einkehrt.


Fischwilderei in Herne: Soko Poseidon gelingt Ermittlungserfolg im Kampf gegen die Fischdiebe

Bloß eine Frage der Zeit bis die ersten Fischdiebe ins Netz gehen. Fischwilderei ist keine reine Männerdomäne. Ob nach den Festnahmen im LSG Röhlinghausen wieder Ruhe einkehrt? Wohl eher nicht!

11. August 2020

Fast zwei Wochen sind seit der letzten Bereichsbegehung mit annähernd erwähnungswürdigen Beobachtungen vergangen. In der Zwischenzeit hatte ich beim Durchlaufen des LSG, was vorzugweise am Wochenende und in den Morgenstunden erfolgt war, aus dem Areal mehr als einmal (1-2) ein freudiges Hundebellen und die Stimme einer Hundetrainerin vernommen, die nach meinem Kenntnisstand für die Durchführung von Schulungen und Workshops, die an dem Ort auch schon früher stattgefunden haben, eine städtische Duldung hat. Aufgrund dieser akustischen Wahrnehmungen hatte ich es für nicht notwendig erachtet, den Bereich selbst noch aufzusuchen, um nach dem Rechten zu sehen, denn es war davon auszugehen, dass die Wildangler wohl eher nicht in Anwesenheit fremder Personen angeln würden.

Die Situation am Zugangstor am 11. August – mittlerweile sind Schloss und Kette Nr. 2 auch schon wieder verschwunden [BILD: Sommer 2020].

Während ich am 26.07.2020 noch überrascht verkündet hatte, dass das Zugangstor zum umfriedeten Bereich der Technischen Anlage mit neuem Schloss und stabiler Kette gesichert war, so ist das Schloss samt der Kette irgendwann im Zeitraum der letzten zwei Wochen auch schon wieder verschwunden. Nach Betreten des Bereichs fällt sofort auf, dass der Bereich weiterhin stark vermüllt ist, angelnde Personen sind dahingegen keine anzutreffen, doch das Wildangler-Problem scheint weiterhin akut zu sein.


27. August 2020

Nachdem es in den letzten 2-3 Wochen relativ ruhig geblieben ist, zumindest was die beobachteten Wildangler-Aktivitäten im LSG Röhlinghausen betrifft, was sicherlich auch daran gelegen haben wird, dass mich meine Laufrunden eher selten durch das LSG geführt haben, musste ich nach Betreten des Uferbereiches wenig überrascht feststellen, dass sich an der prekären Vermüllungssituation noch immer nichts geändert hat.

Ein Blick ins ufernahe Gebüsch zeigt den respektlosen Umgang der Wildangler mit der Natur. So wie an der Stelle sieht es im gesamten Bereich des Gewässers aus [BILD: 27.08.2020].

Der Verschmutzungsgrad hat gefühlt noch einmal zugenommen, was wohl auch damit zusammenhängt, dass seit dem 13.07.2020 niemand mehr vor Ort dafür gesorgt hat, dass zumindest der grobe Abfall eingesammelt wurde. Der hohen Anzahl an aufgefundenen Bierflaschen nach zu urteilen, ist hier in den letzten zwei Wochen entgegen meiner bisherigen Annahme wohl doch regelmäßiger geangelt worden.

Neben einem nicht vorhandenen oder zumindest gestörten Naturbewusstsein scheint Alkohl ein zweites Problem dieser Wildangler zu sein [27.08.2020].

Frische Feuerstellen befinden sich sowohl unten am Ufer als auch oben im Bereich des Hochspannungsmastes und seit neustem liegt sogar ein mit Leder überzogener Küchenstuhl im Bereich des Gewässerufers. Aufgrund der zunehmenden Vermüllung des ansonsten naturnahen Bereiches und vor allem weil Verpackungsmüll zunehmend ins Gewässer geweht wurde, hatte ich mich mit Didi dazu entschlossen, den Bereich am nächsten Tag zum widerholten Male oberflächlich vom Müll zu befreien. Neben dem Aufräumen erhofften wir uns insgeheim aber auch in den Morgenstunden vielleicht Angler in flagranti bei ihren illegalen Aktivitäten erwischen zu können.

