Kurioses aus der Landschaft: betörende Topfpflanze auf der Becker Deponie in Günnigfeld

Es liegt was in der Luft, ein ganz besonderer Duft…

Beim Laufen fernab des Hauptweges auf der ruhenden Becker Deponie habe ich wohl eine meiner bisher kuriosesten botanischen Entdeckung des Jahres gemacht. Neben Brombeersträuchern wird die Vegetation im oberen Bereich der Halde vor allem von Schmetterlingsflieder dominiert, weshalb die Ruderalfläche für Beobachtungen von Admiral, Tagpfauenauge und Schwalbenschwanz geradezu prädestiniert ist. Doch weder Brombeerstrauch noch Schmetterlingsflieder waren der Grund für mein botanisches Erstaunen. Erstaunt war ich vielmehr deshalb, weil sich eingebettet in eine kleine Gruppe von Schmetterlingsfliedern ein grauer Blumentopf samt Pflanze befunden hatte.

Topfpflanze im Blumentopf unter freiem Himmel in einem entlegenen Bereich einer wenigstark frequentierten ehemaligen Deponie? Das muss doch stinken?! [BILD: 27.11.2020].

Sherlock im Grünen – im Zweifelsfall war es immer der Gärtner

Zunächst war es aber nicht die Pflanze sondern der unter freiem Himmel in der Botanik auf einer Halde herumstehende graue Blumentopf, sowie die vage Vermutung, dass man ihn bewusst so in die Sträucher platziert hatte, dass er vom Hauptweg aus nicht hätte gesehen werden können, die mich stutzig werden ließen und mich letztendlich dazu veranlassten, mir das Ganze mal genauer anzugucken. Nach näherer Inspektion der Pflanze war dann auch ziemlich schnell klar, dass es sich bei der Topfpflanze nicht um irgendeine Zierpflanze, sondern um die Überreste einer Cannabis-Pflanze handelte, was sich an ihrem spezifischen Geruch bestätigen sollte. Zum Zeitpunkt der Entdeckung sah es so aus, als wäre der Großteil der Pflanze – vermutlich der Teil mit den wirkstoffhaltigen Blüten schon abgeerntet gewesen. Wie auf dem Bild zu erkennen, befand sich im grauen Plastiktopf nur noch der verholzte Stamm mit einigen Blättern.

Die entkronte Cannabis-Pflanze im oberen Bereich der ehemaligen Becker Deponie [BILD: 27.11.2020].

Lage, Lage Lage.“ – nicht nur bei Immobilien immens wichtig!

Bei der Wahl des Standortes hat man nichts dem Zufall überlassen. Der Standort der Pflanze war in dreifacher Hinsicht mit Bedacht gewählt worden, denn neben der Abgeschiedenheit auf der Halde, dem Sichtschutz durch die ihn umgebenden Sträucher stand der Blumentopf auch in Ausrichtung zum Südhang, wodurch ihn die Herbstsonne mit maximaler Dauer bescheinen konnte. Über den Grund, warum der  ehemalige Pflanzenbesitzer seine Pflanze ausgewildert hat, lässt sich nur spekulieren. Möglicherweise war der Geruch im Endstadium der Pflanze so penetrant geworden, dass ihm die Gefahr zu groß wurde, durch Nachbarn entdeckt zu wurden.

Die Cannabis-Pflanze aus der Nähe [BILD: 27.11.2020].

Freiland-Anbau – gefahrlos zum günstigen Rauchkraut

Denkbar wäre natürlich auch, dass man die immer wärmer werdenden Sommer bei uns in Deutschland zum Anlass genommen hat, mit der mehr oder weniger gefahrlosen Strategie des Freiland-Anbaus, stressfrei und günstig an sein Rauchkraut in Bio-Qualität zu kommen. Beim Freiland-Anbau besteht zwar auch immer die Gefahr, dass die Pflanze von Jemandem entdeckt wird, aber die Gefahr von der Polizei erwischt und damit strafrechtlich verfolgt zu werden, tendiert nahezu gegen null. Eins ist nach dieser Entdeckung klar, im nächsten Jahr werden ich gegen Ende des Sommers potentiell geeignete Standorte nicht nur mit offenen Augen sondern auch mit offener Nase durchlaufen, ich bin mir fast sicher, diese Entdeckung wiederholen zu können.


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2 Gedanken zu „Kurioses aus der Landschaft: betörende Topfpflanze auf der Becker Deponie in Günnigfeld

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