Das LSG Hofstraße in Röhlinghausen

Das Landschaftsschutzgebiet an der Hofstraße in Röhlinghausen liegt im süd-westlichsten Zipfel des Herner Stadtgebiets. Trotz und aufgrund seiner intensiven und vielfältigen Nutzung bietet das LSG Röhlinghausen eine Vielzahl von Habitaten für Flora und Fauna.

Die „Gebietsgrenzen“ des LSG Röhlinghausen bilden der Hüller Bach und der gegenüber davon verlaufende Damm der ehemaligen Erzbahntrasse, die zugleich die Stadtgrenze zu Gelsenkirchen markiert. Süd-östlich endet das Schutzgebiet an der Stadtgrenze zu Bochum Günnigfeld/ Hordel. Ein Bahndamm der Zugstrecke zwischen Gelsenkirchen und Wanne-Eickel bildete die natürliche Barriere im Nordosten.

Die Hofstraße, die Herne-Röhlinghausen mit Gelsenkirchen-Ückendorf verbindet, führt einmal quer durch das Gebiet des LSG Röhlinghausen, was im Zeitraum von Februar bis Mai Maßnahmen zum Schutz der wanderaktiven Amphibien erforderlich macht.

Der flächenmäßig größte Anteil des LSG Röhlinghausen wird von der EGLV technisch genutzt. So befinden sich auf dem Gebiet ei Die Emschergenossenschaft betreibt am o. g. Standort das Hochwasserrückhaltebecken Herne-Hofstraße (Hüller Bach). Das Hochwasserrückhaltebecken dient vornehmlich dem Hochwasserschutz am Hüller Bach.

Der Bereich des LSG Röhlinghausen der als Hochwasserrückhaltebecken genutzt wird, teilt sich auf in 2 Rückhaltebecken und ein Trockenbecken, dass ausschließlich im Hochwasserfall geflutet wird. Die beiden ganzjähig feuchten Rückhaltebecken sind naturnah gestaltet.

Neben durch die Landwirtschaft genutzte Felder befindet sich auf dem Gebiet des LSG Hofstraße ein Reiterhof, Tierheim und die Teschnischen Einheiten des EGLV zum Hochwasserschutz.

Parallel zur Erzbahntrasse findet sich ein etwa 10 Meter breiter Flurbereich, der zum Schutz der dort verlaufenden Gasleitungen in regelmäßigen Abständen kahl gerodet werden muss. Hier bilden sich vornehmlich im Bereich zwischen Erzbahntrasse und kleine Berghalde auf Grund Absenkungen temporäre Feuchtbiotope.

Zu den Funktionseinheiten des Hochwasserschutzes gehören zwei größere Regenauffangbecken/ Hochwasserrückhaltebecken, die ganzjährig Wasser führen sowie eine Überlauffläche (50x150m), die zur Entlastung der Dämme des Hochwasser führenden Hüller Bachs beitragen soll. Diese Fläche muss aber nur bei äußerst seltenen Starkregenereignissen tatsächlich in Anspruch genommen werden. Die Fläche ist zumeist mit verschiedenen hohen Gräsern bewachsen und trocken. Lediglich in den niederschlagreichen Monaten finden sich hier vermehrt feuchtere Bereiche, die aber nicht beständig sind.

Im LSG Röhlinghausen befindet sich zudem eine kleine Berghalde, die mit Ausnahme des Wegesystems mit mittelhohen Laubbäumen bewachsen ist. Über einen etwa 600 Meter langen und befestigten Rundweg ist die Halde für Radfahrer und Fußgänger zugänglich.

Am Fuße der kleineren Berghalde befindet sich ein kleines relativ zugewuchertes Feuchtbiotop, das in den Sommermonaten zumeist trocken liegt. Darüber hinaus bilden sich in den Senken der Hochspannungsmasten zumindest in den niederschlagreichen Monaten ebenfalls temporäre Feuchtbiotope.

Feuchtbiotop am Fuße der kleinen Berghalde im LSG Röhlinghausen an der Hofstraße.

Im LSG Röhlinghausen befinden sich zudem der Reiterhof Röhlinghausen mit angrenzenden Pferdekoppeln Reiterhalle und Stallungen sowie das umzäunte Areal des Tierheims Herne-Wanne.

Des Weiteren befinden sich im Schutzgebiet bewirtschaftete Felder, auf denen im Sommer (2019) zumeist Futtermais angebaut wird. Nach der Ernte im Herbst liegen diese Flächen brach und werden von Nil- und Kanadagans genutzt.

Die Fauna im LSG Röhlinghausen ist natürlich den verschiedenen Habitaten angepasst.

Besonderheit: umfangreiche Krähenpopulation (in den Wintermonaten zeitweise bis zu 300 Exemplare) – da das Gebiet abends gering frequentiert und unbeleuchtet ist, und darüber hinaus viele hohe Schlafbäume anbietet.

Fauna Der Baumbestand besteht auschließlich aus Laubbäumen (u.a. Pappeln, Erle, Hasel, Weiden, vereinzelt Eichen, Sanddorn, u.a.); teilweise unduchdringliches Dickicht aus Brombeersträuchern, auf den freien und offenen Wiesenflächen zahlreiche Stauden und Gräser. Um die Gewässer bestehen typische Schilf- und Rohrkolbenbereiche.

Bisherige tierische Begegnungen: Turmfalke, Schwalben; Eisvögel; Graureiher; Kormoran, Blesshuhn, Wasserralle, Bunt- und Grünspecht; Eichhörnchen; Füchse; Kanninchen; Amphibien wie Erdkröte, Kreuzkröte, Teich- und Bergmolch;

Invasiv: Ausgesetzte Gelb- und Rotwangen-Schildkröten


Verfasst am: xx.xx.xxxx
Überarbeitet am: xx.xx.xxxx