Eine von mehreren Feuerstellen im LSG Röhlinghausen, die Müllflut ist am Gebüschrand nur zu erahnen [BILD: 27. August 2020].

28. August 2020

Plogging am Morgen startet mit einer Überraschung

Als ich das LSG gegen 8.30 Uhr über die Hüller-Bach-Brücke erreiche, kann ich Didi schon aus der Ferne erkennen. Doch warum er sich wieder von den beiden Auffangbecken wegbewegt und wer die Person ist, mit der er sich unterhält, erklärt sich mir zunächst nicht. Bei der morgendlichen Gesprächsrunde angekommen, höre ich heraus, dass Didi den Hundebesitzer wohl nach einem Handy gefragt hatte. Woraufhin dieser ihm die Nutzung seines Handy anbietet, aber gleichzeitig zu verstehen gibt, dass er eigentlich keine Zeit hat, da er vor der Arbeit nur kurz mit dem Hund eine Runde gehen musste, weshalb Didi dankend ablehnt und sich mir zuwendet. Aufgeregt erzählt er mir sodann, dass er zwei schwerbepackte Personen gesehen hätte, die den Bereich an den Auffangbecken betreten haben und sich im Uferbereich aufhalten würden. Allerdings ist er sich nicht zu 100% sicher, ob es sich um Wildangler handelt.

Die Beweise sind erdrückend und eindeutig!

Da auch ich kein Handy dabei hatte, geht Didi unmittelbar zum Tierheim, um dort die Möglichkeiten abzuchecken, ob die Polizeiwache in Wanne von dort aus informiert werden kann. Ein nutzbares Telefon ist umgehend gefunden. Während Didi die Telefonsituation abklärt, versuche ich mich vorsichtig dem Ufer zu nähern, um mittels Kamera in Erfahrung zu bringen, was die Personen am Gewässer tun. Denn es wäre grundsätzlich auch denkbar gewesen, dass die Personen lediglich am Ufer des Gewässers picknicken oder sich aus anderen erklärbaren Gründen dort aufhalten, ohne dass sie illegalen Angelaktivitäten nachgehen. Nachdem auf den Fotos aber eindeutig zu erkennen war, dass es sich zweifelsfrei um Wildangler handelt, was an den am Ufer liegenden Angeln zuerkennen war, gebe ich Didi das Signal, die Wache in Wanne zu informieren.

Wildanglerin inflagranti beim Anlegen des Futterplatzes erwischt. Wähhrenddessen liegen die fangbereiten Angeln am Ufer. Die Indizien sprechen eine eindeutige Sprache [BILD: 28.08.2020].

Während wir auf die Polizei warteten, behielten wir die Situation aus der Ferne weiter im Blick. Mit Hilfe des Zooms der Kamera war im Uferbereich eindeutig eine blonde weibliche Person zu erkennen, die gerade dabei war, mit Futterteig einen Futterplatz einzurichten. Mit dem Anlegen eines Futterplatzes versucht man Fische an die Stelle des Gewässers zu locken, die man dann mit Hilfe seiner Angel beangelt. Das Füttern von Fischen stellt zwar noch keine Straftat dar, da allerdings die Angelruten fangbereit am Ufer positioniert waren, konnte davon ausgegangen werden, dass die strafbare Handlung des Wildfischens unmittelbar bevorsteht. Wobei im Grunde nicht erst das Auswerfen der Angeln den Straftatbestand der Fischwilderei darstellt, sondern schon das alleinige Mitführen fangbereiter Angeln als Angeln ohne Erlaubnis zu bewerten und strafrechtlich relevant ist.

Die gerufene Streife befolgt unsere Ratschläge und betritt mit drei Beamten das Landschaftsschutzgebiet [BILD: 28.08.2020].

