Das LSG Königsgrube in Eickel, Röhlinghausen und Hordel

Die Königsgrube ist ein ca. 40 Hektar großes renaturiertes Zechengelände, das auch als Königsgruber Park bekannt ist und mittlerweile als Naherholungsgebiet genutzt wird. Die früheren Pläne das Areal zur Wohnraumbebauung sowie zur Errichtung einer Deponie zu ver(sch)wenden, wurden Dank einer Bürgerinitiative in den 70er Jahren verworfen. Der Status eines Landschaftsschutzgebietes wurde dem weitläufigen Gelände 1977 verliehen. Ein Großteil des LSG-Areals, auf dem sich unter anderem der über die Stadtgrenzen bekannte Förderturm der Zeche Hannover befindet, der gleichzeitig ein Standort des Westfälischen Industriemuseums ist, liegt auf Bochumer Stadtgebiet.

Blick über den Modellflugplatz in Richtung des Förderturms der Zeche Hannover in Bochum-Hordel.

I. Fauna im LSG Königsgrube

Das LSG Königsgrube weist die für renaturierte Industrieflächen typische Vegetation auf. In der Königsgrube finden sich neben Bereichen mit dichten Strauch- und Baumbewuchs auch viele offene Wiesenflächen. In den für die Öffentlichkeit mit Wegen erschlossenen Bereichen wird der Park extensiv gepflegt. Es gibt aber auch weniger frequentierte und gepflegte Bereiche, in denen Todholz liegen bleibt und sich wenn überhaupt dann nur Trampelpfade durch das Dickicht schlängeln.

Willkommen im Urwald des LSG Königsgrube – der naturnahe Parkteil.

II. Modellflugplatz Königsgrube

Auf dem Gelände des LSG Königsgrube befindet sich auch der Modellflugplatz Königsgrube mit mehreren Vereins-Containern und einer großen Start- und Landewiese, dessen Rasenfläche ganzjährig kurz gehalten wird. Die riesige Fläche ist als vegetatiosnarm einzustufen und kann deshalb als grüne Wüste bewertet werden. Für Greifvögel wie den Bussard oder dem Wanderfalken, der im benachbarten Förderturm nistet, bieten diese offenen Flächen mit Baumbestand an den Rändern dahingegen ideale Jagdreviere.

Blick von der Brücke auf die Infrastruktur des Modellflugvereins.

III. Relike des montanen Zeitalters

Auf dem Herner Gebiet des LSG Königsgrube befinden sich nur noch wenige Relikte, die an das Zechenzeitalter erinnern. Während sich verwitterte Mauerreste an mehreren Stellen im Park entdecken lassen, stellt ein renovierte Lockschuppens das einzig intakte Gebäude der ehemaligen Zeche auf Herner Stadtgebiet dar.

a) Lockschhuppen im Königsgruber Park

Der Zugang in das Gebäude des ehemaligen Lokschuppens der Zeche Königsgrube war lange Zeit möglich. Mittlerweile sind die Eingänge an der Frontwand aber mit massiven Betonplatten verschlossen. Die seitlichen Fesnteraussparungen sind ebenfalls bis auf kleine Spalte im oberen Bereich zugemauert und dienen als Einfluglöcher für Fledermäuse. Das Gebäude dient heute als Rückzugs- und Brutbereich für Fledermäuse.

Der ehemalige Lokschuppen im Königsgruber Park in Röhlinghausen.

b) Gebäudereste Kohlenbunker

In Sichtnähe zum ehemaligen Lockschuppen befinden sich zumindest die Reste eines weiteren Gebäudes, das allerdings schon vor längerer Zeit eingestürzt zu sein scheint. Die Eingänge in diese Gebäudereste sind nachträgliche vergittert worden, was vermuten läßt, dass sich hinter den rund 3 Meter hohen Mauern wohl Hohräume befinden, die als Habitat für verschiedene Tiere in Frage kommen.

Gebäudereste in der Nähe zur Königsgruber Straße.

IV. Feuchtgebiete im Königsgruber Park

Beständige Feuchtbiotope im LSG Königsgrube, die den Großteil des Jahres Wasser führen, hat es vor einigen Jahren noch gegeben. Doch diese künstlich angelegten Biotope sind Mangels Pflege zunehmend verlandet und aktuell in einem desolaten Zustand. Temporäre Feuchtgebiete bilden sich darüber hinaus bergbaubedingt in einigen Senken oder auf den Feuchtwiesen, die allerdings je nach gefallener Niederschlagmenge eher früher als später im Jahresverlauf austrocken.

Temporäres Feuchtbiotop auf dem Haldenplateau im LSG Königsgrube.

Auf der Halde befindet sich ein verlandetes Feuchtbiotope, das nur nach starkem Niederschlag Wasser hält
Direkt neben der großen Start- und Landewiese des Modellflugplatzes haben sich vor ein paar Jahren neu angelgete Feuchtbiotope befunden. Über die Jahre würden diese sich selbst überlassen und sind dementsprechend zugewuchert und zum Großteil verlandet.
Darüberhinaus bilden sich in den bergbaubedingten Senken temporäre Feuchtbiotope, die allerdings nur für kurze Zeit existieren.


Verfasst am: 23.02.2020
Überarbeitet am: 23.02.2020