Nachdem der Streifenwagen nach knapp 15 Minuten über die Hofstraße in den Lerchenweg einbiegt, hatte das Warten ein Ende und wir konnten die Beamten mit Hilfe der gemachten Bilder über die Situation und die Örtlichkeit informieren. Zudem konnten wir sie davon überzeugen, den Streifenwagen vor der Auffahrrampe zu parken und das LSG zu Fuß zu begehen. Denn in keinemfall sollte sich die Schmach vom 05. Juli 2020 wiederholen. Da der offizielle Weg der Beamten unweigerlich durch das freie Blickfeld der Wildfischer führt, war kurzzeitig zu befürchten, dass die Beamten von den Anglern zu früh erkannt werden könnten und zu fliehen versuchen. Doch die Angler sind in der frühen Phase des Angelns zu sehr mit sich selbst beschäftigt und schöpfen keinen Verdacht.

Eine halbe Stunde nach Eintreffen der Polizei sind zwei Straftäter überführt [BILD: 28.08.2020].

Nicht nur bei ARD & ZDF, sondern auch mit 60-fachem Zoom…

Währenddessen die polizeiliche Maßnahme anlief, hatte ich mich mit Didi auf der anderen Seite der Hofstraße in unmittelbarer Nähe zu den Zugangssperren vor der kleinen Berghalde positioniert. Dank des 60-Fach-Zooms der Kamera hatten wir die Szenerie und den weiteren Ablauf selbst aus dieser Entfernung noch gut im Blick. So konnten wir dann auch beobachten, wie nach einer guten halben Stunde die drei Beamten mit zwei schwerbepackten Personen aus dem Bereich der beiden Auffangbecken kamen. Während die offensichtlich überführten Fischdiebe vornewegliefen, folgten die Beamten mit minimalem Sicherheitsabstand. Die polizeiliche Maßnahme war mit dem Abführen allerdings noch nicht beendet, es folgte anschließend noch eine gründliche Wagenkontrolle, die sogar einen intensiven Blick unter die Motorhaube beinhaltete.

Gefühlschaos – unschuldig, schuldig oder selbst in Schuld?!

Rückblickend muss ich gestehen, dass die Gefühle, die in mir während der polizeilichen Maßnahme und in den Momenten, als mir nach und nach bewusst wurde, dass letztendlich wir für die Festnahme und die möglicherweise weitreichenden Konsequenzen für die Wildangler verantwortlich sind, hochkamen, mindestens ambivalent waren. Auf der einen Seite habe ich mich ein bisschen als Denunziant, als Verräter gefühlt, der mit seiner Verpetzerei Andere tief in die Scheiße geritten hat, auf der anderen Seite als Ultra-Ökoaktivist, als heldenhafter Naturschützer, der in der Situation pflichtbewusst gehandelt hat, wobei das Gefühl das Richtige im Sinne des Naturschutzes getan zu haben, am Ende dann doch überwogen hat.


Land unter im LSG Röhlinghausen – idyllisches Treiben endet abrupt

Die sinflutartigen Regenfälle von Freitagnacht führen im LSG Röhlinghausen zur Flutung des Hochwasserrückhaltebeckens mit beinahe dramatischen Folgen für die dort weidenden Tiere…

Dramatische Szenen müssen sich in der Nacht von Freitag auf Samstag am Hochwasserrückhaltebecken im LSG Röhlinghausen abgespielt haben. Die Hitze der vergangenen Tage mit Tagestemperaturen konstant über 30°C endeten am Freitagabend abrupt. Es folgte ein Unwetter mit heftigem Gewitter und Starkregen in einem biblischen Ausmaß.

Der Presse war zu entnehmen, dass der Schäfer, als das Wasser auf der Wiese hinter dem Überlaufbereich schlagartig anstieg, die meisten seiner Tiere in Sicherheit bringen konnte. Aufgrund des Ausmaßes der Wassermassen, die in kurzer Zeit bedingt durch den Starkregen angefallen waren und der Tatsache, dass die trockenen Böden nicht in der Lage sind große Wassermengen aufzunehmen, schwellte der Hüller Bach dermaßen an, dass er an den am Deich tiefergelegenen Überlaufbereichen unmittelbar vor dem Stauwerk übertrat und die Auslauffläche in kürzester geflutet wurde.

Am Morgen nach den Sturzfluten stehen noch große Teile des Rückhaltebeckens unter Wasser. Glücklicherweise konnten alle Tiere rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Eine Flutung dieser Bereiche kommt im Jahresverlauf sehr selten vor, aber genau für diese Ereignisse, sind sie im Falle eines hohen Aufkommens an Oberflächenwasser zur Entlastung der Deiche vorgesehen. Da sowohl Oberflächenwasser als auch Schmutzwasser bis zur Fertigstellung der Kanalisierung über den Hüller Bach abgeleitet werden, reichte der Pegel in den Biegungen des Fließgewässers zeitweise einen Meter unterhalb der Deichkante. Die Überlaufflächen des Hochwasserrückhaltebeckens dienen in diesen relativ seltenvorkommenden Ausnahmefällen dem Schutz der angrenzenden Siedlungen. Inwieweit man sich dieser potentiellen Gefahr vorab bewusst war, kann ich nicht beurteilen.

Die bei der Flutung der Fläche aufgetretenen Wassermassen hatten die Elektrozäune umgerissen, so dass sich die Tiere in der näheren Umgebung in Sicherheit bringen konnten. THW und Feuerwehr mussten zur Hilfe gerufen werden. In der Hektik und Dunkelheit der Evakuierung durch den Schäfer verteilten sich die Tiere auf dem schlecht einsehbaren Areal. Dank der Unterstützung der gerufenen Rettungskräfte konnte der Bereich ausgeleuchtet werden. Darüber hinaus kam auch eine Drohe zum Einsatz, mit der das Gebiet nach weiteren Tieren kontrolliert werden konnte. Ein verängstliches Tier konnte dem Schäfer wohlbehalten übergeben werden.

Auch am Morgen nach dem Unwetter steht das Auffangbecken in manchen Bereichen noch unter Wasser – der Großteil der Wassermassen ist zu dem Zeitpunkt allerdings schon versickert.

Auch am Morgen nach dem Unwetter mit Starkregen stehen noch große Bereiche der Überlauffläche bis zu 30 Zentimeter unter Wasser. Naja, Ende gut, alles gut! Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Ereignis einer Wiederholung im nächsten Jahr nicht im Wege stehen wird.


Weitere Infos:

https://www.waz.de/staedte/herne-wanne-eickel/starkregen-in-herne-schafherde-droht-zu-ertrinken-id230176640.html

https://www.halloherne.de/artikel/schafe-von-wasser-eingeschlossen-46010.htm

Spätsommer Landschaftspflege im LSG Röhlinghausen – tierische Rasenmäher

In der letzten Woche wartete beim Durchqueren des LSG Hofstraße in Herne-Röhlinghausen ein ungewohnter Anblick, der bei mir unmittelbar ein Hauch von Urlaubsgefühlen aufkommen ließ. Und dies hing keineswegs mit den tropischen Temperaturen zusammen…

Landschaftspflege durch Beweidung – eine naturnahe und schonende Alternative zur maschinellen Mahd – an der Hofstraße in Herne-Röhlinghausen erstmalig beobachtet im August 2020.

Auf der großen Überlauffläche des Hochwasserauffangbeckens, die unmittelbar an den Deich des Hüller Bachs angrenzt und bei Starkregenereignissen dem Schutz der Deiche dient, gabe es ein für unsere Breitengrade ein eher seltenes Schauspiel zu bestaunen. Auf der großen Wiese tummelte sich Anfang August eine große gemischte Herde aus Schafen und Ziegen.

Die Tiere stehen zumeist dicht nebeneinander gedrängt, da die Gemeinschaft bietet nicht nur Gesellschaft, sondern vor allem Schutz und Sicherheit vor Beutegreifern. (Foto August 2020).

Die Szenerie war durchaus vielseitig und interessant anzusehen. Schreiende Lämmer in Weiß und Schwarz, säugende Muttertiere, neugierige Zicklein und stattliche Ziegenböcke mit bedrohlichen Hörnen und einer Glocke um den Hals, die so wie es schien, die Funktion des Leitbocks übernommen hatten, komplettierten die rund 100 Tiere starke Herdengemeinschaft.


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Fischwilderei in Herne: SoKo Poseidon erhöht Ermittlungsdruck auf die Fischdiebe

Täterkontakt bleibt erfolglos. Ermittlungen laufen weiter.

05. Juli 2020

Feind-Kontakt am frühen Morgen

Auf der morgendlichen Laufrunde durch das LSG Röhlinghausen entdecke ich durch die dichte Uferbepflanzung insgesamt drei männliche Personen, die in aller Ruhe mit Angelruten in der Hand auf zwei Stellen verteilt am Gewässer sitzen. Zunächst kann ich es erst gar nicht glauben, was ich mit eigenen Augen sehe. Adrenalin schießt durch meine Adern, mein Puls erhöht sich schlagartig. Jetzt gilt es Ruhe zu bewahren. Nachdem mehrere Beweisfotos mit der Laufkamera aus den verschiedenen Perspektiven gemacht sind, auf denen die Personen mit Angeln in der Hand eindeutig zu identifizieren wären, verlasse ich den Bereich wieder und laufe nach Hause, um mein Handy zu holen.

Zwei der insgesamt 3 Wildangler – um Persönlichkeitsrechte zu wahren, ja selbst diese Kreaturen besitzen welche, verzichte ich auf die Darstellung scharfer Bilder, die durchaus vorliegen würden
[BILD: 05.07.2020].

Betriebsausflug ins Grüne – die Polizei zu Besuch im LSG

Nach Rücksprache mit Didi informiert er die Polizei, was daran liegt, dass er die Durchwahl für die Wache in Wanne vorliegen hat und somit keinen Notruf über die 110 absetzen müssen. Der Anruf auf der Polizeiwache in Wanne erfolgt gegen 10.00 Uhr. Keine 15 Minuten später ist die gerufene Polizei vor Ort. Doch an dem Morgen performen die gerufenen Beamten alles andere als erfolgsorientiert und zielführend?! Statt den Wagen im unteren Straßenbereich abzustellen und sich zu Fuß dem potentiellen Tatort und den Wildanglern zu nähern, fahren sie mit dem Wagen über die Auffahrtsrampe in den Bereich der Auffangbecken. Möglicherweise hat es auch an mir und einer suboptimalen Instruktion gelegen?

Die gerufene Polizeistreife erreicht das LSG in Röhlinghausen an der Hofstraße [BILD: 05.07.2020].

Wichtige Memo an mich

Sollte sich diese Situation in nächster Zeit noch einmal wiederholen, müssen und werden meine Instruktionen an die Beamten sowie die Beschreibung der Örtlichkeit definitiv präziser ausfallen. Vielleicht hätte ich vorab auch erwähnen sollen, dass ein Bereichsbefahren prinzipiell zwar möglich gewesen wäre, aber den Erfolgsaussichten einer Überführung der Straftäter wesentlich im Wege stehen könnte. Wobei man möglicherweise auch davon ausgehen hätte dürfen, dass man als Polizei von selbst darauf hätte kommen können, dass Straftäter zur Flucht neigen, wenn beim bewussten Begehen einer illegalen Tat urplötzlich einen Streifenwagen in Schrittgeschwindigkeit durch die Botanik an ihnen vorbeifährt. Schließlich erkläre ich dem Metzger auch nicht wie er das Schwein zu schlachten hat.

Noch ist nicht aller Tage Abend – wir kommen wieder

Auch wenn der heutige Zugriff durch die Beamten ohne Erfolg geblieben ist, haben die Fischdiebe zumindest die bittere Erkenntnis machen müssen, dass im LSG Röhlinghausen ab heute ein anderer Wind weht. Die Zeiten, wo sie wohlmöglich im Glauben waren, dass sie sich im LSG in einem rechtsfreien Raum befinden und machen können, was sie wollen, sind endgültig vorbei. Die Reaktion der Straftäter zu fliehen, zeigt einmal mehr, dass sie sich ihrem illegalen Handeln bewusst sind. Zudem sollte die neuerlich erlangte Erkenntnis, dass die Polizei den Ort auf dem Schirm hat und diesen sogar kontrolliert, einem unbeschwerten Angelspaß zukünftig hinderlich sein.

Challenge accepted! Selber Schud!!!

Auch wenn mich das unprofessionelle Auftreten und die Underperformance der Polizei am heutigen Tag zugegebenermaßen extrem geärgert haben, fühle ich mich durch den Misserfolg und die Dreistigkeit der Fischdiebbande in einer gewissen Art und Weise zum Räuber-und-Gendarm-Spielen herausgefordert. Hinzukam zu dem Zeitpunkt, dass sich die nimmersatten Raupen Mitte Juli auch schon im Puppenstadium befunden haben, ich dementsprechend nicht mehr täglich mehrmals Futterpflanzen besorgen musste und im Aerarium auch sonst nichts Interessantes passierte, wodurch mehr Ressourcen für die SoKo Poseidon frei waren.


13. Juli 2020

Täter ohne Umweltbewusstsein weiter im LSG aktiv

Der Bereich ist zum wiederholten Male total vermüllt, unzählige Flaschen, darunter Pfandflaschen im Wert von 5 €, aber auch wieder Massen von Müll und Angelschnüre liegen auf der Wiese im Uferbereich des größeren der beiden Auffangbecken. Warum man seinen herangeschleppten Müll, nicht sammeln und hinterher einfach wegräumen kann, bleibt mir ein Rätsel. Normalerweise sollte man doch erwarten, dass man sich möglichst unauffällig verhält, um unentdeckt zu bleiben, wenn man illegalen Aktivitäten nachgeht?! Warum das bei diesen asozialen Individuen nicht der Fall ist, bleibt unverständlich und will sich mir nicht erklären. Das Umweltbewusstsein muss bei diesen Individuen extrem mickrig ausgebildet sein, anders ist ein solches Verhalten nicht erklärbar.

Das gefundene Angelequipment landete zu 99% in der Mülltonne [BILD: 13.07.2020].

Eine Sporttasche voll mit Angelschrott

Beim Blick ins ufernahen Gebüsch entdecke ich zudem versteckt hinter einem Baume eine schwarze Sporttasche von PUMA mit einem Sammelsurium an Angelequipment bestehend aus diversen Blinkern in verschiedenen Größen, Kunstköder, Gewichte, Haken und eine Rolle mit Angelschnüre zum Vorfachbinden. Vom Zustand her, ist das Material ziemlich verschlissen und schlampig behandelt – das nicht vorhandene Verständnis für Ordnung, welches man an diesem Ort im Schutzgebiet seit Längerem regelmäßig unter Beweis stellt, spiegelt sich im Zustand des eigenen Angelequipments 1:1 wieder.

Strategie der kleinen Nadelstiche

Da ich für die Utensilien keinerlei Verwendung habe, wird sich der Großteil des konfiszierten Materials, nachdem Didi noch mal drüber geguckt und sich die Dinge herausgesucht hat, für die er noch denkt Verwendung zu haben, alsbald in der Mülltonne wiederfinden. Auch wenn der Verlust des Materials den Wildanglern nur bedingt finanziell wehtun wird, so sind es die kleinen Nadelstiche, die ihnen in der Summe die Lust an der Örtlichkeit im LSG hoffentlich schnellstmöglich vergehen lässt. Letzte Woche der Auftritt der Polizei und die Beinahe-Überführung, heute ein erneuter Verlust von Angelequipment – stellt sich die Frage wer den längeren Atem hat?!


14. Juli 2020

Schwere Tierquälerei im LSG

Nachdem ich Didi über die neuerlichen Beobachtungen vom Vortag in Kenntnis gesetzt hatte, erklärte er sich zum wiederholten Male bereit, den Bereich am folgenden Morgen aufzuräumen. An diesem Morgen war ich nicht im LSG zugegen. Sodass sich die nachfolgenden Zeilen ausschließlich auf Didis Erzählungen beziehen. Bedauerlicherweise sind an dem Tag auch keine Fotos entstanden, die das Geschehen plakativ darstellen könnten. So erzählte mir Didi im Nachhinein, dass er bei Begehung des Bereichs zwei ausgelegte Angelruten im Uferbereich gefunden hat, die im Gegensatz zu den bisher gefundenen Angelruten aber nicht auf der Uferwiese sondern in unmittelbarer Nähe zum Tor auslagen.

Exemplarisches Bild von sich sonnenden Gelbwangen-Schmuckschildkröten im LSG Röhlinghausen im Sommer 2019.

Schildkröte am Angelhaken

An diesem Morgen sollte die wiederholt nicht waidgerechte Handhabung des Angelgerätes zu weitreichenden Konsequenzen führen. Als Didi die Angeln einholte, musste er zu seinem Entsetzen feststellen, dass sich in der Schnur eine Gelbwangen-Schildkröte verfangen hatte. Im weiteren Verlauf zeigte sich zudem, dass sich die Schildkröte nicht nur mit der Schnur verfangen hatte, sondern sich der Angelhaken ins Fleisch des Reptilienmauls gebohrt hat. Nach seinen Erzählungen versuchte die Schildkröte während des Landungsversuches mehrmals abzutauchen, was ihr verständlicherweise nicht gelang. Mit viel Vorsicht schaffte er es schließlich, die Schildkröte ans Ufer in seine Reichweite zu befördern und das gestresste Tier zumindest von der Angelschnur zu befreien.

Glück im Unglück für die Gelbwangenschildkröte

Vom äußeren Anschein nach machte das Reptil einen noch relativ fitten Eindruck, dennoch verzichtete Didi auf den Eigenversuch, den Haken mit den kleinen Widerhaken ohne Werkzeug zu lösen und entscheid sich stattdessen das Tier zum Tierheim zu bringen, um dort fachkundigen Rat einzuholen. Glücklicherweise stand an dem Tag beim Tierheim sowieso mit einigen Tieren, die geimpft werden musste, ein Gang zum Tierarzt an, sodass man sich kurzerhand dafür entschied, die Schildkröte mit zum Tierarzt zu nehmen und sie dort durchchecken zu lassen.

Wo die Schildkröte nach der tierärztlichen Behandlung gelandet ist, dazu liegen mir keine Informationen vor. Ich gehe aber davon aus, dass sie nicht zurück ins Auffangbecken zurückgesetzt wurde, da sie als Gelbwangenschildkröte, die eigentlich aus Amerika stammt und von einem Aquarianer illegaler Weise dort ausgesetzt wurde, in den heimischen ökologischen Systemen nichts zu suchen hat, da sie wie jede invasive Art ein erhöhtes Problempotential für bestehende ökologische Gleichgewichte besitzt.


21. Juli 2020

Zwei Angeln zur Feier des Tages

Beim spontanen Abstecher durch den Zwischenbereich der beiden Auffangbecken finde ich hinter einem Baum im ufernahen Gebüsch zwei in eine blauen Regenjacke eingewickelte und zusammengebaute Teleskopangeln mit passenden Stationärrollen, die ich so wie die bisherigen Material-Entdeckungen unmittelbar an mich nehme. Kaum zu glauben, was hier in den letzten Wochen abgeht. Wie viele Angeln haben die noch? So langsam müsste denen doch auch Mal das Material ausgehen. Darüber hinaus ist der heutige Fund zum wiederholten Male ein sicherer Beweis dafür, dass die Anglerbande wieder zugeschlagen hat und weiterhin aktiv ist. Warum das Angelequipment trotz der zahlreichen Verluste weiterhin unmittelbar am Gewässer gelagert wird, will sich mir nicht erkläre. Möglicherweise wurden sie bei ihren illegalen Aktivitäten gestört. Möglicherweise durch Hundebesitzer, die den Uferbereich am Gewässer ebenfalls öfters aufsuchen.

Gefundes, konfisziertes und mittlerweile entsorgtes Material der Bereichskontrollen innerhalb einer Woche im Juli 2020 [BILD: 21.07.2020].

Die materiellen Verluste nehmen zu…

Denkbar wäre auch, dass sie aufgrund des Polizeikontaktes vorsichtiger geworden sind und auf ihrem kontrollierten Rückzug nicht mit dem kompromittierenden Angelgerät erwischt werden wollen. Wie auch immer?! Fakt ist jedenfalls, dass die Fischdiebe innerhalb von knapp einer Woche im Zeitraum zwischen dem 13.07.2020 und dem 21.07.2020 vier weitere Angeln und eine komplette Tasche mit Angelequipment verloren haben, womit sich die Gesamtzahl an Angeln seit dem 08.05.2020 auf insgesamt 9 Stück vergrößert hat. Darüber hinaus mussten sie schmerzhaft erfahren, dass seit Neustem auch die Polizei immer häufiger unangemeldet im LSG zu ihren illegalen Angelpartys vorbeischaut. Begleiterscheinungen, die einem das entspannte Angeln ziemlich vermiesen dürften. Mitleid habe ich mit den Naturfrevlern ohne Umweltbewusstsein dennoch nicht!


26. Juli 2020

Neues Schloss mit neuer Kette am Zugangstor

Seit einigen Tagen finden im Rahmen der Emscher-Renaturierung im Randbereich des LSGs unmittelbar am Hüller Bach massive Bauarbeiten statt. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde der Rundweg um die beiden Auffangbecken zum Schutz vor den Eigengewichten der schweren Baustellenfahrzeuge mit einer Schutzschicht bestehend aus grobem Schotter abgedeckt. Hierzu wurde auf den Wegen zunächst ein Fleece-Stoff ausgelegt, auf das die 10 cm hohe Schotterschicht aufgeschüttet wurde. Seit Beginn dieser Vorarbeiten hängt vor dem Tor zudem wieder eine Kette mit dickem Vorhängeschloss. Dabei handelt es sich allerdings nicht um das Schloss, mit welchem das Tor bisher versperrt war. Wer die Sicherung des Zugangstors veranlasst hat, ob Emschergenossenschaft oder die Stadt Herne, darüber liegen mir aktuell keinerlei Informationen vor.

Neues Schloss, neue Kette: Mehr Schein als Sein! [BILD 26.07.2020].

Hoffnungsvolle Aussichten

Was die Beobachtungen zu bedeuten haben, lässt sich abschließend nicht klären. Da die im Rahmen der Emscher- Renaturierung angestrebte Kanalisierung des Schutzwassers, das aktuell noch immer über den Hüller Bach abgeleitet wird, in einzelne Bauabschnitte unterteilt ist und diese Bauabschnitte von verschiedenen Baufirmen umgesetzt werden, besteht unter Umständen die Hoffnung, wenn es sich bei den Wildanglern, wie von mir angenommen tatsächlich um Montagearbeiter handelt, dass das illegale Angelgeschehen zeitnah enden wird, da die Montagearbeiter möglicherweise nicht mehr vor Ort im Einsatz sind.